Orthopädische Gelenk-Klinik

Orthopädische Gelenk-Klinik

Alte Bundesstr. 58, 79194 Gundelfingen

Tel: (0761) 55 77 58 343

praxis@gelenk-doktor.de

Termin anfragen

Teufelskralle und Brennnessel: Naturheilmittel und Pflanzen zur Behandlung von Arthrose-Schmerzen

Gliederung pflanzliche Heilmittel gegen Arthrose

  1. Entzündungshemmende Naturheilmittel lindern Arthrose
  2. Brennnessel Blätter (Urticae Folium/Herba)
  3. Weidenrinde (Salicis Cortex)
  4. Wurzel der Teufelskralle (Harpagophyti Radix)
  5. Kombination aus Pappelblättern, Pappel- und Eschenrinde und Goldrutenkraut
  6. Arthrose-Behandlung: Wirksamkeit der Pflanzenmedizin durch hohe Konzentrationen
  7. Bitte erst nach der fachärztlichen Diagnose behandeln

Literatur zu pflanzlichen Naturheilmitteln gegen Arthrose

Entzündungshemmende Pflanzenstoffe lindern Gelenkschmerzen

Brennnessel, Weidenrinde, Teufelskralle und andere Entzündungshemmende Pflanzen helfen gegen Arthrose Brennnesselblätter (Urtica dioica) sind wertvolle Heilpflanzen. Brennnessel, Weidenrinde, Teufelskralle und andere entzündungshemmende Pflanzen helfen gegen Arthrose © Prof. Thome (1895)

Entzündungshemmende Phytopharmaka (pflanzliche Arzneimittel oder Naturheilmittel) helfen gegen Arthrose und Arthroseschmerzen. Vor allem im Anfangsstadium der Arthrose können Naturheilmittel - mit Begleitung des Orthopäden - eine Arthrose-Behandlung ergänzen. Naturheilmittel können den Verlauf der Arthrose sowie das Befinden des Patienten günstig beeinflussen.

Der Vorteil in der Anwendung pflanzlicher Arzneimittel gegen Arthrose besteht nicht nur in der besseren Verträglichkeit, verglichen mit synthetischen Schmerzmitteln, sondern auch dem breiteren Wirkungsspektrum.

Die Behandlung der Arthrose mit pflanzlichen Naturheilmitteln ist in der Regel nicht zeitlich begrenzt. Auch bei Arthrose-Therapie mit synthetischen Schmerzmitteln sollte eine Ergänzung mit pflanzlichen Naturheilmitteln erwogen werden: die erforderlichen Dosen an synthetischen Schmerzmitteln durch Naturheilmittel bei vielen Patienten deutlich gesenkt werden.

Brennnessel Blätter (Urticae Folium/Herba)

Brennnesselextrakte beeinflussten im Laborversuch die entzündungsfördernden Botenstoffe in den Gelenkkapseln (Zytokine). Dabei ist aber unsicher, ob das bei der Gabe als Tee oder Dragee reicht, um die Arthroseschmerzen wirksam zu verringern. Vielen Patienten mit Arthrose Arthrose können mit Brennnessel-Behandlung eine zunehmende Beweglichkeit und Schmerzlinderung beobachten.

Weidenrinde (Salicis Cortex)

Die Wirkung der Weidenrinde ist dem Aspirin verwandt, das ein synthetischer Abkömmling eines Stoffes aus der Weidenrinde ist. Weidenrinde ist für viele Arthrosepatienten aber besser verträglich als Aspirin. © Prof. Thome (1895)

Weidenrinde kann leichte Arthroseschmerzen lindern. Die Wirkung der Weidenrinde ist dem Aspirin verwandt, das ein synthetischer Abkömmling eines Stoffes aus der Weidenrinde ist.

Weidenrinde ist für viele Arthrosepatienten aber besser verträglich als Aspirin. Wissenschaftlich getestet wurde die Wirkung von Dragees aus Weidenrindenextrakten ( Assalix ). Die Wirksamkeit des Weidenrindenextraktes gegen Arthroseschmerzen trat ohne Nebenwirkungen im Magen-Darm Bereich ein. Allerdings musste die doppelte Menge der Empfehlung des Herstellers genommen werden, um die Wirkung zu erzielen (also 4 statt 2 Dragees täglich).

Patienten, die parallel zur Arthrosebehandlung mit Weidenrinde Aspirin zur Blutgerinnungshemmung einsetzen sollten, sich auf jeden Fall mit ihrem Hausarzt besprechen.

Wurzel der Teufelskralle (Harpagophyti Radix)

Die Teufelskralle stammt aus Afrika. Der Extrakt aus der Wurzel der Teufelskralle hat günstige Wirkungen bei Arthroseschmerzen. Dabei werden Schmerzen gelindert, die Steifigkeit am Morgen und Anlaufschmerzen nehmen ab, der Verbrauch an synthetischen Schmerzmitteln kann durch Dragees der Teufelskralle teilweise deutlich gesenkt werden.

Die Wirkung der Teufelskralle dauert auch nach Absetzen der Behandlung an: Teufelskrallenextrakt hat also einen günstigen Langzeiteffekt bei Arthroseschmerzen. Der Extrakt der Teufelskralle ist sehr verträglich und daher auch in der Langzeittherapie von Arthroseschmerzen geeignet.

Ein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis für Teufelskralle gegen Arthroseschmerzen konnte für den Teufelskrallenextrakt Harpadol erbracht werden. Die flüssigen Alkoholextrakte der Teufelskralle, z.B. Doloteffin waren bei Rücken und Nackenschmerzen besonders wirksam.

Die Einnahme der Teufelskralle sollte mindestens über 12 Wochen fortgesetzt werden, bevor die volle Wirkung zu erwarten ist. Patienten mit Gallensteinen sollten Teufelskralle nicht nehmen. Eine Behandlung mit Teufelskralle sollten Sie mit Ihrem Hausarzt und Orthopäden besprechen. Die Gabe anderer Medikakmente muss unter Umständen während einer Behandlung mit Teufelskralle angepasst werden kann.

Kombination aus Pappelblättern, Pappel- und Eschenrinde und Goldrutenkraut

Die Kombination aus Pappelblättern, Pappel- und Eschenrinde und Goldrutenkraut wird in der Volksmedizin als Mittel gegen Gelenkschmerzen überliefert. Derzeit sind aber noch keine Studien bekannt, die eine bestimmte Wirksamkeit von Pappelblättern, Pappel- und Eschenrinde und Goldrutenkraut bei Arthrose belegen.

Arnika-Gel gegen Arthrose

Arnika ist nicht ein altes Pflanzenmittel aus der Volksmedizin gegen Schmerzen. Auch in Anwendungsbeobachtungen konnte das Arnika-Gel seine Wirksamkeit gegen Arhtrose und Rheumaschmerzen zeigen. In einer dreiwöchigen Anwendung nahmen bei einer Studiengruppe aus 204 Arthrosepatienten Grad der Schmerzhaftigkeit und Steifheit des Gelenks deutlich ab. Auch die Einnahme synthetischer Schmerzmittel konnte eingespart werden. Die Maximale Gehstrecke und die Beweglichkeit im Alltag wurde durch das Pflanzenmittel deutlich verbessert. Bei langfristiger EInnahme oder Anwendung hat aber auch das Arnika (Arnica montana) ein Nebenwirkungspotential: Hautirritationen, Bildung von Pusteln und Allergien gehören dazu. Daher muss auch die Arthrosetherapie mit Arnika überwacht werden. Eine kurmässige Anwendung über drei Wochen ist empfohlen, eine Daueranwendung ist nach dem derzeitigen Wissensstand nicht empfehlenswert. (Wissenschaftliche Übersicht zur Anwendung der Pflanzenmedizin bei Arthrose)

Arthrose-Behandlung durch pflanzliche Naturheilmittel: Wirksamkeit durch hohe Konzentrationen

Für eine nachweisbare Wirkung dieser pflanzlichen Naturheilmittel gegen Arthrose ist eine hochwertige Aufbereitung und Wirkstoffkonzentration der Wirkstoffe erforderlich. Die wirksame Konzentration der Inhaltsstoffe der Naturheilmittel ändert sich von Hersteller zu Hersteller sehr stark. Allgemeine Therapie-Empfehlungen zu pflanzlichen Wirkstoffen gegen Arthrose sind daher nicht einfach.

Vorsicht: Bitte erst nach der fachärztlichen Diagnose behandeln

Arthrosen haben sehr vielfältige Ursachen. Diese Ursachen der Arthrose reichen von orthopädischen Fehlstellungen, erblichen (genetischen) Ursachen bis hin zu unzureichend behandelten Sport- und Unfallverletzungen.

Ein Patient mit orthopädischen Symptomen aus dem Bereich der Arthrose sollte daher auf jeden Fall eine pflanzliche oder andere Therapie nur in Absprache und unter medizinischer Überwachung mit einem Facharzt durchführen. Sollte nämlich eine Gelenks-Fehlstellung oder eine unfallbedingte Knorpelverletzung für die Arthrose verantwortlich sein, könnte eine Selbsttherapie ohne genaue Diagnose kostbare Zeit kosten: Der Zeitpunkt kann verstreichen, in dem ein Facharzt für Orthopädie das Gelenk durch eine gezielte Behandlung noch retten könnte.

Eigene Bewertung: 
Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 3.5 (191 Stimmen)