Orthopädische Gelenk-Klinik

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Die Untersuchung von Hüftschmerzen mit dem Ultraschallgerät ist ein wichtiger Bestandteil der Diagnostik

Hüftimpingement: Gelenkblockade durch Störungen der knöchernen Form des Hüftgelenks

Hueft-Impingement Anatomie des hüftgelenks mit Pincer-Impingement (Beißzangenimpingement) und CAM Impingement (Nockenwellen-Impingement) © Istockphotos

Das gesunde Hüftgelenk erlaubt einen weiten Bewegungsradius der Hüfte. Der wohlgeformte Hüftkopf gleitet ohne Widerstand in der Hüftpfanne. Ist diese Hüftbewegung durch knöcherne Fehlbildung gestört, und der Bewegunspielraum der Hüfte dadurch eingeschränkt, spricht man von einem Hüftimpingement. Hüftimpingements sind also das schmerzhafte Anschlagen der am Gelenk beteiligten Hüftknochen. Man spricht auch vom Femoroacetabularen Impingement, weil Oberschenkelknochen (Femur) und Hüftpfanne (Acetabulum) daran beteiligt sind. Die Patienten verspüren dann reproduzierbare bewegungsabhängige Hüftschmerzen.

Begriffe:
Hüftimpingement,
Femoroacetabulares Impingement,
Cam-Impingement,
Pincer-Impingement,
Hüftarthroskopie,
Hüftarthrose

Das Impingement der Hüfte entsteht aus nicht vollständig passenden Formen der Gelenkpfanne (Acetabulum) und des Hüftkopfes (Femur).

Dort, wo die beteiligten Knochen des Hüftgelenks aneinanderschlagen, entstehen Knorpelschäden am Hüftgelenk, die langfristig zu einer Hüftarthrose führen können.

Durch Hüftimpingement geschädigte Strukturen am Hüftgelenk

  • An der Hüftpfanne könne sich Knochensporne (Osteophyten) ausbilden.
  • Durch die Knochensporne und Scherkräfte im Gelenk entsteht Knorpelabrieb und weiterer Knorpelschaden.
  • Durch Knorpelabrieb und freie Gelenkkörper kann sich die Gelenkschleimhaut (Synovia) entzünden. Deren Aufgabe ist es, die knorpelernährende Gelenkschmiere zu bilden.
  • Zerstörung der bindegewebigen Gelenklippe der Hüftpfanne (Acetabulum).

Erst etwa im Jahr 2003-2004 wurde das Hüftimpingement eindeutig als eine der wichtigsten Ursachen für sekundäre Hüftarthrose identifiziert und Hüftarthroskopie als kausale Behandlung etabliert. (Literatur)

Wer hat ein Hüftimpingement?

Es ist nicht genau bekannt, wie viele Menschen eigentlich mit Hüftimpingements leben. Bei vielen Betroffenen spielt eine Bewegungseinschränkung des Hüftgelenks im Alltag eine geringe Rolle, weil sie den Bewegungsspielraum sowieso selten ausnutzen. Sie haben oft bis in das hohe Alter keine Beschwerden.

In den meisten Fällen entsteht das Hüftimpingement ohne bekannte Ursache, ist also genetisch.

Seltene Grunderkrankungen als Ursache für eine Veränderung der Hüftform:

Morbus Perthes: Ein Teil des Hüftkopfes wird bei dieser Kinderkrankheit nicht genügend durchblutet. Dadurch wird der Hüftkopf nicht vollständig rund ausgebildet.

Epihysenlösung des Femurkopfes (Epiphysiolysis Capitis Femoris): Trennung der Wachstumsfuge des Oberschenkelknochens vom Hüftkopf. Das betrifft vor allem Jungen vor der Pubertät. Übergewichtige Kinder sind häufiger betroffen.

Coxa vara: Wachstumststörung des Hüftgelenks, die zu einem stark abgeflachten Winkel zwischen Oberschenkelknochen und Oberschenkelhals führt.

Hüftgelenk mit CAM Impingement Cam Impingement in der Ansicht von vorne. Standardisierte Röntgenaufnahmen sind hilfreich und notwendig um die Fehlform genau analysieren zu können. Der Überdruck am Pfannenrand durch die unterschiedlichen Durchmesser der Gelenkpartner führen zu einer Hüftarthrose. © Dr. Thomas Schneider

Hüftimpimgement verursacht Hüftschmerzen bei Sportlern

Sportler beanspruchen ihre Gelenke stärker als andere Menschen: deshalb werden Bewegungseinschränkungen der Hüfte bei Sportlern eher bemerkt. Beim Hüftimpingement stößt der Oberschenkelhals an der Hüftpfanne an. Das schädigt den Gelenkknorpel und kann zur Bildung von Knochenfortsätzen (Osteophyten) führen. Der Grundstein für eine Hüftarthrose ist damit gelegt. Gerade sportliche Jugendliche mit Hüftimpingements können Ihre Hüftgelenke stark reizen.

Warum führt ein Hüftimpingemement zu Hüftarthrose?

Bei Fußballern, Turnern oder Kampfsportlern kann es in Training und Wettkampf aber regelmäßig zu einer Überschreitung dieses auf Grund der Knochenbildung eingeschränkten Bewegunsgradius kommen. Dann wird das Hüftimpingement klinisch auffälliger. Der Sport ist aber nicht die Ursache des Hüftimpingements. Er führt lediglich dazu, dass es auffällig und schmerzhaft wird.

Symptome des Hüftimpingements

Weitere Ursachen von Hüftschmerzen

  • Frühstadium der Hüftarthrose (Coxarthrose)
  • Bewegungsblockaden des Oberschenkelknochens am Hüftgelenk (Impingement)
  • Freie Gelenkkörper im Inneren des Hüftgelenks
  • Verletzungen des Kopfbandes (Ligamentum capitis femoris)
  • Verletzungen der Gelenklippe (Labrum acetabulare) nach Unfall
  • Formstörungen von Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne
  • Schleimhautentzündungen (Synovitis)
  • Ungeklärte Hüftschmerzen

In der frühen Stadien ist ein Hüftimpingement nicht schmerzhaft. Das kann auch über viele Jahre hinweg so bleiben. Die Symptome des Hüftimpingements sind ähnlich, wie bei einer Verletzung der Hüfte: Die Patienten spüren Schmerzen in der Leistengegend. Bei endgradigen Bewegungen des Hüftgelenks spüren sie den knöchernen Anschlag bei Impingement. Zunächst sind nur endgradige Bewegungen der Hüfte schmerzhaft. Dieses Blockade-Gefühl bei Hüftimpingement ist deutlich zu unterscheiden von einer Muskeldehnung im Hüftgelenk. Der Anschlag bei einer bloßen Muskeldehnung kann zwar auch schmerzhaft sein, ist aber weich und flexibel. In fortgeschrittenen Stadien werden auch nicht endgradige Bewegungen der Hüfte schmerzhaft, etwa Bergaufgehen oder langes Sitzen. Die Symptome des Hüftimpingements gehen dann in die typischen Symptome einer Hüftarthrose über.

Von Arthroseschmerzen unterscheiden sich Hüftimpingementschmerzen vor allem auch durch die Situationsabhängigkeit bzw. Bewegungsabhängigkeit der Schmerzentstehung. Die Bewegungsblockaden des Hüftgelenks bei Impingement sind so spezifisch, dass sie durch Abspreizung oder Innenrotation des Oberschenkels zuverlässig als stechende Schmerzen ausgelöst werden können. Durch Normalisierung der Oberschenkelposition (Abspreizung, Anwinkelung, Innenrotation) lässt die Schmerz sofort wieder nach.

Der Orthopäde wird sich bei der Untersuchung im Gespräch genau nach den Schmerzmustern seiner Patienten erkundigen, um daraus Hinweise für die Ursache der Hüftschmerzen zu ermitteln.

Pincer-Impingement (Beißzangenimpingement)

Pincer-Impingement: Mechanik des Anschlagens Schemazeichnung des Hüftkopfes in der Hüftpfanne: Das Pincer-Impingement führt bei manchen Bewegungen dazu, dass der Hüftkopf an der Hüftgelenkspfanne anschlägt (rot eingezeichnet). Das wiederholte Anschlagen kann zu Osteophyten (Knochensporne), Knorpelschäden und schließlich zu Hüftarthrose führen. © Dr. Thomas Schneider

Das Pincer-Impingement ist eine Fehlbildung der Hüftgelenkspfanne. Der englische Fachbegriff für dieses sog. "Beißzangenimpingement", den Sie auch von Ihrem Hüftspezialisten zu hören bekommen, ist Pincer-Impingement. Ist die Hüftpfanne zu tief ausgebildet, kann der Femur nicht alle Bewegungsrichtungen des Hüftgelenks wahrnehmen, ohne an der Hüftpfanne (Acetabulum) anzuschlagen. Dieses Impingements ist meist an der Vorderseite des Hüftgelenks lokalisiert. Bei starker Hüftbeugung kann der Oberschenkelknochen direkt unter dem Hüftkopf gegen den Rand der Hüftpfanne Schlagen.

Cam-Impingement (Nockenwellenimpingement)

Eine weitere Fehlbildung ist die nicht ganz runde Form des Oberschenkelkopfes. Ein Knochenvorsprung an einer Seite kann bei bestimmten Bewegungen den Oberschenkelkopf in der Hüftpfanne einklemmen und ebenfalls zu Veränderungen am Gelenk-Knorpel führen. Diese veränderte Form heißt "Nockenwellenimpingement" der Hüfte. Gebräuchlich ist aber vor allem der englische Begriff des "Cam-Impingements".

Kombinierte Hüftimpingements

Kombinierte Hüftimpingements bezeichnen das Vorhandensein sowohl des Pincer-Impingements als auch des Cam-Impingements.

Die knöcherne Blockade der Hüftbeweglichkeit ist ein dringendes Warnsignal, das die Patienten beachten sollten. Frühzeitige Konsultation und Klärung durch den orthopädischen Hüftspezialisten kann viele wichtige konservative und minimalinvasive Behandlungsmöglichkeiten erhalten.

Hueftgelenk: Cam-Impingement,Pincer-Impingement Links: Gesundes Hüftgelenk. Mitte: CAM Impingement (Nockenwellen-Impingement) mit einer Erhöhung am Oberschenkelhalskopf. Rechts: Pincer-Impingement (Beißzangenimpingement) mit einer Vertiefung der Hüftgelenkspfanne. © Dr. Thomas Schneider

Diagnose des Hüftimpingements

Klinische Untersuchung des Hüftimpingements

Ein wichtiger Teil der Hüft-Untersuchung ist der klinische Impingement-Test. Der Arzt beugt dafür das Knie das Patienten an die Brust, und wird es dann einwärts in Richtung der gegenüberliegenden Schulter rotieren. Wenn diese starke Hüftbeugung mit Einwärtsdrehung den Impingement-Schmerz auslösen kann, ist das klinische Impingementzeichen gefunden.

Bildgebende Verfahren zur Untersuchung des Hüftimpingements

Fehlbildungen der Hüftknochen können bereits durch eine gutes Röntgenbild dargestellt werden. Das Röntgenbild unter Belastung, also beim gewichttragenden Gelenk im Stehen, kann auch an Hand eines verschmälerten Gelenkspaltes zeigen, ob bereits eine Hüftarthrose eingesetzt hat.

Eine weitere Technik, die auf Röntgenstrahlen beruht, ist der sogenannte CT-Scan. Mittels CT-Scan kann sogar ein 3-Dimensionales Bild der Hüftknochens in allen knöchernen Details erzeugt werden.

Die Magnetresonanztomografie (MRT) kann die Weichteile des Hüftgelenks sehr gut darstellen. Damit kann die Situation des Labrums (Gelenklippe der Hüftpfanne) und des Knorpels besser beurteilt werden. Diese Bildgebung der Weichteile und Knorpel kann durch verschiedene Kontrastmittel verstärkt werden.

Konservative Behandlung des Hüftimpingements

Eine konservative Behandlung des Hüftimpingements ist nicht möglich. Sie besteht lediglich in der Information über die verfügbaren Bewegungsspielräume und konsequenter Verhaltensanpassung. Wenn bereits Weichteilschäden und Knorpelschäden eingetreten sind, kann mit Hilfe von NSAR (nichtsteroidalen Antirheumatika) eine Schmerz- und Entzündungstherapie durchgeführt werden. Mit Hilfe von Physiotherapie kann der verfügbare Bewegungsspielraum eingeübt und die Muskeln gekräftigt werden.

Behandlung des Hüftimpingements durch Hüftarthroskopie

Wenn der Hüftspezialist eine atypische Form der Gelenkpfanne (Pincer-Impingement) oder einen Knochenhöcker auf dem Oberschenkelhalskopf (Cam-Impingement) als Ursache des Hüftimpingments entdeckt, wird häufig eine Operationsindikation gestellt. Viele dieser Ursachen können durch Hüftarthroskopie minimalinvasiv operiert werden. Die Reizung des Hüftgelenks und Knorpelzerstörung durch die Bewegungseinschränkung wird durch Beseitigung der Knochenvorsprünge endgültig gestoppt. Damit hat die rechtzeitige Operation des Hüftimpingements das Potential, eine Hüftarthrose zu verhindern.

Offene Operationen sowie Prothesenoperationen können durch rechtzeitige minimalinvasive Behandlung in vielen Fällen daher vermieden werden. Bei bereits fortgeschrittener Hüftarthrose ist die Hüftarthroskopie aber nicht mehr die Methode der Wahl.

Hüftimpingement durch Hüftosteotomie behandeln

Die Osteotomie des Beckens ist eine weitere Möglichkeit, Fehlstellungen und Dysplasie des Hüftgelenks zu behandeln. Dabei wird die Stellung aller drei Knochen verändert, die die Hüftpfanne bilden: Sitzbein, Darmbein und Schambein. Der Eingriff kann durch Drehung der Hüftpfanne die ungünstigen biomechanischen Verhältnisse im Hüftgelenk verbessern.

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