Orthopädische Gelenk-Klinik

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Bandscheibenvorfall und Degeneration der Bandscheiben verursacht Rückenschmerzen

Auf der Suche nach den Ursachen von Rückenschmerzen wird der Orthopäde häufig bei den Bandscheiben fündig. Bandscheiben sind Knorpelpuffer zwischen den Wirbelkörpern. Sie werden im Laufe des Lebens immer schmaler. Bandscheiben müssen auch im Alltag erhebliche Drücke bewältigen. Wann ist die Funktion der Bandscheiben gefährdet?

Bewegungsmangel als wichtigste Ursache der Degeneration von Bandscheiben

Durch die Wirbelkörper geschützt verläuft im Wirbelkanal das Rückenmark. Durch die Wirbelkörper geschützt verläuft im Wirbelkanal das Rückenmark (hier gelb). Aus jedem Wirbelsegment zweigen die Nervenwurzeln ab, die als Verteiler des Zentralnervensystems Organe und Muskeln steuern. Druck auf Rückenmark oder eine Nervenwurzel beeinträchtigt die Nervenfunktion - Schmerzen, Lähmung und Taubheit sind die Folge. © istockphoto

Bandscheiben verändern sich jeden Tag: bei jeder Bewegung wird Flüssigkeit aus dem wasserhaltigen Knorpelgewebe der Bandscheibengewebe herausgepresst. Bei Entlastung der Wirbelsäule wird dann wieder Flüssigkeit aufgesaugt. So verliert der Mensch im Laufe des Tages mehrere Zentimeter an Körperlänge. Im Verlaufe der Nacht nimmt das Knorpelgewebe der Bandscheibe wieder Flüssigkeit auf: Dgrie Wirbelsäule streckt sich. Morgens ist der Mensch also am "größten".

Weil Bandscheiben bei gesunden Erwachsenen nicht durchblutet werden, also bradytrophe (geringfügig ernährte) Gewebe sind, ist dieses aktivitätsabhängige Durchwalken der Bandscheiben ein wesentlicher Teil des Stoffwechsels, der die Bandscheibe gesund, belastbar und elastisch erhält.

Bewegungsmangel und ständiges, zwanghaftes Sitzen in einer Position, wie bei den meisten Büroarbeitsplätzen, unterstützt diesen für Bandscheiben wesentlichen passiven Stoffwechsel nicht.

Die nicht mehr ernährte Bandscheibe verkümmert und verliert ihre wichtigen Eigenschaften: Elastizität, Volumen und Zähigkeit der Aussenhülle.

Welche krankhaften Veränderungen sieht der Orthopäde an den Bandscheiben?

Das Rückenmark im Rückenmarkskanal kann durch Verformungen der Bandscheibe  beim Bandscheibenvorfall (Discus Prolaps) unter Druck geraten. Der abgedrückte Nerv verliert seine Funktion teilweise oder ganz. oben rechts: Aufsicht auf Bandscheibe; unten links: Seitenansicht auf Wirbelsäule. Das Rückenmark im Rückenmarkskanal kann durch Verformungen der Bandscheibe beim Bandscheibenvorfall (Discus Prolaps) unter Druck geraten. Der abgedrückte Nerv verliert seine Funktion teilweise oder ganz. © istockphoto
Symptome der Bandscheibenschäden
  • "Hexenschuss" oder Lumboischialgie
  • Plötzlich einschiessende Schmerzen beim Niesen oder Husten
  • Schmerzen nehmen beim Vorwärtsbeugen zu
  • Rückenschmerzen
  • Kreuzschmerzen
  • Femoralgie (Oberschenkelschmerzen)
  • Hüftschmerzen
  • Beinschmerzen
  • "Ameisenlaufen" und Kribbeln im Bein
  • Muskelschwäche
  • Muskelkrämpfe

Verlieren die Bandscheiben im Laufe des Lebens an Höhe, erschlaffen auch die Bänder, die die Wirbelsäule stabilisieren. Sie verlieren an Spannung. Damit steigt auch die Belastung für die Bandscheiben weiter an. Die Stabilität der Wirbelsäule nimmt ab. Die Wirbel werden gegeneinander beweglicher.

Dieser zunehmende instabile Beweglichkeit der Wirbelkörper bewirkt als Reaktion eine knöcherne Verstärkung der Wirbelkörper an den Grenzflächen: es wird Knochensubstanz eingelagert. Diese Knochenzuwächse werden im allgemeinen Osteophyten genannt. Im Bereich der Wirbelsäule aber nennt man sie Spondylophyten.

Das Fortschreiten dieser Veränderung durch Verknöcherung wird als Osteochondrose bezeichnet. Die Osteochondrose wirkt der zunehmenden Destabilisierung der Wirbelsäule entgegen, hat aber einen Preis: der Raum für Bandscheiben und für die Nervenleitung im Rückenmarkskanal und den Austrittsstellen der Nervewurzeln wird immer schmaler.

Eine schmerzhafte Spinalstenose und Foraminalstenose kann sich entwickeln. Der Druck der knöchernen Bestandteile auf die Nerven steigt. Die Nervenfasern können unter diesem Druck in Ihrer Funktion behindert werden.

Stadien: Bandscheibenverformung bis hin zum Bandscheibenvorfall

Bandscheibendegeneration:
  • Black Disc Phänomen
  • Soft-Disc Syndrom
  • Osteochondrose

Die erste Veränderung der Bandscheibe ist eine zunehmende Neigung zu Verformung der Bandscheibe: die Bandscheibenvorwölbung oder Bandscheibenprotrusion. Bereits in diesem Stadium wird die bindegewebige Hülle der Bandscheibe nachgiebig. Der harte Faserring der Bandscheibe ist im Stadium der Bandscheibenprotrusion jedoch noch intakt. Die Vorwölbung kann noch keine schädliche Kompression auf die Nervenwurzeln oder den Rückenmarkskanal ausüben.

Damit ist die Bandscheibenprotrusion in Beispiel für eine stets konservativ zu behandelnde Erkrankung der Wirbelsäule.

Wird die Hülle der Bandscheibe zu schwach und steigt der Druck zu stark an, kann Sie kann reissen. Das weiche Innere der Bandscheibe wird dadurch nach aussen gedrückt: man spricht hier bereits von einem Bandscheibenvorfall (Bandscheibenprolaps oder Discus Prolaps)

Der Bandscheibenvorfall bedarf einer viel aufwändigeren und genaueren Abklärung als die Bandscheibenvorwölbung. Der Bandscheibenvorfall kann durch mechanischen Druck auf vorbeziehende Nerven und Nervenwurzeln auf das Nervensystem einwirken. Aber auch das Material des Bandscheibeninneren (Nucleus) kann Stoffe freisetzen, die sich bereits ohne mechanische Beeinträchtigung und Druck schädlich auf die Nervenfunktion auswirken.

Konservative Behandlung des Bandscheibenvorfalls und der Bandscheibendegeneration

In diesen Fällen kann mittelfristig über konservative Therapien ein ebenso gutes oder besseres Ergebnis erzielt werden, als durch Operationen, und das bei geringerem Risiko für den Patienten. Voraussetzung: die Folgen der Nervenkompression sind nach Ausmass und Art der neurologischen Symptome nicht so gravierend und sind im Alltag beherrschbar.

Operative Behandlung des schweren Bandscheibenvorfalls

Minimalinvasivste Bandscheiben-OP: Disc-FX
In unserer Klinik wird zur Operation des schweren Bandscheibenvorfalls die minimalst-invasive Operation mittels Disc FX durchgeführt. Das ist eine moderne mikro-endoskopische Bandscheibenoperation mit einem nur 2mm grossen Zugang zum Operationsgebiet der deformierten Bandscheibe. Voraussetzung: der Faserring der Bandscheibe muss dafür noch einigermassen intakt sein und darf lediglich einen Riss aufweisen.

Der starke, "herausgefallene" Bandscheibenvorfall mit grossen Mengen ausgetretenen Materials (sog. freie Sequester), deutlichen neurologischen Ausfällen, Kraftminderung und Beeinträchtigung der Muskelfunktion bis hin zu Lähmungen und Reflexausfällen ist riskant. Die Langzeitfolgen können durch eine dauerhafte Lähmung der betroffenen Nerven erheblich sein. In diesem Fällen ist eine zeitnahe Operation zur Beseitigung der Nervenkompresion empfehlenswert.

Das Nervenausfallsrisiko übersteigt das Operationsrisiko bei Weitem. Die Operation sollte bald erfolgen um die Gefahr der dauerhaften Nervenschädigung möglichst auszuschließen.

Im weiteren Verlauf kann die Bandscheibe bei einem grossen Bandscheibenriss und grossem Bandscheibenvorfall fast vollständig an Volumen verlieren. Der Zwischenwirbelraum engt sich immer weiter ein, bis die Bandscheibe vollständig funktionslos wird. Der Orthopdäde sieht hier eine Bandscheibendegeneration. Je nach Art und Lokalisation des Bandscheibenvorfalls kann eine minimalinvasive Nukloesequestomie (Entfernung des herausgetretenen Bandscheibenvorfalls) erfolgen.

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