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Morton Neurom - Schonende Operation ohne Nerven-Amputation (Neurektomie)

Orthopaedie Freiburg Drucken

 

 

1. Typische Ursache des Morton Neuroms: Überbelastung des Fußes durch Sport oder modebedingte Stresspositionen

Themen zu Morton Neurom und Mittelfuß-Schmerzen
Die Anforderungen der Mode - hohe Absätze, enger Zehenraum, großer Druck auf dem Vorderfuß - bringen den Fuß in Stress-Positionen, die auf die Dauer belastend und schädlich sind. Eine Schwellung des Mittelfussnerven kann zu dem typischen Krankheitsbild des Morton Neuroms führen. © Istockphoto

Der menschliche Fuß hat sich entwickelt unter den Bedingungen des Barfußlaufens. Modernes Schuhwerk entlastet den Fuß und schützt ihn vor Kälte und Verletzungen. Doch vor allem die Anforderungen der Mode - hohe Absätze, Einengung der Zehen - bringen den Fuß in Positionen, die auf die Dauer belastend und schädlich sind.

Daher gehören Mittelfußschmerzen (Metatarsalgie) für Frauen zwischen 15 und 50 Jahren zu den häufigsten orthopädischen Beschwerden. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass unabhängig vom Geschlecht bis zu 36% der über 65 jährigen Patienten an Vorfußschmerzen (Metatarsalgie) leiden, die Ihren Bewegungsradius stark einschränken.

Vorfußschmerzen können zahlreiche Ursachen haben - von Fehlstellungen des Fußes, Stoffwechselerkrankungen, Überlastung oder Gefäßerkrankungen.

Fachartikel von Dr. Thomas Schneider zu Morton Neurom

  1. Morton Neurom früh erkennen: Wie diagnostiziert der Fußspezialist? auf Jameda.de
  2. Morton Neurom ohne Nervenamputation behandeln auf Jameda.de

 

Was muß bei der Diagnose des Morton Neuroms ausgeschlossen werden?

  • Stressfrakturen der Zehen
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Gicht (Störung des Harnsäurestoffwechsels)
  • Hallux valgus oder Hammerzehen
  • Entzündung des Mittelfuß-Zehengelenkes
  • Überbeweglichkeit
  • Weichteilschäden und Schleimbeutelentzündung (Bursitis)
  • Warzen, Weichteiltumore

Die möglichen Ursachen müssen genau untersucht werden, denn daraus lässt sich die Behandlungsstrategie ableiten. Da sich mehrere mögliche Ursachen für Vorfußschmerzen überlagern oder gleichzeitig auftreten können können, ist es bei Vorfußschmerzen mit Verdacht auf Morton Neurom stets ratsam, die eingehende Untersuchung bei einem ausgewiesenen Fußspezialisten zu suchen, um Fehlbehandlungen zu vermeiden.

Auch sportliche Belastung oder Balett-Tanzen mit extremer Zehenbelastung gehört zu den Verursachern des Morton Neuroms.

Mittelfußschmerzen treten daher bei Frauen 5 mal häufiger auf als bei Männern. Bei den meisten Patientinnen manifestiert sich das Morton Neurom erstmals zwischen dem 40. und dem 50. Geburtstag. Bei den älteren, über 65 jährigen, Patienten sind dann beide Geschlechter gleich häufig von Vorfußschmerz (Metatarsalgie) betroffen.

 

Wichtige Begriffe und Synonyme

Mortonneurom, Mortonsyndrom, Interdigitale Metatarsalgie, Morton Neurom, Mortonneuralgie, Neuralgie, Vorfussschmerzen, Nerveneinklemmungssyndrom, Einklemmungsneuropathie, Entrapmentsyndrom, Morbus Morton

 

Häufiger Erkrankungsmechanismus bei Morton Neurom

Themen zu Morton Neurom und Mittelfuß-Schmerzen
© Gelenk-Doktor.de, Dr. Thomas Schneider

Die Nerven im Mittelfuß verlaufen unterhalb der Fußsohle. Beim Tragen hoher Schuhe - vor allem in Verbindung mit Spreizfuß - sind diese Nerven besonderen Druckbelastungen ausgesetzt. Durch den dauerhaften Druck können Nerven chronisch anschwellen - hier grün angefärbt. Diese Anschwellung, die zu vermehrtem Druck und Einklemmung des betroffenen Nerven führt, kann zu Schmerzen, Krämpfen und Gefühlsstörungen (Taubheit) beitragen - den typischen Symptomen des Morton Neuroms. Das Morton Neurom manifestiert sich meist zwischen 3. und 4. Zehe. In 10% aller Fälle von Morton Neurom treten diese Beschwerden beidseitig auf. Eine Morton'sche Neuralgie, bzw. das Schmerzmuster kann der Orthopäde bei der manuellen Untersuchung durch gleichzeitigen Druck knapp hinter den Mittelfussköpfchen von ober- und unterhalb des Fusses hervorrufen, (bi-digitale Kompression, Mulder’s click).

Themen zu Morton Neurom und Mittelfuß-Schmerzen
Röntgenbild eines Fußes in High-Heels: Die Belastung des Vorfusses ist enorm. Wenn das vordere Fußgewölbe durch den hohen Druck nachgibt, spricht man von einem Spreizfuß

Anfällig für Mortons Neurom sind nicht nur Frauen mittleren Alters, als Opfer der Schuhmode mit resultierender hoher Vorfußbelastung. Auch Fehlstellungen des Fußes mit hoher Belastung der Zehenwurzelknochen, Änderungen oder Verhärtungen des Bindegwebes zwischen den Zehen (z.B. durch plantare Keratosen) führen zu einem erhöhten Druck auf die zwischen den Zehenknochen verlaufenden Nervenfasern.

Überlastung durch hohe Trainingsleistung bei Läufern können zu den stechenden Schmerzen des Morton Neuroms führen.

 

Entstehung des Morton Neuroms und Erkrankungsmechanismus

Video mit freundlicher Genehmigung von Youtube

Mikroskopische Untersuchungen zeigen, daß das Morton Neurom keine Entzündung ist; auch kein Tumor. Das Morton Neurom ist eine klassische Einklemmungs-Neuropathie. Alle Symptome des Morton Neuroms - Schmerzen, Brennen, Taubheit - entstehen durch die mechanische Einklemmung des Nerven, der dabei aber selbst nicht verletzt wird. Die anatomischen Folgen - Schwellung des Nerven zum Morton Neurom - sind lediglich Folgen dieser Einklemmung. Daher kann auch bereits eine Verminderung des Drucks auf das Morton Neurom durch operative Lösung der Bindegebe zwischen den Zehen zur Beseitigung des Syndroms beitragen.

 

Welche Symptome sprechen für die Diagnose des Morton Neuroms?

Symptome eines Morton Neuroms

  • Prickeln oder "Ameisenlaufen"
  • In die Zehen ausstrahlender Schmerz
  • Belastungsabhängiger Schmerz
  • Schmerz lässt nachdem Schuhe ausziehen sofort nach
  • Stechender Schmerz
  • Taubheit
  • Gefühlsstörungen

Die Symptome im Zusammenhang mit Nervensyndromen sind vielfältig, oft widersprüchlich, und stellen besondere Anforderungen an die Diagnose.

Schmerzen im Vorderfuß und in einzelnen Zehen lassen den Fußspezialisten an das Morton Neurom denken.

Die Qualität des Schmerzes wird oft als stechend oder brennend beschrieben. Doch kann das Morton Neurom auch mit Krämpfen assoziiert sein.

Neben Schmerzen kann - ähnlich wie beim Karpaltunnelsyndrom - auch fortschreitende Taubheit und Gefühlsstörung im Fuß zu den Symptomen gehören. Andere Patienten beschrieben das Gefühl, mit einer Murmel im Schuh zu gehen. Ein deutlicher Hinweis auf das Morton Neurom ist dann gegeben, wenn durch Fußmassage der Schmerz recht schnell nachlässt

    Diese Symptome gehören nicht zu einem Morton Neurom

    • Belastungsunabhängiger Vorfuß-Schmerz (Ruheschmerz)
    • Anlaufschmerzen zu Beginn einer Belastungsphase
    • Nächtlicher Vorfuß-Schmerz

Die Schmerzen treten anfallartig für Minuten oder Stunden auf, mit unterschiedlichen Zeitabständen - Wochen oder Monaten - zwischen den Schüben. Im Verlauf treten diese Schübe aber immer häufiger auf.

Ausschlußgründe für das Morton Neurom sind Ruheschmerzen oder "Anlaufschmerzen" zu Beginn einer Belastungsphase: Wenn die Schmerzen also nachts auftreten oder unabhängig von Belastung, muß an andere Krankeitsursachen gedacht werden

 

2. Wie kann der Arzt das Morton Neurom untersuchen?

Verlauf der Nerven an der Fußsohle
Anatomische Abbildung des Nervenverlaufes an der Fußsohle: Druck auf dem mittleren Nerven führt zu einem Schmerzsysndrom: Dem Morton Neurom © Grays-Anatomy

Das Morton Neurom tritt oft zusammen mit einem Spreizfuß - dem abgesenkten Quergewölbe - auf. Erst diese Änderung der Belastungslinien durch Spreizfuß führt zur stetigen Reizung des direkt unter der Fußsohle verlaufenden Nerven.

Ein Spreizfuß deutet direkt auf ein Morton Neurom hin. Ein Hinweis auf einen fortgeschrittenen Spreizfuß: Durch die Überlastung der Mittelfußköpfchen entsteht an Fußsohle eine starke Schwielenbildung.

Eine podometrische Untersuchung - elektronische Messung des Fußdruckes - gibt stets sehr deutliche Hinweise auf die Krankheitsursache bei Mittelfußschmerzen.

Die aus der mechanischen Reizung resultierende Nervenverdickung kann durch den Fußspezialisten auch direkt ertastet werden.

Patientenbefragung und direkte körperliche Untersuchung stehen daher im Mittelpunkt der Diagnose.

Ich frage meine Patientinnen oft danach, ob die Schmerzen besser werden, wenn Sie die Schuhe ausziehen: Dann haben wir schon einen sehr starken Hinweis auf das Morton Neurom als Ursache der Mittelfußschmerzen.

Wenn all diese diese Anzeichen für das Morton Neurom sprechen, kann zuletzt der direkte Nachweis durchgeführt werden, um die Diagnose zu sichern: Wenn nach Injektion des entzündeten Nerven mit einem Betäubungsmittel die Beschwerden sofort verschwinden, war der Nerv mit Sicherheit die Ursache.

Eine apparative Untersuchungen durch Röntgen, Kernspin oder Ultraschall dient hier vor allem dem Ausschluß anderer möglicher Krankheitsursachen. Die Diagnose erfolgt auf der Grundlage der klinischen Erfahrung des Fußspezialisten. Mit MRT kann ein Morton Neurom direkt bestätigt werden.

 

Fall 1: Ein typischer Fall des Morton Neuroms

Eine Patientin (41) suchte unsere Klinik wegen regelmässig auftretender stechender Schmerzen im Mittelfußbereich auf. Zeitweise waren die Schmerzen so stark, daß sie nicht mehr in Schuhen gehen konnte. Nach dem Ausziehen der Schuhe wurden die Beschwerden sofort besser.

Die klinische Untersuchung zeigte keine erkennbare Fehlstellungen der Zehen. Im dritten Zehenzwischenraum konnte der Orthopäde durch Fingerdruck starke Schmerzen hervorrufen.

Die Oberflächen-Elektromyographie misst die elektrische Muskelaktivität einer erkrankten Körperregion. Hierzu werden Elektroden auf die Haut über die betroffene Stelle geklebt.
Weiterlesen zu Elektromyografie

Eine Elektromyographie (Elektrische Messung der Muskelaktivität) konnte zeigen, daß der 3. Zehennerv beteiligt ist: das ist ein typisches Zeichen für das Morton Neurom.

Die Patientin konnte durch eine operative Lösung der Bindegewebshülle zwischen dem 3. und dem 4. Zehen behandelt werden. Der Druck auf den Nerven nahm ab. Die Symptome des Morton Neuroms waren beseitigt. Nach 4 Monaten konnte der Orthopäde mit EMG wieder normale Nervenaktivität messen. Die schmerzhafte Drucksituation (Metatarsalgie) als Auslöser des Morton Neuroms war durch die Bindegewebsoperation dauerhaft beseitigt. Sensibilität und Belastbarkeit des Mittelfusses war wieder normal.

 

3. Wie kann der Arzt das Morton Neurom behandeln?

Behandlungsmethoden

  • Entlastung durch weite, flache Schuhe
  • Stützende Einlagen
  • Kältetherapie
  • Ultraschall
  • Cortison-Injektionen
  • Injektion mit Anaesthetika
  • Fuß-Massagen

Das Morton Neurom wird vorwiegend konservativ behandelt. Der einfache Wechsel zu weiten, bequemen Schuhen mit viel Platz für die Zehen mildert die Symptome bereits in vielen Fällen. Durch stützende Einlagen kann das Fußgewölbe wieder entlastet und unterstützt werden. Das nimmt Druck von den eingeklemmten Nerven. Zu den weiteren Behandlungsmöglichkeiten gehört ein Spektrum an medikamentösen und physikalischen Behandlungsmöglichkeiten. Operationen sind meist nur bei fortgeschrittener Morton Neurom Entwicklung erforderlich. Bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung genügen konservative Methoden und das Tragen gesunder Schuhe für die dauerhafte Behebung. In Studien wurde gezeigt, dass in etwa 50% aller Fälle die Verhaltensanpassung und die konservative Behandlung ausreicht, um ein Morton Neurom dauerhaft abzuheilen.

 

Operation des Morton Neuroms - wann wird operiert?

Ein Morton Neurom wird erst dann operiert, wenn alle konservativen Behandlungsmethoden ausgeschöpft sind. Dabei sind nicht alle konservativen Behandlungsmethoden nebenwirkungsfrei. Die Cortison Injektionstherapie wird oft mit einer dauerhaften Verminderung des schützenden Fettpolsters an der Fußsohle in Verbindung gebracht. Diese Reduktion des Fettpolsters ist seinerseits ein Risikofaktor für das Fortschreiten des Morton Neuroms, weil die Belastung des Plantarnerven erhöht wird.

Für die Operation des Morton Neuroms gibt es 2 Ansätze.

1. OP-Methode: Einfache operative Entlastung durch Dekompression des Morton Neuroms

Ähnlich wie beim Karpaltunnelsyndrom am Handgelenk kann durch Öffnung des Bindegewebes eine Druckentlastung des Nervs durchgeführt werden: durch eine Durchtrennung bindegewebiger Strukturen kann der Druck auf das Nervenbündel im Zehenzwischenraum dauerhaft reduziert werden (Dekompression). Diese mechanische Dekompression ist die operative Methode, die am ehesten dem bekannten Erkrankungsmechanismus des Morton Neuroms als einfacher Einklemmungs-Neuropathie gerecht wird. Zusätzlich können zwei dem Morton Neurom benachbarte Mittelfussknochen umgestellt werden (Umstellungsosteotomie) um den Durchlass für den Nerven zu vergrössern.

 

Fuß nach Dekompressions - Operation des Morton Neuroms. Durch die drei kleinen Schnitte wird das Bindegewebe entspannt und der Platz des Nerven zwischen den Mittelfußknochen vergrössert.
Fuß nach Dekompressions - Operation des Morton Neuroms. Dieses schonende Verfahren kommt mit kleinsten Schnitten aus. In Deutschland wird es nur von wenigen Fuß-Spezialisten beherrscht. © Gelenk-Doktor.de

Wenn Verhaltensanpassung und konservative Therapie mit Einlagen und Spritzen über Monate und Jahre keine Besserung der Mittelfußschmerzen bringen, wird eine Operation des Morton Neuroms in Betracht gezogen.

Bei der Dekompression oder Neurolyse des Morton Syndroms wird durch Spaltung eines Bandes (Ligament) zwischen den Zehen der Druck auf den Nerven dauerhaft vermindert. Zusätzlich können zwei dem Morton Neurom benachbarte Mittelfussknochen schmaler gemacht werden um den Durchlass für den Nerven zu vergrössern. Das normale Gefühl und Sensibilität in den Zehen bleibt bei dieser Operationsmethode erhalten.

 

Durch die drei kleinen Schnitte wird das Bindegewebe entspannt und der Platz des Nerven zwischen den Mittelfußknochen vergrössert.

Diese sehr schonende, minimalinvasive Operationsmethode kommt mit kleinsten Schnitten aus. Sie kann die Einklemmungs-Neuropathie, die das Morton Neurom auslöst, dauerhaft beheben. Dieses sehr schonende Verfahren zur Operation des Morton Neuroms wird in Deutschland bisher nur von wenigen Fuß und Sprunggelenks-Chirurgen angeboten.

 

Häufige Fragen zur Dekompression bei Morton Neurom

  1. Wo wird die Dekompression ohne Nervenamputation bei Morton Neurom angeboten?
    Diese Operation wird von der Gelenk-Klinik Freiburg für Patienten und Patientinnen stationär durchgeführt.
  2. Wann kann ich nach der OP wieder heimreisen?
    Nach 2 Tagen können die Patienten die Heimreise mit einem speziellen Vorfußentlastungsschuh antreten, der für 2-3 Wochen getragen werden kann.
  3. Wie wird bei reisenden Patienten die Nachbehandlung durchgeführt?
    Die Nachbehandlung, Verbandswechsel und Faden entfernen können dann wohnortnah durchgeführt werden. Ein genaues nachbehandlungsschema wird mit dem Arztbrief mitgegeben. In der Regel fallen nur Verbandswechsel an, die die Patienten selbst durchführen können.
  4. Können Sie mir einen Arzt in Wohnortnähe empfehlen, der Dekompression bei Morton Neurom beherrscht?
    Wir bekommen sehr häufig E-Mail-Anfragen von Patientinnen, welcher Arzt in Ihrer Wohnort-Nähe dieses Dekompressionsverfahren an Stelle der Nervenamputation anwendet. Leider kennen wir weder die Spezialisierung noch die Erfahrung der Ärzte in anderen Regionen, so dass wir bei diesen Anfragen nicht helfen können.

 

 

2. OP-Methode bei Morton Neurom: Entfernung - Neuroektomie - des veränderten Nervengewebes

Bei der operativen Entfernung des geschwollenen Nervenbündels, der Neuroektomie des Morton Neuroms werden die krankhaft veränderten Nervenäste im Zehenbereich und im Mittelfußbereich einfach entfernt. Das kann zur Folge haben, daß der 3. und 4. Zeh zwar nicht mehr schmerzen, aber dauerhaft taub bleiben.

In einigen Fällen kann der verbleibende Nervenstumpf weiterhin unter Druck sein und schmerzhaft bleiben, so dass durch die Neurektomie dann nichts gewonnen ist.

Daher ist die weit verbreitete Neuroektomie nicht mehr unsere operative Methode der ersten Wahl.

Nach Beendigung der Operation wird die Wunde - Mittelfußbänder und Haut - wieder schichtweise verschlossen. Der Fuß wird zum Schluss elastisch gewickelt

 

Welche Nachbehandlung ist nach der Operation des Morton Neuroms erforderlich?

  • Bis zur gesicherten Wundheilung - etwa 3 Wochen - sollte lediglich eine Teilbelastung des operierten Fußes erfolgen.
  • Nach der OP wird zunächst ein spezieller Vorfußentlastungsschuh getragen
  • Jede stärkere Belastung oder Abrollen des Fußes sollte für 2 Monate vermieden werden.
  • Nach 3 Wochen kann wieder ein normaler Straßenschuh getragen werden.
  • Schuhe sollten eine harte Sohle haben und weit geschnitten sein.
  • Schnürsenkel sollten ein gutes Anpassen des Schuhs erlauben

Amputation des geschwollenen Nerven - die Neuroektomie des Morton Neuroms

Als zweite Behandlungsmöglichkeit kann eine Neuroektomie durchgeführt werden: Dabei wird des erkrankte Nervengewebe einfach entfernt.

Hier steht dem Orthopäden der Zugang von der Fußsohle (plantar) her offen: wegen längerer Heilungszeit und späterer Vollbelastung sowie einer dauerhaften Schwächung des Fußes durch Narbenbildung an der Fußsohle ist der Zugang von unten zwar direkt, aber auch mit Nachteilen verbunden.

Es gibt auch den Zugang zum Operationsgebiet von oben (dorsal). Hier muss der Operateur aber alle Bindegewebe des Fußes bis zum an der Sohle gelegenen Nerven öffnen. Der Patient kann im Vergleich zur Neurektomie von unten zwar früher wieder belasten. Aber alle tiefliegenden Bindegewebe müssen durchtrennt und wieder vernäht werden.

Auch nach Neuroektomie kann die Amputationsstelle des entfernten Nerven wieder schmerzhafte Symptome des Morton Neuroms entwickeln.

Eine Revisionsoperation kann dann erforderlich sein. Weil in aller Regel das Nervengewebe nicht selbst erkrankt ist, sondern nur durch Einklemmung komprimiert wird, ziehen wir die Neuroektomie als Operationsmethode nicht in erster Linie in Betracht.

Die einfache Entlastung - Dekompression - des eingeklemmten Nerven durch Lösung des Bindegewebes ist bei dem Morton Neurom meist hinreichend und führt zu einem wesentlich besseren Zustand des Patienten nach Operation.

 

Fall 2: Morton Neurom im Sportlichen Hochleistungsbereich: Professionelle Balett-Tänzerin

Morton Neurom und Metatarsalgie bei Balett Tänzern
Besondere Anforderungen der Ballett-Tänzer - Stehen en pointe auf Zehenspitzen und Sprünge mit gestrecktem Fuß - können durch sehr hohe Drücke den Mittelfußnerven besonders belasten. Eine Lösung der Nerveneinklemmung durch Lösung des Bandes zwischen den Zehen kann Platz schaffen und das Moron Neurom wieder vermindern. 10 bis 14 Tagen nach dieser Operation ist das Training im Leistungsbereich wieder möglich.

Eine professionelle Tänzerin mit über 10 jähriger Karriere hat Schmerzempfindungen im Mittelfußbereich. Das Morton Neurom machte sich bemerkbar als "Schnappen" der Sehne im Mittelfußbereich.

Dazu kam die schmerzhafte Symptomatik des Morton Neuroms. Ein deutlicher Hinweis auf das Morton Neurom: beim Ausziehen der Schuhe trat sofortige Schmerzerleichterung auf. Diese Hinweise aus der Patientenbefragung und der Anamnese ergaben bereits eine recht klare Diagnose des Morton Neuroms. Die Diagnose wurde schließlich noch durch ein bildgebendes Verfahren bestätigt. Das Morton Neurom wurde abgebildet durch eine Kernspin-Tomographie im Mittelfußbereich.

Die besondere Situation für Ballet-Tänzer und Tänzerinnen aus dem Hochleistungsbereich ist die hohe Belastung der Zehengrundgelenke, vor allem des 2. und 3. Zehengrundgelenks durch den hohen Druck des Tanzens bei gestrecktem Fuß. Dazu kommen wiederkehrende kleine Traumen durch Sprünge und Landungen.

Die Therapie muss diese wiederkehrenden Höchstbelastungen mitberücksichtigen.

Bei der Durchführung einer klassischen Neurektomie - der kompletten Entfernung des geschwollenen Nerven - besteht eine Gefahr einer erneuten Neurombildung im Bereich der Nervenstümpfe. Neurektomien sind zum Teil notwendig, sollten aber der letzte Therapieansatz bleiben.

Zu allererst sollte eine endoskopisch gestützte Lösung des Bandes, das die Mittelfussköpfchen 3 und 4 verbindet (ligamentum intertarseum) in Betracht gezogen werden. Dadurch vermindert sich sofort der Druck, dem der Mittelfußnerv ausgesetzt ist. Das Neurom kann dann bereits abschwellen. Bereits 10-14 Tage nach dem Lösen des Bandes mit modernsten minimalinvasiven Verfahren kann die Trainingsbelastung bereits wieder voll aufgenommen werden. Das ist besonders wichtig für die Patienten mit Morton Neurom aus dem Sport- und Hochleistungsbereich.

Sollte das dauerhaft nicht reichen sollte zusätzlich eine minimalinvasiv durchgeführte Versetzung der Mittelfußknochen weiteren Platz für den Mittelfußnerven unter der Druckbelastung schaffen. Nach Versetzung der Mittelfußknochen ist eine Sportbelastung im Hochleistungsbereich oder Balett-Tanzen erst wieder etwa 5 Monaten nach Operation wieder zu empfehlen.

 

4. Wie sind die Aussichten nach der Behandlung des Morton Neuroms?

Wichtig für die langfristige Fußgesundheit nach Morton-Neurom ist natürlich gesundes Schuhwerk. Das bedeutet: Flache Absätze, Unterstützung für das Quergewölbe im Vorfuß und viel Zehenraum.

Die Wiederkehr des Morton Neuroms kann mit dieser recht einfachen Verhaltensanpassung sehr gut verhindert werden: Tragen Sie so oft wie möglich gesunde Schuhe.

Da High-Heel-Schuhe für viele zum Leben gehören: Tragen Sie regelmäßig unterschiedliche Schuh-Modelle. So können Sie wenigstens die Art der Fehlbelastung variieren. Es gibt also durchaus orthopädische Gründe, sich möglichst oft ein paar schicker neuer Schuhe zu gönnen. Sie vermindern durch Variation der Schuhmodelle die spezifische Belastung des Vorderfusses und beugen dem Morton Neurom vor.

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