Orthopädische Gelenk-Klinik

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Klinische Untersuchung von Fußschmerzen

Tarsaltunnelsyndrom: wenn plötzlich der Schmerz im Fuß auftritt

Sie verspüren Schmerzen im Bereich des Fußinnenknöchels? Möglicherweise wird dieser Schmerz von Schwellungen begleitet? Strahlt der Schmerz aus bis in den Vorfuß und in die Fußsohle? Kommt es zusätzlich zu einem Kribbeln, Brennen oder gar Taubheitsgefühlen in den Zehen? Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie am sogenannten Tarsaltunnelsyndrom leiden. Der Tarsaltunnel als Halteband des Beugemuskels liegt als kleinerer Kanal direkt hinter dem Innenknöchel. In diesem Bereich durchlaufen zahlreiche Blutgefäße, Sehnen und Bänder den Tunnel. Doch was ist zu tun, wenn Sie am Tarsaltunnelsyndrom leiden? Was sind die Ursachen? Wie diagnostiziert Ihr Arzt das Syndrom und welche Behandlungswege stehen offen?

Anatomie des Tarsaltunnelsyndroms Der enge Tarsaltunnel am Fuß hinter dem Innenknöchel wird gebildet zwischen dem Talus (Sprungbein) und dem Ligamentum laciniatum - einem Innenband am Knöchel. Nicht nur die hier abgebildeten Nerven (Nervus fibularis profundus sowie der N. tibialis, der sich in den Nervus plantaris medialis und Nervus plantaris lateralis teilt) sondern auch Sehnen und Blutgefäße werden durch diesen Engstelle geführt. Das macht den Tarsaltunnel bei Fehlstellungen, Schwellung des Knöchels oder Überlastung zu einer für die Funktion und Gesundheit des Fuße entscheidenden Stelle. © Dr. Thomas Schneider

Was ist und wie äußert sich das Tarsaltunnelsyndrom?

Das Tarsaltunnelsyndrom ist eine schmerzhafte Erkrankung der Weichteilgewebe am Rückfuß. Die stechenden oder dumpfen Schmerzen entstehen nicht nur belastungsbedingt, sondern beruhen auf einer Veränderung der Weichteilgewebe am Rückfuß.

Liegt ein sogenanntes Tarsaltunnelsyndrom vor – welches auch als Nervenkompressionssyndrom oder tarsales Engpasssyndrom bezeichnet wird – handelt es sich dabei um einen Reizungs- oder Schädigungszustand des Schienbeinnervs, dem Nervus tibialis. Dieser Nerv läuft durch den zwischen dem Ligamentum laciniatum (einem Innenband) und dem Sprungbein gebildeten Kanal hinter dem Sprunggelenk und verzweigt sich dann im Fuß.

Beim Tarsaltunnelsyndrom ist dieser Kanal - der Tarsaltunnel - im inneren (medialen) Bereich Ihres Sprunggelenks verengt.

Symptome des Tarsaltunnelsyndroms

Mögliche Symptome des Tarsaltunnelsyndroms - nicht immer treten alle gemeinsam auf
  • Schmerzen am inneren Fußrand
  • Ausstrahlung zur Fußsohle
  • Ausstrahlung zum Fußrücken
  • Rückfußschmerz mit Ausstrahlung in die Wade
  • Gefühlsstörungen an der Außenseite des Fußes
  • Gefühlsstörungen an der Fußsohle
  • Druckschmerz im Bereich des Tarsaltunnels hinter dem Innenknöchel
  • Muskelatrophie (Rückbildung) der Fußmuskeln
  • Schädigung der Haut (Hautatrophie)

Die Symptome des Tarsaltunnelsyndroms sind häufig für Arzt und Patient schwer zu interpretieren. Wie bei jedem Nervenkompressionssyndrom sind sie individuell verschieden und verändern sich im Laufe der Zeit. Nicht immer treten alle Veränderungen gleichzeitig auf. Man verwechselt das Tarsaltunnelsyndrom häufig auch mit rheumatischen Erkrankungen des Fußes.

Versorgungsgebiet des Nervus tibialis Innen am Fuß Die Äste des sich nach dem Tarsaltunnel verzweigenden Nervus tibialis versorgen unterschiedliche Areale im Fuß. Hier werden die am Innenfuß (medial) liegenden Versorgungsgebiete des Nerven dargestellt. Dieser Bereich ist beim Tarsaltunnelsyndrom besonders von Schmerzen, Ameisenlaufen und anderen Missempfindungen betroffen. © Dr. Thomas Schneider

Ein verengter Kanal, durch den unter anderem Nervenbahnen laufen, sorgt für Druck oder gar Druckschädigungen auf diesen Nerv. Jeder Druck auf Nervenbahnen versucht Taubheit und Schmerzen. Menschen mit Problemen im Bereich der HWS (Halswirbelsäule) kennen das. Die Nerveneinengung, die zu Schmerzen im Arm, Taubheitsgefühlen oder einem Kribbeln bis in die Finger führt, zeigt sich beim Tarsaltunnelsyndrom in gleicher Weise im Fuß. Hierbei beschränken sich die Symptome wegen des Nervenverlaufs schwerpunktmäßig auf Ihren Vorfuß und den Innenrand der Fußsohle.

Der Druck auf den Tarsaltunnel beeinträchtigt nicht nur die Nerven: Er kann auch die Durchblutung des Fußes einschränken und dadurch zu Schäden ("Marschgangrän" bzw. "Kompartmentsyndrom") führen.

Nervenkompressionserkrankungen

Unsere Nerven haben die Eigenschaft, dass die Funktion sich bei vorübergehender Entlastung immer wieder zeitnah regeneriert. Das trügerische Element daran ist, dass durch diese Eigenregeneration auch Beschwerden "verschwinden" oder nur gelegentlich auftreten. Sobald aber bleibende Schädigungen an den Nervenbahnen auftreten, verschwindet auch der Schmerz nicht mehr von selbst.

In der Folge nehmen betroffene Patienten Entlastungshaltungen ein, die den Schmerz lindern sollen. Dadurch werden allerdings die betroffenen Muskeln in Mitleidenschaft gezogen, welche von diesem Nerv angesprochen werden. Dies äußert sich unter Umständen in einer nachhaltigen Schwächung der betreffenden Muskelpartie (Muskelatrophie) und durch den Verlust der uneingeschränkten Bewegungsfreiheit im erkrankten Fuß. Vor allem beim Auto fahren fällt das auf, wenn der rechte Fuß betroffen ist und Gas geben in ausgeprägten Fällen nicht mehr schmerzfrei möglich ist.

Mit der Behandlung müssen wir bleibenden Schäden zuvorkommen.

Ursachen und Risikofaktoren des Tarsaltunnelsyndroms

Ursachen des Tarsaltunnelsyndroms
  • Umknickverletzung des Knöchels mit Schwellung
  • diabetischer Fuß
  • angeborene Fehlbildung der Innenbänder
  • Arthrose im Sprunggelenk
  • Verstärkung der Nervenschmerzen durch Skischuhe
  • einengende Knochenvorsprünge am Talus
  • Ganglion (Überbein, Geschwulst an Gelenken)
  • Lipome (gutartiges Fettgeschwulst)
  • Krampfadern und Venengeflechte

Je nach der Form des Tarsaltunnelsyndroms ist es medizinisch möglich, 80 Prozent der Fälle zu diagnostizieren. Gerade aus dem Grund, da im Regelfall vorherige Verletzungen bestanden – wie Knochenauswüchse, kleine Tumore oder auch Entzündungen –, die den Tunnel verengen lassen. Auch Fußfehlstellungen, beispielsweise ein sogenannter Knick-Senkfuß, die ursächlich für das Syndrom sein können, lassen sich mit modernen Methoden diagnostizieren.

Was kann das Tarsaltunnelsyndrom triggern oder anstoßen?

Besonders Sportarten, die den Fuß belasten oder das Risiko von Verletzungen mit sich bringen, können ein Tarsaltunnelsyndrom begünstigen. Aber auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus oder eine starke Neigung zu Krampfadern, die nicht medizinisch entfernt werden, erhöhen nachhaltig das Risiko eines Tarsaltunnelsyndroms. Und auch die Wahl Ihres präferierten Schuhwerks spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wenn Sie gerne enge und hochhackige Schuhe tragen oder sich oft in Berg-, Wander- oder Skischuhen bewegen, die sich durch einen hohen Schaft auszeichnen, erhöhen Sie das Risiko signifikant.

Ein typischer Schmerz bei Druck oder Beklopfen des Tarsaltunnelbereichs hinter dem Innenknöchel gibt in der klinischen Untersuchung deutliche Hinweise auf das Tarsaltunnelsyndrom. Ist dieser Bereich geschwollen oder entzündet, ist der Nervus tibialis hier besonders empfindlich.

Diagnose: Tarsaltunnelsyndrom - so untersucht der Fußspezialist

Sobald Sie an Symptomen leiden, die auf ein Tarsaltunnelsyndrom hinweisen, ist es wichtig, zeitnah den Arzt aufzusuchen. Je früher das Tarsaltunnelsyndrom diagnostiziert und behandelt wird, desto geringer ist das Risiko, dass es bei Ihnen zu bleibenden Schäden an den wichtigen Nerven kommt. Ihr Orthopäde wird eine klinische Untersuchung und eine ausführliche Anamnese durchführen, um eine fundierte Diagnose zu erstellen. Dabei wird er Sie sehr genau zu den Symptomen befragen:

  • Wann sind die Symptome erstmals aufgetreten?
  • Mit welcher Intensität treten die Symptome auf?
  • Wann treten Beschwerden auf und nehmen diese möglicherweise in Ruhe wieder ab?
  • Gibt es Faktoren oder Belastungszustände, die Symptome verstärken?
  • Gibt es in Ihrer Verletzungshistorie Fälle von Fußverletzungen wie Bänderrissen, Brüchen (Fraktur) des Sprunggelenks, Zerrungen oder schweren Verstauchungen des Knöchelbereichs?
  • Leiden Sie an bekannten Vorerkrankungen wie Gicht, Problemen mit der Schilddrüse, Diabetes mellitus oder Rheuma?

Wichtig für Sie ist es, diese Fragen so gewissenhaft wie möglich zu beantworten, da Sie so dem Orthopäden Hinweise darauf liefern, wo die Problemstellung bei Ihnen liegt. Diesen Vorgesprächen folgt dann die medizinische Inspektion Ihres Fußes (Blickdiagnostik). Hierbei wird ganz gezielt untersucht, ob es Regionen am Fuß gibt, die z. B. auf Druck besonders schmerzempfindlich reagieren. Gerade der Bereich hinter dem Innenknöchel ist dabei meist betroffen. Doch auch auffällige Schwächungen der Muskulatur, Entzündungen oder Wärme ebenso wie Schwellungen sind von ärztlichem Interesse, um die Diagnose zu stellen.

Untersuchung der Nervenleitung (Nervenleitgeschwindigkeit)

Bei der Messung der Nervenleitgeschwindigkeit werden die Nerven gereizt und die Reaktionszeit auf Reize gemessen. Wie schnell lässt sich die Nervenbahn ansprechen? Wie schnell leitet der Nerv den Reizimpuls weiter? Kommen die Impulse zeitnah an? Zeigt die Untersuchung eine verzögerte Weiterleitung, liegt vermutlich eine Verengung oder Blockade vor. Die Durchführung des ENG verläuft vollkommen schmerzfrei.

Bildgebende Untersuchungen

Um mögliche Ursachen Ihrer Fußschmerzen zu erkennen, kommen auch andere bildgebende Untersuchungen wie Ultraschall, Röntgen und MRT zum Einsatz. Sehnenscheiden, Blutgefäße und Veränderungen an Knochen – bis hin zu Frakturen – oder an Weichteilen als mögliche Ursachen der Fußschmerzen können so detailliert aufgearbeitet werden.

Mit einem Röntgenbild kann die Fußstellung kontrolliert werden. Mit Hilfe eines CT (Computertomografie) oder eines DVT (Digitale Volumentomografie) können Knochenvorsprünge im Tarsaltunnel nachgewiesen werden.

Die moderne MR-Neurographie lässt Rückschlüsse auf die räumliche Beschaffenheit des Tarsaltunnels zu. Sie wird beim spezialisierten Radiologen durchgeführt.

Labordiagnostik

Um mögliche Stoffwechselveränderungen wie Diabetes, Rheuma oder Gicht zu erkennen, sind Laboruntersuchungen des Blutes hilfreich.

Was ist das "vordere Tarsaltunnelsyndrom" (Tibialis-anterior-Syndrom)?

Tritt das Tarsaltunnelsyndrom nach langen Märschen oder Überanstrengung auf, ist häufig der vordere Schienbeinmuskel (Musculus tibialis anterior: Fußhebermuskel und Zehenstrecker) betroffen. Doch der Druck auf den Tarsaltunnel beeinträchtigt nicht nur die Nerven. Er kann auch die Durchblutung des Fußes einschränken und dadurch zu Schäden am Fuß ("Marschgangrän" bzw. "Kompartmentsyndrom") führen.

Ist bei Ihnen der Bereich am Fußrücken oder am Sprunggelenk von der Einengung betroffen, so wirkt sich das auf den Nervus peronaeus profundus aus: Dann handelt es sich um das sogenannte "vordere Tarsaltunnelsyndrom". Dies wird in der Medizin auch als Fibularissyndrom bezeichnet.

Wodurch wird das vordere Tarsaltunnelsyndrom ausgelöst?

Die Möglichkeiten, die als ursächlich für dieses Syndrom gelten, sind breit gestreut. Es ist möglich, dass eine Fußverletzung oder ein Überbein verantwortlich ist. In rund der Hälfte aller Fälle ist jedoch beim vorderen Tarsaltunnelsyndrom keine definitive Ursache als Auslöser zu verorten. Nicht zuletzt auch deshalb, weil Betroffene die Symptome häufig einfach ignorieren, bis der Druckschmerz und die Missempfindungen zu intensiv werden.

Durch Verhärtung der vorderen Schienbeinmuskulatur erhöht sich der Gewebedruck im Bereich vor dem Sprunggelenk: Durchblutung und Nerven werden abgeschnürt. Vor allem ein stechender Schmerz an der Vorderkante des Schienbeins ist kennzeichnend für das vordere Tarsaltunnelsyndrom. Die Fußhebermuskeln können dadurch dauerhaft geschädigt werden: Ein dauerhafter Spitzfuß mit Gefühlsstörungen der Zehen ist eine Folge der aus dem vorderen Tarsaltunnelsyndrom resultierenden Fußheberschwäche.

Symptome des vorderen Tarsaltunnelsyndroms

  • Schwäche des Zehenhebermuskels
  • Schwäche des Fußhebermuskels
  • stechende Schmerzen in der vorderen Scheinbeinmuskulatur
  • stechender Schmerz vor der Schienbeinkante am Fußrücken
  • Taubheit in den Zehenzwischenräumen

Leiden Sie unter einem vorderen Tarsaltunnelsyndrom, können Sie das auch an weiteren Beschwerden oder Empfindungen erkennen. So weist das Hautareal zwischen Ihrer ersten und zweiten Zehe eine verminderte Sensibilität auf, wenn Sie es berühren oder beispielsweise Flip-Flops tragen. Dieses Tarsaltunnelsyndrom bringt zudem Kribbeln und weitere Empfindungsstörungen im Fuß sowie in den Zehen mit sich. Zusätzlich zu diesen Formen der Beschwerden ist es möglich, dass Ihre Muskeln der Zehenstrecker schwächer als zuvor sind. Der obligatorische Druckschmerz, der durch die Verengung des Kanals auftritt, ist ebenso deutlich zu spüren. Gerade dann, wenn Sie sehr enges und hochhackiges Schuhwerk oder Schuhe mit einem hohen Schaft (Bergschuhe, Skischuhe) tragen, treten die Ihnen bereits bekannten Symptome in der Regel verstärkt auf.

Therapie des vorderen Tarsaltunnelsyndroms

Ziel der Therapie ist ein schnelles Abschwellen und Vermeidung von Langzeitschäden sowie von Nekrose (abgestorbenes Gewebe) an Nerven und Weichteilgewebe des Fußes. Bei Verdacht auf das Tibialis-anterior-Syndrom muss der betroffene Fuß sofort entlastet werden. Hochlagerung des Fußes und abschwellende Mittel reduzieren die Schwellung. Warme Umschläge lösen die Verkrampfung der vorderen Wadenmuskulatur und verbessern den Stoffwechsel.

Bringt die konservative Therapie innerhalb von spätestens 48 Stunden keine Besserung, muss operiert werden. Bei der Operation des vorderen Tarsaltunnelsyndroms werden die Muskelfaszien (Muskelhaut) am vorderen Unterschenkel gespalten, um die Nerven und Blutgefäße sofort zu entlasten.

Wie äußert sich ein "hinteres Tarsaltunnelsyndrom" (Tibialis-anterior-Syndrom)?

Beim hinteren Tarsaltunnelsyndroms handelt es sich um eine krankhafte Einengung des tiefen hinteren Unterschenkelbereichs. Diese betrifft den Bereich hinter dem Innenknöchel, in dem zahlreiche Blutgefäße, aber auch die Sehnen des Großzehenstreckers und die Peronealsehne (Sehne des Wadenbeinmuskels) verlaufen.

Symptome des Tibialis anterior Syndroms

  • Kribbeln oder Ameisenlaufen
  • Brennende Fußschmerzen
  • Taubheit der Zehen
  • Nachtschmerzen mit Kribbeln

Das hintere Tarsaltunnelsyndrom macht sich bei Ihnen unterschiedlich intensiv bemerkbar. Es kann allmählich auftreten und wirkt sich nicht so drastisch aus, wie das vordere (anteriore) Tarsaltunnelsyndrom. Die Bandbreite der Beschwerden ist stark gestreut. Es beginnt mit einem Taubheitsgefühl in den Zehen (man spricht dann auch von eingeschlafenen Zehen) und geht über ein Kribbeln oder Prickeln im Fuß bis hin zu starken und brennenden Schmerzen im Bereich der Fußsohle. Diese Schmerzen weiten sich dann auf die Innenseite Ihrer Ferse aus und treten ebenso an Ihrem Fußgewölbe auf. Gerade dieser Schmerz ist recht intensiv und kann eigentlich nicht "übersehen" werden.

Je mehr und länger Sie stehen oder je weiter die Strecken sind, die Sie gehend oder gar laufend zurücklegen, desto intensiver und nachhaltiger wird das Schmerzempfinden. Auch in der Nacht nimmt der Schmerz häufig nicht ab. Diese Art ist besonders "heimtückisch", denn die bekannten Schmerzmittel zeigen in der Regel keinerlei Wirkung, wodurch der Nachtschlaf negativ beeinflusst wird.

Therapie des hinteren Tarsaltunnelsyndroms

Auch beim hinteren Tarsaltunnelsyndrom stehen Abschwellung und Schonung des betroffenen Fußes im Vordergrund.

Andere mögliche Ursachen von Fußschmerzen: Differentialdiagnose des Tarsaltunnelsyndroms

Je älter der Patient ist, desto häufiger wird das Tarsaltunnelsyndrom durch das uneindeutige Schmerzbild mit etwas anderem verwechselt: Häufig wird es für Rheuma oder eine Polyneuropathie (Nervenerkrankung durch periphere Nervenschädigung) gehalten. Natürlich gibt es auch die Mischform, also das zeitgleiche Auftreten von Tarsaltunnelsyndrom und Polyneuropathie oder anderen Nervenerkrankungen. Klinische Untersuchungen helfen dabei, eine sichere Diagnose zu erstellen.

Durch was wird das Tarsaltunnelsyndrom ausgelöst?

Die Erkrankung, der eine Verengung des Kanals am Innenknöchel zugrunde liegt, tritt häufig nach unterschiedlichen Verletzungsbildern auf. Oft verursacht ein Umknicken des Sprunggelenks das Tarsaltunnelsyndrom. Dabei kann es sich um eine Verstauchung des Knöchels handeln. Auch ein Riss des Bandapparates, eine Zerrung der Bänder oder einen Bruch des Sprunggelenks können Auslöser sein. Ebenso können organische Erkrankungen, die zu einer Schwellung der Weichteile im Tarsaltunnel führen, hinter dem Syndrom stecken. Rheuma ist häufig eine Ursache, aber auch Schilddrüsenerkrankungen und Gicht können ein Auftreten der Nervenkompressionskrankheit begünstigen.

Auch Überlastungssituationen triggern diese Form der Beschwerden. Läufer oder Sportler, die in intensiven Trainingsphasen stecken, erleben dieses Schmerzbild. Hier wird dann vom "Joggers Foot" gesprochen.

Eine Fußfehlstellung - vor allem der Knick-Senkfuß - kann den Zug auf dem Innenknöchel erhöhen und dadurch auch den Druck auf den Nervus tibialis verstärken.

Differentialdiagnosen: Welche Ursachen können Fußschmerzen auch haben?

  • Polyneuropathie (Nervenerkrankung des peripheren Nervensystems)
  • Nervenwurzelreizung der Lendenwirbelsäule (L5/S1)
  • Morton Neurom
  • periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
  • Achillodynie
  • Plantarfasziitis (Unterer Fersensporn)
OP-Planung des Tarsaltunnelsyndroms Nach einem Hautschnitt ist für den Operateur das Ligamentum laciniatum sichtbar. Zwischen diesem Band und dem Talus (Sprungbein) verlaufen bei einem Tarsaltunnelsyndrom die eingeklemmten Nerven, Blutgefäße und Sehnen. Wenn Physiotherapie und medikamentöse Therapie nicht ausreichen, kann das Tarsaltunnelsyndrom durch einen operativen Schnitt dieses Bandes gelöst werden. © Dr. Thomas Schneider

Tarsaltunnelsyndrom: So verläuft die Behandlung

Behandlungsziel beim Tarsaltunnelsyndrom ist es, die Kompression des Nerven zu beseitigen und dadurch die Missempfindungen oder gar Schmerzen zu beenden. In der Regel ist dabei keine OP erforderlich. Doch je nach Ausprägung ist es essentiell, den Druck vom Nerv zu nehmen. Ihr Schienbeinnerv hat eine wichtige Aufgabe bei der Bewegung des Fußes. Die Muskulatur der Unterschenkel überträgt ihre Kraft durch die Nervenbahn auf den Fuß. Letztlich wird hier das Gangbild "gesteuert". Doch nicht nur das: Sämtliche Gefühlswahrnehmungen der Fußsohle, der Ferse und Ihres Unterschenkels werden über diese Nervenbahn zurück an das zentrale Nervensystem geleitet. Der Fuß wird ohne Behandlung also taub oder schmerzhaft und die Bewegungskoordination ist gestört.

Dazu gehören beispielsweise spezielle Einlagen für Ihre Schuhe. Diese verteilen die Last, die beim Gehen oder Stehen generiert wird, besser. Wichtig ist es, die Belastung vom Innenfuß auf die Fußaußenseite zu verlagern. Aber auch die Behandlung der Schmerzen nimmt einen hohen Stellenwert bei der Therapie ein. Die Auswahl der passenden Medikation, von nichtsteroidalen Schmerzmitteln bis hin zu cortisonhaltigen Medikamenten zur Behandlung von Entzündungen, nimmt Ihr Orthopäde vor.

Basiert das Syndrom auf Entzündungen im Fußbereich, sorgen Medikamente dafür, dass Schwellungen zurückgehen und der Druck auf die Nerven reduziert wird.

Neben der symptomorientierten Schmerztherapie will der Fußspezialist Ihren Fußschmerz auch funktionell verbessern, um das Auftreten des Tarsaltunnelsyndroms in Zukunft zu verhindern. Dabei kommen folgende Maßnahmen zum Einsatz:

  • Schuheinlagen, z.B. wenn ein Knick-Senkfuß die Ursache des Tarsaltunnelsyndroms ist
  • Orthesen des Sprunggelenks zur Entlastung
  • Physiotherapie zur Verbesserung der Beweglichkeit der beteiligten Muskulatur
  • Stoffwechselkontrolle bei Diabetikern
  • abschwellende und entzündungshemmende Medikamente (nichtsteroidale Antirheumatika wie z. B. Ibuprofen)

Operation des Tarsaltunnelsyndroms

Operationsmethoden
  • Spaltung des Ligamentum laciniatum (Innenband am Sprunggelenk)
  • Abtragung von Knochenvorsprüngen
  • Operative Entfernung von Lipomen
  • operative Therapie eines Knick-Senkfußes
  • Tumorentfernung
  • Spaltung der Faszie (Muskelhaut) des Musculus tibialis anterior

Die konservative Behandlung wird vom Orthopäden in der Regel auf zwei oder drei Monate begrenzt. In dieser Zeit sollten und müssen nachhaltige Besserungen eingetreten sein. Ist dies nicht der Fall, wird eine Operation im Normalfall unumgänglich, um die Schmerzen einzudämmen und Dauerschäden zu vermeiden.

Liegt eine (nachhaltige) Störung vor, die durch den konstanten Druck bei einer Verengung vom Tarsaltunnel erzeugt wird, beeinträchtigt dieser Zustand das Gangbild erheblich. Wie bei jeder Nervenkompression ist es wichtig, eine dauerhafte Schädigung oder gar ein Absterben des Nervus tibialis und seiner Verzweigungen im Fuß zu verhindern. Hierfür kann eine nervenentlastende Operation (Dekompression) notwendig werden.

Dabei entfernt der Operateur das Band, das den Tarsaltunnel eng umschließt. Unter Umständen ist es zudem notwendig, dass die Hülle, die Ihre Nervenbahn umgibt, "aufgespalten" wird, um den Druck zu reduzieren.

Ist ein Knochenauswuchs oder ein kleiner Tumor – der in vielen Fällen gutartig ist – ursächlich für Ihre Beschwerden, wird der Chirurg auch hier tätig und entfernt den Problemherd. Im Nachgang zu diesem Eingriff gilt es, dass der operierte Fuß ruhiggestellt wird. Dazu ist das Gehen an Krücken für einen begrenzten Zeitraum unvermeidlich. Die Regenerations- und Rehabilitationsphase nach der OP beträgt rund sechs Monate.

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