Orthopädische Gelenk-Klinik

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Die Untersuchung von Hüftschmerzen mit dem Ultraschallgerät ist ein wichtiger Bestandteil der Diagnostik

Hüftschmerzen: Was tun bei Schmerzen in Hüfte oder Leiste?

  1. Wann zum Arzt?
  2. Stechende, dumpfe, seitliche, tiefliegende oder nächtliche Hüftschmerzen
  3. Was tun bei Hüftschmerz?
  4. Gelenkverschleiß (Hüftarthrose)
  5. Unfällen und Traumata, die zu Hüftschmerzen führen
  6. Nerveneinklemmungen, die zu Hüftschmerzen führen
  7. Entzündung oder Rheuma können Hüftschmerzen verursachen
  8. Stoffwechselstörung im Knochengewebe verursacht Hüftschmerzen
  9. Kinder und Jugendliche: Entwicklungsstörungen und Hüftschmerzen

Ort und Umstände Ihrer Hüftschmerzen feststellen

Hüftschmerzen könne in vielen Situationen auftreten: Nach dem Sport, nach Unfällen, im höheren Alter als Gelenkverschleiß oder als Ausdruck anderer Erkrankungen. © yodiyim @ fotolia Hüftschmerzen könne in vielen Situationen auftreten: Nach dem Sport, nach Unfällen, im höheren Alter als Gelenkverschleiß oder als Ausdruck anderer Erkrankungen. © yodiyim @ fotolia

Schmerzen an der Hüfte können nach starker körperlicher Beanspruchung, aber auch ganz unabhängig davon auftreten. Sie äußern sich manchmal in morgendlichen Anlaufschmerzen oder auch als Dauerbeschwerden. Häufig gehen Hüftschmerzen mit Instabilität, Steifheit und einer Einschränkung des Bewegungsspielraums einher.

Man unterscheidet zwischen akuten (plötzlich auftretenden) und chronischen Schmerzen, die bereits länger als drei Monate andauern.

Anatomie des Hüftgelenks: Hüftschmerzen können in vielen Situationen auftreten: Nach dem Sport, nach Unfällen, im höheren Alter als Gelenkverschleiß oder als Ausdruck anderer Erkrankungen. © bilderzwerg @ fotolia Anatomie des Hüftgelenks: Hüftschmerzen können in vielen Situationen auftreten: Nach dem Sport, nach Unfällen, im höheren Alter als Gelenkverschleiß, als Entzündung des Gelenks oder der Weichteile, oder als Ausdruck anderer Erkrankungen. © bilderzwerg @ fotolia

Wann sollten Sie mit Hüftschmerzen zum Arzt?

Bei plötzlich auftretenden Hüftschmerzen müssen Sie nicht unbedingt gleich zum Arzt gehen. Schonen Sie sich. Nach kleinen Sportunfällen können Sie sich schonen. Sportschmerzen können Sie auch mit frei erhältlichen Schmerzmitteln (Sportsalben etc) behandeln. Trainieren Sie aber nicht weiter, solange Ihre Hüften schmerzen.

Es gibt aber auch Umstände, unter denen Sie mit Hüftschmerzen sofort - notfallmäßig - zum Arzt gehen sollten:

  • Wenn die Form des Hüftgelenks äußerlich sichtbar gestört ist.
  • Wenn Sie Ihre Hüfte oder Ihr Bein nicht mehr bewegen können.
  • Wenn Sie so starke Hüftschmerzen haben, dass Sie nicht mehr auftreten können.
  • Wenn Sie überhaupt unerträgliche Schmerzen haben.
  • Wenn Ihr Hüftschmerz mit einer plötzlichen Schwellung einhergeht.
  • Bei jedem Hinweis auf Hüftschmerzen in Verbindung mit einer Infektion oder Fieber.

Ursachen des Hüftschmerzes

Hüftschmerzen sind auch bei älteren Patienten nicht sofort mit Hüftarthrose gleichzusetzen. Außer dem Gelenk gibt es zahlreiche andere Gewebe - Muskeln, Weichteile, Sehnen und Nerven - rund um das Hüftgelenk, die Hüftschmerzen verursachen können. Für die Diagnose wesentlich ist es, genau in sich hineinzufühlen, um den genauen Ort und die Qualität des Hüftschmerzes zu erspüren.

Schmerzqualität und genauer Ort der Hüftschmerzen

Hüftschmerzen machen sich häufig im Bereich der Leisten, im 'Knick' zwischen Oberschenkel und Unterbauch bemerkbar.

In vielen Fällen strahlen Hüftschmerzen auch in eines oder beide Beine aus. Das spricht dafür, dass Nerveneinklemmungen aus der Lendenwirbelsäule Schmerzen aus der Lendenwirbelsäule in die Hüftregion ausstrahlen.

Viele Patienten verwechseln Schmerzen am Hüftgelenk, das im Bereich der Leisten liegt, auch mit anderen Beschwerden. Schmerzen können am Becken, im Bauchraum oder am oberen Teil des Oberschenkelknochens (Femur) auftreten.

So verursachen z.B. Knochennekrosen am Oberschenkelknochen (Hüftkopfnekrose) dumpfe oder stechende tiefliegende Schmerzen.

Manchmal ist auch die Muskulatur in der Nähe der Hüfte Ursache des Schmerzes, und nicht das Hüftgelenk selbst.

Auch Schleimbeutelreizungen (Bursitis) können Schmerzen über dem Hüftgelenk verursachen.

In seltenen Fällen können auch Tumoren oder bestimmte Infektionskrankheiten die Auslöser von Hüftschmerzen sein.

Was tun bei Hüftschmerz?

  • Hüfte entlasten und ruhigstellen
  • Akute Schmerzen mit nichtsteroidalen Schmerzmitteln bekämpfen.
  • Wenn es nicht besser wird, zum Arzt gehen.

Vor allem sollte man sich bei stärkeren, regelmäßig oder dauerhaft auftretenden Schmerzen Klarheit über seine Ursache verschaffen, indem man einen Spezialisten konsultiert. Abwarten ist nicht zu empfehlen: Dauerschmerzen führen zur chronischen Überreizung der schmerzleitenden Nerven, und bestimmte mechanische Schäden durch Abnutzung sind irreparabel.

Bei der Therapie geht es in erster Linie um die Schmerzbekämpfung und die Erhaltung des Gelenks. Im Frühstadium von Gelenkbeschwerden kann man Medikamenten oder mit physikalischen Therapien (z. B. Wärmetherapie) gute Ergebnisse erzielen. Generell gilt: Je früher die Ursache für die Schmerzen erkannt wird, desto schneller und besser dem Patienten geholfen werden.

Hüftarthrose wird erst in einem relativ späten Stadium des Gelenkverschleißes schmerzhaft: Wenn bereits deutliche Veränderungen am Hüftgelenk aufgetreten sind. Dieses Bild zeigt Osteophyten (Knochensporne), die dann entstehen, wenn Knochen auf Knochen reiben. Sie versteifen das Hüftgelenk und beschleunigen den Knorpelabrieb weiter.  © viewmedica Hüftarthrose wird erst in einem relativ späten Stadium des Gelenkverschleißes schmerzhaft: Wenn bereits deutliche Veränderungen am Hüftgelenk aufgetreten sind. Dieses Bild zeigt Osteophyten (Knochensporne), die dann entstehen, wenn Knochen auf Knochen reiben. Sie versteifen das Hüftgelenk und beschleunigen den Knorpelabrieb weiter. © viewmedica

Schmerzhafte Hüftarthrose und Verschleiß des Hüftgelenks

Eines der wesentlichen Symptome von Hüftarthrose ist der Anlaufschmerz der nach längerer Ruhe auftritt: Wenn Sie am Morgen nach dem Aufstehen oder nach längerem Sitzen während der ersten Schritte Schmerzen haben, die dann aber nach wenigen Minuten wieder besser werden, und sich scheinbar ganz verlieren, haben Sie typische Arthroseschmerzen am Hüftgelenk.

Schmerzen wegen Hüftarthrose gehen häufig auch mit einer Einsteifung des Hüftgelenks einher. Sie können Sich schlechter bücken. Aktivitäten wie Socken und Schuhe anziehen werden mühsam. Die maximale Gehstrecke, die Sie schmerzfrei zurücklegen können, wird immer geringer.

Manchmal flammt die Hüftarthrose schmerzhaft auf: Das Hüftgelenk schwillt an und wird warm. Dann treten stechende Schmerzen und starke Bewegungseinschränkungen im Hüftgelenk auf. Aktivierte Arthrose im Hüftgelenk ist stets unbedingt behandlungsbefürftig: Während einer Episode der entzündlich aktivierten Arthrose wird der Knorpel im Hüftgelenk sehr schnell zerstört.

Hüftimpingement: Schmerzhafte Blockade des Hüftgelenks (Hüftimpingement)

Hueft-Impingement Anatomie des hüftgelenks mit Pincer-Impingement (Beißzangenimpingement) und CAM Impingement (Nockenwellen-Impingement) © Istockphotos

Am Anfang des Verschleißes des Hüftgelenks steht häufig eine Formstörung der Knochen im Hüftgelenk. Dann gleiten die Knochen im Hüftgelenk nicht mehr sondern schlagen schmerzhaft aneinander. Patienten mit Hüftblockaden spüren Schmerzen, häufig tiefliegend, in der Leistengegend. Man spricht dann von einem Hüftimpingement (engl. "to impinge" = anstoßen, anschlagen). Es gibt unterschiedliche Formstörungen des Hüftgelenks:

  • Wenn der Hüftkopf das Oberschenkelknochens (Humerus) nicht völlig rund geformt ist, spricht man vom Nockenwellenimpingement (engl. CAM-Impingement).
  • Wenn die Hüftpfanne (Acetabulum) nicht richtig geformt ist, sondern den Oberschenkelkopf zu tief umfasst, so dass der Trochanter am Rand des Acetabulums anschlägt, spricht man von einem Beißzangenimpingement (Pincerimpingement)

Hüftarthroskopie therapiert Hüftimpingement

Wenn eine Fehlbildung des Hüftkopfes oder der Hüftpfanne rechtzeitig erkannt wird, gibt es effektive operative Möglichkeiten, diese Fehlformen zu therapieren: Die Operation wird minimalinvasiv als Hüftarthroskopie durchgeführt.

Bei Sportlern treten auf Grund des Hüftimpingements häufig Schmerzen und Bewegungseinschränkungen bei bestimmten Bewegungen auf, bei denen sie einen Großteil ihrer Hüftbeweglichkeit ausschöpfen. Sie belasten Ihre Hüften stärker als die Normalbevölkerung. Sportler bringen auch häufiger den gesamten Bewegungsspielraum der Hüfte zum Einsatz, fordern ihre Hüfte öfter und sind daher auch gefährdeter, das eine Fehlform zu einer Hüfterkrankung führt.

Hüftschmerzen, die durch eine Beschädigung der Gelenklippe (Labrum) oder einer Fehlform des Hüftgelenks entstehen, können mit Hilfe der minimalinvasiven Hüftarthroskopie behandelt werden. Hüftschmerzen, die durch eine Beschädigung der Gelenklippe (Labrum) oder einer Fehlform des Hüftgelenks entstehen, können mit Hilfe der minimalinvasiven Hüftarthroskopie operiert werden. © viewmedica

Verletzungen und Traumata am Hüftgelenk

Auslöser für die Hüftschmerzen sind häufig auch Unfälle oder Verletzungen am Gelenk. Nicht alle Verletzungen führen zu offensichtlichen Schäden. Es kann für Patienten schwer sein, chronische Hüftschmerzen einem bestimmten Verletzungsereignis in der Vergangenheit zuzuordnen. Eine genaue unfallchirurgische Untersiuchung von Knochen, Knorpeln und Weichteilgeweben kann diese Schmerzhaften Hüftverletzungen aufdecken.

Schenkelhalsfraktur - Fraktur des Oberschenkelhalses

Die Fraktur (Bruch) des Schenkelhalses entsteht bei Sturz- oder Verdrehung des Oberschenkelkopfes. Ursache ist also immer die Einwirkung von Stoß, Schlag oder Distorsion.

Knochenschwund (Osteoporose) begünstigt die Schenkelhalsfraktur

Häufig führt der Oberschenkelhalsbruch zu stechenden Schmerzen. Das betroffene Bein ist nicht mehr belastbar.

Bei älteren Patienten kann ein Oberschenkelhalsbruch jedoch auch verdeckt erfolgen: Die starke Hüftmuskulatur und die Gelenkkapsel des Hüftgelenks halten die Bruchfragment zusammen: Belastbarkeit ist in einem gewissen Ausmaß noch gegeben, jedoch ist das Bein verkürzt und nach außen gedreht.

Therapie des Oberschenkelhalsbruchs

  • Bei stabiler Oberschenkelhalsfraktur:
    Schienen und Ruhigstellen
  • Hüftkopferhaltende Therapie:
    Stabilisierung mit Schrauben und Platten
  • Hüftkopfersetzende Therapie:
    Hüfttotalendoprothese
  • Physiotherapie, um die Hüfte zur kräftigen.
Der untersuchende Arzt muss Beschwerden wie dumpfe Hüftschmerzen Druckschmerzhaftigkeit der Hüfte beachten. Ein Röntgenbild klärt den Oberschenkelbruch dann vollends auf.

Die Bruchstelle am Oberschenkel muss, so schnell es geht, stabilisiert werden. Bei älteren Patienten erfolgt diese Stabilisierung meist durch eine Operation einer Hüfttotalendoprothese.

Pertrochantäre Fraktur des Oberschenkelknochens

Diese Fraktur erfolgt zwischen dem großen und dem kleinen Rollhügel (Trochanter) am Hüftgelenk. Auch diese Fraktur tritt häufiger bei älteren Menschen mit Osteoporose auf. Stürze sind meist der Auslöser. bei jüngeren Patienten ist häufig ein Verkehrsunfall der Auslöser.

Diese pertrochantäre Fraktur führt meist zu starken Schmerzen. Auftreten auf das betroffene bein ist nicht mehr möglich. Wenn die Frakturstelle verschoben (disloziert) ist, ist das Bein verkürzt. Häufig ist aber nur ein Teil des Knochens betroffen.

Weil ein heftiges Sturzereignis meist die Ursache ist, schaut der Hüftspezialist nach Blutergüssen in der Hüftregion, die meist als Begleitverletzungen auftreten. Auch hier kann die Diagnose eindeutig mit Hilfe einer Röntgenuntersuchung erfolgen.

Ausrenken des Hüftgelenks (Hüftluxation)

Die Luxation des Hüftgelenks führt zu einem Austreten des Oberschenkelkopfes aus der Gelenkspfanne (Acetabulum). Hierfür sind gewaltige Kräfte erforderlich, weil der Hüftkopf tief in der Pfanne verankert ist und außerdem von der starken Gelenkkapsel und starker Muskulatur gehalten wird. Meist tritt die Hüftluxation bei Verkehrsunfällen mit höheren Geschwindigkeiten auf. Als Begleitverletzung ist auch eine Hüftkopffraktur und eine Fraktur des Acetabulums (Gelenkpfanne) möglich.

Therapie der Hüftluxation

  • Ruhe und Entlastung
  • Kühlung, Eisbehandlung
  • Limitierung der Beweglichkeit durch Orthesenbehandlung
  • Offene Operation oder Hüftarthroskopie
  • Physiotherapie: Passive Beweglichkeitsübungen.
Auch wichtige Nervenstränge (N. Ischiaticus) können verletzt werden.

Nach der Hüftluxation hat der Verletzte sofort starke Hüftschmerzen: Das Bein ist verkürzt, der Patient kann nicht mehr auftreten.

Mit Hilfe einer klinischen Untersuchung können Nervenausfälle ermittelt werden. Das Röntgenbild des Beckens zeigt die Luxation sowie die möglichen Begleitschäden an Hüftkopf und Hüftpfanne.

Labrumriss (Beschädigung der knorpeligen Gelenklippe) am Hüftgelenk

Häufig ist die Folge der Hüftverletzungen nicht an Knochen und Bändern zu sehen, sondern an den Weichteilstrukturen. Bei Harten Stürzen auf das Hüftgelelenk kann das knorpelige Labrum verstört werden. Das Labrum vergrößert die Hüftpffanne mit einer weichen, bindegwebigen Struktur. Manchmal ist auch ein Hüftimpingement die Ursache für einen Labrumriss. Das Labrum ist wesentlich für den Erhalt und die Ernährung des Knorpelgewebes um den Hüftkopf.

Therapie des Labrumrisses

Nach einem Riss des Labrums am Hüftgelenk spürt der Betroffene häufig ein Klicken im Hüftgelenk. Auch Hüft- oder Leistenschmerzen sind häufig tägliche Begleiter nach einen Labrumriss. Manchmal beobachtet ein Patient eine Einsteifung des Hüftgelenks: Der Bewegungsspielraum nimmt ab.

Wenn solche Symptome länger als sechs Wochen andauern, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Mit Hilfe eines MRT kann der Labrumriss gezeigt werden.

Der Labrumriss kann mit Hilfe einer minimalinvasiven Hüftarthroskopie - einer Schlüssellochoperation am Hüftgelenk - therapiert werden. Dieser Eingriff kann die Entstehung einer Hüftarthrose verhindern.

Hüftschmerzen wegen Nerveneinklemmungen

Hüftschmerzen wegen Nerveneinklemmungen und Nervenreizungen gehören zu den komplexen Diagnosen von Hüftschmerzen. Blockade oder Einklemmung von Nerven hat ausstrahlende Schmerzen zur Folge. Es ist daher wichtig, ganz eindeutig festzustellen, wo bei einem in die Hüfte ausstrahlenden Schmerz der Ort des Schmerzauslösers liegt.

Welche Nerven können zur Entstehung von Hüftschmerzen beitragen?

Im Bereich des Hüftgelenks verlaufen viele Nervenstränge aus dem Rückenmark in die unteren Extremitäten (Beine).  Neben dem mächtigen Ischiasnerv gibt es zahlreiche kleinere Nerven, die die Körperoberfläche im Bereich des Hüftgelenks versorgen. © viewmedica Im Bereich des Hüftgelenks verlaufen viele Nervenstränge aus dem Rückenmark in die unteren Extremitäten (Beine). Neben dem mächtigen Ischiasnerv gibt es zahlreiche kleinere Nerven, die die Körperoberfläche im Bereich des Hüftgelenks versorgen. © viewmedica

Seitliche Hüftschmerzen unter der Haut: Meralgia pareaesthetica

Das ist ein "entrapment" (Kompression) eines außen am Oberschenkel unter der Haut verlaufenden Hautnerven (n. cutaneus femoralis lateralis). Dieser Nerv kann leicht in seinem Verlauf durch das Leistenband eingeengt werden. Es gibt viele Ursachen für diese Nerveneinklemmung: Schwangerschaft, Gewichtszunahme oder einfach viel zu enge Kleidung (z.B. enge Jeans).

Therapie der Meralgia paraesthetica

  • Vermeidung enger Kleidung
  • Schmerzmittel
  • Muskelrelaxantien
  • Lokalanästhesie
  • Operative Dekompression des Nerven

Die Meralgiea paraesthetica (auch: Bernhardt-Roth-Syndrom) verursacht seitlich am Oberschenkel ab der Hüftregion stechende oder brennende Schmerzen.

Manchmal treten diese Hüftschmerzen vermehrt in der Nacht bei Rückenlage auf. Zusätzlich kann eine Störung der Sensibilität auftreten: Dieser Bereich wird taub und gefühllos.

Hüftschmerzen wegen dem Ischiassyndrom

Der Ischiasnerv ist ein sehr wichtiger Nervenstrang. Er entspringt in mehreren Segmenten der Lendenwirbelsäule und leitet die Nervenimpulse durch das Becken in das Bein, und schließlich bis in die Füße.

Therapie des Ichiasschmerzes in der Hüfte

Auf seinem Weg verzweigt sich der Ischiasnerv also. Wenn dieser mächtige Nervenstrang irgendwo auf seinem Weg komprimiert oder blockiert wird, kann es zu zahlreichen Symptomen wie Schmerzen, Taubheit, Kribbeln und Ameisenlaufen kommen.

Sehr häufig ist eine Spinalkanalstenose oder eine Nervenwurzelstenose (Formaninalstenose) Ursache des schmerzhaften Ischiassysndroms. Auch ein Bandscheibenvorfall kann die Leitfähigkeit des Ischiasnervs (Nervus sciaticus) beeinträchtigen. Weil sich der Ichiasnerv auf dem Weg ins Bein verzweigt, kann der Schmerz überall im Bein, auch schon als Hüftschmerz, ausgelöst werden.

Durch Rheuma oder durch Entzündungen verursachte Hüftschmerzen

Rheumatische Erkrankungen sind häufig sehr schmerzhafte und chronmische Entzündungsprozesse, die durch fehlgeleitete Aktivitäten des Immunsystems (Autoimmunprozesse) oder Stoffwechselstörungen ausgelöst werden.

Viele Gelenk- und Weichteilerkrankungen gehören zu diesem sogenannten rheumatischen Formenkreis. Einige Rheumaerkrankungen verursachen auch starke Hüftschmerzen.

Entzündliche Erkrankungen rheumatischen Ursprungs können in der Regel durch Blutuntersuchungen festgestellt werden.

Sacroiliitis - Entzündung des Kreuzdarmbeingelenks (Iliosacralgelenks)

Hüftschmerzen können als ausstrahlende Schmerzen aus anderen Bereichen entstehen. Die Arthritis des Iliosakralgelenks /Verbindung zwischen Kreuzbein und Darmbein) verursacht stechende und bewegungsabhängige Schmerzen im Bereich des Hüftgelenks © Sebastian Kaulitzki @ fotolia Hüftschmerzen können als ausstrahlende Schmerzen aus anderen Bereichen entstehen. Die Arthritis des Iliosakralgelenks /Verbindung zwischen Kreuzbein und Darmbein) verursacht stechende und bewegungsabhängige Schmerzen im Bereich des Hüftgelenks © Sebastian Kaulitzki @ fotolia

Die Sakroiliitis ist eine fortschreitende Entzündung Zerstörung des Gelenks zwischen der Wirbelsäule (Kreuzbein) und dem Becken (Darmbein). Diese Erkrankung kann zu starken, in die Hüftregion ausstrahlenden Schmerzen führen. Längerfristig kann durch die Degeneration des ISG-Gelenks auch die Haltung beeinträchtigt werden. Die Schmerzen bei Sakroiliitis treten im unteren Rücken und im Gesäß auf. Dieser heftige Schmerz kann durch bestimmte Aktivitäten verstärkt werden:

  • Dauerhaftes Stehen.
  • Tragen von Einkaufstaschen auf einer Seite.
  • Treppensteigen.

Rheumatoide Arthritis des Hüftgelenks

Rheumatoide Arthritis betrifft Frauen vielfach häufiger als Männer. Rheumatische Entzündungen betreffen zuallererst die Fingergelenke (Rhizarthrose). Aber auch große Gelenke wie Kniegelenk oder Hüftgelenk können von rheumatoider Arthritis betroffen sein.

Therapie der rheumatoiden Arthritis im Hüftgelenk

Rheuma im Hüftgelenk verursacht stechende Schmerzen, Schwellung und Überwärmung des Hüftgelenks mit sich. Die Symptome können ganz ähnlich der aktivierten Hüftarthrose sein. Durch bildgebende Verfahren (Röntgen und MRT) wird der Zustand von Knochen und Knorpeln untersucht. Durch eine Blutuntersuchung können die Rheumafaktoren nachgewiesen werden, die bei ein Autoimmunerkrankung ausgeschüttet werden.

Wenn die Diagnose eindeutig feststeht, erfolgt die Behandlung der rheumatischen Arthritis durch antirheumatische Medikamente.

Es ist sehr wichtig, die Entzündung des Hüftgelenks zu stoppen, bevor der Knorpelschaden im Hüftgelenk zu groß ist, und eine Hüftarthrose entsteht

Bakterielle Knochenentzündung (Osteitis bzw. Osteomyelitis)

Osteomyelitis ist eine bakterielle Entzündung des Knochenmarks oder des Knochengewebes. Vor allem nach Knochenbrüchen und offenen Verletzungen können Bakterien in den Knochen eindringen und dort zu einer schmerzhaften Entzündung führen.

In Folge einer Entzündung im Bereich des Hüftgelenks können Teile des betroffenen Knochengewebes im Oberschenkelknochen oder Beckenknochen absterben. Diese Knochenentzündung ist im Bereich der Entzündung sehr schmerzhaft.

Therapie der Osteomyelitis

  • Schmerztherapie mit Medikamenten
  • Antibiotika
  • Operative Entfernung der Entzündung

Patienten bekommen in akuten Phasen der Osteomyelitis Fieber und werden müde und kraftlos. Über der Infektion kann das Gewebe rot, geschwollen und überwärmt sein. Abgestorbenes Knochengewebe muss operativ entfernt werden.

Hüftkopfnekrose, Osteoporose: Störungen des Stoffwechsels im Knochengewebe

NIcht nur Gelenkflächen und Sehnen sind für die Funktion des Hüftgelenks verantwortlich: Auch der Stoffwechsel des Knochengewebes ist die stabile, schmerzfreie Funktion des Hüftgelenks verantwortlich. Der Hüftknochen ist trotz seiner statischen Funktion ein lebendiges Gebilde mit einem steten Aufbau und Abbau von Knochenstruktur. Der Knochen ist durchzogen von Blutgefäßen, die für die Nahrungszufuhr verantwortlich. Schmerzfühler und Mechanorezeptoren erspüren Belastung und Zustand der Knochengewebe und melden an den Organismus weiter. Hormone und Medikamente wirken auch auf den Knochenstoffwechsel ein.

Aus all diesen Faktoren können langfristige, krankhafte Veränderungen und Störungen des Knochenstoffwechsels resultieren, die zu Hüftschmerzen und einer Störung der Gelenkfunktion führen.

Avaskuläre Knochennekrose im Hüftgelenk (Hüftkopfnekrose) verursacht stechende Schmerzen

Avaskuläre Knochennekrose im Hüftgelenk ist das Absterben von Knochengewebe nach einer Durchblutungsstörung im Femur (Oberschenkelknochen).

Die Blutzufuhr kann nach einer Fraktur oder Dislokation (Ausrenken) des Oberschenkelknochens unterbrochen werden. Eine andere Ursache ist der Gebrauch von hochdosierten Steroidhormonen z.B. in der Krebstherapie. Eine andere Quelle von Steroiden liegt in der Anwendung als leistungsförderndes Mittel (Doping).

Auch Alkoholkonsum kann zu Knochennekrose im Oberschenkel führen. Meistens tritt die Erkrankung im Alter von 30 bis 60 Jahren erstmals auf.

Die erste Folge der Knochennekrose ist Wassereinlagerung (Knochenmarksödeme) im Oberschenkelknochen. Das führt zu stechenden Schmerzen in Hüftgelenk und Oberschenkel, die auch in Ruhe nicht abnehmen. Nach der Rückbildung des Ödems werden die Hüftschmerzen dumpf, und sind als tiefliegende Schmerzen zu spüren.

Im Röntgenbild zeigt sich die zunehmende Demineraliserung des betroffenen Knochens. Der Schmerz kann nahe dem Gelenk, oder auch tiefer im Oberschenkel zu spüren sein.

Therapie der Hüftnekrose

  • Hyperbare Sauerstofftherapie
  • Stoßwellentherapie
  • Entlastung und Orthese des Hüftgelenks
  • Pridie-Bohrung
  • Knorpelzelltransplantation

Durch konservative Verfahren wie Stoßwellentherapie in Verbindung mit Entlastung des Knochens kann versucht werden, die Durchblutung weider zu normalisieren. Ein operatives Anbohren des Knochenbezirks kann eine Heilungsreaktion auslösen, die auch die Durchblutung wieder herstellt. Wenn der Knochenerhalt nicht gelingt, bricht der Oberschenkelkopf unter dem Hüftgelenk ein: Dann muss eine Endoprothese das zerstörte Hüftgelenk ersetzen. Bei den häufig jungen Patienten ist eine frühe Hüftendoprothese aber nicht erstrebenswert, weil eine lebenslange Versorgung über 30 bis 50 Jahre nicht garantiert werden kann.

Osteoporose: Knochenschwund im Hüftgelenk kann zu schmerzhaften Knochenbrüchen führen

Osteoporose ist der krankhafte Knochenschwund sowie die Reduktion der Knochendichte in der Skelettmuskulatur. Durch die Reduktion des Calciumgehaltes in den Knochenbälkchen ist die Wahrscheinlichkeit von schmerzhaften Knochenbrüchen am Hüftgelenk deutlich erhöht. © designua @ fotolia Osteoporose ist der krankhafte Knochenschwund sowie die Reduktion der Knochendichte in der Skelettmuskulatur. Durch die Reduktion des Calciumgehaltes in den Knochenbälkchen ist die Wahrscheinlichkeit von schmerzhaften Knochenbrüchen am Hüftgelenk deutlich erhöht. © designua @ fotolia

Was ist Osteoprose? Wenn die Abbauprozesse im Knochengewebe aus verschiedenen Gründen - hormonelle Umstellung, Bewegungsmangel, Nährstoffmangel - überwiegen, kommt es zu einem Substanzverlust und einer Abnahme des Calciumgehaltes im Knochengewebe.

Durch Osteoporose wird der Knochen in Oberschenkel und Becken spröde und verliert seine Elastizität. Die Neigung zu Knochenbrüchen steigt stark an.

Nicht nur Stürze und Aufprall mit hoher Energie, sondern ein Stolpern im Alltag kann bei Osteoporose ausreichen, um einen schmerzhaften Knochenbruch zu provozieren.

Bei Osteoporose wird auch die Versorgung einer Hüftkopffraktur problematisch. Die Heilung des Knochens ist durch die Osteoporose stark verzögert. Auch die Versorgung mit Hüftprothesen ist bei Osteoporose erschwert, weil die Tragefähigkeit des Knochengewebes deutlich abnimmt. Auch Prothesenfrakturen (Knochenfrakturen in den Bereichen, die eine Endoprothese tragen), werden bei Knochenschwund sehr viel wahrscheinlicher.

Therapie der Osteoporose

  • Medikamente: Biphosphonate hemmen den Knochenabbau
  • Bei Bedarf Östrogenersatztherapie
  • Bewegungstherapie fördert den Knochenaufbau
  • Ernährungsanpassung: Calciumreiche Ernährung (Broccoli, Milchprodukte)
  • Parathormon-Therapie (PTH)
  • Nach osteoprotischen Frakturen an der Hüfte: Hüftendoprothese

Hüftschmerzen in Kindheit und Jugend

Manche Arten von Hüftschmerzen treten eher bei Kindern und Jugendlichen auf. Dies sind offensichtlich also keine durch Verschleiß verursachten Erkrankungen, sondern Störungen der normalen Entwicklung und des Knochenwachstums.

Morbus Perthes: Schmerzhafte Durchblutungsstörung des Hüftkopfes

Morbus Perthes ist eine orthopädische Erkrankung des Kindesalters: Die Blutzufuhr zum Kopf des Oberschenkelknochens wird zeitweise unterbrochen.

Ohne Blutzufuhr wird das Knochenwachstum unterbrochen. Die Kugelform des Oberschenkelknochens wird durch diese Wachstumsunterbrechung gestört. Kinder mit Morbus Perthes fangen an zu hinken.

Therapie des Morbus Perthes

  • Nährstoffreiche Ernährung
  • Entlastung durch Gehstützen oder Rollstuhl
  • Bewegungstherapie unter Gewichtsentlastung
  • Physiotherapie
  • Selten: Therapie mit Orthese
  • Operative Beckenosteotomie (Umstellungs-OP)
Sie wollen das erkrankte Hüftgelenk nicht mehr belasten. Sie berichten von Schmerzen in der Leiste oder im Oberschenkel. Die Beweglichkeit im Hüftgelenk wird plötzlich vermindert.

Das Hüftgelenk von Kindern mit Morbus Perthes steift langsam ein. Die Ursache dieses plötzlichen Verlustes an Blutzufuhr bei Morbus Perthes ist noch nicht bekannt.

Osteochondrosis dissecans (OCD)

Osteochondrosis dissecans (OCD) ist eine Knochenerkrankung, die im Kindes oder Jugendalter - meist zwischen 8 bis 15 Jahre - unterhalb der Gelenkflächen großer Gelenke (Hüfte, Knie, Sprunggelenk) auftritt: Das von OCD betroffene Knochenareal wird mitsamt dem darüberliegenden Knorpel abgestoßen und gerät als Fremdkörper ("loose body" oder sog. "Gelenk-Maus") in den Gelenkinnenraum, wo es als Knochenfragment zu Knorpelschäden führen kann.

Therapie der Osteochondrosis dissecans

  • Entlastung und Ruhigstellung des Hüftgelenks
  • Hyperbarer Sauerstoff (Wirkung nicht nachgewiesen)
  • Hüftarthroskopie zur Entfernung freier Gelenkkörper

Als Ursache wird häufig eine sehr ausgeprägte sportliche Betätigung der betroffenen Kinder angesehen. Ruhigstellung und Schonung sind daher auch stets die ersten Maßnahmen, die im Rahmen der Behandlung der OCD empfohlen werden. Die Osteochondrosis dissecans tritt stets an stark belasteten, konvexen Gelenkanteilen auf, die sehr viel Gewicht tragen. Dazu gehört der Oberschenkelkopf, wo auf einem Durchmesser von zwei Zentimeter ständig das gesamte Körpergewicht lastet.

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