Orthopädische Gelenk-Klinik

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Ellenbogenschmerzen: Warum schmerzt mein Ellenbogen?

  1. Anatomie und Funktion des Ellenbogens
  2. Was tun bei akuten Ellenbogenschmerzen?
  3. Diagnose des Ellenbogenschmerzes
  4. Ellenbogenschmerzen nach Unfall:
    Luxation, Bizepssehnenriss, Fraktur, Nervenprellung
  5. Überlastung und Gelenkverschleiß: Sehnenscheiden
    Epikondylitis, Bursitis, Arthrose, Osteochondrosis dissecans
  6. Systemische Erkrankung des Organismus:
    Gicht, Rheuma, Osteoporose

Ellenbogen: Aufbau und Funktion

Im sehr komplexen Ellenbogengelenk sind drei Knochen gelenkig miteinander verbunden. Der Oberarm (Humerus) ist verbunden mit Elle (ulna) und Speiche (radius) des Unterarms. Häufig wird der unten herausstehende Fortsatz der Elle (Olecrannon) als Ellenbogen bezeichnet. Im sehr komplexen Ellenbogengelenk sind drei Knochen gelenkig miteinander verbunden. Der Oberarm (Humerus) ist verbunden mit Elle (ulna) und Speiche (radius) des Unterarms. Häufig wird der unten herausstehende Fortsatz der Elle (Olecranon) als Ellenbogen bezeichnet. Das gelenkige Zusammentreffen der drei Knochen, das von einer gemeinsamen Gelenkkapsel umgeben ist, wird als Ellenbogengelenk bezeichnet. © Viewmedica

Das Ellenbogengelenk ist bei jeder Bewegung des Armes beteiligt: Greifen, werfen, stützen, schlagen, heben sind ohne gesunde Ellenbogen nicht vorstellbar. Ellenbogenschmerzen greifen daher tief in den Alltag, die Sport - und Arbeitsfähigkeit der betroffenen Personen ein. Der Ellenbogen ist kein einfach aufgebautes Gelenk: Der Ellenbogen bewegt sich gleichzeitig auf und ab, wie ein Scharnier. Er kann sich aber auch rotierend um die eigene Achse bewegen. So ist der Ellenbogen stets an allen koordinierten Bewegungen der Hand beteiligt. Der Ellenbogen ist aus drei Knochen aufgebaut: Dem Oberarmknochen (Humerus) und den beiden Unterarmknochen Elle (lat.: ulna) und Speiche (lat.: radius). Was kann alles passieren in diesem komplex aufgebauten Gelenk?

 

Schemazeichnung des Ellenbogens: Der Ellenbogen wird aus drei Knochen gebildet. Mit dem Oberarmknochen (Humerus) sind die beiden Unterarmknochen Elle (ulna) und Speiche (Radius)  gelenkig miteinander verbunden. Die Muskeln des Oberarms (Bizeps, Trizeps, Brachialis) haben ihren Sehnenansatz an der Elle des Unterarmes. Auch die Muskeln des Unterarms, die die Hand und Finger bewegen, sind über Sehnen mit den Köpfchen von Elle und Speiche verbunden. Wie in jedem Gelenk ist die Funktion der Knorpelgleitschicht wesentlich für die schmerzfreie Beweglichkeit.  Die zahlreichen Muskeln, Sehnen und Bänder im Beerich des Ellenbogens bleiben mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten Schleimbeuteln (Bursa) gegeneinander beweglich. © bilderzwerg @ fotolia Schemazeichnung des Ellenbogengelenks: Der Ellenbogen wird aus drei Knochen gebildet. Mit dem Oberarmknochen (Humerus) sind die beiden Unterarmknochen Elle (ulna) und Speiche (Radius) gelenkig miteinander verbunden. Die Muskeln des Oberarms (Bizeps und Trizeps) haben ihren Sehnenansatz an der Elle des Unterarmes. Auch die Muskeln des Unterarms, die die Hand und Finger bewegen, sind über Sehnen mit den Köpfchen von Elle und Speiche verbunden. Wie in jedem Gelenk ist die Funktion der Knorpelgleitschicht wesentlich für die schmerzfreie Beweglichkeit. Das Ellenbogengelenk ist von einer Gelenkkapsel umgeben, deren Schleimhaut die für die Knorpelernährung wichtige Synovialflüssigleit bildet. Die zahlreichen Muskeln, Sehnen und Bänder im Bereich des Ellenbogens bleiben mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten Schleimbeuteln (Bursa) gegeneinander beweglich. © bilderzwerg @ fotolia

 

Was tun bei akuten Ellenbogenschmerzen?

Häufig kennen Sie die Ursache Ihrer Ellenbogenschmerzen. Sie sind entweder gestürzt und haben eine Prellung davongetragen. Oder Sie haben es "übertrieben": Zu viel Tennis, Golf oder Badminton gespielt und spüren Überlastungschmerzen im Ellenbogen.

Wenn der Ellenbogen schmerzhaft ist, aber noch beweglich und nicht geschwollen oder entzündlich überwärmt, können Sie die Schmerzen zunächst selbst mit Hausmitteln behandeln.

Dabei ist fast immer die Anwendung eines entzündungshemmenden Schmerzmittels (Ibuprofen oder Diclofenac) als Tablette oder Sportsalbe hilfreich. Diese Therapie unterstützt das Abschwellen des entzündeten Gewebes, und bekämpft zusätzlich die Schmerzen. Sie sollten sich aber nicht unter dem Einfluss von Schmerzmitteln so schnell wie möglich wieder ins Training oder Wettkampf oder in die Arbeit stürzen. Schonen Sie den Arm, bis das Ellenbogengelenk abgeschwollen, frei beweglich und schmerzfrei geworden ist.

Eine Ellenbogenbandage kann die Ruhigstellung des überlasteten oder überdehnten Gelenks unterstützen.

Wenn die Schmerzen nicht nach drei Tagen deutlich geringer geworden sind, sollten Sie sich aber auf jeden Fall bei einem Arzt vorstellen.

Wann sollten Sie mit Ellenbogenschmerzen dringend zum Arzt gehen?

Ellenbogenschmerzen sind häufig harmlos. Nicht nach jeder Prellung oder Überanstrengung des Ellenbogens müssen Sie zum Arzt gehen. Die Schmerzen im Ellenbogen lassen sich mit Schonung, Ruhe und manchmal einem kühlenden Wickel meistens innerhalb kurzer Zeit vertreiben.

Bei welcher Art von Ellenbogenschmerzen sollten Sie aber umgehend eine ärztliche Diagnose einholen?

  • Ellenbogenschmerzen, die auch durch Ruhe und Schonung nicht besser werden, sollten ärztlich untersucht werden.
  • Wenn der Ellenbogen bei jeder Bewegung oder Berührung stark schmerzt, geschwollen oder gerötet ist.
  • Wenn Sie bei immer stärker gerötetem oder geschwollenen Ellenbogengelenk neben starken Ellenbogenschmerzen und Bewegungseinschränkungen zusätzlich Fieber bekommen.
  • Wenn das Ellenbogengelenk seine äußere Form verliert oder ein Knochen hervorsteht, sollten Sie umgehend in eine Notaufnahme.
  • Wenn Sie neben Ellenbogenschmerzen starke Bewegungseinschränkungen haben, den Arm also gar nicht mehr strecken oder beugen können.

Wie untersucht der Arzt Ihre Ellenbogenschmerzen?

Welche Fragen stellt der Arzt zu Ihrem Ellenbogenschmerz?

Zu Beginn der Untersuchung stehen Fragen des Arztes. Er stellt Ihnen situationsgerechte und altersgerechte Fragen zu Ihrer Gesundheit.

Gibt es allgemeine Erkrankungen?

Haben Sie besondere berufliche oder sportliche Belastungen? Gibt es monoton wiederkehrende Belastungen?

Was für eine Schmerzqualität oder was für einen Schmerzverlauf können Sie beobachten?

Gab es einen bestimmten Unfallhergang mit Sturz oder Prellung?

Klinische Untersuchung

Der Arzt wird den Ellenbogen inspizieren und auf Druckschmerzempfindlichkeit, Schwellung, Bluterguss, Rötung und Überwärmung des Gelenks achten.

Die Untersuchung der Beweglichkeit zeigt, ob es im Ellenbogengelenk spezifische Bewegungseinschränkungen und Blockaden gibt.

Laborwerte und Blutuntersuchung bei Ellenbogenuntersuchungen

Wenn es Hinweise auf bakterielle Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen (Rheuma) gibt, kann auch eine Laboruntersuchung weiterhelfen. Für die Laboruntersuchung kann bei Verdacht auf eine Gelenksentzündung mit Hilfe einer Nadel Flüssigkeit aus der Gelenkkapsel des Ellenbogens entnommen werden. Bei Hinweisen auf Gicht oder Rheuma kann auch eine Blutuntersuchung erfolgen.

Bildgebende Untersuchung von Schmerzen im Ellenbogen

Hat der untersuchende Arzt einen Verdacht auf auf eine Schädigung des Ellenbogens (der Gelenkflächen, Knochen Sehne und Bänder) kann nur eine bildgebende Untersuchung weiterhelfen.

Mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung kann der Arzt recht schnell sehen, ob es um den Ellenbogen beschädigte Sehne oder Bänder gibt. Mit Ultraschall können Weichteilstrukturen des Ellenbogens in der Bewegung untersucht werden. Das ist mit keinem anderen Verfahren möglich.

Besteht der Verdacht, dass Knochen oder Gelenkflächen im Ellenbogen geschädigt oder gebrochen sind, ist die Röntgenuntersuchung unersetzlich.

Wenn Sehnenverletzungen oder Flüssigkeitseinlagerungen im Knochen genauer dargestellt werden sollen, kann eine MRT-Untersuchung (Magnetresonanztomografie) weiterhelfen.

Trauma, Stürze und Unfälle als Ursachen von Ellenbogenschmerzen

Weit verbreitet sind auch Schmerzen auf Grund von Traumata: Dem Anstoßen oder der Prellung des Ellenbogens. Diese Traumata führen zunächst zu stechenden Schmerzen, heilen aber meist durch Ruhe und Schonung alleine wieder aus.

Überstrecken oder Überdehnen des Ellenbogengelenks ist eine häufige Ursache für diese Schmerzen. Im Extremfall führt das sogar zur Luxation des Ellenbogengelenks. Dabei können Sie das Ellenbogengelenk nicht mehr strecken oder beugen.

Bei Überdehnung oder Trauma können auch Sehnen im Ellenbogen reißen. Die wichtigsten Verletzungen sind der Riss der Bizepssehne an Ihrem Ansatzpunkt am Unterarm unterhalb des Ellenbogens.

Durch Verletzung der Bänder am Ellenbogen kann das Gelenk instabil werden.

Sehr viel folgenschwerer sind Traumata, die zu einer Fraktur der Knochen im Ellenbogen führen. Häufig findet sich eine Fraktur der am Ellenbogen beteiligten Knochen.

Ansicht des Ellenbogengelenks von Innen Ansicht der Sehnen und Bänder sowie Gelenkkapsel des Ellenbogens von Innen (Medial). Bei einer Ellenbogenluxation können Knochen, Bänder und Gelenkkapsel beschädigt werden. Besonders häufig vom Bänderriss am Ellenbogen betroffen ist das ulnare Seitenband. Dann hilft eine Ruhigstellung des Ellenbogengelenks mit Gips oder Orthese. © bilderzwerg @ fotolia

Verrenkung (Luxation) des Ellenbogens

Symptome der Ellenbogen-Luxation
  • Stechende Schmerzen.
  • Beugehemmung
  • Auswärtsdrehung ("Schraubenzieherbewegung") geht nicht mehr.

Verrenkungen (Luxation) des Ellenbogens sind als Folge eines Sturzes auf den Ellenbogen sehr häufig. Wenn die stürzende Person versucht, den Sturz mit ausgestrecktem Arm abzufangen, kann es zu einer Überstreckung im Ellenbogengelenk führen. Bei einer Luxation des Ellenbogens werden Oberarm und Unterarm komplett gegeneinander verschoben. Die Gelenkflächen liegen nicht mehr direkt aufeinander. Um die stabilisierende Wirkung der kräftigen Bänder des Ellenbogens zu überwinden, müssen gewaltige Kräfte auftreten.

Beim Ausrenken des Ellenbogens können außerdem Begleitverletzungen entstehen, die auch nach dem Wiedereinrenken einer weiteren Therapie bedürfen. Bei der Luxation können die starken Bänder um das Ellenbogengelenk beschädigt werden, die das Gelenk stabilisieren. Bei der Ellenbogenluxation können folgende Begleitverletzungen auftreten:

Als Folge dieser Verletzung kann das Ellenbogengelenk besonders instabil werden. Die Nervenverletzungen führen darüber hinaus zu Gefühlsstörungen und Kraftlosigkeit der Hand. In über 80% aller Fälle ist die Ellenbogenluxation eine reine Weichteilverletzung, die Sehnen, Bänder und Schleimbeutel betrifft. In einigen Fällen geht das Auskugeln des Ellenbogens mit knöchernen Frakturen des Ellenbogengelenks einher.

Was hilft bei Ellenbogenluxation?

Oberarm und Ellenbogen müssen zu allererst wieder "reponiert", also in die normale Position gebracht werden. Dann kann der Ellenbogen durch einen Gipsverband, später mit einer Orthese in einer rechtwinklig gebeugten Stellung geschient werden. Mobilisierende Krankengymnastik in dieser Zeit verhindert die Einsteifung des Gelenks.

Sehnenriss im Ellenbogen: Riss der Bizepssehne

Symptome des distalen Bizepssehnen-Risses
  • Hörbarer Knall beim Riss der Sehne.
  • Bizepssehnenriss bei Krafttraining, schwerem Heben.
  • Absinken des Muskelbauchs des Bizepsmuskels am Oberarm.
  • Bluterguss in der Ellenbogenbeuge.
  • Beugung des Unterarms vermindert.
  • Auswärtsdrehen des Unterams vermindert.
  • Schmerzsymptomatik steht nicht im Vordergrund.

Häufig passiert es beim Heben schwerer Gegenstände: Es gibt einen spürbaren Knall in der Ellenbogenbeuge. Danach ist der Bizeps kraftlos. Der distale (am unteren Ansatz des Muskels liegende) Riss der Bizepssehne selbst ist nicht sehr schmerzhaft. Lediglich Kraftentfaltung und Koordination (Drehung des Unterarmes) ist eingeschränkt. Körperlich schwer arbeitende Männer oder Kraftsportler sind besonders häufig vom distalen Riss der Bizepssehne betroffen. Häufig ist in der ersten Zeit an der Rissstelle der Bizessehne am oberen Unterarm eine Bluterguss zu sehen.

Bei der klinischen Untersuchung kann der Facharzt feststellen, dass die Bizepssehne im Ellenbogen nicht mehr tastbar ist. Teilrisse der distalen Bizepssehne müssen evtl. mit einer MRT Untersuchung diagnostiziert werden.

Therapie des Bizepssehnenrisses

Als Therapie nach Bizepssehnenruptur zur Wiederherstellung der Muskelkraft und der normalen Motorik des Armes gibt es nur die operative Wiederbefestigung der Sehne im Unterarm. Manchmal wird auch ein körpereigenes Sehnentransplantat verwendet. Wegen des zügigen Muskelabbaus ist eine rasche Wiederherstellung des Bizepssehnenansatzes geraten, auch wenn die Verletzung nicht sehr schmerzhaft ist.

Sehnenriss im Ellenbogen: Ruptur des ulnaren Seitenbandes

Symptome bei Riss des Seitenbandes
  • Bluterguss (Hämatom).
  • Stechende Schmerzen bei Belastungen des Ellenbogens.
  • Schwellung.
  • Druckschmerzhaftigkeit.
  • Instabilität des Ellenbogens.

Der Bänderriss des ulnaren Seitenbandes macht sich durch stechende Schmerzen im Ellenbogen bemerkbar. Nach dem Bänderriss ist die Stabilität im Ellenbogengelenk unmitelbar reduziert. Häufig ist begleitend zu einem Bänderris des medialen (innen liegenden) ulnaren Seitenbandes auch der Ellenbogen luxiert. Diese Luxation des Ellenbogens muss natürlich sofort reponiert werden. Der Bänderriss führt meist auch zu einem Bluterguss (Hämatom) um das Ellenbogengelenk.

Mit Hilfe eines Röntgenbildes sowie eines MRT-Bildes kann die Situation von Knochen und Bändern genauer dargestellt werden. Das Röntgen zeigt Schäden an den Knochen sowie Frakturen. Das MRT stellt die Weichteile und Bänder besonders detailliert dar. Auch Teilrisse des ulnaren Seitenbandes können mit dem MRT gut gezeigt werden.

Therapie bei Riss des ulnaren Seitenbandes

Direkt nach dem Bänderriss am Ellenbogen sollten Sie den Ellenbogen schonen, kühlen und hochlagern. Ein Kompressionsverband kann das Anschwellen des Ellenbogens reduzieren.

Wenn der Bänderriss diagnostisch gesichert ist, sollte der verletzte Ellenbogen vier bis sechs Wochen ruhig gestellt werden. In dieser Zeit können die Bänder wieder ausheilen und ihre frühere Festigkeit zurückgewinnen.

Manchmal ist es aber auch nötig, den Bänderriss am Ellenbogen zu operieren. Die Operation erfolgt minimalinvasiv (arthroskopisch). Wenn die konservative Therapie nicht erfolgreich ist, kann es notwendig sein, die Bänder mit künstlichen Bändern zu refixieren, wenn von alleine nicht mehr stabil werden. Der Heilungsverlauf kann im Vergleich zur Ruhigstellung so besser abgesichert werden. Das ist vor allem bei Sportlern und körperlich arbeitenden Patienten von Vorteil.

Stechende Ellenbogenschmerzen und Taubheit der Hand durch Verletzung des Nervus ulnaris

Symptome der Verletzung oder Einklemmung des ulnaren Nervs
  • Taubheit, v.a. der äußeren Finger.
  • Stechende Schmerzen.
  • Bewegungsabhängige Schmerzen
  • Greifschwäche
  • Gefühlsstörung der Hand.

An der Engstelle des Ellenbogengelenks verlaufen ein Vielzahl von Sehnen und Nerven. Diese Strukturen können bei der Verletzung, die zu Luxation oder Bänderriss führt, mitbeschädigt werden. Der Nervus Ulnaris verläuft unterhalb des Ellenbogens vom Arm in die Hand und innerviert die Fingermuskulatur. Greifschwäche und Gefühlsstörungen in der Hand sind die Folge bei einer Ulnaris-Nerv Verletzung (Ulnaris-Neuropathie). Bereits bei dem bloßen Anstoßen des Ellenbogens kann eine Quetschung des Ulnarisnervs zu stechenden Schmerzen und Taubheit führen.

Therapie der Ulnaris-Nervenverletzung

Die Schmerzen durch einen gequetschen Ultarisnerv lassen sich mit Schmerzmitteln (NSAR) behandeln. Der Ellenbogen kann durch eine Orthese oder eine Nachtschiene ruhiggestellt werden, so dass der Ulnarisnerv sich wieder erholen kann.

In manchen Fällen kann es auch notwendig sein, durch eine operative Dekompression den Druck im Kubitaltunnel zu vermindern. Der Ulnarisnerv hat als Nerv des peripheren Nervensystems eine gute Chance, sich wieder zu regenerieren.

Knochenfraktur (Radiuskopffraktur) am Ellenbogen

Symptome der Ellenbogenfraktur
  • Stechende Schmerzen.
  • Probleme beim Strecken.
  • Probleme beim Anwinkeln.
  • Schwierigkeiten bei der Rotation des Unterams
  • Schwellung des Gelenks
  • Druckschmerzhaftigkeit.

Meistens durch einen Sturz auf den Ellenbogen oder Hinfallen mit ausgestreckten Armen führt zu einer Fraktur der Ellenbogenknochen. Dabei werden fast immer Elle und Speiche im Verhältnis zum Oberarmknochen verschoben (luxiert). So gibt es einige Strukturen am Ellenbogen, die als Folge dieses Traumas Verletzungen aufweisen können: Das Knochenköpfchen innen oder außen am Ellenbogen (z.B. Radiuskopffraktur). Auch Elle und Speiche können unterhalb des Köpfchens brechen (z.B. Radiushalsfraktur). Je nach Unfallhergang kann auch der Fortsatz der Speiche im Ellenbogen (Olecranon) brechen.

Bei Frakturen im Ellenbogengelenk treten sofort stechende Schmerzen auf. Der Ellenbogen kann weder vollständig ausgestreckt noch angewinkelt werden.

Bei etwa 20% aller Fälle von Ellenbogenluxation treten Knochenschädigungen als Begleitverletzungen auf.

Patienten mit Osteoporose haben sehr viel häufiger eine Fraktur des Ellenbogens: Durch die Demineralisierung nimmt die Stabilität des Ellenbogens bei Traumata und Stößen ab.

Frakturen des Ellenbogens können nach klinischen Hinweisen vor allem durch Röntgenbilder diagnostiziert werden. MRT Aufnahmen helfen, begleitend zu der Fraktur aufgetretene Weichteilverletzungen darzustellen.

Therapie der Ellenbogenfraktur

Bei Frakturen des Ellenbogens gbt es ein ganzes Spekrum aBehandlungsmethoden. Häufig hilft Ruhigstellung für vier bis sechs Wochen mit Hilfe eines Gipsverbandes. Bei komplizierteren Brücken kann es notwendig sein, die Fragmente mit Hilfe von Platten und Schrauben in der richtigen Position zu halten (fixieren). Manchmal benötigt man einen "fixateur externe", ein außen angebrachtes Gerüst für die Knochen des Ellenbogens. In sehr schweren Fällen müssen wir mit einer Ellenbogenendoprothese das Ellenbogengelenk ersetzen.

 

Die beiden Epikondylen (runde Fortsätze des Oberarmknochens bzw. Humerus) sind die Ansatzpunkte der Unterarmmuskeln. Durch chronische Überlastung oder einseitige Bewegungsmuster können diese Sehnensatzstellen (Enthese) der Unterarmmuskulatur entzünden (Gelber Kreis) und erkranken. Man spricht bei diesen Sehnenansatzerkrankungen auch von einer Enthesiopathie. Diese Erkrankung der Sehnenansätze wird  - nach den Ansatzstellen, den Epikondylen - als Epikondylitis bezeichnet. Die beiden Epikondylen (runde Fortsätze des Oberarmknochens bzw. Humerus) sind die Ansatzpunkte der Unterarmmuskeln. Durch chronische Überlastung oder einseitige Bewegungsmuster können diese Sehnensatzstellen (Enthese) der Unterarmmuskulatur entzünden (Gelber Kreis) und erkranken. Man spricht bei diesen Sehnenansatzerkrankungen auch von einer Enthesiopathie. Diese Erkrankung der Sehnenansätze wird - nach den Ansatzstellen, den Epikondylen - als Epikondylitis bezeichnet. © bilderzwerg @ fotolia

Ellenbogenschmerzen durch chronische Überlastung und Verschleiß

Am häufigsten treten Ellenbogenschmerzen durch Überlastung oder Überanstrengung des Ellenbogens auf. Folgen der Überanstrengung sind aber meistens schmerzhafte Überlastungserkrankungen von Muskeln und Sehnen.

Epikondylitis: Chronische, stechende Schmerzen am Sehnenansatz (Enthese) im Ellenbogen

Symptome der Epikondylitis
  • Stechende Schmerzen am Ellenbogen.
  • Druckschmerz außen: Tennisarm.
  • Druckschmerz Innen: Golferellenbogen.
  • Schmerz beim Überstrecken der Hand
  • Schmerz beim Überstrecken des Unterams.

Am hartnäckigsten sind häufig Sehnenansatzerkrankungen der Unterarmsehnen am Oberarmknochen auf der Innenseite (Epicondylitis humeri ulnaris oder Golfarm) oder der Außenseite (Epikondylitis humeri radialis oder Tennisarm) des Ellenbogens.

Epikondylitis ist ein durch Überlastung herbeigeführter chronischer und schmerzhafter Entzündungszustand der Sehnenansätze (Enthese) der Unterarmmuskeln, die an den Knochenvorsprüngen des Oberarmknochens im Ellenbogengelenk (Epikondylus) befestigt sind. Dabei kann der Sehnenansatz schmerzhaft gerötet und geschwollen sein. Bei jeder Belastung der Unterarmstrecker flammt der stechende Ellenbogenschmerz sofort wieder auf.

Als Erkrankung des Sehnenansatzorgans (Enthese) ist die Epikondylitis eine Enthesiopathie (Erkrankung des Sehnenansatzes). Bleibt die Epikondylitis unbehandelt, droht die Chronifizierung des Tennisellenbogens. Am Ende der Erkrankung steht eine Schwächung, später dann bei Überlastung ein Abriss des Sehnenansatzes der Unterarmmuskeln.

Therapie der Epikondylitis

EpiPoint ist eine Epikondylitis-Bandage zur gezielten und dosierten Kompression am Unterarm. Epikondylitis-Orthese EpiPoint (Abb. mit freundlicher Genehmigung der Bauerfeind AG)

Die Epikondylitis wird fast ausschließlich konservativ therapiert. Dabei können Sportsalbe oder Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) als Tablette (Ibuprofen, Diclofenac etc) den Rückgang der Reizung beschleunigen.

Dabei spielen Entlastung und Beendigung der Reizung der Sehnenansätze einer wichtige Rolle. Dehnungsübungen der Unterarmmuskulatur in Verbindung mit Entlastung führt in über 90% aller Fälle zu einem Abheilen des Tennisellenbogens. Dieser Vorgang kann durch eine Epikondylitisspange unterstützt werden. Die Epikondylitisspange ist ein Verband, der durch spezifischen Druck auf die Enthese der Unteramstrecker deren Belastung ändert und dadurch Regeneration fördert.

In schweren Fällen gibt es die Möglichkeit, durch Botox-Injektion in den Sehnenansatz den Zug dauerhaft zu verringern.

Ellenbogenschmerzen durch Schleimbeutelentzündung (Bursitis olecranoni): Entzündung und stechende Schmerzen

Symptome der Bursitis
  • Schwellung bzw. Vorwölbung der Ellenbogenspitze.
  • Überwärmung.
  • Druckschmerzhaftigkeit der Ellenbogenunterseite.
  • Stechende Schmerzen beim Aufstützen.
  • Rötung der Oberfläche.
  • Bewegungseinschränkung des Ellenbogens.
  • Allgemeine Entzündungszeichen (Müdigkeit, Energiemangel).

Die Gleitgewebe (Schleimbeutel oder Bursa) im Bereich des Ellenbogens sind durch die große Beweglichkeit des Ellenbogengelenks starken Belastungen ausgesetzt. Vor allem der Schleimbeutel unter dem Olecranon, der Schleimbeutel unter dem Fortsatz der Elle (Ulna) im Ellenbogen ist häufig betroffen: Er schwillt an, wird stark schmerzhaft und berührunsempfindlich. Bei Bursitis olecranoni ist der Ellenbogen sehr schmerzempfindlich. Eine deutliche Vorwölbung kann sich bilden. Das Gewebe ist gerötet und überwärmt. Die äußere Form des Ellenbogens verändert sich.

Diese Bursitis olecranoni wird auch als Studentenellenbogen bezeichnet: Dauerhafter Druck, Trauma oder Überlastung des Ellenbogens können die Ursachen sein. Beim Aufstützen des Ellenbogens auf einen Tisch jagen stechende Schmerzen durch den Arm. Nach Verletzungen kann aber euch eine bakterielle Infektion der Bursitis vorliegen.

Therapie der Bursitis am Ellenbogen

Die Therapie unterscheidet sich nach dem Auslöser Bursitis. Bei eitriger, bakterieller Bursitis ist eine Operation des Schleimbeutels mit Entfernung der Infektion notwendig.

Bei Reizung des Schleimbeutels genügen konservative Verfahren. Der Schleimbeutel wird durch Ruhigstellung mit Hilfe von elastischen Verbänden, in schweren Fällen Gipsverband, geschont. Mit Hilfe von Entzündungshemmern (NSAR) können Schmerzen und Schwellung behandelt werden. Nur bei therapieresistenter chronischer Burisitis kann eine operative Entfernung auch bei nichtbakterieller Bursitis erforderlich sein. Der Schleimbeutel wird vom Körper auch nach der Entfernung neu gebildet.

Arthrose im Ellenbogengelenk: Schwellung und Schmerzen bei jeder Bewegung

Symptome der Ellenbogenarthrose
  • Anlaufschmerzen am Morgen.
  • Steifigkeit des Gelenks bei Streckung oder Beugung.
  • Schwellung und Überwärmung.
  • Belastungsabhängige Schmerzen.
  • Fehlstellung und Achsabweichung.
  • Nervenkompression: Greifschwäche und Taubheit der Hand.

Abnutzung des Ellenbogengelenks (Ellenbogenarthrose) findet sich am Ellenbogen sehr viel seltener als an den großen Gelenken der unterem Extremität (Hüftarthrose, Kniearthrose, Sprunggelenksarthrose). Häufig haben Patienten mit Ellenbogenarthrose eine Vorgeschichte mit chronischer Überlastung des Gelenks. Das kann z.B. bei Ellenbogenarthrose bei Kraftsportlern (Bodybuildern) eine große Rolle spielen.

Ellenbogenarthrose ist der fortschreitende Verlust an Beweglichkeit des Ellenbogengelenks durch vorzeitigen Knorpelverschleiß und Gelenkverschleiß.

Wenn die Ellenbogenarthrose auftritt, ist sie jedoch genauso schmerzhaft, wie an den anderen Gelenken.

Therapie der Ellenbogenarthrose

Zunächst versuchten wir mit Hilfe nichtsteroidaler Antirheumatika Schmerzen und Entzündung im Gelenk zu reduzieren.

Mit Hilfe operativer Verfahren wie Ellenbogenarthroskopie oder einer Ellenbogenprothese kann das Gelenk im Fall einer starken Arthrose wieder beweglich gehalten und gelenkerhaltend therapiert werden.

In schweren Fällen kann eine Ellenbogenprothese den Ellenbogen mit Ellenbogenarthrose ersetzen.

Osteochondrosis dissecans (freier Gelenkkörper) nach aseptischer Nekrose führt zu Bewegungseinschränkungen und Schmerzen

Symptome der Osteochondrosis dissecans
  • Bewegungsblockaden (Streckdefizit / Beugedefizit)
  • Bei Belastung: Stechende oder dumpfe Schmerzen.
  • Dumpfe, tiefliegende Ruheschmerzen.
  • Knorpelverschleiß.

Stechende Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Ellenbogen können durch freie Gelenkkörper im Ellenbogen verursacht werden: Man spricht dann von Osteochondrosis dissecans (kurz: OD). Dabei löst sich nach einem Krankheitsprozess - einer aseptischen Kochennekrose - aus dem Knochen der Gelenkfläche ein Fragment und bewegt sich frei im inneren der Gelenkkapsel. Dieser freie Gelenkkörper ("loose body") kann verkanten, das Gelenk blockieren und den Knorpel schädigen. Osteochondrosis dissecans im Endstadium führt zu diffusen, immer wieder anders gearteten Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Ellenbogengelenk. Das Ellenbogengelenk ist besonders anfällig für Osteochondrosis dissecans. Je nach Lage des blockierenden Fragments ist Streckung oder Beugung behindert.

Ursache der Fragmentbildung kann eine Sturzverletzung sein (Trauma). Auch repetitive Mikrotraumen begünstigen die OD. So sind häufig junge Baseballspieler oder Tennisspieler von OD betroffen. Die nekrotische Veränderung im Knochenbett, aus dem sich das OD-Fragment löst, beruht aber meist auf Überlastung eines Gelenks. Die Krankheit tritt häufig bei Kindern (6-10 Jahren) erstmals auf.

Die Untersuchung erfolgt mit Hilfe des Röntgenbildes auf mehreren Ebenen. MRT und CT können die Untersuchung ergänzen. Wichtig ist die Unterscheidung zur Arthrose des Ellenbogengelenks.

Therapie der Osteochondrosis dissecans im Ellenbogen

Tritt die Osteochondrosis dissecans (OD) bei Kindern auf, ist eine operative Therapie meist nicht erforderlich. Ruhigstellung und Belastungsänderung hilft, dass die OD sich zurückbildet und das Fragment wieder anheilt.

Tritt die Osteochondrosis dissecans bei Patienten außerhalb der Wachstumsphase, ab etwa 20 Jahren auf, ist eine Operation unumgänglich. Diese Operation kann arthroskopisch oder offen durchgeführt werden: Das Fragment (sog. Dissecat) kann je nach Größe refixiert oder entfernt werden. Es ist jedenfalls wichtig, dass das Knochenfragment ("loose body") aus dem Gelenkspalt entfernt wird, um Blockaden und Knorpelschäden zu vermeiden.

Sehnenscheidenentzündung am Ellenbogen

Symptome der Sehnenscheidenentzündung
  • Starke ziehende Schmerzen
  • Bewegungssschmerzen
  • Erwärmung, Rötung, Schwellung.
  • Knirschende Reibegeräusche (Crepitation)
  • Verdickung der Sehne, Beule im Sehnenverlauf.

Sehnenscheidenentzündungen sind Reizungen der bindegewebigen Hüllen, in die die Sehnen eingebettet sind. Sehnen verbinden die Muskeln mit dem Knochen und sorgen für die Kraftübertragung der Muskulatur auf das Skelett. Diese Hüllen schützen und ernähren die Sehnen mit Synovialflüssigkeit (Gelenkschmiere).. Sie sorgen auch für die Gleitfähigkeit der Sehnen im Körper. Durch starke Belastungen und zu geringe Regenerationszeiten der Sehnen können sie schmerzhaft gereizt werden. Auch bei mechanischer Wiederholung von Tätigkeiten könne Sehnenscheiden gereizt werden. Überlastungen der Sehnen treten entweder an den Ansatzstellen (Enthese) auf. Dann spricht man von einer Sehnenansatztendinopathie oder Enthesiopathie. Tritt die Entzündung im Verlauf der Sehne auf, spricht man von einer Tendovaginitis.

Therapie der Sehnenscheidenentzündung im Ellenbogen

Durch Entlastung und Ruhigstellung können die Sehnen regenerieren. Dabei helfen vor allem Schienen oder Orthesen. Entzündungshemmende Sportcremes oder Tabletten (Ibuprofen, Diclofenac) könne zur Entzündungshemmung und Abschwellung der Sehnenscheidenentzündung beitragen. Bei sehr starken Schmerzen kann eine Injektionstherapie helfen. Mit Hilfe von Lokalansthetika kann der Schmerz beendet werden. Auch Kortison kann die Entzündung nachhaltig beenden. Jedoch sollte Kortison nicht wiederholt eingesetzt werden, weil es die Sehnen schwächen kann. In therapieresistenten Fällen kann eine operative Dekompression der schmerzenden Sehnen durchgeführt werden. Dabei werden die entzündeten Sehnenscheiden operativ entfernt. Sie bilden sich dann neu.

Schmerzen im Ellenbogen durch das RSI-Syndrom (Repetitive Stress Injury)

Symptome der RSI im Ellenbogen
  • Stechende Schmerzen am Sehnansatz
  • Taubheit der Finger.
  • Greifschwäche der Hand.

Durch den Ellenbogen verlaufen auch alle Nerven, die ausgehend vom Rückenmarkt die Bewegungen von Arm uns Händen koordinieren. Die Symptome der RSI umfassen Anzeichen der Epikondylitis und können aber - ohne auslösendes Trauma - auch Symptome des Ulnarissyndroms aufweisen. An der Oberfläche des Ellenbogenknochens verläuft der Nervus ulnaris, der dort sehr leicht gequetscht oder eingeklemmt werden kann. Ursachen für das Sulcus ulnaris Syndrom (auch: Kubitaltunnelsyndrom) sind akute Prellungen des Ellenbogens. Langfristig können auch wiederholte Zugbewegungen bei Musikern oder und monotone, repetitive Bewegungen Büroarbeitern zur Einengung des Nerven oder Entzündung der Nervenhülle führen. Betroffen sind Musiker, Supermarktangestellte an der Kasse oder Comuputrerarbeiter. Schmerzen, Taubheit des 4. und 5. Fingers und Bewegungsstörungen der Hand sind die Folge (siehe auch Repetitive Stress Injury (RSI)-Syndrom).

Erkrankungen des gesamten Organismus verursachen auch Ellenbogenschmerzen

Stoffwechsel und Autoimmunerkrankungen können ebenfalls zu stechenden Ellenbogenschmerzen führen.

Gicht: Stechende Schmerzen und Exostosenbildung (Schwellung, Vorwölbung) am Ellenbogengelenk

Symptome der Gicht am Ellenbogen
  • Aukte, Stechend schmerzhafte Anfälle.
  • Durchschmerzhaftigkeit.
  • Exostosenbildung (Fortsatzbildung) am Schleimbeutel unter dem Ellenbogen.
  • Überwärmung und Rötung des Ellenbogens.
  • Fieber, Abgeschlagenheit.
  • Schwellung.

Gicht, die Störung des Harnsäurestoffwechsels, die zur entzündlichen Ablagerung von Harnsäurekristallen im Köprper führen kann, zeigt sich nicht nur an Füßen und Zehen, sondern auch spezifisch am Ellenbogen durch Auftreten stechender Schmerzen. Gicht ist eine chronische Störung des Harnsäurestoffwechsels. Die Schmerzen mit Gicht treten schubweise auf. Je weiter fortgeschritten die Gicht ist, um so eher sind nicht nur die Extremitäten (Finger, Zehen) betroffen, sondern auch höher gelegene Gelenke, wie der Ellenbogen. Damit ist Gichtschmerz im Ellenbogen etwas, das Gichtpatienten erst im späteren Verlauf verspüren. Gicht führt am Ellenbogen vor allem zu Harnsäureablagerungen in der Bursa des Olecranons (Fortsatz der Elle). Dieser Schleimbeutel schwillt dadurch an und verändert sich entzündlich. Eine Bursitis am Ellenbogen ist die Folge. Die Ellenbogenspitze überwärmt sich und wird rot. Die Harnsäurekristallle formen mit er Zeit immer konsistentere Fremdkörper im Ellenbogen, die man auch tasten kann (Gichttophus).

Therapie der Gichtschmerzen am Ellenbogen.

Gicht wird vor allem medikamentös und durch Kontrolle des Stoffwechsels behandelt. Ernährungsanpassung an eine Fleisch und Alkoholarme Ernährung spielt eine zentrale Rolle. Je besser der Harnsäurespiegel im Blut gesenkt werden kann, um so unwahrscheinlicher werden Gichtanfälle.

Rheumatische Schmerzen oder Arthritis im Ellenbogen

Rheumasymptome im Ellenbogen
  • Schwellung
  • Stechende oder dumpfe Schmerzen
  • Ruheschmerzen
  • Morgensteifigkeit
  • Fieber, Erschöpfung

Von rheumatischen Beschwerden ist der Ellenbogen seltener als andere Gelenke betroffen. Bei einer rheumatischen Entzündung ist der Ellenbogen geschwollen, überwärmt und wird Druckschmerzhaft. Ellenbogenschmerzen aus dem rheumatischen Formenkreis haben eine Vielzahl von Ursachen, meist als Folge einer entzündlichen Autoimmunreaktion des Körpers gegen eigenes Gewebe. Das Rheuma ist nicht nur auf das Gelenk eingeschränkt. Auch das Gesamtbefinden der Patienten ist beeinträchtigt. Sie sind ermattet, niedergeschlagen und klagen über Erschöpfung. Die Gelenksentzündung greift außerdem auch die Knorpelflächen im Ellenbogen an. Die entzündliche Umgebung fördert den Knorpelabbau. Arthrose im Ellenbogengelenk ist die Folge, wenn es nicht gelingt, die rheumatischen Entzündung zu kontrollieren.

Therapie der rheumatischen Entzündung im Ellenbogen

Rheuma und Arthritis im Ellenbogen wird vor allem entzündungshemmend therapiert. Mit Hilfe von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) und anderen Medikamenten können die entzündlichen Schübe bei Rheuma reduziert werden.

Osteoporose: Erhöhte Frakturgefahr im Ellenbogen

Symptome der Osteoporose
  • Stechende Schmerzen.
  • Frakturen nach geringer Krafteinwirkung.
  • Messbar verringerte Knochendichte.

Osteoporose ist die krankhafte Verminderung der Knochendichte im Skelett. Die Erkrankung verläuft schmerzfrei. Zunächst sind vor allem Frauen nach dem Wechseljahren von Osteoporose betroffen. Im höheren Alter holen die Männer aber auf. Besonders gefährlich bei Osteoporose ist die erhöhte Frakturgefahr der Knochen: Oberschenkelhals, Wirbelkörper aber auch Ellenbogengelenk sind betroffen. Belastungen, die bei normaler Knochendichte keine Folgen haben, können bei Osteoporose zu schwerwiegenden Knochenbrüchen führen. Durch Osteoporose ist auch die Knochenheilung eingeschränkt: Die Heilungszeit nach von Ellenbogenfrakturen in Folge von osteoporotischen Knochenbrüchen ist stark verlängert. Die Versorgung dislozierter (verschobener) Brüche mit Schrauben und Platten ist komplizierter, weil die Implantate nicht mehr so stabil im geschwächten Knochen zu verankern sind.

Therapie der osteoporotischen Frakturen im Ellenbogen

Der wichtigste Behandlungsansatz ist die Prävention von Osteoprose: Bewegung, Mineralstoffreiche Ernährung und die natürliche Vitamin-D Produktion der Haut unterstützen die Knochenmineralisierung. In zweiter Linie gibt es auch Medikamente, den Knochenabbau bremsen. Sehr wichtig sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (Knochendichtemessung) um rechtzeitig mit allen Mitteln gegensteuern zu können, wenn die Osteopenie (Knochenschwund) auftritt.

Häufig gestellte Fragen zu Ellenbogenschmerzen

Ich habe meine Ellenbogenschmerzen Nachts oder in Ruhe, was kann das sein?

Ellenbogenschmerzen Nachts oder in Ruhe ohne einen vorangegangenen Unfall, Prellung oder Trauma, deuten auf einen entzündlichen Verlauf hin. So haben Patienten mit Stoffwechselstörungen Ihre Ellenbogenschmerzen auch in Ruhe. Gicht als Störung des Harnsäurestoffwechsels, führt zur entzündlichen Einlagerung von Harnsäurekristallen in Schleimbeutel und Ellenbogengelenk.

Auch rheumatische Entzündungen des Ellenbogens verursachen Schmerzen in Ruhe oder in der Nacht.

Tiefliegende, dumpfe Schmerzen im Ellenbogengelenk könne auf eine aseptische Osteonekrose im Ellenbogengelenk hinweisen, die zum Beispiel zu einer Osteochondrosis dissecans im Ellenbogen führt.

Wie entstehen Ellenbogenschmerzen durch Krafttraining?

Patienten die Krafttraining machen oder körperlich schwer arbeiten, haben besonders häufig Ellenbogenschmerzen.

Bei Patienten mittleren Alters ist häufig bei schwerem Heben oder Bizepstraining ein distaler Bizepssehnenriss passiert. Der laute Knall und der nachfolgende Bluterguss sind eindeutige Zeichen für den Sehnenriss. Die Situation nach Sehnenriss ist aber meist nicht sehr schmerzhaft.

Krafttraining kann auch die Gelenkflächen überlasten: Knorpelschäden, Knorpelverschleiß und Arthroseschmerzen im Ellenbogen können die Folge sein.

Die Überlastung von Sehnen, vor allem auch die Entzündung von Sehnenscheiden, kann ebenfalls die Folge von Krafttraining und schwerer körperlicher Arbeit sein. Es entsteht eine schmerzhafte Sehnenscheidenentzündung im Ellenbogen (Tendovaginitis). Dabei entzünden sich die Hüllgewebe um die Sehnen, die Synovialflüssigkeit produzieren und damit für die für Ernährung und freies Gleiten der Sehnen im Körper verantwortlich sind.

Ellenbogenschmerzen beim Aufstützen

Stechende Schmerzen, die ohne vorangegangenes Trauma dann auftreten, wenn sie den Ellenbogen auf einem Tisch aufstützen ("Studentenellenbogen">, können eine Entzündung des Schleimbeutels über der Ellenbogenspitze als Ursache haben (Bursitis olecranoni).

Auch Stoffwechselstörungen, wie zum Beispiel Gicht oder Rheuma können zu Schmerzen beim Aufstützen führen.

Ellenbogenschmerzen außen am Gelenk, was kann das sein?

Schmerzen außen am Ellenbogengelenk werden häufig vom sog. Tennisellenbogen ausgelöst: Sehnenansatzentzündungen der Unterarmmuskeln an der äußeren Epikondyle (runder Knochenfortsatz des Oberarmknochens): Man bezeichnet diese Ellenbogenschmerzen außen daher als Epicondylitis lateralis humeri, volkstümlich Tennisarm oder Tennisellenbogen.

Ellenbogenschmerzen beidseitig

Beidseitige Ellenbogenschmerzen haben meist eine systemische Ursache, die auf einer Erkrankung des gesamten Organismus beruht. Zu den Ursachen von Ellenbogenschmerzen auf beiden Seiten gehören zum einen Stoffwechselerkrankungen wie Gicht oder Rheuma

Es gibt auch Arthrose, die gleichzeitig in vielen Gelenken auftreten kann. Polyarthrose beginnt meist an den Fingergelenken beginnen, und kann sich dann auf den Ellenbogen ausbreiten (Polyarthrose).

Welche Hausmittel helfen mir bei Ellenbogenschmerzen?

Nach Verletzungen des Ellenbogens durch Trauma hilft immer Ruhigstellen, hochlagern und mit Eisbeuteln vorsichtig Kühlen.

Bei entzündlichen Veränderungen des Ellenbogens durch Bursitis (Schleimbeutelentzündung), Epikondylitis (Tennisarm oder Golferarm) oder Tendovaginitis (Sehnenscheidenentzündung) können warme basische Wickel helfen. Basenwickel sind mit Meersalz getränkt und sorgen dafür dass das bei Entzündungen immer saure Milieu im Gewebe basischer wird. Das reduziert die Entzündungen und den Ellenbogenschmerz. Die Wickel bei Schmerzen im Ellenbogen mehrmals in der Woche mindestens 20-30 Minuten rund um den Ellenbogen einwirken lassen.

Schmerzen in Schulter, Arm und Ellenbogen

Schmerzen im Ellenbogen bedeuten nicht immer, dass das Problem auch dort sitzt. Es gibt auch Schmerzen, die aus dem Schultergelenk in den Ellenbogen ausstrahlen.

So führen Schäden oder Entzündungen an der Rotatorenmanschette der Schulter (Rotatorenmanschettenriss oder Entzündung) häufig auch zu Schmerzen im Ellenbogen.

Nerveneinklemmungen, z.B. durch zervikale Wirbelsäulenstenose oder Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule können zu Nackenschmerzen, Schulterschmerzen und Schmerzen im Ellenbogen führen.

Monotone, repetitive Bewegungen könne auch zum sogenannten Mausarm führen. Der Mausarm beruht auf auf einer durch monotone Bewegungen und Muskelverkürzungen ausgelösten Nerveneinklemmung im Schulterbereich. Diese auf repetitivem Stress (daher repetitive stress injury oder RSI) ausgelöste Nerveneinklemmung kann über den Ellenbogen bis in das Handgelenk ausstrahlen.

Schmerzen im Karpaltunnel des Handgelenks, die in Ellenbogen und Oberarm ausstrahlen

Das Karpaltunnelsyndrom als schmerzhaftes Nervenengpasssyndrom des Handgelenks führt zu tauben oder kribbelnden Fingern, die auch zunehmend kraftlos werden. Die schmerzhaften Folgen der Nervenenge können aber auch rückwärts in den Ellenbogen und Oberarm hinein ausstrahlen.

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Ellenbogen-Spezialist

PD. Dr. med. Bastian Marquaß, Facharzt für Orthopädie in Freiburg PD. Dr. med. Bastian Marquaß, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
 

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