Orthopädische Gelenk-Klinik

Orthopädische Gelenk-Klinik

Alte Bundesstr. 58, 79194 Gundelfingen

Tel: (0761) 55 77 58 0

kontakt@gelenk-doktor.de

Termin anfragen
Klinische Untersuchung von Fußschmerzen

Fußschmerzen: Was kann ich tun?

  1. Wie können Sie mit Ihren Fußschmerzen umgehen?
  2. Wann sollten Sie mit Fußschmerzen dringend zum Arzt?
  3. Fuß- und Fersenschmerzen bei aktiven Läufern:
    Fersensporn, Marschfraktur, Bursitis
  4. Fußschmerzen, die bei Frauen häufig auftreten:
    Morton Neurom, Spreizfuß, Hallux valgus, Spreizfuß
  5. Fußschmerzen im mittleren und höheren Alter:
    Fußwurzelarthrose, Arthritis, Gicht, Neuropathie
  6. Fußschmerzen bei Kindern und Jugendlichen:
    Wachstumsschmerz, Osteochondrosis dissecans, Coalitiones, Osteochondrom am Talus

Wie sollten Sie mit Fußschmerzen umgehen?

Fußschmerzen sind ein biologisch wichtiges Warnsignal, das auf Gefahren für den Fuß hinweist: Überanstrengung, Fehlstellung, Knochenbruch, Erkrankung der Sehnen und Gelenke oder Stoffwechselprobleme können akute Fußschmerzen verursachen.

Dabei ist zu unterscheiden, in welcher Situation der Fußschmerz auftritt:

Fußschmerzen können wegen Überlastung, Trainingsfehlern oder Verletzungen auftreten. Es gibt aber auch Erkrankungen des gesamten Organismus, die sich als Fußschmerzen bemerkbar machen, die aber nicht im engeren Sinne orthopädische Ursachen haben.

Anatomie des Fußes Anatomie des Fußes. Es gibt mehrere Bereiche, die zu Fußschmerzen führen können. Das Sprunggelenk verbindet den Fuß mit dem Bein. Das Fersenbein trägt das Sprunggelenk. Die Fußwurzel vor dem Sprunggelenk ist für einen Teil der vertikalen Beweglichkeit des Fußes zuständig. Aus der Fußwurzel entspringt der Mittelfuß mit den langen Metatarsalknochen ist ein Bestandteil des Fuß-Längsgewölbes. Die Zehenköpchen, wo beim Abrollen des Fußes die Kraft auf den Boden übertragen wird, bilden zusammen mit den Zehen den Vorfuß. © Viewmedica

Der Fuß ist dabei in drei Abschnitte zu teilen: Am Rückfuß spricht man von Fersenschmerz oder von Schmerzen am Achillessehnenansatz. Im Mittelfuß treten Schmerzen an der Fußsohle, oben auf dem Spann und innen am Fuß an der Großzehenmuskulatur auf.

Im Vorfuß tritt Fußschmerz in den Zehen oder als Folge jahrelang getragener hoher Absätze (Folge von Spreizfußfehlstellungen) auf und machen sich bemerkbar.

Wenn sie plötzlich auftretende oder chronische Fußschmerzen haben, sollten Sie nicht das Risiko eingehen, so lange zu warten, bis die Schmerzen zu bleibenden Schäden führen könnten. Durch meist einfache Therapie oder häufig auch lediglich durch Wechsel der Schuhe oder Änderung von Belastung und Lauftechnik kann der Fußschmerz häufig schon erfolgreich gebessert werden.

Wann sollten Sie mit Fußschmerzen sofort zum Arzt?

  • Wenn Sie ein dauernde schmerzhafte Schwellung am Fuß oder Sprunggelenks haben, die auch nach bis zu fünf Tagen nicht besser wird.
  • Wenn Sie eine offene oder sogar eiternde Wunde am Fuß haben.
  • Wenn Sie stechende Schmerzen haben die so heftig sind, dass Sie den Fuß gar nicht mehr belasten können.
  • Wenn sie Schmerzen haben, die auch nach mehreren Wochen nicht besser werden.
  • Wenn Sie Fußschmerzen haben und zugleich Fieber oder erhöhte Temperatur.
  • Wenn die Form des Fußes, des Fersenbeines oder des Sprunggelenks gestört und stark verändert ist.

Fuß- und Fersenschmerzen bei aktiven Läufern

Bei aktiven Sportlern ist die Ursache für den Fußschmerz meist im orthopädischen Bereich zu suchen. Die Füße tragen buchstäblich die Hauptlast und die meisten Verletzungsrisiken in Training und Wettkampf. Dabei sind alle Gewebe des Fußes belastet: Sehnen, Knochen, Knorpel und Schleimbeutel. Überlastungen oder Fehlbelastungen können zu Knochenbrüchen, Sehnenentzündungen oder Rissen oder zu Entzündungen der Gleitgewebe führen.

Was tun bei Fußschmerzen von Läufern?

Nicht nur für Läufer und Laufsportler, sondern für alle Patienten mit Fußschmerz folgender Rat ganz wichtig: Bei akuten oder chronischen Schmerzen nicht einfach weitermachen. Wichtige Schmerzsignale sollten Sie nicht mit Schmerzmitteln überdecken, sondern die Schmerzursachen klären und behandeln zu lassen, bevor bleibende Schäden auftreten. Wichtig ist eine sofortige Reduktion der Belastung.

Erkrankungen der Sehnenansätze: Achillessehnenentzündung (Achillodynie)

Die Achillessehne kann nicht nur durch Trainingsüberlastung, sondern auch durch eine Fehlstellung des Fersenbeines überlastet werden. Die Fehlstellung verändert den Sehnenzug der am Fersenbein befetigten Achillessene (siehe Abbildung rechts). Die resultierende Verdrillung der Achillessehne führt zu Überlastung von Teilbereichen der Sehne. Die Achillessehne kann nicht nur durch Trainingsüberlastung, sondern auch durch eine Fehlstellung des Fersenbeines überlastet werden. Die Fehlstellung verändert den Sehnenzug der am Fersenbein befetigten Achillessene (siehe Abbildung rechts). Die resultierende Verdrillung der Achillessehne führt zur Überlastung von Teilbereichen der Sehne. © Dr. Thomas Schneider

Eine wichtige Rolle spielt bei Sportlern der Schmerz durch Erkrankung von Sehnenansätzen (sogenannte Tendopathien oder Enthesiopathien). Im Bereich des Fersenschmerzes gehören dazu die Ansätze der Achillessehne. Die Achillessehne zur effektiven Kraftübertragung am Fersenbein breit verankert und verbindet die Wadenmuskulatur mit dem Rückfuß.

Auch der Ansatz der Plantarsehne (Plantarfasziitis) am Fersenbein ist anfällig für Sehnenansatzerkrankungen.

Therapie der Sehnenansatzentzündungen

  • Ruhe und Entlastung der Achillessehne
  • Einlagen für die Schuhe (Absatzerhöhung, Überpronationsschutz)
  • Physiotherapie: Beinachsentraining
  • Exzentrische Dehungsübungen der Wadenmuskulatur
  • Stoßwellentherapie
  • Operative Entfernung von entzündetem Gewebe.
  • Operation: Achillessehnenplastik

Was tun bei Achillodynie?

Reduzieren Sie Ihre Belastung. Akute Entzündungen können Sie mit schmerzstillenden Antirheumatika (Ibuprofen) behandeln.

Unterer Fersensporn (Plantarsehnenentzündung)

Beim unteren Fersensporn spürt der betroffene Patient stechende, messerstichartige Schmerzen im Fersenbereich an der Fußsohle. Der untere Fersensporn wird auf Grund eines im Röntgenbild häufig sichtbaren Kalksporns am Sehnenansatz der Plantarsehne benannt.

Nach Beginn der Belastung nehmen die Fersenschmerzen häufig wieder etwas ab. Der Sehnenansatz der Plantarsehne ist bei Fersensporn sehr druckschmerzempfindlich. Die Plantarsehne ist die Sehnenplatte, die vom Fersenbein unter der Fußsohle entlang läuft. Häufig entsteht der untere Fersensporn bei übergewichtigen oder sehr großgewachsenen Menschen. Auch Läufer und Sportler leiden häufig am den stechenden Fersenschmerzen an der Fußsohle.

Mit Hilfe der Ultraschalluntersuchung kann der Fußspezialist die krankhafte Verdickung der schmerzenden Plantarsehne sehen.

Therapie des unteren Fersensporns (Plantarfasziitis)

  • Einlagenversorgung
  • Stoßwellentherapie
  • Zellbiologische Regulationstherapie (ZRT®-Matrix-Therapie)
  • Dehnungsübungen und Physiotherapie
  • Botulinum Toxin-Injektion
  • Endoskopische Operation

Was tun beim unteren Fersensporn?

Sportler mit Plantarsehnenentzündung sollten ihren Fuß entlasten. Bitte nicht in den Schmerz hineintrainieren. Dehnungsübungen der Plantarsehne beugen dem Fersensporn vor oder helfen bei der Heilung. Schuheinlagen entlasten den Sehenansatz an der Ferse. Die Stoßwellentherapie kann die Heilung beschleunigen.

Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) verursacht Fußschmerzen am Spann des Fußes

Sehnenscheidenentzündung der Sehnen, vom Scheinbein am Fußrückenentlang in die Zehen hineinlaufen. Sehnenscheidenentzündung der Sehnen, vom Schienbein am Fußrücken entlang in die Zehen hineinlaufen. Diese Sehnen können sich durch Belastung entzünden (Tendovaginitis) und schmerzhaft anschwellen. © Grays Anatomy

Manchmal spürt man durch Laufen bedingten Fußschmerzen oben am Spann (Rücken) des Fußes: Von den Muskeln vor dem Schienbein laufen eine Reihe von Sehnen über den Spann des Fußes und versorgen jede einzelne Zehe. Mit diesen Sehnen kann man jede Zehe nach oben ziehen. Bei Überlastung können sich auch diese Sehnen entzünden.

Therapie der Tendovaginitis

  • Kühlung
  • Elektrotherapie
  • Physiotherapie
  • Schmerzmittel (Ibuprofen)
  • Ruhigstellung mit Schienen
  • Operative Entfernung der Entzündung

Der Schmerz oben im Fußspann ist dem Schmerz bei einer Marschfraktur (Ermüdungsfraktur, siehe weiter unten) sehr ähnlich: Der Betroffene spürt stechende Schmerzen beim Abrollen des Fußes. Auch bei der Sehnenscheidenentzündung am Fuß sind ungeeignete, zu enge Schuhe oder Trainingsüberlastung mögliche Ursachen.

Was tun bei Sehnenscheidenentzündung am Fuß?

Stoppen Sie das Training, bis Sie schmerzfrei sind. Zu enge Schuhe sollten ersetzt werden. Nichtsteroidale Schmerzmittel helfen bei der Überwindung der Entzündung. Nicht unter Einnahme von Ibuprofen weitertrainieren.

Stechende Schmerzen am Rückfuß: Haglundferse (Haglundexostose)

Für stechende, durch Druck verstärkte Schmerzen am Rückfuß gibt es neben dem Fersensporn und der Achillodynie noch andere Ursachen. Bei Sportlern können Laufschuhe mit zu engen Fersenkappen durch zu starken Druck auf das obere Fersenbein eine Reihe von Problemen hervorrufen. Ungeeignete Laufschuhe können auch bestehende Probleme zu Tage treten lassen.

Therapie der Haglundexostose

  • Fersenpolster
  • Einlagenversorgung
  • Physikalische Therapie
  • Antirheumatische Schmerzmittel
  • Operation (z.B. Schleimbeutel-Entfernung)

Was hilft bei Haglundexostose?

Ist die Fersenkappe des Laufschuhs zu eng oder übt zu viel Druck aus, kann eine schmerzhafte Haglundferse (Haglundexostose) entstehen.

Auch ein zu hohes Trainingspensum kann diese Druckerkrankung im Fersenbereich auslösen. Daher sind besonders viele Patienten mit Haglundferse auch Laufsportler.

Ermüdungsbrüche (Marschfrakturen) an den Mittelfußknochen wegen Überlastung

Ist die Trainingsbelastung zu hoch, oder wird das Training zu schnell aufgebaut, können schmerzhafte Marschfrakturen entstehen. Marschfrakturen treten immer an besonders stark belasteten Knochen auf. So findet man Ermüdungsbrüche der Mittelfußknochen (Metatarsalknochen) am Mittelfuß, vor allem im Bereich der Metatarsale II.

Therapie der Marschfraktur (Überlastungsfraktur)

Die Marschfraktur wird häufig als Prellung oder Verstauchung missverstanden. Aber der Mittelfußknochen ist wegen Überlastung in seiner Struktur verletzt, also angebrochen. Bei Belastung spürt man mit Ermüdungsbruch im Fuß stechende Schmerzen.

Was tun bei Marschfraktur?

Geben Sie Ihrem Fuß sofort Ruhe und beenden Sie bis zur Schmerzfreiheit die Sportbelastung. Entzündungshemmende Schmerzmitel beschleunigen das Abschwellen. Die Entlastung des Vorfußes z.B. durch einen Vorfußentlastungsschuh unterstützt die Heilung der Überlastungsfraktur.

Schleimbeutelentzündungen (Bursitis) am Rückfuß (Achillobursitis)

Auch schmerzhafte Entzündungen der Schleimbeutel (Bursitis) können zu trainingsbedingten Fußschmerzen beitragen. Schleimbeutel sind flüssigkeitsgefüllte Gewebe, die die Beweglichkeit von Sehnen, Muskeln und Haut gewährleisten. Die Schleimbeutel schützen auch die Weichteile vor Druck und Prellungen.

Therapie der Bursitis

  • Entlastung, Kühlung, Ruhigstellung
  • Nichtsteroidale Schmerzmittel (NSAR)
  • Punktion der Entzündeten Bursa
  • Operative Entfernung des Schleimbeutels

Die schmerzhafte Entzündung der Schleimbeutel (Bursitis) am Fuß spielt eine große Rolle bei Rückfußschmerzen. Die Achillessehne ist in Ihrem Verlauf über dem Fersenbein in zwei Schleimbeutel gelagert, die bei Druck oder Überlastung entzünden können (Achillobursitis).

Was tun bei Schleimbeutelentzündung am Rückfuß?

Schuhe mit zu enger Fersenkappe ersetzen. Den Fersenbereich evtl. durch Einlagen polstern. Mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln die Entzündung reduzieren. Sport einschränken um die Belastung zu reduzieren. In schweren Fällen den Schleimbeutel am Rückfuß operativ entfernen.

Schleimbeutelentzündungen am Vorfuß (Intermetatarsale Bursitis)

Auch am Vorfuß spielt die Bursitis eine wesentliche Rolle bei der Schmerzentstehung. Trainingsüberlastung, aber auch im Zehenraum zu enge Laufschuhe tragen zu Bursitis am Vorfuß bei. Auch Fußfehlstellungen, vor allem Spreizfuß oder Hallux valgus - können die Schleimbeutel am Vorfuß überreizen.

Häufig von Bursitis betroffen ist der Bereich des Großzehengrundgelenks (metatarsophalangeale Bursa). Dort kann der Schuhdruck noch verstärkt werden durch eine häufige Fehlstellung der Großzehe im Großzehengrundelenk (Hallux valgus). Der Ballenzeh führt häufig zu Bursitis sowie einer schmerzhaften Schwellung des Großzehengelenks.

Therapie der Busitis am Vorfuß

  • Spreizfußeinlagen
  • Nichtsteroidale Schmerzmittel
  • Operative Entfernung der Schleimbeutel

Bei sportlicher Überlastung können sich auch die Schleimbeutel zwischen den anderen Mittelfußknochen (Intermetatarsale Bursitis) entzünden. Die intermetatarsalen Schleimbeutel finden sich zwischen den Mittelfußknochen (Metatarsalknochen).

Was hilft bei Bursitis am Vorfuß?

Mit Hilfe entzündungshemmender Medikamenten kann die Bursitis zum Abschwellen gebracht werden. Die Sportbelastung bitte reduzieren. Spreizfußeinlagen können den Bereich um die Zehenköpfchen am Vorfuß entlasten.

Muskuläre Schmerzen im Fuß: Entzündung des Großzehenspreizers (Musculus abductor hallucis)

abductor hallucis longus - Der Muskel der die Großzehe abspreizt Der Musculus abductor hallucis (hier aus Sicht von der Fußsohle rot gefärbt) ist dafür verantwortlich, den Goßzehen abzuspreizen. Bei Laufsportlern mit hoher Trainingsbelastung kann sich dieser Muskel entzünden.

Es gibt auch muskuläre Schmerzen im Fuß: Der wichtige Großzehenspreizer (Musculus abductor hallucis) bildet den inneren (medialen) Rand des Fußes. Er kann den Großzehen beugen und abspreizen. Probleme mit diesem Muskel können zu stechenden Schmerzen an der Innenseite des Fußes führen.

Behandlung der Muskelentzündung am Fuß

  • Schmerzmittel
  • Ruhigstellung
  • Dehnungsübungen

Was hilft bei Muskelentzündung des Großzehenspreizers?

Diese stechenden Schmerzen des Großzehenstreckers können leicht mit Schmerzen an der Plantarsehne oder mit einer Marschfraktur verwechselt werden. Dehnungsübungen helfen, diesen wichtigen Muskel in Form zu halten.

Entzündung oder Riss der Peronealsehne

Die Peronealsehnen verbinden die Unterschenkelmuskulatur (Musculus peroneus brevis / longus) mit den Fußwurzelknochen: dem Os cuneiforme innen am Fuß, und dem Os metarasale außen am Fuß. Die beiden umgeben den Fuß innen (medial) und außen (lateral) wie ein Steigbügel. Die Peronealmuskeln strecken den Fuß nach unten aus (Plantarflexion).

Sprunggelenk mit Peronealsehnen Sprunggelenk mit Peronealsehnen. Die langen Peronealsehnen werden von der tiefliegenden Wadenmuskulatur gesteuert. Sie verlaufen paarig - innen und außen am Sprunggelenk und sind im Bereich der Fußwurzel im Fuß verankert. Bei Überlastung und fehlender Regeneration sind Sehnenscheinentzündungen und Risse der Peronealsehnen möglich. © Bilderzwerg @ fotolia

Meist durch Trainingsüberlastung, fehlendes Aufwärmen oder Fehlstellungen des Fußes kommt es zu einer Entzündung der Peronealmuskeln und der Sehnen (Tendinitis der Peronealsehnen). Sehr kritisch sind plötzliche Änderungen in der Gesamtbelastung: Wer sofort mit hohem Trainingsumfang durchstartet, riskiert schmerzhafte Muskelfaserrisse und Muskelentzündungen in den Peronealmuskeln. Schmerzen durch Peronealmuskelentzündugen beginne als Schmerz in der äußeren Wadenmuskulatur, die dann über die Sehnen in den Fuß ausstrahlen können. Vor allem der äußere Knöchel ist davon betroffen. Bei nach außen Kippen des Fußes verstärken sich diese Peronealschmerzen, weil die Sehne weiter gedehnt wird.

Therapie der Peronealsehnen-Entzündung

  • Entlastung und Ruhe
  • Kühlung akuter Entzündungen
  • Schmerzmittel (Ibuprofen etc.)
  • Physiotherapie, Dehnung der Wadenmuskulatur
  • Einlagenversorgung
  • Operative Naht
  • Operatives Debridement der Peronealsehne.
  • Glättung der knöchernen Umgebung der Peronealsehne

Auch im Bereich der Sehnen, die Außen und Innen seitlich unter Sprunggelenk entlang verlaufen, kann es zu Sehnenentzündungen (Tendinitis) kommen. Eine Konsequenz der Tendinitis der Peronealsehne ist ein schmerzhafte Entzündung mit Schwellung im Sprunggelenksbereich.

Laufschuhe, die zu sehr einengen, oder das Abrollverhalten des Fußes beeinträchtigen können ebenfalls zur schmerzhaften Peronealsehnenentzündungen am Fuß beitragen. Die Unterschenkelmuskulatur ist bei Fehlstellungen nicht mehr richtig belastet: Es kommt zu schmerzhaften Überlastungen in Teilbereichen.

Die Entzündung kann bis zum Riss der Peronealsehne führen. Die Schwellung der Peronealsehne kann auch zur Einengung von Nerven im Tarsaltunnel des Sprunggelenks führen: Kribbeln, Taubheit und Gefühlsstörungen sind die Folge.

Fußschmerzen, die bei Frauen häufig auftreten

Es gibt keine Arten von Fußschmerzen, die nur bei Frauen auftreten. Es gibt aber Schmerzen, vor allem im Vorfußbereich, die bei Frauen bis zu 10 mal häufiger auftreten, als bei Männern. Ursache für die etwas höhere Fußschmerzneigung bei Frauen ist das im Vergleich zu Männern weniger stabile Bindegewebe. Hormonelle Veränderungen zum Beispiel in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren können das Bindewgewebe weiter beeinflussen. Zusätzlich haben Frauen auf Grund Ihrer Schuhvorlieben häufig weniger ausgeprägte Fußmuskeln. Wenn mit hohem Absatz häufig auf dem Vorfuß gegangen wird, Bilden sich viele Muskeln zurück. Stattdessen wird der Vorfuß in jeder Phase des Ganges bei hohen Absätzen voll mit dem Körpergewicht belastet.

Schmerzen am Fußballen: Metatarsalgie (Mittelfußschmerz) nach Spreizfuß

Bei der Metatarsalgie (Mittelfußschmerzen) tritt der Fußschmerz im Bereich der Zehengrundgelenke in Höhe der Fußballen auf. Die Fußballen liegen direkt hinter den Zehen am Vorfuß. Dieser Bereich des Fußes ist sehr stark belastet. Durch die Spreizfußfehlstellung sinkt das vordere Fußquergewölbe ab: Die Belastung des Fußballens verstärkt sich.

Im Bereich des Fußballens erfolgt die Kraftübertragung des Körpers auf den Boden bei der Abrollbewegung des Fußes. Wichtige Ursachen der Mittelfußschmerzen in unserer Zeit sind schwache Bindegewebe oder untrainierte Füße. Das tägliche Tragen von einengenden Schuhen mit modischen, spitz zulaufenden engen Zehenräumen verstärken das Problem.

Kommen noch hohe Absätze dazu, verstärkt sich die Last auf den Zehenballen und den stabilisierenden Bindegeweben weiter. Menschliche Füße sind auf eine solche Gewichtsverteilung von Natur aus nicht eingerichtet. Die Folge ist nach vielen Jahren des Tragens solcher Schuhe häufig ein schmerzhafter und wegen dem abgeflachten Fußgewölbe nicht voll belastbarer Spreizfuß. An Stelle der Randbereiche werden bei Spreizfuß alle Zehenköpfchen belastet.

Therapie des Spreizfußes

  • Einlagen zur Stützung des Quergewölbes im Vorfuß
  • Fußübungen und Gymnastik
  • Schuhe mit ausreichend Zehenraum
  • Operation (Weil-Osteotomie: Korrektur des Spreizfußes)

Der Mittelfußschmerz ist ein stechender, manchmal brennender Schmerz im Fußballen.

Beim Stehen oder Gehen wird dieser Schmerz schlimmer. Sie spüren das besonders, wenn Sie barfuß auf harten Oberflächen stehen. Bei Entlastung geht der Mittelfußschmerz an den Zehenballen schnell wieder zurück.

Was hilft bei Mittelfußschmerzen?

Die Behandlung hängt von den spezifischen Ursachen Ihres Mittelfußschmerzes ab. Eine Anpassung der Schuhe ist immer sinnvoll. In vielen Fällen helfen fußgymnastische Übungen, die den Vorfuß kräftigen. Bei Spreizfußfehlstellung kann eine Vorfußeinlage mit Polster das Quergewölbe wieder aufrichten und Zehenballenbereich entlasten.

Morton Neurom: Mittelfußschmerzen wegen Nerveneinklemmungen

Das Morton Neurom ist eine entzündliche Verdickung der Hülle des Mittelfußnerven an der Fußsohle. Durch Spreizfuß wird diese von stechenden Schmerzen und tauben oder brennenden Zehen begleitete Erkrankung begünstigt © Dr. Thomas Schneider Das Morton Neurom ist eine entzündliche Verdickung der Hülle des Mittelfußnerven an der Fußsohle. Durch Spreizfuß wird diese von stechenden Schmerzen und tauben oder brennenden Zehen begleitete Erkrankung begünstigt © Dr.Thomas Schneider

Das Morton Neurom ist eine schmerzhafte Schwellung des Nervenhüllgewebens zwischen den Metatarsalknochen. Diese Erkrankung wird durch die SPreiffußfehlstellung begünstigt. Das Absinken des vorderen, quer verlaufenden Fußgewölbes bei der Spreizfußfehlstellung hat Folgen für den gesamten Vorfuß. Die Großzehengrundgelenke liegen dann direkt auf dem Boden. Der Raum zwischen dem Mittelfußknochen (Metatarsalknochen) verengt sich. Der Mittelfußnerv (Nervus medianus) wird beim Gehen von den Metatarsalknochen komprimiert. Als Reaktion darauf schwillt die bindegewebige Hülle des Nerven an: ein sogenanntes Morton Neurom bildet sich.

Durch die Schwellung der Nervenhülle verstärkt sich der Druck auf den Nerven. Es entstehen stechende Vorfußschmerzen, häufig auch Taubheit oder ein Brennen in den Zehen, also im gesamten Versorgungsgebiet dieses Fußnervs.

Häufig fühlt sich das Morton Neurom an wie eine Erbse oder ein Kieselstein im Schuh.

Therapie des Morton Neuroms

  • Schuhe mit breitem Zehenraum
  • Fußgymnastik
  • Injektion von Lokalanästhetika
  • Operative Dekompression (Druckverminderung) des Mittelfußnervs
  • Osteotomie (Umstellung) der Metatarsalknochen
  • Herausschneiden des entzündeten Nervs (Neurektomie)

Was tun bei Morton Neurom?

Durch Ausziehen der Schuhe verschwindet der durch Morton Neurom ausgelöste Fußschmerz sofort wieder. Auch durch Tragen von einengenden Skischuhen tritt dieser charakteristische Vorfußschmerz häufig auf.

Im einfachsten Fall kann das Morton Neurom besser werden, wenn man weniger spitz zulaufende Schuhe mit weniger hohen Absätzen trägt. Bei größeren Neuromen muss manchmal sogar eine Operation des Morton Neuroms durchgeführt werden.

Ballenzehen (Hallux valgus) und Großzehenarthrose (Hallux rigidus)

Der Hallux valgus ist eine Einwärtsdrehung des Großzehens in Richtung der kleineren Zehen. Durch Entzündung der Schleimbeutel am Großzehengrundgelenk und Verschleiß des Großzehengelenks kann der Hallux valgus auch eine schmerzhafte Arthrose auslösen. © Dr. Thomas Schneider Der Hallux valgus ist eine Einwärtsdrehung des Großzehens in Richtung der kleineren Zehen. Durch Entzündung der Schleimbeutel am Großzehengrundgelenk und Verschleiß des Großzehengelenks kann der Hallux valgus auch eine schmerzhafte Arthrose auslösen. © Dr. Thomas Schneider

Die Knickzehe (Hallux valgus) ist eine typische Frauenkrankheit: 10 mal so viele Frauen wie Männer sind von Hallux valgus betroffen. Beim Hallux valgus entsteht eine schmerzhafte Vergrößerung des Fußballens der Großen Zehe auf der Innenseite des Fußes. Das Großzehengrundgelenk ist geschwollen, häufig gerötet und fühlt sich druckschmerzhaft empfindlich an. Viele Fälle von Hallux valgus sind schmerzfrei.

Wenn aber auch der Schleimbeutel entzündet ist (Bursitis) oder eine Arthrose des Großzehengrundgelenks (Hallux rigidus auftritt, spürt der Patient bei jedem Schritt stechende Schmerzen und eine deutlich reduzierte Belastbarkeit der Großzehe.

Die Großzehe wird steif, daher der Name hallux rigidus: Es entsteht eine starke Bewegungseinschränkung. Häufig führt die Gewichtsverlagerung beim Abrollen des Fußes weg von der Großzehe auf die benachbarten Kleinzehen zu einer sog. Transfermetatarsalgie (Mittelfußschmerz wegen Gewichtsverlagerung).

Hallux valgus Therapie

In schweren Fällen kann es wegen der hohen Belastung auf den dafür nicht ausgelegten Kleinzehen auch zu einer Marschfraktur (Überlastungsfraktur) der betroffenen Mittelfußknochen kommen.

Was hilft bei Hallux valgus und Hallux rigidus?

Wenn der Schmerz zu stark wird und der gesamte Vorfuß in Mitleidenschaft gezogen wird, ist eine Therapie des Hallux valgus erforderlich. In den meisten Fällen hilft nur noch eine Operation zur Begradigung des Hallux valgus.

Fußschmerzen im mittleren und höheren Alter

Während bei jüngeren Patienten bei der Entstehung von Fußschmerzen Überlastung und Trauma im Vordergrund stehen, kommen bei Patienten ab dem mittleren Alter andere Ursachen ins Blickfeld: Fußfehlstellungen, die bei Jüngeren harmlos sind, machen sich bei älteren Patienten schmerzhaft bemerkbar und führen zu Gelenkversteifung und Arthrose. Der Stoffwechsel ändert sich, häufig auch unter dem Einfluss von Hormonen und Medikamenten. Das kann das für die Funktion des Fußes wichtige muskuläre Gleichgewicht beeinträchtigen. Wichtige Sehnen können Ihre Spannung verlieren. Gelenkverschleiß im Fußgelenk führt zu Arthrose zwischen Fußgelenken oder in den Zehen.

Fußwurzelarthrose: Arthrose an der Fußwurzel (Arthrose des Lisfranc-Gelenks)

Bei der Arthrose der Fußwurzelgelenke sind die festen Gelenke zwischen den Tarsalknochen des Fußes betroffen. Fußwurzelarthrose verursacht meist Schmerzen oben am Spann des Fußes. © Dr. Thomas Schneider Bei der Arthrose der Fußwurzelgelenke sind die festen Gelenke zwischen den Tarsalknochen des Fußes betroffen. Fußwurzelarthrose verursacht meist Schmerzen oben am Spann des Fußes. © Dr. Thomas Schneider

Die Arthrose an der Fußwurzel schmerzt oben über dem Fußlängsgewölbe am Spann des Fußes. Die Fußwurzelknochen sind die sogenannten Tarsalknochen zwischen dem Mittelfußknochen und dem Sprungbein. Sie bilden den Übergang zwischen der Fußwurzel und den langen Mittelfußknochen: Das sogenannte Lisfranc-Gelenk. Eine Arthrose der Fußwurzelknochen führt zu einem Fußschmerz oben am Spann des Fußes.

Häufig ist dieser Schmerz mit einer Schwellung und Überwärmung des Fußrückens verbunden. Durch eine Tastuntersuchung kann der Arzt die betroffenen Gelenke am Fußrücken ermitteln.

Im frühen Stadium der Fußwurzelarthrose kann der Fußspezialist durch Einlagen therapieren. Das Fußlängsgewölbe wird dadurch gestützt. Wenn die Arthrose im Fußrücken sehr schmerzhaft wird, hilft eine operative Versteifung (Arthrodese) des Lisfranc-Gelenks.

Therapie der Fußwurzelarthrose

  • Entzündungshemmende Schmerzmittel
  • Schuheinlagen (Ballonrolle) zur Stützung des Fußlängsgewölbes
  • Arthrodese (Versteifung) des Lisfanc-Gelenks

Was tun bei Fußwurzelarthrose?

In leichteren Fällen kann man versuchen, mit Einlagen zu stützen und die Arthrose mit Entzündungshemmern zu therapieren. In schweren Fällen ist die Versteifung des Lisfranc-Gelenks erforderlich. Die Folgen dieser Versteifung sind nicht sehr gravierend für die Funktion des Fußes, weil das Lisfranc-gelenk auf Stabilität angelegt ist. Die Beweglichkeit des Lisfranc-Gelenks spielt eine untergeordnete Rolle. Die Ursache ist häufig traumatisch: Ein vorangegangener Bruch der Fußwurzelknochen kann die Lisfranc-Arthrose begünstigen. Häufig ist die Ursache aber nicht klar. Man spricht dann von idiopathischer Fußwurzelarthrose.

Diabetische Neuropathie und Durchblutungsstörungen führen zu Fußschmerzen

Viele Arten von Fußschmerz sind zwar an bestimmten Stellen am Fuß zu spüren, sie haben aber keine orthopädischen, sondern stoffwechselbezogene Ursachen.

Diabetes ist einer der Hauptverursacher von Fußschmerzen. Periphere Nervenschmerzen - vor allem Fußschmerzen - sind eine der am weitesten verbreiteten Folgeerkrankungen von Patienten mit Diabetes. Diabetische Neuropathie kann zu zahlreichen Gefühlsstörungen im Fuß führen: Fersenschmerz, Taubheit der Fußsohle, Verlust der Empfindlichkeit für Wärme oder Kälte. Diese Schmerzen und Gefühlsstörungen erhöhen die Gefahr für Fußverletzungen und, weil unbemerkt, nachfolgend Bildung von Geschwüren und Entzündungen am Fuß.

Therapie der diabetischen Polyneuropathie

  • Verbesserte Blutzuckereinstellung
  • Schmerztherapie mit Antidepressiva
  • Vermeidung von Alkohol, Nikotin
  • Durchblutungsfördernde Medikamente

Was tun bei diabetischer Polyneuropathie?

Der neuropathische Fußschmerz wird nicht beim orthopädischen Fußspezialisten, sondern beim Hausarzt oder beim Internisten behandelt. Ganz zentral ist der Abbau von Risikofaktoren: Übergewicht, Rauchen, Alkoholkonsum und Ernährungsfehler.

Störung des Harnsäurestoffwechsels führt zu Gicht und stechenden Fußschmerzen

Wenn Sie wiederkehrende heftige Fußschmerzen haben, die begleitet sind von einer Hautrötung und Druckschmerzempfindlichkeit Ihres Fußes und Ihrer Zehen:dann sollten Sie an Gicht denken.

Therapie der Gicht (Hyperurikämie)

  • Ernährung: Weniger Fleisch und Alkohol
  • Abbau von Übergewicht
  • Schmerzmittel (NSAR) für akute Gichtanfälle
  • Viel Flüssigkeit aufnehmen - Harnsäureausscheidung fördern
  • Urostatika (Medikamente die die Harnsäurebildung hemmen)

Gicht beginnt häufig als stechender Fußschmerz an der Basis der Großzehe. Gicht kann plötzlich beginnen. Sie wachen Nachts auf und haben starke Großzehenschmerzen, das Gelenk ist geschwollen und überwärmt.

Gicht entsteht wenn sich Harnsäurekristalle im Gelenk ablagern. Ursache ist also eine Störung des Harnsäurestoffwechsels.

Gicht kann durch Ernährungsanpassung behandelt werden. Reduzieren Sie den Anteil von Fleisch und alkoholischen Getränken an Ihrer Ernährung, dann kann die Harnsäure wieder normal ausgeschieden werden.

Rheumatische Arthritis führt zu schmerzhafter Schwellung und Überwärmung des Fußes

Rheumatische Arthritis ("Rheuma") ist eine schmerzhafte, entzündliche Erkrankung von Weichteilen und Gelenken, die zu Fußschmerzen führen kann. Auslöser ist stets eine Autoimmunerkrankung, wo sich die Entzündungsreaktion des Körpers gegen das eigene Gewebe richtet. Wie bei der Arthrose ist Knorpelverschleiß die Folge dieser Entzündung: Hier wird der Knorpelabbau jedoch durch die Entzündung vorangetrieben.

Therapie der Rheumatischen Arthritis

  • Medikamente: Entzündungshemmer (NSAR)
  • Physiotherapie
  • Physikalische Therapie
  • Selten: Cortison Injektionen
  • Teufelskralle
  • Omega 3 Fettsäuren

Stechende Schmerzen, Schwellung des Fußes oder einzelner Gelenke und Überwärmung ist die Folge von rheumatischer Arthritis. Die Arthritis wird durch Blutuntersuchungen eindeutig festgestellt.

Was tun bei Gichtschmerzen im Fuß?

Mit Hilfe von bildgebenden Verfahren (Ultraschall, Röntgen und MRT) kann die rheumatische Arthritis von anderen Erkrankungen abgegrenzt werden. Die Behandlung rheumatischer Arthritis ist schwierig. Sie erfolgt mit antirheumatischen Medikamenten, die vor allem entzündungshemmend sind. Die Behandlung der Arthritis erfolgt durch spezialisierte Rheumatologen.

Fußschmerzen bei Kindern und Jugendlichen

Kinder können aus unterschiedlichen Gründen über Fußschmerzen klagen. Häufig sind Verletzungen oder kleine Unfälle die Ursache. Das kann ein Umknicken bis zum Anstoßen der Zehen reichen. Auch Dornwarzen sind an der Fußsohle von Kindern nicht selten.

Wenn Kinder häufiger über Fußschmerzen berichten, prüfen Sie auch ob die Schuhe nicht zu klein oder im Zehenraum zu eng geworden sind. Kinderfüße wachsen manchmal sehr schnell und haben plötzlich wieder eine andere Schuhgröße, als noch vor wenigen Monaten. Aber auch zu große und schlecht sitzende Schuhe tragen zu Fußschmerzen bei.

Wenn das Kind die Schmerzen aber an Knochen, Muskeln und Gelenken verspürt, müssen auch andere Ursachen für kindliche Fußschmerzen in Betracht gezogen werden.

Wenn die Schmerzen aber so stark sind, dass das Kinde den Fuß nicht belasten kann, sollten Sie eine Notaufnahme aufsuchen: Dann sollte durch eine fachärztliche Diagnose ein struktureller Schaden oder ein Knochenbruch am Fuß untersucht werden.

Fußschmerzen auf Grund des Längenwachstums (Apophysitis calcanei)

Fußschmerzen bei Kindern und Jugendlichen haben in den meisten Fällen - außer bei Traumata und Unfällen - keine strukturellen Ursachen an Knochen, Sehnen und Gelenken.

Häufig sind Fußschmerzen mit Dysbalancen zwischen dem Skelettwachstum und der Muskulatur verbunden. Durch das Wachstum entstehen vor allem Sehnenansatzreizungen (Enthesiopathien, Tendinitis, Insertionstendinopythie). Am Fuß ist vor allem der Achillessehnenansatz davon betroffen. Bei Kindern sitzt dort eine aktive Wachstumsfuge, die zusätzlich schmerzhaft werden kann. Vor allem Fersenschmerzen - also Schmerzen an der Insertionsstelle der Achillessehne im Fersenbein bei Kindern sind häufig Wachstumsschmerzen.

Therapie der Apophysitis calcanei

  • Schonung, Ruhe
  • Fersenpolster
  • Schuheinlagen zur Absatzerhöhung
  • Evtl. Gewichtsreduktion
  • Schmerzmittel bei Bedarf

Was tun bei Wachstumsbedingten Fersenschmerzen?

Bei sportlichen Jugendlichen muss bei Fersenschmerzen manchmal auch an eine Haglunderkrankung gedacht werden.

Diese Störungen können nach orthopädischer Diagnose sehr gut mit Hilfe der Physiotherapie und manualtherapeutischen Methoden behandelt werden.

Schmerzen wegen Osteochondrosis dissecans im Sprunggelenk

Die Osteochondrosis dissecans (oder OD bzw. Osteochondrose) ist eine Störung des Knochenstoffwechsels im Sprunggelenk direkt unter der Knorpelfläche. Meist sind besonders belastete konvexe Bezirke des Talus (Sprungbeines) von OD betroffen. Häufig trifft die OD besonders sportliche und aktive Kinder und Jugendliche.

Bei der Osteochondrosis dissecans verliert ein Teilbereich des Knochens unter dem Gelenk seine Durchblutung. Der Randbezirk bildet eine stark verknöcherte Grenzschicht aus: Der abgestorbene Bereich sklerosiert.

Therapie der Osteochondrosis dissecans bei Jugendlichen

  • Ruhigstellung, Sportverbot
  • Entlastung durch Unterarmgehstützen
  • Unterstützung des Calcium Stoffwechsels mit Vitamin D3
  • Operation: Sprunggelenksarthroskopie
  • Anbohrung der Osteochondrose-Zone
  • Kochentransplantation (Spongiosaplastik)
  • Refixation des gelösten Dissekats

Der nekrotische Knochenbezirk kann sich dann aus der Gelenkfläche lösen. Dann können bei jeder Bewegung stechende Gelenkschmerzen im Sprunggelenk auftreten, die je nach Lage des Knochenfragmentes (Gelenkmaus) auch wieder zurückgehen können.

Was hilft bei Osteochondrosis dissecans im Sprunggelenk?

Wenn ein Orthopäde eine Osteochondrosis dissecans diagnostiziert, verordnet er in der Regel eine langfristige Sportpause . Bei vielen Kindern kann sich die Knochennekrose durch Entlastung wieder zurückbilden. Je älter der betroffene Jugendliche mit OD ist, um so geringer sind seine natürlichen Heilungschancen. Patienten mit Osteochondrosis dissecans werden ab dem 18. Lebensjahr auch operiert. Wenn sich das Knochenfragment (dissecat) gelöst hat, ist in jedem Fall eine Operation der Osteocondrosis dissecans erforderlich. Der verlorene Knochen kann mit einem Transplantat (Knochenersatz) aus körpereigenem Knochen aus dem Beckenkamm ersetzt werden.

Fußschmerzen und Fußfehlstellung wegen Knochenverwachsungen im Fuß: Tarsale Koalitionen

Die Knicksenkfuß oder Plattfuß bei Kindern ist ein ganz normales Entwickliungsstadium der Fußreifung. Eltern interpretieren das manchmal als Fehlstellung und suchen besorgt eine ärztliche Beratung auf. Durch die natürliche Fußreifung richtet sich das Fußlängsgewölbe bei den meisten Kindern bis zum Alter von 4-6 Jahren auf. Durch Herumtoben und Barfußlaufen unterstützen Kinder die Fußreifung.

Ist die Knick-Senkfußstellung aber verbunden mit Fußschmerzen, Muskelkrämpfen im Fuß, die bis in den Unterschenkel ausstrahlen können, dann sollten Eltern aber aktiv werden. Häufig sind diese Schmerzen verbunden mit einer starken Bewegungseinschränkung oder früher Ermüdung der Kinder beim Gehen: Wenn diese Symptome auftauchen, besteht die Gefahr der Verwachsung (Koalition) von Fußknochen, die sich normalerweise getrennt entwickeln. Diese Fußschmerzen wegen Knochenverwachsungen tritt häufig ab dem Alter von 12 Jahren auf. Dem vorangegangen ist meist ein kontrakter Plattfuß (Knicksenkfuß) , der sich auch durch die Fußreifung nicht aufgerichtet hat.

Der menschliche Fuß hat je 26 Fußknochen. Gerade im Rückfuß und in der Fußwurzel sind diese Knochen stabil, aber gelenkig, miteinander verbunden. Wenn in der Entwicklung die Knochen nicht ganz getrennt werden, sondern verwachsen bleiben, kann es zu schweren Störungen der Fußreifung kommen. Es gibt Schätzungen, dass höchstens etwa 1% aller Kinder (wahrscheinlich aber weniger) solche Koalitionen der Fußknochen aufweisen.

Dabei können wir nicht häufig, aber regelmäßig, folgende Verwachsungen (Koalitionen) feststellen:

  • Verwachsung Kahnbein mit dem Sprungbein: talonaviculare Koalition (Coalitin talonavicularis) bei 70% aller Betroffenen
  • Verwachsung Fersenbein mit dem Sprungbein: talokalkaneare Koalition (Coalition talocalcanearis) bei 30% aller Betroffenen
  • Verwachsung des Fersenbeins mit dem Kahnbein: kalkaneonaviculare Koalition (Coalitio calcaneonavicularis)

Die aus den Koalitionen entstehenden Fehlstellungen sind "kontrakt", das heißt: Man kann Sie weder aktiv noch passiv korrigieren.

Die Diagnose subtalarer Koalitionen erfolgt nach der klinischen Untersuchung über Röntgenbilder des Fußes.

Was tun bei der Koalition der Knochen unter dem Sprunggelenk?

Die kindlichen Koalitionen der Fußknochen werden operiert. Bei Operation vor der Pubertät bestehen gute Aussichten, die Voraussetzungen eine normale Fußreifung wieder herzustellen.

Therapie der tarsalen Coalitio

  • Operative Therapie zur Trennung der Coalitio
  • Bei Bedarf subtalare Arthrodese zur Herstellung des Fußgewölbes

Bei der Operation werden die zusammengewachsenen Knochen getrennt. Erfolgt die Operation zu spät, also jenseits des Wachstumsalters, kann sich bereits eine Arthrose des unteren Sprunggelenks, oder eine Arthrose der Fußwurzelknochen ausbilden, die dann zusätzliche Fußschmerzen und Fußprobleme verursacht.

Klumpfuß, Sichelfuß und Spitzfuß: Fehlstellung und Fußschmerzen bei Kindern

Der Klumpfuß ist eine angeborene Fehlstellung der Füße. Sie tritt bei etwa 0,1% aller neugeborenen Kinder auf. Der Klumpfuß wird meist wegen seiner charakteristischen Form sofort nach der Geburt sicher diagnostiziert. Die Behandlung erfolgt bereits im Säuglingsalter durch redressierende Verbände aus Gips.

Die Spitzfußfehlstellung ist eine im Sprunggelenk zwanghaft nach unten ausgestreckte Stellung des kindlichen Fußes. Sie tritt häufig zusammen mit dem Klumpfuß auf. Auch der Spitzfuß kann sofort nach der Geburt - oder vorher per Ultraschall - sicher diagnostiziert werden. Häufig wird der Spitzfuß neurologisch verursacht: Nervenschäden im Gehirn oder in der Wadenmuskulatur können den kindlichen Spitzfuß verursachen.

Was tun beim kindlichen Spitzfuß?

Der kindliche Spitzfuß wird meist physiotherapeutisch behandelt.

Kartilaginäre Exostose (Osteochondrom) bei Kindern

Die kartilagonäre Exostose ist ein gutartiger Knochentumor der z.B. an den Wachstumsfugen des Talus wuchert. Das Tumorwachstum endet in der Regel nach der Beendigung der Wachstumsphase. Nur wenn das Osteochondrom Schmerzen verursacht, weil es Nerven oder Blutgefäße verdrängt, ist eine operative Entfernung durch den Fußspezialisten notwendig. ©  Dr.Thomas Schneider Die kartilagonäre Exostose ist ein gutartiger Knochentumor der z.B. an den Wachstumsfugen des Talus wuchert. Das Tumorwachstum endet in der Regel nach der Beendigung der Wachstumsphase. Nur wenn das Osteochondrom Schmerzen verursacht, weil es Nerven oder Blutgefäße verdrängt, ist eine operative Entfernung durch den Fußspezialisten notwendig. © Dr.Thomas Schneider

Das Osteochondrom am Talus ist eine gutartige Wucherung (Tumor) des Knorpelgewebes in der Wachstumsfuge von Fußwurzelknochen. Die Wucherung kann bei Kindern zu Fußschmerzen im Bereich der Fußwurzel am Spann, also oben am Fuß, führen.

Therapie der kartilaginären Exostose

  • Abwarten und Beobachten
  • Wenn Schmerzen auftreten: operative Resektion

Diese kartilagene (aus dem Knorpel stammende) Tumor kann operiert werden, wenn er durch die auf Nerven oder Blutgefäße trifft, oder durch Blockade eines Gelenks an der Fußwurzel Fußschmerzen verursacht.

Eigene Bewertung: 
Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (1 vote)
Folgen Sie der Gelenk-Klinik auf Facebook oder Twitter

Wählen Sie ein Gelenk

Für eine medizinische Fragestellung - Coxarthrose, Arthrose, Gonarthrose, Sprungelenksarthrose, Hüftprothese, Hüftgelenks-TEP, Karpaltunnel-Syndrom, Facettengelenksarthrose etc klicken Sie auf ein Gelenk der orthopädischen Abbildung oben: Sie gelangen dann zu allen wichtigen Informationen Schulter, Sehnenverkalkung, Frozen Shoulder, Auskugelungen, Schultergelenks-Arthrose, Omarthrose, Schleimbeutel, Rotatorenmanschette Taube Hände, Karpaltunnelsyndrom, Medianus Neurolyse minimalinvasiv durchführen Huefte, Coxarthrose, Cox-Arthrose, Hueft-TEP, künstliches Hüftgelenk, Hüftprothese, Hüftschmerzen, Hüftnekrose, Ellenbogen-Gelenk Handgelenk: taube Hände und das Karpaltunnelsyndrom, Medianus Neurolyse minimalinvasiv durchführen knie Haglundferse, Fersensporn, Morton Neurom, Metatarsalgie,  Fuss, Zehen, Hallux Valgus, Hallux Rigidus, Schiefe Zehen, Hammerzehe, Krallenzehe, Korrektur Sprunggelenk, Sprunggelenksprothese, Knöchel, Fussgelenk, Sprunggelenk-Arthrose, Sprunggelenk-Prothese, Sprungelenksarthroskopie, Knorpeltransplantation, Chondrozytentransplantation Wirbelsäule, Bandscheibe, Lendenwirbelsäule, Halswirbelsäule, Bandscheibenvorfall, Rückenschmerzen

Orthopädische Spezialisten

Facharzt für Orthopädie

Dr. med. Martin Rinio
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

 
Facharzt für Orthopädie

Dr. med. Thomas Schneider Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

 
Termin telefonisch vereinbaren:
0761-55 77 58 0

Orthopädische Gelenk-Klinik

Informationen zu Untersuchung und stationärem Aufenthalt in der orthopädischen Gelenk Klinik

Orthopädische
Gelenk-Klinik
Zentrum für Arthrosetherapie und Endoprothetik

Spezialisierung:

  • Orthopädie
  • Unfallchirurgie
  • Neurochirurgie
  • Rehabilitative Medizin

Tel: (0761) 55 77 58 0

praxis@gelenk-doktor.de

Virtueller Rundgang

360° Virtueller Rundgang: Ansicht der Ambulanz