Orthopädische Gelenk-Klinik

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Klinische Untersuchung von Fußschmerzen

Hallux rigidus: Beweglichkeit der Großzehe bei Arthrose erhalten oder versteifen?

  1. Was ist ein Hallux rigidus?
  2. Symptome des Hallux rigidus
  3. Wann zum Arzt mit Hallux rigidus?
  4. Ursachen des Hallux rigidus
  5. Diagnose und Untersuchung des Hallux rigidus
  6. Konservative Therapie bei Hallux rigidus
  7. Operation bei Hallux rigidus: Cheilektomie, Prothese, Knorpelersatz oder Versteifung?
  8. Hallux rigidus mit Oberflächenersatz beweglich versorgen: CARTIVA®-Implantat als Knorpelersatz
Literatur zu Hallux rigidus

Ist das Großzehengrundgelenk von einer Arthrose (Gelenkverschleiß) betroffen, spricht man von einem Hallux rigidus (lat. rigidus „starr“, „steif“). Er entsteht vor allem aufgrund von Überlastung (z. B. durch Sport oder Laufen auf hohen Schuhen) oder Verletzungen. Patienten mit Stoffwechselerkrankungen (z. B. Gicht, Diabetes), Fußfehlstellungen oder fortgeschrittenem Alter bekommen häufiger eine Arthrose des Großzehengelenks. Der Gelenkverschleiß verläuft zunächst meist symptomlos. Erst bei fortgeschrittetem Knorpelverlust entstehen Belastungsschmerzen und Bewegungseinschränkungen. Lange Zeit galt die Gelenkversteifung (Arthrodese) als Mittel der Wahl, um Schmerzfreiheit im großen Zeh wiederherzustellen. Eine neuere Methode bietet nun die Möglichkeit, gleichzeitig die Beweglichkeit des Großzehengelenks zu erhalten. Das CARTIVA®-Implantat ersetzt den Gelenkknorpel knochensparend durch synthetischen Knorpel aus Polyvinylalkohol (PVA).

Die operative Versorgung des endgradigen Hallux rigidus (Arthrose des Großzehengrundgelenks) war bisher nicht ohne Bewegungseinschränkungen möglich: Die als Standardbehandlung angesehene Versteifung des Großzehengrundgelenks (Metatarsophalangealgelenk bzw. MTP-Gelenk) reduziert dauerhaft die Beweglichkeit der Großzehe. Prothesen waren bisher nicht sehr haltbar. Eine Hemiprothese (Teilprothese) in Form eines dauerhaft eingebrachten synthetischen Knorpelersatzes ermöglicht nun eine beweglichkeitserhaltende Versorgung bei Hallux rigidus. © Cartiva Inc. Die operative Versorgung des endgradigen Hallux rigidus (Arthrose des Großzehengrundgelenks) war bisher nicht ohne Bewegungseinschränkungen möglich: Die als Standardbehandlung angesehene Versteifung des Großzehengrundgelenks (Metatarsophalangealgelenk bzw. MTP-Gelenk) reduziert dauerhaft die Beweglichkeit der Großzehe. Prothesen waren bisher nicht sehr haltbar. Eine Hemiprothese (Teilprothese) in Form eines dauerhaft eingebrachten synthetischen Knorpelersatzes ermöglicht nun eine beweglichkeitserhaltende Versorgung bei Hallux rigidus. © Cartiva Inc.

Was ist ein Hallux rigidus?

Hallux rigidus ist eine degenerative Gelenkerkrankung (Arthrose) des Grundgelenks der großen Zehe. Der Knorpel in diesem Großzehengrundgelenk nutzt sich bei Hallux rigidus zunehmend ab. Arthrosetypische Gelenkveränderungen treten auf: Gelenkspaltverengung, Osteophyten (Knochensporne), Knorpelabrieb, Entzündung des Großzehengrundgelenks. Infolge der Erkrankung schmerzt der Fuß beim Abrollen und das Großzehengrundgelenk versteift zunehmend. Von diesem Symptom hat der Hallux rigidus auch seinen Namen (lat. rigidus = steif, unbeweglich). In einem sehr späten Stadium der Arthrose des Großzehs kann häufig nur noch eine Operation helfen.

Anatomische Abbildung des Fußes mit dem Großzehengrundgelenk von oben. Deutlich sichtbar sind die ausgezogenen Ränder des Gelenks (Osteophyten oder Knochensporne), die im Gelenk aneinanderstoßen und die freie Beweglichkeit des Großzehengrundgelenks verhindern. Unter dem Großzehengrundgelenk sind die für die Gelenkführung durch die Sehnen wichtigen Sesambeine rechts und links des 1. Zehenstrahls (Os metatarsale) angedeutet. © FH-Orthopaedics Anatomische Abbildung des Fußes mit dem Großzehengrundgelenk von oben. Deutlich sichtbar sind die ausgezogenen Ränder des Gelenks (Osteophyten oder Knochensporne), die im Gelenk aneinanderstoßen und die freie Beweglichkeit des Großzehengrundgelenks verhindern. Unter dem Großzehengrundgelenk sind die für die Gelenkführung durch die Sehnen wichtigen Sesambeine rechts und links des 1. Zehenstrahls (Os metatarsale) angedeutet. © FH-Orthopaedics
 
Wichtige Begriffe in diesem Artikel kurz erklärt:

"Hallux": Zehe
"rigidus": steif, unbeweglich
"Metatarsophalangealgelenk" (Abkürzung: "MTP-Gelenk"): Gelenk zwischen dem Mittelfußknochen des 1. Zehenstrahls und der Großen Zehe
"Articulatio metatarsophalangeales": lat. für Großzehengrundgelenk
"MTP-Prothese": Prothese des Großzehengrundgelenks
"Cheilektomie": Gelenkerhaltende, arthroskopische Operation eines Großzehengrundgelenks bei beginnender Arthrose

Anatomie des Großzehengrundgelenks Das Großzehengrundgelenk ist ein Kugelgelenk, ähnlich wie das wesentlich größere Hüftgelenk. Es wird durch eine Reihe von Bändern (gelb eingezeichnet) sowie die Gelenkkapsel geführt und in seiner Beweglichkeit eingeschränkt. Das Großzehengrundgelenk oder Metatarsophalangealgelenk (kurz: MTP-Gelenk) ist nach oben mit bis zu 50 ° und nach unten mit bis zu 40° sehr beweglich. Seitlich ist die Beweglichkeit durch Bänder und die Gelenkkapsel stark eingeschränkt. Bei Patienten mittleren Alters, häufiger bei Frauen, beobachtet man zunehmend eine schmerzhafte Arthrose des MTP-Gelenks (Hallux rigidus) © Dr. Thomas Schneider

Symptome des Hallux rigidus: Anzeichen für eine Arthrose im Großzehengrundgelenk

Leitsymptom des Hallux rigidus ist stechender Schmerz im Großzehengrundgelenk, vor allem beim Gehen. Hinzu kommt die zunehmende Versteifung, wodurch das Gelenk an Beweglichkeit einbüßt. Vor allem die Beweglichkeit der Großzehe nach oben (Dorsalextension) wird durch die Arthrose beeinträchtigt.

Eine Arthrose des Großzehengrundgelenks beginnt meist symptomlos. Der Hallux rigidus schmerzt erst im späteren Verlauf. Vor allem bei und nach Belastung treten Schmerzen auf, die in Ruhe wieder nachlassen.

Der Hallux rigidus führt in einem späzeren Stadium zu einer Störung des Gangbildes und der normalen Abrollbewegung beim Gehen. Besonders beim Abrollen über die Großzehe lastet das gesamte Körpergewicht auf dem Großzehengrundgelenk. Vor allem die letzte Phase des Gangzyklus, die sog. "Push-off" Phase, ist schmerzhaft. Daher verändern sich bei Hallux rigidus durch die Gewichtsverlagerung Gangbild und Schrittlänge.Je stärker die Belastung, umso größer die Schmerzen.

Schuhe mit hohen Absätzen verstärken die Zehenschmerzen zusätzlich. Durch die schmerzhaften Einschränkungen beim Gehen oder Laufen geht die Sportfähigkeit der Patienten mit Hallux rigidus spürbar zurück.

Die Knochensporne (Osteophyten), die durch Hallux rigidus in der Umgebung des Gelenks entstehen, können zudem Nerveneinklemmungen verursachen. Taubheit und Gefühlsstörungen der großen Zehe, vor allem an der innenliegenden Seite, können die Folge sein.

Je nach betroffenem Gelenkabschnitt des Großzehengrundgelenks sind unterschiedliche Schmerzlokalisationen möglich. Die Schmerzen können überwiegend an der Fußsohle, aber auch am oberen Teil des Gelenks (fußrückenseitig) oder auch innen oder außen am Gelenk entstehen. Auslöser sind mechanisch störende Weichteile oder reibungsbedingte Knochenanbauten. Hier können auch freie Knochenanteile bzw. freie Gelenkkörper ("loose bodies") die Beschwerden beeinflussen.

Entzündlich aktivierte Arthrose bei Hallux rigidus

Aufgrund der aktivierten Arthrose kann das Großzehengrundgelenk schmerzhaft geschwollen und überwärmt sein. Dann ist es besonders empfindlich und hochgradig druckschmerzhaft. Eine Immunreaktion aufgrund des Knochenabriebs in der Gelenkkapsel des Gelenks verursacht diese Entzündung. Es ist besonders wichtig, die Entzündung schnell zu regulieren, weil das entzündete Milieu den Knorpel aufweicht und die Arthrose beschleunigt. Der behandelnde Arzt muss die Schwellung des Großzehengelenks wegen aktivierter Arthrose von einer Schleimbeutelentzündung (Bursitis) der Großzehe, Gicht oder Rheuma abgrenzen.

Wie ändert sich das Gangbild bei Hallux rigidus?

Um der Schmerzreaktion beim Auftreten auf dem Vorfuß und beim Abrollen des Fußes zu entgehen, versucht der Mensch unbewusst, die Belastung auf dieses Gelenk zu reduzieren. Ein Abrollen beim Gehen über den Fußaußenrand ist die oft langjährige Folge der Erkrankung. Durch diese Ausweichbewegung ändert sich die Belastung der Beinachse und die sog. funktionelle Kette der Muskeln, Sehnen, Bänder und auch Faszien (Organ- bzw. Muskelhülle aus Binde- und Fasergewebe) wird dauerhaft umtrainiert. Das veränderte Gangbild begünstigt langfristig weitere strukturelle Störungen an Fuß und Unterschenkel.

Wann zum Arzt mit Hallux rigidus?

Welche Symptome einer Arthrose des Großzehs sollte der Patient möglichst früh ärztlich abklären?

  • Stechende Beschwerden beim Abrollen, die immer wiederkehren.
  • Beschwerden unter dem Ballen des Großzehs besonders bei Sportlern oder nach langen Märschen.
  • Patienten mit einem deutlichen Knick-Senkfuß sollten die frühen Zeichen der Arthrose besonders ernst nehmen und sich ärztlich vorstellen.
  • Sind Einschränkungen beim Zehenspitzenstand (Stand auf den Zehenballen) vorhanden, ist eine Abklärung dringlich.
  • Die im Rahmen der Arthrose entstehende verminderte Beweglichkeit der Großzehe sollten Betroffene ebenfalls zeitnah abklären.

Was sind die Ursachen der Arthrose des Großzehengelenks?

Wie bei jeder anderen Arthrose auch, ist es häufig nicht einfach, die Ursache eines Hallux rigidus im Einzelfall eindeutig zu erklären.

Die Arthrose des Großzehengrundgelenks ist der Endpunkt eines jahrelangen Verschleißprozesses der Gelenkflächen, der typischerweise mit Überlastung oder einer Verletzung des MTP-Gelenks (Metatarsophalangealgelenk) beginnt. Ein Anstoßen des Großzehs, eine Fraktur (Knochenbruch) oder jahrelange Überlastung, z. B. durch Sport oder Schuhe mit hohen Absätzen, können die Knorpelschicht im Großzehengelenk beschädigen.

Zudem ist die Arthrose als Verschleißerkrankung altersabhängig: Jüngere Patienten können gelegentlich betroffen sein, die meisten Patienten mit Hallux rigidus sind aber schon über 50 Jahre alt. Tritt der Hallux rigidus bereits in jungen Jahren auf, ist häufig eine anlagebedingte Knorpelschwäche die Ursache.

Auch Stoffwechselerkrankungen wie Gicht, Diabetes oder rheumatische Beschwerden können den Gelenkverschleiß im Großzehengelenk beschleunigen.

Ein weiterer Risikofaktor für einen Hallux rigidus ist die Fehlbelastung des Rückfußes durch eine Knickfußstellung.

Auch Fehlstellungen der Fußknochen, z. B. der Metatarsale 1 (sog. Elevation – also Anhebung – des 1. Zehenstrahls) kann zu einer Überlastung des Metatarsalgelenks führen. Eine anlagebedingte (erbliche) Überlänge des 1. Mittelfußknochens oder eine veränderte Form des Metatarsalköpfchens begünstigen ebenfalls einen frühen Verschleiß des Großzehengelenks.

Die klinische Untersuchung der Lokalisation des Fußschmerzes durch den Fußspezialisten ist für die Diagnose des Hallux rigidus von entscheidender Bedeutung. Es gibt zahlreiche andere Ursachen für Vorfußschmerzen, die Schleimbeutel, Nerven oder den Stoffwechsel betreffen. © Gelenk-Klinik Die klinische Untersuchung der Lokalisation des Fußschmerzes durch den Fußspezialisten ist für die Diagnose des Hallux rigidus von entscheidender Bedeutung. Es gibt zahlreiche andere Ursachen für Vorfußschmerzen, die Schleimbeutel, Nerven oder den Stoffwechsel betreffen. © Gelenk-Klinik

Wie untersucht der Arzt den Hallux rigidus?

Die klinische Diagnostik beinhaltet das Patientengespräch und die manuelle Untersuchung von Beweglichkeit und Schmerzhaftigkeit der Großzehe. Die Angaben des Patienten sind in jedem Fall der Grundstein der Diagnostik. Häufig werden arthrosetypische Beschwerden von Betroffenen selbst sehr eindeutig geschildert: Anlaufschmerzen am Morgen und stechende Belastungsschmerzen im Großzehengrundgelenk vor allem bei längerem Gehen oder in bestimmten Schuhen.

Dabei ist es für den untersuchenden Arzt sehr wichtig, den Schmerz im Großzehengrundgelenk genau zu lokalisieren. Wenn die Vorfußschmerzen sich über die gesamte Großzehe oder den Zehenballen ausbreiten, können andere Schmerzursachen vorliegen, z. B. eine Schleimbeutelentzündung. Die Therapiemaßnahmen unterscheiden sich erheblich von denen des Hallux rigidus.

Stadieneinteilung des Hallux rigidus

Der Grad der Arthrose im Großzehengrundgelenk wird in der klinischen Diagnostik vier Stufen eingeteilt:

Hallux rigidus Grad 0: Der Grad 0 bezeichnet ein gesundes MTP-Gelenk, das - ohne Bewegungseinschränkungen - ein Abknicken des Großzehens nach oben in einem Bewegungsradius von 40° bis 60° erlaubt. In diesem Stadium ist das Großzehengrundgelenk frei von Schmerzen und voll beweglich. Es ist im Röntgenbild unauffällig. Der Gelenkspalt ist ausgeprägt sichtbar.

Hallux rigidus Grad 1: Bei einem Hallux rigidus Grad 1 beträgt die Beweglichkeit des MTP-Gelenks noch bis zu 30° nach oben. Der Gelenkspalt ist im Röntgenbild leicht verschmälert. Das Röntgenbild zeigt erste Knochenanbauten (Osteophyten) oben auf dem Gelenk. Das Gelenk ist empfindlich und weist gelegentlich Belastungsschmerzen und Versteifungen auf.

Hallux rigidus Grad 2: Bei Hallux rigidus Grad 2 ist das MTP-Gelenk nur noch maximal 30° nach oben oder unten zu beugen. Osteophyten treten nicht nur oben (dorsal) sondern auch innen und außen am MTP-Gelenk auf. Der Gelenkspalt ist im Röntgenbild schon deutlich verschmälert. Die Sesambeinchen (Sesamoidknochen) sind noch frei und unbeteiligt am Arthroseprozess. Der Kopf des Metatarsalknochens ist wegen der Knochenanbauten abgeflacht. In diesem Stadium lässt sich der Hallux rigidus noch konservativ durch Entlastung des Vorfußes mithilfe von Schuhsohlenversteifungen behandeln. Es ist in diesem Stadium auch möglich, den Arthroseprozess durch Cheilektomie zu verlangsamen oder ganz zu stoppen.

Hallux rigidus Grad 3: Bei Hallux rigidus Grad 3 ist das MTP-Gelenk nur noch 10° nach oben oder unten beweglich. Der Knochen weist erste Veränderungen auf und bildet im Röntgen sichtbare Flüssigkeitseinschlüsse (Zysten) unter der Gelenkfläche. Der Gelenkspalt ist aufgrund des Knorpelabriebs stark verschmälert. Bei starker Beugung des Zehs treten stechende Schmerzen auf. Im mittleren Bereich ist das MTP-Gelenk noch schmerzfrei. Ab Grad 3 kann man den Hallux rigidus nur noch durch Versteifung (Arthrodese) oder durch eine gangbilderhaltende Prothese des Großzehengelenks operativ behandeln.

Hallux rigidus Grad 4: Bei Grad 4 ähneln die radiologischen Befunde denen von Grad 3, sie sind jedoch ausgeprägter. Lediglich die schmerzfreie Zone im mittleren Bewegungsbereich ist nicht mehr vorhanden. Das MTP-Gelenk ist daher immer schmerzhaft und nicht mehr belastbar. Die Sesambeine sind stark verändert.

Bildgebende Untersuchung des Hallux rigidus

Röntgenaufnahme eines Hallux rigidus 3. Grades von oben. Deutlich sichtbar ist der schmale Gelenkspalt sowie die ausgezogenen Ränder des Gelenks (Osteophyten). Röntgenaufnahme eines Hallux rigidus 3. Grades von oben. Deutlich sichtbar sind der schmale Gelenkspalt und die ausgezogenen Ränder des Gelenks (Osteophyten). Im Unterschied zum Großzeh erkennt man an den anderen Zehen einen deutlich ausgeprägten Gelenkspalt im Zehengrundgelenk. Dort ist die Knorpelschicht noch intakt. Als weiße Schatten sieht man die Sesambeine rechts und links der Großzehe: Sie sind an der Führung der Sehnen beteiligt und müssen bei einer beweglichen Versorgung immer intakt sein. © Gelenk-Klinik

Da die Arthrose einen Verschleiß des Knorpelüberzugs der Gelenkflächen verursacht, können bildgebende Verfahren eine Verengung des Gelenkspaltes nachweisen. Ein Röntgenbild in zwei Ebenen ist meistens schon zielführend. In Ausnahmefällen können eine CT-Untersuchung (Computertomographie) oder eine DVT-Aufnahme (digitale Volumentomographie) hochauflösende Schnittbilder des Gelenks erstellen.

Zur besseren Beurteilung der Weichteilsituation am Großzehengelenk kann auch ein MRT (Magnetresonanztomographie) empfohlen werden: Es ist in der Lage, eine detaillierte Knorpelanalyse durchzuführen. Zudem zeigt es Veränderungen in den benachbarten Knochen: Hier können schmerzhafte Wassereinlagerungen (Ödeme) infolge der Knorpelschäden entstehen.

Differentialdiagnosen des Hallux rigidus

Die Ultraschalluntersuchung kann bereits bei der Erstvorstellung in der Sprechstunde entzündliche Prozesse an hautnahen Strukturen, wie zum Beispiel eine Bursitis (Schleimbeutelentzündung), als Ursachen des Vorfußschmerzes ausschließen.

Arthroskopie der Großzehe

Falls die Bildgebung in den Aussagen nicht eindeutig ist, bringt eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) Sicherheit. Dabei begutachtet der Operateur die Gelenkflächen mit einer Winkeloptik direkt. Die Belastungsverhältnisse unter Bewegung – also beim Gehen – lassen sich zudem dynamisch im Rahmen einer Podometrie darstellen. Typische Ausweichbewegungen als Folge des Großzehenschmerzes macht die Podometrie eindeutig sichtbar.

Labordiagnostik

Zu den wichtigsten Ursachen von Schmerzen im großen Zeh gehören neben Trauma und Arthrose des Großzehengelenks entzündliche Erkrankungen wie Rheuma oder Gicht. Durch eine Blutuntersuchung können diese Ursachen abgeklärt werden.

Am Großzehengrundgelenk sind die Stoffwechselparameter für Harnsäure besonders wichtig. Denn durch die besondere Lage des Gelenkes sammeln sich entzündungsauslösende Harnsäurekristalle hier besonders häufig. Dies ist vor allem bei Stoffwechselstörungen wie Gicht der Fall, da Harnsäure bei dieser Erkrankung schlechter abgebaut werden kann. Die typischen stechenden Schmerzen am Großzehengelenk können leicht mit einem Hallux rigidus verwechselt werden.

Konservative Therapie des Hallux rigidus

Bei der Behandlung des Hallux rigidus kommen Schmerzmedikamente, Injektionen und Fußgymnastik, aber auch Einlagen zum Einsatz.

Wesentlich für den Umgang mit einem Hallux rigidus ist eine stadiengerechte Verhaltensanpassung: Belastungen, die harte Stöße auf das Gelenk bringen (Fußball spielen, Landungen nach Sprung auf dem Fußballen, starker Abdruck bei Sprüngen) sollten Betroffene vermeiden. Durch diese Einschränkungen vermindert sich die Sportfähigkeit der Patienten deutlich.

Auch das Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen belastet den Vorfuß und das Großzehengrundgelenk und sollte vermieden werden.

Schmerztherapie

Zur Schmerztherapie werden nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac als Tabletten eingesetzt. Diese NSAR reduzieren nicht nur die Schmerzen, sondern auch die schmerzauslösenden Entzündungen, die aufgrund der Arthrose im Großzehengelenk entstehen.

Spezialschuhe mit versteiften Sohlen am Vorfuß oder Schuheinlagen können die Beugung des Großzehengrundgelenks reduzieren. Durch die reduzierte Belastung der Großzehe gehen Patienten wieder schmerzfreier.

Injektionen und Infiltrationstherapie

Manchmal ist das Großzehengrundgelenk so schmerzhaft, dass eine physiotherapeutische Behandlung nicht eingeleitet werden kann. In diesen Fällen kann eine Injektion mit Betäubungsmitteln und entzündungshemmendem Kortison helfen, die Großzehe wieder belastbarer und beweglicher zu machen. Dies ermöglicht die Durchführung von kräftigenden Übungen während der Physiotherapie.

Ausgleich von Fehlstellungen des Rückfußes mit Einlagen

Ein Knick-Senkfuß verstärkt die Belastung des Großzehengelenks. Einlagen, die das Fußlängsgewölbe unterstützen, korrigieren solche Fehlstellungen am Rückfuß. Zusätzlich helfen Übungen zur zur Korrektur der Fersenstellung bei Knick-Senkfuß.

Stoffwechsel

Die Einlagerung von Harnsäurekristallen löst häufig auch die Arthrose im Großzehengelenk aus. Daher kann auch die Behandlung von Harnsäurewerten im Blut wichtiger Bestandteil der Hallux rigidus Therapie sein.

Operation des Hallux rigidus

Arthrose des Großzehengrundgelenks, ist, wie jede andere Form der Arthrose auch, nicht heilbar. Die chronische Erkrankung kann nur in ihrem Verlauf gemildert werden. Ab einem bestimmten Grad der Knorpelabnützung können konservative Therapien des Großzehengrundgelenks den Schmerz nicht mehr ausreichend beeinflussen. Dann hilft häufig nur noch eine Operation, die schmerzfreie Belastbarkeit des Großzehengelenks wiederherzustellen. Häufig geht diese Stabilisierung des Gelenks auf Kosten der Beweglichkeit, weil es dabei versteift wird.

Die operative Versteifung (Arthrodese) des Großzehengelenks ist oftmals die letzte Option bei Hallux rigidus. Die Versteifung therapiert den Arthroseschmerz zuverlässig, reduziert aber auch die Beweglichkeit der Großzehe. Das gilt nicht für alle Patienten als geeignetes Behandlungsziel: Vor allem Frauen, die gerne hohe Absätze tragen, erreichen mit der Versteifung ihr Therapieziel häufig nicht. Mit einer elastischen Oberflächenersatzprothese können wir den Hallux rigidus auch bei vollständigem Knorpelverschleiß zunehmend beweglich versorgen. Der operativ befestigte synthetischen Knorpelersatzes aus einem haltbaren, körperverträglichen Biomaterial kann die Beweglichkeit des MTP-Gelenks erhalten.

Wann ist die operative Versorgung des Hallux rigidus möglich?

Die erfolgreiche Versorgung – entweder gelenkerhaltend oder mit Implantat bzw. als Versteifung – erfordert einige Voraussetzungen, die bei der Planung einer Operation der Großzehe stets durch eine eingehende Untersuchung abgeklärt werden müssen:

  • Der 1. Zehenstrahl, der das MTP-Gelenk bildet, sollte gerade ausgerichtet sein, also keine Fehlstellung aufweisen.
  • Die Haut über der Zehe sollte beweglich verschiebbar, gut durchblutet und frei von Infektionen sein.
  • Der Knochen sollte stabil und von guter Knochendichte sein, um die Befestigung eines Implantates zu ermöglichen.
  • Das MTP-Gelenk sollte keine schwere Fehlstellung, etwa Hallux valgus aufweisen.
  • Die Sehnen sollten in der Lage sein, die Großzehe stabil zu führen.
  • Falls Diabetes vorliegt, sollte dieser gut eingestellt sein, um Komplikationen der Wundheilung nach der Operation zu vermeiden.
  • Fußwurzelarthrose (Arthrose der tarsometatarsalen Gelenke) darf nicht vorliegen.

Es gibt Umstände, die die operative Versorgung erschweren, aber nicht unter allen Umständen verhindern (relative Kontraindikationen):

  • Arthrose der Sesambeine
  • Fehlstellung durch Anhebung des 1. Zehenstrahls (Hallux elevatus)

Gelenkerhaltende Korrektur der Mittelfußknochen (Phalangeale Osteotomie)

In einem frühen Stadium des Hallux rigidus können wir durch eine Osteotomie (Stellungskorrektur) des Mittelfußknochens das Großzehengrundgelenk entlasten. Die operative Entlastung des MTP-Gelenks dämmt das Fortschreiten der Arthrose ein.

Gelenkerhaltende Operation des Großzehengrundgelenks: Cheilektomie

Die Cheilektomie ist eine manchmal minimalinvasive, häufig aber wegen der besseren Übersicht über das Großzehengrundgelenk offen durchgeführte Operation.

Ziel der Cheilektomie ist die Glättung der Gelenkflächen. Zusätzlich dient sie der Beseitigung von Knochenspornen (Osteophyten). Das Großzehengrundgelenk soll wieder schmerzfrei und vor allem nach oben beweglich gemacht werden (Dorsalextension), um eine normale Abrollbewegung des Fußes zu ermöglichen.

Um diese verbesserte Beweglichkeit zu erreichen, wird häufig das oben (dorsal) gelegene Drittel der Gelenkfläche vollständig entfernt. Diese Maßnahme ermöglicht dem Großzehengrundgelenk trotz Knorpelverlust wieder eine bessere Beugung.

Die Cheilektomie erfordert einen operativen Einschnitt über dem Großzehengrundgelenk, durch den die Operationsgeräte eingeführt werden.

Eine Cheilektomie kann, wenn der Eingriff früh genug erfolgt, die Einsteifung des Großzehengelenks, deutlich verbessern. Die Operation ist um so erfolgreicher, je früher sie zum Einsatz kommt und je ausgeprägter die Knorpelreserven im Großzehengelenk noch sind.

Durch den zunehmenden Knorpelverschleiß ist der Abstand der Gelenkpartner im Großzehengrundgelenk deutlich reduziert. Bei der normalen Bewegung der Großzehe stoßen sie direkt aneinander. Typischerweise bilden sich dadurch an den Gelenkrändern Osteophyten (Knochensporne), die den Knorpelabrieb beschleunigen.

Durch die Entfernung des oberen Gelenkflächendrittels bei der Cheilektomie entsteht allerdings ein Nachteil: Danach kann eine Voll- oder Teilprothese (Hemiprothese) des Großzehengrundgelenks nicht mehr verankert werden. Mit der Durchführung der Cheilektomie legt man sich also auf die Arthrodese (Versteifung) des Großzehengrundgelenks Eine beweglichkeitserhaltende Versorgung des Großzehengelenks mit einem Implantat ist nach einer Cheilektomie also ausgeschlossen. Angesichts der guten Ergebnisse, die vor allem mit einer elastischen Hemiprothese des Großzehengrundgelenks durch ein knorpelähnlichen PVA (Polyvinylakohol)-Implantat erreicht werden können, sollte dieser Schritt also gut überlegt sein.

Total-Endoprothese des Großzehengrundgelenks

Röntgenaufnahme einer MTP-TEP (Prothese des Großzehengrundgelenks) von oben. In Reihenuntersuchungen waren 35 % der MTP-Prothesen schon nach 2 Jahren gelockert. Eine knochensparende Konversion (Umkehrung) der MTP-TEP zur einer Arthrodese ist nicht möglich, weil für die Verankerung der Prothese die Knochen des 1. Zehenstrahls und der Großzehe ausgehöhlt werden müssen. Daher empfehlen wir die Totalendoprothese nur Patienten, die bei guter Knochendichte einen geringen Bewegungsumfang und geringe Ansprüche an die Belastbarkeit der Endoprothese haben. © Gelenk-Klinik Röntgenaufnahme einer MTP-TEP (Prothese des Großzehengrundgelenks) von oben. In Reihenuntersuchungen waren 35 % der MTP-Prothesen schon nach 2 Jahren gelockert. Eine knochensparende Konversion (Umkehrung) der MTP-TEP zur einer Arthrodese ist nicht möglich, weil für die Verankerung der Prothese die Knochen des 1. Zehenstrahls und der Großzehe ausgehöhlt werden müssen. Daher empfehlen wir die Totalendoprothese nur Patienten, die bei guter Knochendichte einen geringen Bewegungsumfang und geringe Ansprüche an die Belastbarkeit der Endoprothese haben. © Gelenk-Klinik

Schon seit geraumer Zeit kommen Vollprothesen des Großzehengrundgelenks in der Orthopädie zum Einsatz. Sie sollen nach einer Arthrose die schmerzfreie Beweglichkeit der Gelenkpartner wiederherstellen und funktionieren ähnlich wie Endoprothesen im Kniegelenk oder Hüftendoprothesen: Ein Gelenkpartner wird durch einen implantierten Metallkopf ersetzt, der im Markraum (Knochenhöhle, die das Knochenmark enthält) des Röhrenknochens verankert wird. Der andere wird durch einen Gleitpartner aus Polyethylen bedeckt.

Eine lebenslange Versorgung der Arthrose ist aber –- anders als durch die Versteifung – durch die Prothese des Großzehengrundgelenks nicht zu erwarten. In kontrollierten Studien waren nach zwei Jahren schon 35 % aller MTP-Prothesen gelockert (Gibson, Foot & Ankle International 2005). Beim operativen Auswechseln einer Endoprothese im MTP-Gelenk muss zudem ein großer Teil des Knochens abgetragen oder ausgehöhlt werden, der für die Befestigung der MTP-Totalendoprothese verwendet wurde. Daher ist die Vollprothese keine knochensparende Versorgung. Wenn sich die Prothese löst, gibt es außer der durch den Knochenverlust erschwerten Versteifung keine operative Möglichkeit. Daher hat sich die Versorgung des Hallux rigidus mit einer Endoprothese nicht durchgesetzt.

Neben der Vollprothese kommt auch die Teilprothese (Hemiarthroplastie) des Großzehengrundgelenks zunehmend zum Einsatz. Dabei ersetzen wir nur eine Gelenkfläche. Doch auch die Teilprothese des MTP-Gelenks hat sich nicht durchgesetzt. Verschiedene Materialien wurden ausprobiert, die an anderen Gelenken zur erfolgreichen Endoprothesenversorgung gehören: Keramik, Cobalt-Chrom, Titan. Keines der Modelle konnte bisher zu einer dauerhaften Versorgung des Hallux rigidus beitragen.

Die Prothese des MTP-Gelenks hat sich als Versorgung daher bisher nicht durchgesetzt. Zu den mit der Prothese des Zehengrundgelenks verbunden Problemen gehören:

  • Frühzeitige Lockerung des Implantates
  • Osteolyse: Auflösung des Knochens als Folge einer aseptischen Entzündungsreaktion auf den Plastikabrieb der PET-Komponente der Prothese (PET=Polyethylen
  • Versteifung der Vollprothese und reduzierte Beweglichkeit
  • Überwachsen des Implantates mit Knochenspornen und dadurch erfolgende schmerzhafte Versteifung der MTP-TEP

Wir empfehlen die MTP-Prothese daher vor allem Patienten mit einem geringen Bewegungsumfang und geringen Ansprüchen an die Belastbarkeit.

Im Gegensatz dazu steht die Teilprothese des Großzehengrundgelenks durch ein Oberflächenersatzimplantat aus elatischem, knorpelähnlichem Hydrogel-Material. Dieses CARTIVA-Implantat bringt bessere Beweglichkeiten nach Implantatversorgung und eine deutlich bessere Haltbarkeit als Metallprothesen.

Versteifung (Arthrodese) des Großzehengrundgelenks bei Hallux rigidus

Schematische Abbildung einer Arthrodese (Versteifung) des Großzehengrundgelenks nach Hallux rigidus durch ein über dem Gelenk (dorsal) fest im Knochen verschraubtes Implantat. Das Gelenk verknöchert innerhalb der ersten 8–12 Wochen nach der Versteifung vollständig und wird dauerhaft unbeweglich. Der Bewegungsspielraum des Großzehengrundgelenks ist damit für immer eingeschränkt. © Cartiva Inc Schematische Abbildung einer Arthrodese (Versteifung) des Großzehengrundgelenks nach Hallux rigidus durch ein über dem Gelenk (dorsal) fest im Knochen verschraubtes Implantat. Das Gelenk verknöchert innerhalb der ersten 8–12 Wochen nach der Versteifung vollständig und wird dauerhaft unbeweglich. Der Bewegungsspielraum des Großzehengrundgelenks ist damit für immer eingeschränkt. © Cartiva Inc

Bei stark ausgeprägtem Hallux rigidus ist bisher die Versteifung (Arthrodese) der Gelenkpartner im Großzehengrundgelenk das Mittel der Wahl, um Sportfähigkeit und Belastbarkeit dauerhaft wiederherzustellen. Der größte Vorteil der Versteifung ist die nachhaltige Beseitigung der mit Hallux rigidus verbunden Schmerzen. Das danach stark reduzierte Bewegungsausmaß ist für viele akzeptabel, wird aber nicht allen Patienten gerecht.

Sportarten wie Laufsport, Joggen oder Fußball sind mit der Versteifung des Hallux rigidus problemlos möglich. Die in der Großzehe verloren gegangene Beweglichkeit muss aber vom Fußwurzelgelenk des 1. Zehenstrahls ausgeglichen werden, was dort zu einer erhöhten Belastung mit dem Risiko einer Begleitarthrose führt.

Bei der Arthrodese des Großzehengrundgelenks werden die beiden Gelenkpartner nach Reinigung der Gelenkflächen operativ durch Schrauben verbunden und verwachsen miteinander. Der postoperative Heilungsprozess, während dem die knöcherne Durchbauung des Großzehengelenks stattfindet, dauert bis zu drei Monate. Dieser Prozess muss engmaschig durch Röntgen oder DVT (Digitale Volumentomografie) überwacht werden.

Die Arthrodese hebt die Beweglichkeit des Großzehengrundgelenks dauerhaft auf. Die Aussichten auf eine schmerzfreie, stabile und sportfähige Versorgung durch die Arthrodese sind sehr gut. Auch Aktivitäten wie Joggen, Fußballspielen oder Wandern sind nach der operativen Fusion der Knochen wieder schmerzfrei möglich.

Die Arthrodese des Großzehengelenks ist eine sehr zuverlässige Versorgung. Wenn es Schwierigkeiten gibt, dann meist wegen einer unvollständigen Knochenheilung in der Fusionsstelle zwischen den Gelenkpartnern. Man nennt das Ausbleiben der knöchernen Durchbauung auch Pseudarthrose (Bildung eines "falschen" Gelenks). Die Pseudarthrose ist sehr schmerzhaft. Das Therapieziel eines schmerzfreien MTP-Gelenks wird mit einer Pseudarthrose also nicht erreicht. Die Versteifungsoperation muss dann wiederholt ("revidiert") werden.

Daher wird nach einer Arthrodese die Knochenfusion regelmäßig durch ein Röntgen oder eine DVT-Aufnahme des Fußes geprüft.

Die Pseudarthrose nach Arthrodese tritt glücklicherweise selten, in etwa 5% aller Fälle, auf. In lang angelegten Studien berichteten alle Patienten, bei denen keine schmerzhafte Pseudarthrose auftrat, von einem guten oder sehr guten langfristigen Operationsergebnis. Die Zeit, die für eine vollständige Verknöcherung des MTP-Gelenks erforderlich war, lag zwischen 8 und 15 Wochen nach der Arthrodese. So lange muss der Vorfuß mit einem speziellen Entlastungsschuh geschützt werden.

Eine starke Bewegung der Großzehe ist dann nicht mehr möglich.

Daher ist die Arthrodese bei Frauen, die gerne wieder Schuhe mit hohen Absätzen tragen würden, schwierig: Die für das Tragen hoher Schuhe erforderliche Beweglichkeit der Großzehe ist nicht mehr erreichbar. Wenn die Ansprüche des Patienten von den Möglichkeiten der Versteifung bei Hallux rigidus abweichen, sind beweglichkeitserhaltende Versorgungen durch Gelenkersatz (Prothese) oder Knorpelersatz des Hallux rigidus besser geeignet.

Hallux rigidus beweglich versorgen: CARTIVA®-Implantat als synthetischer Knorpelersatz

Röntgenaufnahme eines CARTIVA-Implantates der Großzehe. Das Implantat wird im 1. Zehenstrahl verankert. Die konvexe Oberfläche der aus wasserbindendem Polyvinylalkohol (PVA) bestehenden Oberflächenersatzprothese des MTP-Gelenks steht 1–1,5 mm über den Knochen hinaus in den Gelenkspalt. Auf diese Weise sorgt sie als synthetischer Knorpelersatz für Pufferung und Gleitfähigkeit. In anderen Gelenken haben CARTIVA-Knorpelersatzimplantate schon Standzeiten von über 8 Jahren ohne Funktionsverlust gezeigt. Sollte das Implantat doch versagen und eine Revision (erneute Operation) notwendig werden, ist aufgrund der knochensparenden Versorgung jederzeit eine Versteifung möglich. © Cartiva Inc. Röntgenaufnahme eines CARTIVA-Implantates der Großzehe. Das Implantat wird im 1. Zehenstrahl verankert. Die konvexe Oberfläche der aus wasserbindendem Polyvinylalkohol (PVA) bestehenden Oberflächenersatzprothese des MTP-Gelenks steht 1–1,5 mm über den Knochen hinaus in den Gelenkspalt. Auf diese Weise sorgt sie als synthetischer Knorpelersatz für Pufferung und Gleitfähigkeit. In anderen Gelenken haben CARTIVA-Knorpelersatzimplantate schon Standzeiten von über 8 Jahren ohne Funktionsverlust gezeigt. Sollte das Implantat doch versagen und eine Revision (erneute Operation) notwendig werden, ist aufgrund der knochensparenden Versorgung jederzeit eine Versteifung möglich. © Cartiva Inc.

Die Versteifung des Großzehengrundgelenks war lange Zeit der Goldstandard der Versorgung. Der Nachteil bei der Versteifung ist ein unbewegliches Großzehengelenk, das viele Patienten und vor allem Patientinnen nicht zufrieden stellt. Es besteht bezüglich der Beweglichkeitsanforderungen bestimmter Sportarten oder Schuhen mit hohen Absätzen keinerlei Flexibilität, nachdem das Gelenk in der fixierten Position versteift ist.

Auch Sportler aus Laufsportarten oder Ballsportarten befürchten langfristig eine Veränderung der Biomechanik des Gehens, wenn das Großzehengelenk versteift ist. Einen Teil der Beweglichkeit muss das Gelenk zwischen dem Mittelfußknochen I und der Fußwurzel kompensieren, was dort die Gefahr von Gelenkverschleiß und Fußwurzelarthrose erhöhen kann (Begleitarthrose). Fußwurzelarthrose erhöhen kann (Begleitarthrose).

Inzwischen bietet das Knorpelimplantat CARTIVA® eine beweglichkeitserhaltende operative Versorgung bei Arthrose des Großzehengrundgelenks. Dabei wird das knorpelähnliche Oberflächenersatzimplantat mit einem Durchmesser von 8–10 mm zwischen die Gelenkflächen gesetzt und im Knochen des 1. Zehenstrahls verankert. Das weiche, wasserbindende Material aus einem elastischen, bioverträglichen Kunststoff wird in das zerstörte Großzehengrundgelenk eingesetzt, ohne dass eine Teilentfernung des gesunden Knochens erforderlich ist.

Während der Einsatz von Polyvinylalkohol-Implantaten im Großzehengrundgelenk erst seit etwa 5 Jahren klinisch erfolgreich durchgeführt wird, haben die Implantate Studien zufolge im Kniegelenk auch nach bis zu 8 Jahren hohen Belastungen ohne Versagen standgehalten. Es stellt selbst nach diesem Zeitraum noch eine wirksame Versorgung von Knorpelschäden im Knie- oder Sprunggelenk dar. Das spricht für die hohe Belastbarkeit und die Bioverträglichkeit der Versorgung mit synthetischem Knorpelersatz.

Zudem konnte der Einsatz von Polyvinylalkohol (CARTIVA®) stets ohne Entzündung des Gelenks durchgeführt werden. Das Material neigt also wesentlich seltener zu Entzündungen als andere synthetische Materialien, wie zum Beispiel Silikon.

Der Oberflächenersatz wird, ähnlich wie bei der biologischen Knorpelersatztherapie, auf der beschädigten Gelenkfläche des Großzehengrundgelenks zwischen den beiden Gelenkpartnern befestigt. Dabei steht das abgerundete Ende des Implantates 1–1,5 mm über die Gelenkfläche über. Es bildet auf diese Weise einen knorpelähnlichen, elastischen Platzhalter im Gelenk.

Damit ist CARTIVA® eine Alternative zu Bioprothesen: Durch Verwendung des stabilen Kunststoffs muss, anders als bei der autologen Transplantation,kein Knorpel aus dem Körper des Patienten gewonnen werden. Außerdem besteht kein Risiko von Virenübertragungen oder Abstoßungsreaktionen, wie es bei Fremdtransplantaten aus Spenderorganismen der Fall ist.

Voraussetzungen für die Verwendung des CARTIVA®-Implantates

Wie bei einer Vollprothese benötigt auch die Hemiprothese des Großzehengrundgelenks eine hinreichende Menge an intakter Knochensubstanz für die Befestigung im 1. Zehenstrahl.

Nach der Entnahme eines keilförmigen Knochenabschnittes aus dem oberen Gelenkflächendrittel des Gelenks, wie es bei einer Cheilektomie durchgeführt wird, kann das CARTIVA®-Implantat nicht mehr angemessen befestigt werden. In diesem Fall bleibt nur noch die Arthrodese (Gelenkversteifung) als operative Rückzugsmöglichkeit.

Wenn die Zerstörung der Gelenkfläche mit Zystenbildung und Verlust an Knochensubstanz zu weit fortgeschritten ist, kann das CARTIVA®-Implantat ebenfalls nicht mehr richtig befestigt werden.

Eine Fehlstellung im Großzehengrundgelenk (Hallux valgus) sollte zudem immer vor der Hemiprothesenversorgung beseitigt werden, um ein stabiles Implantat zu ermöglichen.

Schematische Abbildung des CARTIVA®-Oberflächenersatzimplantates. Der wasserbindende elastische Kunststoff aus PVA (Polyvinylalkohol) wird über eine Vertiefung des 1. Zehenstrahls in die Gelenkfläche eingebracht. Der Operateur befestigt das Implantat durch das Press-Fit-Verfahren. Er klemmt es also in die Verankerung ein. Die gerundete Oberfläche steht 1–1,5 mm über die Gelenkfläche hinaus und bildet so einen elastischen Puffer, der den Gelenkknorpel ersetzt. © Cartiva Inc. Schematische Abbildung des CARTIVA®-Oberflächenersatzimplantates. Der wasserbindende elastische Kunststoff aus PVA (Polyvinylalkohol) wird über eine Vertiefung des 1. Zehenstrahls in die Gelenkfläche eingebracht. Der Operateur befestigt das Implantat durch das Press-Fit-Verfahren. Er klemmt es also in die Verankerung ein. Die gerundete Oberfläche steht 1–1,5 mm über die Gelenkfläche hinaus und bildet so einen elastischen Puffer, der den Gelenkknorpel ersetzt. © Cartiva Inc.

Operation des synthetischen Knorpelimplantates (Cartiva) bei Hallux rigidus

Abbildung des CARTIVA-Oberflächenersatzes aus wasserbindendem Polyvinylalkohol. Das Implantat wird in zwei Größen (8 mm und 10 mm Durchmesser) gelenkseitig in das Metatarsophalangealgelenk (MTP-Gelenk) eingesetzt. Durch die Auslieferung in mehreren Größen kann es den individuellen Größenverhältnissen des Patienten angepasst werden. Neben dem MTP-Gelenk wurde das CARTIVA®-Implantat auch im Knie und im Sprunggelenk über Jahre erfolgreich getestet. Das Material hat fast identische mechanische Eigenschaften zum natürlichen Gelenkknorpel. Wie der Gelenkknorpel ist die Substanz wasserbindend, also ein sogenanntes Hydrogel, das unter Druck Wasser abgibt und dadurch elastisch komprimierbar ist. © Cartiva Inc. Abbildung des CARTIVA-Oberflächenersatzes aus wasserbindendem Polyvinylalkohol. Das Implantat wird in zwei Größen (8 mm und 10 mm Durchmesser) gelenkseitig in das Metatarsophalangealgelenk (MTP-Gelenk) eingesetzt. Durch die Auslieferung in mehreren Größen kann es den individuellen Größenverhältnissen des Patienten angepasst werden. Neben dem MTP-Gelenk wurde das CARTIVA®-Implantat auch im Knie und im Sprunggelenk über Jahre erfolgreich getestet. Das Material hat fast identische mechanische Eigenschaften zum natürlichen Gelenkknorpel. Wie der Gelenkknorpel ist die Substanz wasserbindend, also ein sogenanntes Hydrogel, das unter Druck Wasser abgibt und dadurch elastisch komprimierbar ist. © Cartiva Inc.

Die Operation des synthetischen Knorpelersatzes erfolgt in mehreren Schritten:

Die Anästhesie kann als lokale Narkose, als spinale Betäubung (Betäubung der Rückenmarksnerven) oder als Vollnarkose durchgeführt werden.

Eine Blutsperre beendet den Blutfluß ab dem Schienbein.

Vor der Operation wird eine Antibiotikaprophylaxe durchgeführt, um Infektionen vorzubeugen.

Vor der Operation erhält der Patient eine Antibiotikaprophylaxe, um Infektionen vorzubeugen.

Nach einem vertikalen Hautschnitt von oben öffnet der Operateur die Gelenkkapsel.

Der Kopf des Metatarsalknochens (Mittelfußknochen) wird freigelegt.

Dann wird die Gelenkfläche oben, unten und seitlich durch eine kleine Fräse von Knochenspornen (Osteophyten) befreit.

Nach Inspektion der Gelenkflächen zur Darstellung von Knorpel- und Knochendefekten (osteochondralen Läsionen) kann der synthetische Knorpel symmetrisch platziert werden. Er bedeckt das Gelenk danach entweder vollständig oder bei noch intaktem Knorpel auch nur teilweise. Diese Positionierung wird mithilfe eines Platzhalters während der Operation getestet. Die Beweglichkeit des MTP-Gelenks nach oben muss mindestens 40° betragen, bevor die Platzierung des Implantates erfolgreich ist.

-Implantat sollte nach dem Einbau auf allen Seiten von einem Knochenrand umgeben sein, der nicht kleiner als 1–2 mm ist, um Ausdehnung unter Belastung zu erlauben.

Eine etwa 1,5 cm tiefe Bohrung markiert das Befestigungsgebiet im Metatarsalknochen. In diese Bohrung wird ein Stift eingebracht, der die korrekte Platzierung des Ersatzknorpels testet.

Dann bringt der Operateur das eigentliche CARTIVA® -Implantat in die Vertiefung des Metatarsalknochens ein. In Richtung Gelenk zeigt dann ein gerundetes (konvexes) Ende des Implantates, das die Gelenkoberfläche ergänzt. In Richtung Knochen zeigt eine flache Oberfläche des synthetischen Implantates, das dem Knochen eng anliegt.

Die Befestigung erfolgt über das sog. "Press-it"-Verfahren. Der Druck im Gelenk hält das CARTIVA® Implantat nach dem Einsetzen in seiner Position.

Nach dem Einsatz des Implantats überprüft der Orthopäde noch einmal die maximale Beweglichkeit des MTP-Gelenks.

Mögliche Komplikationen nach Operation des Knorpelersatzimplantates (CARTIVA®)

Es gibt keine nur für das Knorpelersatzimplantat am Großzehengrundgelenk zutreffenden Komplikationen. Wir wollen daher hier die allgemeinen OP-Risiken einer Vorfußoperation darlegen, die ein erfahrener Fußspezialist mithilfe gründlicher Voruntersuchungen weitgehend vermeiden kann:

  • Wundheilungsstörungen und Infektionen
  • Bruch des Kopfes des Metatarsalknochens nach dem Einbringen des Implantates, v. a. bei schlechter Knochenqualität (z. B. durch Osteoporose).
  • Gefühlstaubheit des großen Zehs, falls Nerven verletzt wurden.
  • Entzündliche Reizung der Gelenkkapsel, die mit NSAR (z. B. Ibuprofen) behandelt werden kann.

Wenn die Komplikationen zu einem Versagen des Implantates führen, kann in jedem Fall eine Versteifung (Arthrodese) des Großzehengrundgelenks durchgeführt werden. Anders als bei der Totalendoprothese des Großzehengrundgelenks ist der für eine Versteifung verfügbare Knochen durch die Befestigung des CARTIVA®- Implantates nicht vermindert.

Wirksamkeit der CARTIVA®-Oberflächenersatzprothese

Die Versorgung des Hallux rigidus mit Knorpelersatzimplantaten des Großzehengrundgelenks führte in den bisher verfügbaren Studien zu einer ebenso sicheren Schmerzreduktion wie die Versorgung mit einer Arthrodese (Versteifung). Dabei war aber die Funktion, gemessen an der schmerzfreien Beweglichkeit, deutlich besser als bei der Versteifung. (CARTIVA-MOTION-Studie)

Nachbehandung nach Implantation des synthetischen Knorpelersatzes

Nach der Operation des synthetischen Knorpelersatzes ist das Großzehengelenk sofort wieder belastbar und beweglich. Eine Ruhigstellung oder Entlastung ist nicht erforderlich. Der Patient muss lediglich die Wundheilung und das Ziehen der Fäden abwarten. Eine langwierige, mehrmonatige Nachbehandlung mit einem Vorfußentlastungsschuh ist beim Einsatz des CARTIVA® - Knorpelersatzes nicht notwendig.

Bereits eine Woche nach der Operation darf der Patient mit Physiotherapie beginnen und die Beweglichkeit der Großzehe trainieren. Nach sechs Wochen wird eine Röntgenkontrolle durchgeführt, um den Sitz des Implantates zu prüfen. Ähnlich wie bei Metallendoprothesen ist eine sehr gute Zahnprophylaxe erforderlich, um Implantatinfektionen durch Entzündungen vorzubeugen.

 
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