Orthopädische Gelenk-Klinik

Orthopädische Gelenk-Klinik EndoProthetikZentrum

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McMinn-Prothese oder Oberflächenersatz: Teilprothese des Hüftgelenks

Teilprothesen für den jüngeren sportlichen Patienten mit hohem Aktivitätsniveau: McMinn- oder Hüftkappen-Prothese

Literatur zur Hüftteilprothese

Synonyme und verwandte Begriffe
künstliches Hüftgelenk, Hüftgelenkstotalendoprothese (HTEP oder HTE), Hüftgelenksprothese, Hüfttotalendoprothese, BHR, McMinn, Birmingham Hip Resurfacing, Kappenprothese, Hüftkappenprothese, Kurzschaftprothese

Der jüngere, oft noch sportlich aktive Patient mit Hüftarthrose war lange Zeit ein Problemfall für die Prothetik. Grund war die begrenzte Haltbarkeit der Hüfttotalendoprothese.

Gerade bei jüngeren Patienten, die auf eine lange Haltbarkeit der Hüftprothese angewiesen sind, ist auf Grund des deutliche höheren Aktivitätsniveaus die Haltbarkeit normaler Hüfttotalendoprothesen vermindert: Nur 80% der jungen Patienten haben nach 10 Jahren noch eine intakte Hüft-TEP. Das ist für die moderne Prothetik kein akzeptabler Wert.

Durch seine gute Gesamtverfassung konnte Landis eine sehr erfolgreiche Rehabilitation durchführen. Landis mußte sein Profikarriere im Radsport nicht aufgeben und ist bis heute im Spitzensport vertreten
Radprofi Floyd Landis: Spitzensportler mit Hüftprothese © Wikimedia.org
Der Radprofi Floyd Landis, Tour de France Teilnehmer, entwickelte nach einem schweren Sturz eine Knochen-Nekrose im Hüftkopf. Im Jahr 2006 unterzog er sich - im Alter von 31 Jahren- einer Hüftprothesen- Operation. Er erhielt eine Teilprothese nach McMinn. Landis fuhr danach wieder über 50 Rennen im Jahr und war danach noch viele Jahre im Spitzensport vertreten.

Ein Verschieben der Hüftprothesenoperation hatte durch die Nebeneffekte lange andauernder Schmerzbehandlung sowie fehlhaltungsbedingter Begleitarthrosen in den anderen Gelenken ebenfalls deutliche Nachteile.

Demgegenüber ist eine Versteifungsoperation der Hüfte - so selten sie durchgeführt wird - zwar stabilisierend und schmerzbefreiend. Doch sind Hüft-Arthrodesen wegen der Störung der natürlichen Motorik ungesund für das Hüftgelenk auf der Gegenseite sowie das Kniegelenk. Wegen der starken Nebenwirkungen für die Motorik sind Hüftversteifungen (Arthrodesen) eigentlich nur bei schweren eitrigen Entzündungen der Hüfte eine Therapie und gehören nicht in das orthopädische Behandlungsspektrum bei Hüftarthrose.

Schema der Implantation einer Hüfttotalendoprothese im Vergleich zur Hüftteilprothese (McMinn-Prothese). Bei der Hüftvollprothese wird Oberschenkelhals und Oberschenkelkopf ganz entfernt, um den Prothesenschaft im Markraum des Oberschenkelknochens verankern zu können. Die Hüftteilprothese erhält den Oberschenkelknochen: lediglich Gelenkpfanne und Oberschenkelkopf werden überkront.

Nach 15-20 Jahren Standzeit der Hüftprothese muss nach derzeitiger Haltbarkeit auf jeden Fall mit einer Prothesenwechseloperation gerechnet werden. Bei älteren Patienten reicht diese Lebensdauer des Implantates meistens für ein Leben ohne Prothesenwechsel. Durch die Implantation der über einen langen Prothesenschaft im Oberschenkelknochen verankerten Hüft-TEP waren aber die Bedingung für eine erneute Implantation verschlechtert.

BHR-Prothese mit poroesere Oberflaeche
Teilprothese der Hüfte: hier ein BHR-McMinn-Prothesen Modell zur Überkronung der Arthrosehüfte © Smith & Nephew

Lange Zeit blieb diese drängende Frage offen: wie kann man einen jungen Patienten, der wegen angeborener Fehlstellung (Hüftdysplasie), Hüftkopfnekrose, nach Unfall oder Verletzung eine schwere Hüftarthrose entwickelt hat, prothetisch versorgen, ohne eine schwierige Prothesenwechseloperation in Kauf zu nehmen?

Der lange Weg der Orthopädie zur knochensparenden Hüftprothese

Bei Zähnen ist das schon längst bekannt: wegen einem kleinen Schaden wird kein Zahn mehr gezogen, sondern gefüllt oder überkront. Dass Prinzip der Überkronung wenden Hüftkappenprothesen oder Teilprothesen (McMinn-Prothesen) bei den Hüftgelenken an.

Hüftkappenprothesen oder McMinn Prothesen sind knochensparende Hüft-Prothesen. Für Menschen Mit Metallallergie gibt es die McMinn-Prothese mit Keramik-Beschichtung
Hüftkappenprothesen oder McMinn Prothesen sind knochensparende Hüft-Prothesen. © Smith & Nephew

Warum den Oberschenkelhals opfern, wenn der Knochen intakt ist und lediglich im Gelenkbereich eine Hüftarthrose vorliegt?

Aus dieser Überlegung heraus wurde in jahrzehntelangen Versuchen mit unterschiedlichen Materialien und Implantationsmethoden schließlich erfolgreich ein zuverlässiges Verfahren zur Konstruktion und Implantation von Hüftteilprothesen entwickelt. Die seit über 15 Jahren erfolgreich als Hüftteilprothese eingesetzte McMinn-Prothese oder BHR-Hüfte (BHR=Birmingham Hip Resurfacing) war das erste weltweit eingesetzte Verfahren zum Hüftoberflächenersatz.

Frühe Versuche einer Hüftkappenprothese mit Metall Polyethylen Gleitpaarung sind in den 70-er Jahren gescheitert. Die Prothesen mussten nach etwa 2 Jahren wegen hohem Abrieb und Instabilität zu Totalendoprothesen revidiert werden.

Materialkunde zur McMinn-Prothese

Die Crom-Molybdän Legierung ist in der Prothetik seit Jahrzehnten eingeführt. Diese Material ist gesundheitlich unbedenklich und nachgewiesenermassen nicht krebserregend. Die Haltbarkeit und Standzeiten gerade bei den Oberflächenersatzprothesen war aber ungenügend. Zwei Entwicklungsschritte brachten hier Abhilfe:
  • Ein besonderes Gussverfahren für die Prothesenschalen führt zu erhöhter Festigkeit
  • Die Befestigung der Prothese in der Gelenkpfanne durch das kombinierte Press-Fit Verfahren und das Einwachsen der Prothese ermöglicht lange Standzeiten

Nach intensiver Entwicklung und Forschung hat sich in den 90-er Jahren eine COCrMo-Legierung (Cobalt, Chrom, Molybdän) in einem besonderen Herstellungsprozess als besonders haltbar und abriebfest durchgesetzt.

Erst durch diese Materialentwicklung wurde die Operation der Hüftteilprothese ermöglicht. Dennoch ist die Frage der erhöhten Metallbelastung des Körpers immer im Auge zu behalten. Metallallergie und Niereninsuffizienz, d.h. Störungen beim Ausscheiden von Metallionen sind noch immer Gründe, auf diese Hüftteilprothese zu verzichten.

Checkliste Hüftteilprothese: Wem kann eine Hüftteilprothese helfen?

  • Patienten mit fortgeschrittener Hüftarthrose (Coxarthrose)
  • Junge Patienten mit Knochennekrose (Absterben des Knochens nach Durchblutungsstörung) im Oberschenkelkopf
  • Patienten mit unfallbedingter Hüftarthrose, die für eine arthroskopische Hüftoperation (Hüftarthroskopie) zu weit fortgeschritten ist
  • Patienten, die eine Hüftarthrose wegen Fehlstellungen oder Hüftdysplasie erworben haben
  • Patienten mit CAM-Impingements, bei denen die Hüftarthrose wegen der Formstörung zu weit fortgeschritten war.
  • Bei extremen Formveränderungen oder Störungen des Oberschenkelkopfes könnte eine BMHR -Prothese mit Stilbefestigung angezeigt sein. Neben der Überkronung kommt die BMHR Prothese dann zum Einsatz, wenn die Knochenstabilität für eine reine Überkronung nicht mehr ausreicht.

Wie sind die Behandlungsergebnisse und Langzeitprognosen bei der Hüftkappenprothese?

Studien der McMinn-Prothese
Die in der Gelenk Klinik ausschliesslich verwendete Birmingham-Hüfte (BHR) wurde weltweit bereits bei 145.000 Patienten eingesetzt. Über die Endoprothesenregister vieler Länder (u.a. England und Australien) können wir die Haltbarkeit und Verträglichkeit der BHR-Prothesen sehr gut nachverfolgen. Im Einzelnen ergeben sich folgende Daten zur Haltbarkeit der McMinn-Prothese:Literaturangaben zur McMinn Prothese (BHR)

Die Hüftteilprothese kann durch Bewahrung des natürlichen Schenkelhalsknochens die natürliche Beweglichkeit der Hüfte sicher stellen. Im Vergleich zu Hüfttotalendoprothesen ist die Luxationsgefahr wesentlich geringer. Patienten mit Hüftkappenprothese haben im Durchschnitt eine fast normale (90%-94%) Hüftfunktion (gemessen am Harris Hip-Score) . Viele Patienten vergessen auf Grund der normalen Motorik und Sensibilität der Hüfte mit Teilprothese im Alltag, dass sie eine Hüftteilprothese haben ("forgotten hip").

Ausgehend von diesen guten Erfahrungen werden in der Gelenk Klinik inzwischen 60% aller Hüftpatienten mit Prothesenindikation mit Hüftteilprothesen versorgt. Weltweit kommt die Hüftteilprothese erst bei 5% aller Hüftprothesen-Patienten zum Einsatz.

Welchen Risiko-Status hat die Hüftteilprothese (McMinn-Prothese) in der Medizin?

Erfolgsraten der McMinn-Prothese nach 5 Jahren

Nach einer Untersuchung an über 1000 Patienten mit McMinn-Prothese waren nach 5 Jahren noch 95,2 % der McMinn-Prothesen intakt. In keinem Fall hat sich eine Pfannenkomponente gelöst. Zehn der 1000 McMinn-Prothesen wurden nach Oberschenkelhalsbruch zu Hüft-TEPs konvertiert. 20 McMinn-Prothesen wurden nach Ablösung der Oberschenkelkomponente revidiert. Zwei Fälle von Prothesen-Infektion traten auf. Der wichtigste Risikofaktor war ein hoher Bodymassindex. Schlanke Patienten haben weniger Komplikationen mit McMinn-Hüftprothesen.

Literaturangabe

Die Operationsmethode bei McMinn-Prothesen ist sehr anspruchsvoll. In den meisten Krankenhäusern gehört die Hüft-Teilprothese daher noch nicht zur Standardversorgung bei der Hüftarthrose des jungen Patienten. Spezialisierte Hüftchirurgen haben bei der Hüftkappenprothese jedoch eine ebenso hohe Erfolgsrate wie bei der Hüft-TEP. Langzeitstudien zur Teilprothese mit Daten von über 10 Jahren (ca. 3.000 Patienten) haben eine gute Haltbarkeit der Teilprothesen gezeigt. Die Ergebnisse von tausenden von Hüftteilprothesen auch in Deutschland sind bisher überzeugend. Die wissenschaftliche Überwachung der Teilprothesen hat bisher kein grundsätzliches Problem der McMinn-Prothese oder Hüftteilprothese gezeigt.

Hüftkappenprothesen oder McMinn Prothesen sind knochensparende Hüft-Prothesen. Für Menschen Mit Metallallergie gibt es die McMinn-Prothese mit Keramik-Beschichtung
Bewährte Fertigungsverfahren und gute operative Einpassung der Gelenkpfanne in die Gelenkpfanne wurde eine gute primär Stabilität gewährleistet (Pressfit-Verfahren). Die poröse Oberfläche erlaubt ein natürliches Einwachsen des natürlichen Knochens in die Oberfläche der Prothese: Das gewährleistet die langfristige Stabilität. Hier am Beispiel der BMHR Prothese die zusätzlich zur Überkronung noch eine Stiftbefestigung im Oberschenkelkopf ermöglicht. In der Abbildung ist eine Variante der McMinn-prothese zu sehen: Das BMHR-Modell mit einem Stil an dem oberschenkelseitigen (femoralen) Anteil der Prothese. Man verwendet diese Form der Teilprothese bei vorhandenen Schädigungen des Oberschenkelkopfes, z.B. Knochenzysten oder Nekrosen © Smith & Nephew

Die Hüftteilprothese hat aber im Vergleich zur überaus gut dokumentierten Hüftvollprothese trotz dieser recht der starken wissenschaftlichen Absicherung in der Medizin noch den Status eines innovativen Verfahrens. Hüftteilprothesen werden noch nicht als Behandlungsstandard bei jungen Hüftarthrosepatienten empfohlen.

Wenn der Patient nicht ausdrücklich auf einer Behandlung mit Hüftteilprothese (McMinnprothese) besteht und sich einen entsprechenden Spezialisten sucht, der sich bei Teilprothesen seiner Sache sicher ist, gehören Vollprothesen immer noch zum Versorgungsstandard. Die Studienlage ist im Bereich der Standard-Hüftprothese wegen der hohen Fallzahlen wesentlich ausgereifter. Daher werden wir die Hüftkappenprothese Patienten mit Hüftarthrose nur empfehlen, wenn seine medizinischen Vorteile ganz eindeutig dieses erhöhte Risiko rechtfertigen.

Checkliste: Wann ist eine Hüftteilprothese nach McMinn nicht möglich?

  • Patienten werden derzeit nur mit Teilprothese behandelt, wenn sie jünger als 65 Jahre sind (Männer) bzw. jünger als 55 (Frauen). Revisionsvorteile ("Rückzugsmöglichkeiten") werden für ältere Patienten nicht angenommen.
  • Nicht ausreichende Knochendichte. Betagte Patienten sowie Patienten mit Osteoporose sind nicht geeignet.
  • Die Knochenstabilität sollte nicht durch Nekrosen oder Zysten beeinrächtigt sein. Grundsätzlich sollte mindestens 70% des Hüftkopfes von Knochensubstanzdefekten unbeeinträchtigt sein.
  • Starke Beinlängendifferenzen sollten nicht vorhanden sein, weil man diese durch eine Teilprothese nicht korrigieren kann.
  • Frauen sollten nicht mehr im gebährfähigen Alter sein, weil der Einfluss der Metallbelastung auf die Embryonalentwicklung nicht geklärt ist.
  • Es sollte keine Metallallergie oder Metallsensibilität bekannt sein.
  • Die Nieren sollten gesund sein und eine normale Leistung aufweisen, um Metallionen sicher ausscheiden zu können. Niereninsuffizienz ist eine Gegenanzeige
  • Bei starken Formveränderungen des Oberschenkelkopfs oder Gelenkpfannen besteht eine relative Gegenanzeige, aber eine BMHR-Teilprothese mit Stilbefestigung kann hier dennoch angezeigt sein.
  • Metallallergien können die Verträglichkeit der Metall - Metall - Gleitpaarung herabsetzen

Gründe für die Hüftprothese des jüngeren Patienten: Unfälle oder angeborene Fehlstellungen (Dysplasie)

Der jüngere Patient benötigt seine Prothese oft nach Unfall oder wegen einer HüftdFysplasie (einer angeborenen Fehlstellung). Dieser Patient hat eine hohes Aktivitätsniveau - er will sich auch sportlich betätigen. An seiner postoperativen Rehabilitation kann er durch seine gute Gesamtverfassung tatkräftig mitwirken. Seine Knochen sind stabil.

Diesem Patienten kann man eine Teilprothese nach McMinn empfehlen - eine sogenannte Hüftkappenprothese. Dabei wird die Gelenkpfanne im Beckenknochen durch eine künstliche Gelenkpfanne ersetzt. Der Oberschenkelknochen bleibt vollständig erhalten: lediglich der Oberschenkelkopf wird mit Metall überzogen. Bänder und Muskeln bleiben intakt und führen das Hüftgelenk unter Beibehaltung der natürlichen Bewegungssensibilität.

Bewegliche Hüfte mit McMinn Prothese (Hüftkappenprothese)

Checkliste: Vorteile der McMinn-Prothese im Vergleich zur Hüft-TEP

  • Hüftkopf des Oberschenkels bleibt erhalten
  • Einstellung der Beinlänge nicht erforderlich
  • Stabile Metall - Metall Gleitpaarung zwischen Gelenkpfanne und Gelenkkopf
  • Ersatz des Knorpels (der Gleitfunktion des Gelenks)
  • Gesunder Oberschenkelknochen wird bei der Hüftteilprothese (McMinn) nicht geopfert
  • Korrektur der Belastungslinie bei Fehlstellungen (Hüftdysplasie) möglich
  • Weniger Embolien bei der Operation, weil der Markraum des Knochens nicht geöffnet wird.
  • Erhalt der natürlichen anatomischen Verhältnisse
  • Gute Ausgangsposition wenn Prothesenwechsel (Revisionen) erforderlich sind
  • Erhalt des Bewegungsgefühls bei sehr guter Sportfähigkeit
  • Durchschnittlich über 90% der natürlichen Hüftbeweglichkeit (Harris Hip Score)
  • Deutlich geringere Luxationsrate (Auskugelung des Gelenks) bei McMinn Prothese im Vergleich zu Hüft-TEP
  • Sehr gute Beweglichkeit bei der Versorgung von Hüftdysplasie-Patienten

Die Teilprothese des Hüftgelenks nach McMinn ist daher ein recht neuer, vor über 15 Jahren erfolgreich eingeführter Prothesentyp. Die bisherigen Erfahrungen sind sehr ermutigend. Die Lebensqualität der Patienten ist sehr gut. Der Bewegungsspielraum ist wie bei einer natürlichen Hüfte. Viele Patienten vergessen sogar, daß sie eine künstliche Hüfte haben ("forgotten hip syndrome"). Der spätere "Rückzug" auf eine konventionelle Totalendoprothese, die dann auch auch den Oberschenkelknochen teilweise ersetzt - eine sogenannte Hüfttotalendoprothese - ist nach der Operation einer McMinn-Prothese, in 15 oder 20 Jahren, jederzeit möglich, sollte die medizinische Notwendigkeit auftreten.

Checkliste: Risiken der McMinn-Prothese im Vergleich zur Hüft-TEP

  • Weniger bewährte Prothesenmodelle
  • Geringere klinische Erfahrungen
  • Keine Langzeittests über mehrere Jahrzehnte
  • Höhere Rate an Oberschenkelhalsbrüchen nach Operation
  • Mehr Metallabrieb
  • Höhere Rate an Prothesenlockerungen
  • Höhere Komplikationsrate vor allem bei Frauen
  • Höhere Komplikationsrate bei kleinen natürlichen Oberschenkelköpfen (Femurköpfen)
  • Mehr Prothesengeräusche (Prothesenklicken)

    Weil sich künstliche Hüftgelenke - ebenso wie natürliche Hüftgelenke - durch Gebrauch abnutzen, hat der junge Patient mit einem Oberflächenersatz nach McMinn bei fast vollständigem Erhalt seiner natürlichen Knochensubstanz zunächst Zeit gewonnen. Man spricht in diesem Zusammenhang von einem knochensparenden Eingriff am Hüftgelenk, weil bei der McMinn-Prothese der Hüfte kein Teil des Oberschenkelknochens geopfert werden muß: Die Zeitdauer, die er in seinem Leben nach einer möglichen Prothesen-Wechseloperation - in 15 oder 20 Jahren - eine Vollprothese (Hüfttotalendoprothese oder Hüft-TEP) tragen muß, ist deutlich reduziert. Durch die knochensparende Teilprothese der Hüfte bleibt auch zukünftig für den Patienten und seinen Arzt erheblicher Spielraum für weitere Therapieentscheidungen.

    Mögliche Komplikationen bei der Operation der Hüftteilprothese

    Komplikationen und Risiken der Hüftteilprothese

    Dabei ist zu beachten, dass die Gesamtrate an Komplikationen bei Hüft-TEP und McMinn-Prothesen nicht unterschiedlich sind, wohl aber die Verteilung bestimmter Komplikationen.
    • Aseptische Lockerung der femoralen (Oberschenkel) Komponente.
    • Insgesamt ist das Revisionsrisiko bei Frauen mit McMinn fast dreifach höher als bei Männern.
    • Oberschenkelhalsbruch
    • Starker Metallabrieb
    • Metallionenbelastung
    • Infektion während der Operation
    • Verfrühte Lockerung der Prothese
    Fast alle Komplikationsmöglichkeiten bei der Operation der McMinn-Prothese gehen mit zunehmender Erfahrung des Operateurs deutlich zurück. Optimal ist eine Erfahrung von c.a. 50 Operationen im Jahr.

    Die neueste Generation der Hüftteilprothesen hat sich sehr schnell verbreitet. Ein Grund war - neben guten Behandlungsergebnissen - die starke Beteiligung der Öffentlichkeit. Die Ansprüche der heutigen Generation älterer Patienten an Ihre prothetische Versorgung und nachfolgende Lebensqualität sind deutlich gewachsen.

    Doch gibt es auch unerwünschte klinische Ergebnisse der Operation der Hüftteilprothese. Etwa 1,5% alle Patienten hatten Schenkelhalsfrakturen in der Folge Ihrer Hüftteilprothese.

    Eine weitere Folge der ist die aseptische Lockerung der Hüft-Teilprothese

    Risikoprofil der McMinn-Prothese

    Wenn man die Risiken verschiedener Prothesenverfahren - analog zu Geld-Anlagemodellen in Risikoklassen von 1 (fast kein Risiko) bis 5 (hohes Risiko) aufteilt, kommt man zu folgender Aufschlüsselung. Daraus ergibt sich, daß dem höheren risikoprofil der McMinn-Prothesen derzeit noch wesentlich höhere Erwartungen an die Qualität der Prothesenversorgung entgegenstehen müssen, um die Entscheidung für diesen Typ zu rechtfertigen.
    • Risikoklasse 1: Standard Hüft-TEP mit Zementbefestigung des Stiels
    • Risikoklasse 1,5: Hüft-TEP, zementfreier Stiel mit zementfreier Pfannenbefestigung
    • Risikoklasse 3,5: McMinn-Prothese mit bewährten, seit 15 Jahren eingeführten Metallurgien
    • Risikoklasse 4-5: Neuere McMinn-Prothesenmodelle, die metallurgisch nicht erprobt sind

    Infektionen bei der Hüft-Teilpropthese ist im Vergleich zur Hüftvollprothese nicht erhöht.

    Sie werden in 1-2% der Fälle beobachtet. Auch hier ist neben strenger Auswahl der geeigneten Patienten das Qualitätsmanagement der operierenden Klinik und die Erfahrung der behandelnden Operateure ausschlaggebend.

    Diese sind häufig auf fehlerhafte Platzierung durch unerfahrene Chirurgen zurückzuführen. Ein weiterer Erfolgsfaktor für die Operation der Hüftteilprothese ist auch die genaue Indikationsstellung: bei den Gegenanzeigen sollten Arzt und Patient besonders kritisch vorgehen. Die McMinn-Prothese sollte wirklich nur dann gewählt werden, wenn der medizinische Nutzen gegeben ist und die Gegenanzeigen genau beachtet wurden.

    Aber auch bei der Auswahl der Patienten und der Bestimmung der Gegenanzeigen liegen auf Grund der relativen Modernität der Hüftteilprothesen auch dem Spezialisten nicht die Erfahrungswerte vor, die bei der Hüftvollprothese mit 200.000 Operationen im Jahr bereits gegeben sind.

    Den eindeutigen Vorteilen der Hüftteilprothese stehen also auch ganz eindeutige Risiken entgegen. Für Arzt und Patient ist das ein gemeinsam zu beschreitender Weg: Die eindeutigen Chancen müssen gegen die ebenso eindeutig vorhandenen Risiken der McMinn Prothese in die Waagschale gelegt werden.

    Rehabilitation und Nachsorge des McMinn Patienten nach der Operation der Hüft-Teilprothese

    Darauf kommt es in den ersten 8 Wochen nach der OP an

    • Draußen aus Sicherheitsgründen 2 Gehstöcke verwenden
    • Drinnen aus Sicherheitsgründen 1 Gehstütze verwenden, bis das Sicherheitsgefühl da ist
    • Treppen werden eine Stufe pro Schritt hinauf und hinuntergangen
    • Das nicht operierte Bein geht beim Treppenaufwärtsgehen voran
    • Das operierte Bein geht voran, wenn treppab gegangen wird
    • Langes Stehen ist zu vermeiden (Schwellungsgefahr)
    • Ein wenig Bewegung genügt
    • Im Auto immer vorne sitzen und den Sitz soweit wie möglich nach hinten verstellen (Beinraum vergrössern)
    • Einsteigen ins Auto: von außen auf der Straße stehend im rechten Winkel zur Fahrtrichtung zunächst auf den Sitz. Dann die Beine gleichzeitig in das Auto schwingen - also nicht mit abgespreiztem Bein einsteigen.
    • Bei längeren Autofahrten sind regelmäßige Pausen erforderlich

    Das Ziel der Physiotherapie und Nachsorge nach Operation der McMinn-Prothese ist die möglichst schnelle Stabilisierung des Patienten im Alltag. Der Patient wird nach minimalinvasiver Operation der McMinn-Prothese am 6. Tag nach OP aus dem Krankenhaus entlassen. Die Verhaltensanweisungen nach McMinn sind nicht so streng, wie nach Hüft-TEP, weil die Luxationsgefahr des Hüftgelenks bei Operation einer Hüftteilprothese wesentlich geringer ist, als nach Vollprothese.

    Die Gefahr von Embolien nach Operation ist wesentlich geringer, also bei Hüft-TEP, weil der Markraum des Oberschenkelknochens nicht geöffnet wird. Dennoch bleiben während der ersten beiden Monate nach Operation die üblichen Vorsichtsmaßnahmen bestehen: die Hüfte mit neuer Prothese sollte nicht über 90 Grad gebeugt werden. Kreuzen des Beines über die Körpermitte sowie Abspreizen der Hüfte nach außen sollte ebenfalls vermieden werden.

    Drei Monate nach McMinn-Operation kann der Patient zu sportlichen Aktivitäten zurückkehren (Laufen, Radfahren, Schwimmen). Kontaktsportarten sollten nicht vor dem 6.Monat nach Operation ausgeübt werden.

    Keramik-Keramik und Keramik-Metall-Hüftprothesen

    Sehr abriebarm und widerstandsfähig sind Keramik-Keramik-Gleitpaarungen in Hüftprothesen. Bei nachgewiesener Metallallergie kommen Keramik Gleitpaarungen zum Einsatz. Diese Keramik-Hüften sind mit einer TiNNi Keramik beschichtet. Dieser Keramikmantel vermindert die Freigabe vom Metallen und damit die allergische Reaktion. Während Keramikprothesen zwar sehr abriebfest und nichtallergisch sind, haben sie bei höheren Kosten anders als Metall auf Metall und Metall PET-Hüften eine höhere Bruchgefahr. Keramikprothesen kommen daher anstelle der bruchsicheren Gleitpaarungen nur bei erwiesener Indikation zum Einsatz.

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    Dr. Martin Rinio
    Facharzt für Orthopädie an der Gelenk-Klinik

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