Orthopädische Gelenk-Klinik

Orthopädische Gelenk-Klinik

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Gelenk-Knorpel bei Arthrose nachzüchten: Knorpelzüchtung und Knorpeltransplantation

Bei der Knorpelzelltransplantation werden körpereigene Knorpelzellen (Chrondrozyten) außerhalb des Körpers in einem speziellen Nährmedium vermehrt und dann wieder ein das Gelenk eingepflanzt.  Bei der Knorpelzelltransplantation werden körpereigene Knorpelzellen (Chrondrozyten) außerhalb des Körpers in einem speziellen Nährmedium vermehrt und dann wieder ein das Gelenk eingepflanzt. © Istockphoto.com

Knorpelzellen wachen im Körper nicht von selbst nach

Normalerweise kann der Körper Knorpelzellen nicht von selbst nachwachsen lassen. Knorpelzellzüchtung ist ein biologisches Verfahren zur Regeneration des Gelenkknorpels aus körpereigenen Zellen. In unserer Gelenk-Klinik in Freiburg setzen wir dieses Verfahren seit fünf Jahren erfolgreich ein. Knorpeltransplantation kann aber nur unter bestimmten Bedingungen eingesetzt werden.

"Autologe Knorpeltransplantation" heißt: körpereigenes Knorpelgewebe

Besonders günstig bei der Knorpeltransplantation: Es kommen nur körpereigene Zellen zum Einsatz. Damit besteht erstmals eine Chance auf biologische Knorpelregeneration für Arthrose-Patienten. Dieses Verfahren kann aber nur bei teilweise geschädigten Gelenken - Hüftarthrose (Coxarthrose), Kniegelenksarthrose (Gonarthrose) und Sprunggelenksarthrose - angewendet werden. Voraussetzung für die Knorpeltransplantation ist das Vorhandensein größerer Bereiche funktionierender Knorpelflächen. Insbesondere darf auch die Gegenseite des geschädigten Knorpels nicht Ihrerseits starke Knorpelschäden aufweisen, sondern muss eine glatte Oberfläche bieten. Beidseitige Knorpelschäden sind bisher noch eine Kontraindikation für die Knorpeltransplantation.

Das Zeitfenster für Knorpeltransplantation

Knorpelzüchtung und nachfolgende Knorpeltransplantation ist also nur bei rechtzeitiger Konsultation des Orthopäden möglich: Wenn Gelenke und Knochen bereits stark und auf beiden Gelenkpartnern geschädigt sind, ist es zu spät für biologische Knorpelregeneration.

So wird eine Transplantation körpereigener Knorpel (Autologe Chondrozytentransplantation) durchgeführt

Deutlich sichtbar ist die Knorpelverletzung im Gelenkknorpel Deutlich sichtbar ist die Knorpelverletzung im Gelenkknorpel. Das selbe Gelenk 1 Jahr nach Knorpel- transplantation: die Läsion ist verschwunden und die gesunde Knorpelfläche ist wiederhergestellt. Knorpel ohne Läsion: Die gesunde, glatte Knorpelfläche ist wiederhergestellt. © Dr. Thomas Schneider

Entnahme und Züchtung der Knorpelzellen:

Die körpereigenen Knorpelzellen werden entnommen und im Labor vermehrt. Dazu muss noch ein gesunder und wenig belasteter Teil des Gelenks vorhanden sein. Diese Entnahme vermehrungsfähiger Knorpelzellen kann ambulant, also ohne Krankenhauseinweisung, erfolgen. Die Entnahme erfolgt durch Arthroskopie bei einem minimalinvasiven Eingriff. Dabei wird ein Partikel in Größe eines Korns entnommen. Die in dem Partikel enthaltenen Zellen werden im Labor in einem Zeitraum von 3-4 Wochen um das Vieltausendfache vermehrt. Die dabei neu entstehenden Knorpelzellen haften aneinander und verhalten sich wie natürliche Knorpelzellen.

Implantation der neuen Knorpelsubstanz:

Die Rückführung der körpereigenen Knorpelzellen erfolgt wieder minimalinvasiv. Der Eingriff dauert 30-60 Minuten und kann als Arthroskopie unter lokaler Narkose durchgeführt werden. Dabei werden stark geschädigte Teile des Knorpels ganz entfernt und an dieser Stelle die neuen Knorpelzellen eingebracht. Sie haften nach wenigen Minuten am Untergrund, sind aber noch nicht belastbar. Im Anschluß ist ein 3-tägiger Krankenhausaufenthalt erforderlich.

Details zur Rehabilitation nach Knorpeltransplantation im Kniegelenk
  • Während der Rehabilitation muss nicht dauernd eine Orthese (Schiene) getragen werden
  • Es ist wichtig, während der Rehabilitation, das Knie regelmäßig ohne Belastung zu bewegen (Versteifungsgefahr)
  • Die Bewegung des Knies muss 6 Wochen ohne Belastung durchgeführt werden (z.B. automatische Motorschiene oder Physiotherapie)
  • Schrittweiser Belastungsaufbau: 10 kg pro Woche ab der 6. Woche
  • Dieser mit Gehhilfen kontrollierte Belastungsaufbau kann auf einer Personenwaage getestet werden
  • Duschen, Baden, Schlafen etc ist normal, ohne Schiene (Orthese) möglich

Nachsorge und Aussichten Knorpelzelltransplantation:

Weil der neu eingebrachte Knorpel noch nicht die Festigkeit und Zähigkeit des ursprünglichen Knorpels hat, kann nach 6 Wochen wieder mit einer Teilbelastung des Gelenks begonnen werden. Nach drei Monaten ist das Gelenk wieder voll belastbar. Es geht bis zu einem Jahr, bis der neue Knorpel in das Gelenk integriert ist und die gewünschte Konsistenz (Festigkeit) erreicht hat.

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