Orthopädische Gelenk-Klinik

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Die Knick-Senkfuß Fehlstellung bei Kindern muss nur selten operiert werden

Der Knick-Senkfuß des Kleinkindes: Barfußlaufen im Vergleich zu "führenden" und "stützenden" Kinderschuhen
Kindlicher Knick-Fuss Der Kindliche Knickfuß ist an der X-Stellung der Ferse leicht zu erkennen. © gelenk-doktor.de

Die Entwicklung der Beinachse bei Kleinkindern durchläuft mehrere Stadien. Einige dieser Stadien werden von Eltern als Fehlstellungen angesehen. In den meisten Fällen durchläuft das Kind jedoch feste Reifungsmuster, die von allen Kindern mehr oder weniger stark durchlaufen werden. Neugeborene haben wegen des noch unreifen Ansatzes des Hüftgelenks recht starke O-Beinstellungen. Diese Kleinkinder haben daher, wenn Sie laufen lernen, auch einen anderen Fußabdruck als Erwachsene: Ihre Fußsohle liegt fast vollständig auf dem Boden auf. Das Auftreten von Plattfüßen oder Senkfüßen bei Kleinkindern ist ganz normal und stellt keine behandlungsbedürftige Fehlstellung des Fußes dar.

Später, im Alter von 4-6 Jahren tritt dagegen, ebenfalls entwicklungsbedingt, eine vorübergehende X-Fehlstellung bei Kindern auf.

Fußabdruck eines Kleinkindes. Sichtbar ist das ausgefüllte Fußgewölbe des Kindes im Vergleich zur Mutter. Der Fußabdruck eines Kleinkindes weist nur scheinbar auf eine Fehlstellung hin. Sichtbar ist das ausgefüllte Fußgewölbe des Kindes im Vergleich zur Mutter, doch beruht das oft auf den ausgeprägten Fettpölsterchen und Babyspeck an der Fußsohle. ©Wikipedia

Viele Eltern glauben jedoch, daß die Knick-Senkfußfehlstellung bei ihrem Kind ausgeprägter ist, als bei anderen Kindern. Oder sie glauben, dass der Knick-Senkfuß bei Ihrem Kind länger andauert. In diesem Fällen ist es stets angebracht, das Kind dem Orthopäden vorzustellen. Der Orthopäde kann untersuchen, ob die Entwicklung der Beinachse tatsächlich in der Entwicklungsnorm liegt, oder doch gefördert oder gar behandelt werden muss. In den meisten Fällen kann der Orthopäde beim kindlichen Knick-Senkfuß den Eltern beruhigende Auskünfte geben: eine medizinische Behandlung des kindlichen Knick-Senkfuß ist in den meisten Fällen völlig unnötig.

Was beachtet der Orthopäde beim kindlichen Knick-Senkfuß?

  • Ist die Fehlstellung noch flexibel, oder ist sie "kontrakt" - also versteift und damit sofort behandlungsbedürftig?
  • Ist die Knickfuß-Stellung etwa beim Aufrichten in den Zehenstand reversibel?
  • Wird das Fußgewölbe beim Anheben der Großzehe wieder aufgerichtet (sog. Checktest)?
  • Bestehen in den Fußknochen knöcherne Verwachsungen, die das entwicklungsgerechte Aufrichten des Fußgewölbes behindern?
  • Ist die Bewegung des Fußes zum Schienbein eingeschränkt?
  • Kann der Orthopäde die kindliche Ferse, wenigstens noch passiv, in die normale, gerade Position schieben?
  • Hat das Kind Einschränkungen, Schmerzen oder zeigt frühe Ermüdbarkeit?
  • Wie stark ist die Knickfußfehlstellung bzw. Abweichung?
  • Ist die Achillessehne (Rückfußbereich) in Folge der Knick-Senkfuß-Fehlstellung bereits verkürzt?

Bei vielen Kleinkindern sind sogar nur die ausgeprägten kindliche Fettpolster (Babyspeck) unter der Haut der Fußsohle den kindlichen Fußabdruck verantwortlich.

Auf jeden Fall sollten Sie Ihr Kind bei Verdacht auf Knick-Senk-Fuß bei einem Orthopäden vorstellen. In seltenen Fällen kann die Fehlstellung durch eine neurologische Störung (Spastik) verursacht sein. Dieser neurologisch verursachte Knick-Senk-Fuß muß auf jeden Fall früh durch Gymnastik und balancefördernde Einlagen behandelt werden.

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