Orthopädische Gelenk-Klinik

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Hüftprothese: Prothesenmodelle, Diagnose, Operation und Rehabilitation

  1. Was ist eine Hüftprothese: Aufbau und Funktion der Hüft-TEP
  2. Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Hüftprothese?
  3. Alternativen zur Hüft-TEP? Hüftarthroskopie und Arthrodese
  4. Knochensparender Oberflächenersatz (Hüftkappe oder McMinn-Prothese)
  5. Zementierte oder einwachsende Hüftprothesen?
  6. Operation der Hüftprothese: Vorbereitung und minimalinvasive Operation
  7. Rehabilitation, Haltbarkeit, Leben und Sport mit der Hüftprothese
  8. Literatur zu Hüftprothese und McMinn-Prothese

1. Was ist eine Hüftprothese? Aufbau, Funktion und Zielsetzung

Die Verwendung von Hüftprothesen (Hüft-TEP) als Gelenk-Ersatz ist sehr erfolgreich. Die Hüfttotalendoprothese ersetzt die Gelenkpfanne im Hüftknochen, den Oberschenkelkopf und Teile des Oberschenkelknochens Die Verwendung von Hüftprothesen (Hüft-TEP) als Gelenk-Ersatz ist sehr erfolgreich. Die Hüfttotalendoprothese ersetzt die Gelenkpfanne im Hüftknochen, den Oberschenkelkopf und Teile des Oberschenkelknochens

Alle Bestandteile des Hüftgelenks - Oberschenkelknochen, Gelenkpfanne und Knorpel - können nach Unfall, Krankheit oder durch Arthrose verschleißen. In Deutschland werden jährlich etwa 200.000 Hüftprothesen eingesetzt. Mit dieser Versorgung gibt es also sehr breite Erfahrungen und damit eine sehr hohe Therapiesicherheit. Dabei sind etwa 75% aller Hüftprothesen auf Hüftarthrose zurückzuführen. Oberschenkelhalsbrüche nach Stürzen häufig betagter Patienten verursachen etwa 25% aller Hüft-TEP-Operationen. Immerhin fast 15% aller Patienten mit Hüftprothese sind bei der Erstversorgung mit einer Hüft-TEP jünger als 60 Jahre. Diese relativ junge, vitale Patientengruppe wollen wir angemessen versorgen: Das ist im Hinblick auf die noch hohe Mobilität dieser Altersgruppe wichtig, die eine hohe Belastbarkeit der Endoprothese voraussetzt. Wir müssen auch einen innerhalb der nächsten 15 - 20 Jahren nicht auszuschließenenden Prothesenwechsel bedenken und optimal vorbereiten.

Zielsetzung der Versorgung mit einer Hüftprothese

  • Schmerzfreiheit des Hüftgelenks auch bei längeren Gehstrecken und Wanderungen.
  • Lange Standtzeit der Hüftprothese durch gute Geometrie der Prothese und gute, altersgerechte Verankerung im Knochen. Standzeiten bis zu 25 Jahre sind möglich, wenn Stabilität der Verankerung im Keochen und Haltbarkeit der Gleitpaarung der Hüftprothese das zulassen.
  • Beweglichkeit des Hüftgelenks: Der im Alltag geforderte Bewegungsumfang beim Gehen und Bücken soll erreicht werden.
    • Um diese Ziele für jeden Patienten erreichen zu können, müssen wir bei der Prothesenplanung eine Reihe von Entscheidungen bezüglich Material, Prothesenform und Operationstechnik treffen.

      Wir wollen auch ganz besonders Verbesserungen in der Versorgung mit Hüftprothesen darstellen. Mit diesen Verbesserungen können wir vielen Patienten eine moderne, zufriedenstellende Versorgung mit einer Hüft-TEP ermöglichen. Diese Verbesserungen, mit denen wir besser auf die individuellen Aspekte unserer Patienten eingehen können, betreffen Operationstechnik, Material und Prothesenform.

      Wichtige Begriffe und Synonyme zu Hüftprothese

      Coxarthrose, Hüftarthrose: Gelenkverschleiß und Knorpelabbau im Hüftgelenk.

      Hüftgelenksersatz, Hüft-TEP, Hüftprothese, Totalendoprothese, Hüfttotalendoprothese: Operation des künstlichen Hüftgelenks mit einem Gelenkersatz aus Titan und Polyethylen oder Keramikoberflächen.

      McMinn-Prothese, Hüftkappen-Prothese: Oberflächenersatzprothese des Hüftgelenks: Hierbei wird der Oberschenkelkopf mit einer Hüftkappe aus Metall überkront, die in der ebenfalls metallenen Hüftpfanne gleitet (Metall-Metall-Gleitpaarung". Der Oberschenkelknochen wird dabei nicht entfernt.

      Hüftdysplasie: Angeborene Formstörung des Hüftgelenks.

      Hüftkopfnekrose: Durchblutung des Oberschenkelknochens ist gestört, so dass Deminieralisierung und Stabilitätsverlust folgen, bis zum Zusammenbruch der Gelenkfläche.

      Zementierte Prothese: Verbindung des Prothesenschaftes mit dem Oberschenkelknochen mit Hilfe von Verbindungsstoffen (sog. Knochenzement)

      Zementfreie Prothese: Verbindung der Prothese zum Knochen durch Einwachsen des Knochens in die raue Prothesenoberfläche.

      Keramik-Prothese: Gleitflächen der Hüftprothese werden mit sehr abriebfestem Keramikwerkstoff überzogen

      Minimalinvasive Operationstechnik der Hüft-TEP

      Durch spezielle operative Zugänge - vor allem den sog. anterolateralen Zugang - können wir großfächige Muskelablösungen vermeiden. Die Frührehabilitation wird dadurch wesentlich schmerzfreier. Muskeln und Sehnen werden nicht durchtrennt, sondern erhalten. Patienten können früher mit effektivem Training und Aufbau der Beweglichkeit beginnen.

      Innovation in Prothesenmaterial, Befestigung und Gleitflächen

      Die Standardversorgung mit Titan und Polyethylen-Gleitflächen hat sich über Jahrzehnte bewährt und wurde fortlaufend verbessert. Für jüngere Patienten haben besonders abriebarme Keramikgleitflächen gewissen Vorteile. Bei älteren Patienten erreichen wir mit zementierten Hüftprothesen eine sofortige Vollbelastung. So kann mit Hlfe der zementierten Befestigung ein bei betagten Patienten mit schlechterer Knochenqualität besonders problemloser Start in die Rehabilitation erfolgen.

      Innovation in der Prothesenform: Kurzschaft und Hüftkappenprothese

      Bei männlichen, sportlichen Patienten mit großen Hüftköpfen sehen wir eine hohe Patientenzufriedenheit bei der Versorgung mit Oberflächenersatzprothesen der Hüfte (McMinn-Prothese oder Hüftkappenprothese) mit Metall-Metallgleitpaarungen.

      Auch die Kurzschaftprothesen erlauben eine stabile, knochensparende Verorgung mit einer Hüftprothese, die - vor allem bei jüngeren Patienten - sehr gute Voraussetzungen für einen später im Leben evtl. unvermeidlichen Prothesenwechsel zu einer Geradschaftprothese erhalten.

      Allgemeiner Aufbau der Hüftprothese

      Die Hüftprothese ist aus mehreren Komponenten aufgebaut. Sie werden modular zusammengestellt. Im Falle einer Reparatur einer Hüftprothese können Komponenten auch unabhängig voneinander ausgetauscht werden. Von REchts nach links: 1. Hüftpfanne. 2. Inlay der Hüftpfanne aus PET 3. Hüftkopf. 4. Prothesenschaft. © Implantcast Die Hüftprothese ist aus mehreren Komponenten aufgebaut. Sie werden modular zusammengestellt. Im Falle einer Reparatur einer Hüftprothese können Komponenten auch unabhängig voneinander ausgetauscht werden. Komponenten von rechts nach links: 1. Hüftpfanne. 2. Inlay der Hüftpfanne aus PET 3. Hüftkopf. 4. Prothesenschaft. © Implantcast

      Die Hüftendoprothese ersetzt die stabile und dennoch bewegliche Verbindung zwischen dem Oberschenkelknochen und dem Beckenknochen. Weil die Hüfte das gesamte Körpergewicht trägt, sind die Anforderungen an Konstruktion und Material der Hüftprothese besonders hoch.

      Die Hüftprothese besteht aus mehreren Komponenten. Für die Verankerung im Oberschenkel sorgt der Prothesenschaft aus Titanlegierung: Dieser Prothesenschaft wird in dem während der Operation ausgehöhlten Oberschenkelknochen stabil und passgenau verankert.

      Dieser Prothesenschaft trägt den kugelförmigen Oberschenkelkopf. Diese Oberschenkelkopf wird einfach aufgesteckt. Der Prothesenkopf ist Teil der stark belasteten Gleitpaarung im künstlichen Hüftgelenk. Meistens kommen Metalloberflächen zum Einsatz. Wegen der hohen Abriebfestigkeit des Materials setzen wir inzwischen auch häufig keramikbeschichtete Prothesenköpfe ein.

      Die beckenseitige Hüftpfanne, die das Acetabulum (Gelenkpfanne) im Beckenknochen auskleidet, hat ebenfalls eine Gleitschicht: Meistens ist das ein modernes, hochvernetztes Polyethylen (PET-Kunststoff). Als Gleitpartner für Keramikprothesen sind auch keramikbeschichtete Hüftpfannen üblich geworden.

      Wann wird eine Hüftprothese empfohlen?

      Es gibt viele verschiedene Grunderkrankungen, die zuerst zu Hüftarthrose und schließlich zum Versagen mit schmerzhafter Einsteifung des natürlichen Hüftgelenks führen können. Wenn die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen der Hüfte nicht mehr mit Physiotherapie und medikamentöser Schmerztherapie kontrolliert werden können, kann eine Hüftotalendoprothese (Hüft-TEP) die Beweglichkeit wieder nachhaltig herstellen. Sogar eine ausgeprägte Sportfähigkeit im Ausdauerbereich ist möglich, wenn Patienten nach der Hüftoperation bei gelenkschonenden Sportarten bleiben.

      Ursachen für die Operation des künstlichen Hüftgelenks

      Fehlformen des Hüftgelenks

      Zu den wichtigsten Ursachen des Hüftgelenkersatzes gehören erworbene oder angeborene Formstörungen des Hüftgelenks. Diese Fehlformen wie z.B. Hüftdysplasie oder Hüftimpingement führen wegen mechanischer Überlastung von Teilbereichen der Gelenkoberfäche zu frühzeitiger Hüftarthrose.

      Knorpelschäden und Knorpelschwund

      Auch Störungen des Gelenkknorpels (Knorpelschäden) führen zum Gelenkversagen: Nach Überlastung durch Sport oder Arbeit, aber auch auf Grund von Bewegungsmangel, kann das Bindegwebe der Knorpelschicht irreversible Schäden davontragen. Zu den mechanischen Ursachen des Der resultierende Knorpelabbau ist ab einem bestimmten Zeitpunkt unumkehrbar. Am Ende des Knorpelverschleißes steht die Versorgung mit einer gelenkersetzenden Hüftendoprothese.

      Knochenschädigung (Nekrose und Osteoprose)

      Auch Schädigungen des Knochens - vor allem des Oberschenkelkopfes - führen zum Versagen des Hüftgelenks. Die Hüftkopfnekrose - eine Durchblutungsstörung des Oberschenkelkopfes - kann zum Einbrechen des Knochens unter der Gelenkfläche führen. Ebenso sind Osteoporose (Knochenschwund) und Bruch des Oberschenkelkopfes durch Sturz - die häufig gemeinsam auftreten - Ursachen für das Versagen des natürlichen Hüftgelenks.

      Stoffwechsel als Ursache des Knorpelabbaus: Diabetes, Gicht, Rheuma

      Veränderungen im Stoffwechsel können die Knorpelschicht im Hüftgelenk ebenfalls schwächen. Wir sehen ein verstärktes Vorkommen von Arthrose mit der Folge des künstlichen Gelenkersatzes bei Patienten mit Diabetes, Gicht und Störungen des Fettstoffwechsels. Eine Anpassung der Ernährung kann die Prognose bei Hüftarthrose deutlich verbessern.

      Prothesentyp, Material und Operationsmethode müssen angepasst werden

      Wir werden weiter unten sehen, wie wir durch Wahl des geeigneten Prothesenmaterials und Größe auf diese besonderen Umstände eingehen müssen.

      Die Hüfte mit Arthrose wird schmerzhaft, steif und unbeweglich. Das künstliche Hüftgelenk soll die Funktion und Komponenten des natürlichen Hüftgelenks möglichst gut ersetzen und wieder einen hohen AKtivitätsgrad mit guter Lebensqualität ermöglichen.

      Was wird durch die Hüftprothese ersetzt?

      1. Hüftgelenkpfanne im Beckenknochen
      2. Gelenkknorpel des Hüftgelenks
      3. Oberschenkelkopf und Oberschenkelhals
      Bei vollständigem Ersatz des Hüftgelenks spricht man von einer Hüfttotalendoprothese oder Hüft-TEP.

      Nicht immer muss der Oberschenkelkopf ersetzt werden. Bei hinreichend tragfähigem Knochengewebe im Oberschenkelkopf ist auch eine knochensparende Oberflächenersatzprothese möglich. Bei Ersatz der Gelenkpfanne und der Knorpelfläche des Oberschenkelkopfes - der Oberschenkelknochen bleibt erhalten - spricht man von Hüftkappenprothese (McMinn-Prothese).

      Mit neuen Prothesenmodellen und Operationsverfahren gelingt das auch sehr gut. Die Funktion der Hüfte - Stabilität und schmerzfreie Beweglichkeit - kann durch eine Hüftprothese bei den betroffenen Patienten oft lebenslang wieder hergestellt werden. Alltagsabläufe werden wieder möglich, die Beweglichkeit im Alltag normalisiert sich und der Patient erlangt sogar oftmals wieder eine gewisse Sportfähigkeit. Für die überwiegende Mehrzahl der Patienten ist die Operation der Hüftprothese bereits nach kurzer Zeit ein ganz erheblicher Beitrag zu einer verbesserten Lebensqualität.

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