Orthopädische Gelenk-Klinik

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Kniearthrose (Gonarthrose) - gelenkerhaltende Therapie

Themen zu Kniearthrose (Gonarthrose)

  1. Gelenkerhaltende Therapie
  2. Was ist Arthrose im Knie?
  3. Wie entsteht Kniearthrose?
  4. So erkennen Sie, ob sie Sie Kniearthrose haben
  5. Der Verlauf der Kniearthrose
  6. Arthrose im Knie untersuchen
  7. Kniearthrose konservativ behandeln: Physiotherapie, Schmerztherapie, Knorpelregeneration
  8. Operation: Gelenkerhaltende Teilprothesen und Knietotalendoprothesen

Literatur zu Kniearthrose

Gelenkerhaltende Therapie bei Kniearthrose, wie geht das?

Kniearthrose (Mediale Gonarthrose): Deutlich sichtbar sind die Knochensporne (Osteophyten) im Gelenkspalt.  Arthrose im Kniegelenk: Deutlich sichtbar sind die Knochensporne (Osteophyten) im Gelenkspalt. Diese Knochensporne entstehen durch direkte Knochenreibung nach Abbau des Gelenk-Knorpels. Als Ergebnis des arthrosebedingten Knorpelabbaus wird der Gelenkspalt im Knie sichtbar schmaler. Der Knorpelpuffer wird abgerieben. © Wikipedia

Kniearthrose führt im Endstadium fast immer zu einer schmerzhaften Versteifung des Kniegelenks. Diese Einsteifung kann nur durch künstlichen Gelenkersatz, eine Knieprothese, therapiert werden. Auch wenn die Knieprothese vielen Patienten eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität und Sportfähigkeit ermöglicht, wollen bei unseren Patienten das natürliche Kniegelenk möglichst lange - im besten Fall lebenslang - erhalten. Diese spezialisierten, gelenkerhaltenden Therapieverfahren stehen nur unter bestimmten Voraussetzungen zur Verfügung, auf die wir weiter unten noch eingehen werden.

Die orthopädische Gelenk-Klink ist daher spezialisiert auf diese gelenkerhaltenden Verfahren. Dazu gehören Knorpeltransplantation (Knorpelregeneration) und gelenkerhaltende Inlays und Knie-Teilprothesen. Unsere Beratung und Praxis der konservativen und operativen Therapie bei Kniearthrose führt deswegen für die überwiegende Mehrzahl der Patienten zu einer ganz oder teilweise gelenkerhaltenden Therapie der Kniearthrose.

Was ist Kniearthrose (Gonarthrose)?

Arthrose im Knie (Gonarthrose) ist eine fortschreitende Beschädigung, später auch Abbau des Gelenkknorpels im Kniegelenk. Bei Kniearthrose wird der Knorpel im Knie rauh und rissig. Das Knorpelgewebe verliert seine Elastizität. Die Fähigkeit des Kniegelenks, knorpelernährende Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) zu produzieren, nimmt mit zunehmendem Krankheitsverlauf ab. Die Knorpelschicht zwischen den Knochen des Kniegelenks wird schmaler und brüchig. Im letzten Stadium wird das Kniegelenk stark schmerzhaft. Die Knochen, die bei schwerer Arthrose ihren Gelenkknorpel verloren haben, reiben dann direkt und schmerzhaft aufeinander. Das Kniegelenk entzündet sich und versteift: Die schmerzfreie Belastbarkeit des Knies im Alltag geht bei fortgeschrittener Arthrose also verloren. Die Arthrose im Knie ist ein sich selbst verstärkender Krankheitsprozess. Je länger der Patient bei Knieschmerzen mit Diagnose und Behandlung abwartet, um so geringer werden die Therapiemöglichkeiten des behandelnden Arztes. Knorpelgewebe können vom Körper nicht, oder nur sehr langsam regeneriert werden. Knorpel wird nicht direkt durchblutet (bradytrophe Gewebe).

Kniearthrose vorbeugen

  • Abnehmen: Jedes Kilo zuviel erhöht den Gelenkverschleiß
  • Viel Bewegung, aber mit wenig Belastung (also Radfahren und Schwimmen sind eher geeignet, Fußball und Karate belasten das Gelenk.)
  • Zellgifte schaden auch dem Gelenkknorpel: Daher kein Alkohol und kein Nikotin.
  • Bei chronischen Anlauf- oder Ruheschmerzen im Knie bitte zum Spezialisten gehen.
  • Ausgleichsbewegungen im Alltag erhalten die Gelenke (z.B. Radfahren schmiert die Gelenke)
  • Durch richtige Ernährung Arthrose vorbeugen: Viel Gemüse, wenig rotes Fleisch,

Kniearthrose ist eine sehr häufige Veränderung des Kniegelenks: 75% aller über 50-Jährigen haben zumindest Anzeichen der Kniearthrose. Aber nur wenn der Knorpelabbau nicht altersgemäß verläuft, sondern stark beschleunigt oder schmerzhaft ist, muss die Arthrose orthopädisch behandelt werden.

Kniearthrose kann langfristig zu einem schmerzhaften, zunehmend versteifenden Knie führen. Schließlich führt der Krankheitsprozess sogar zum Verlust des Kniegelenks.

Jährlich werden in Deutschland als Folge von Arthrose im Knie über 100.000 Knieprothesen (Knietotalendoprothesen) operiert.

Meist sind alte Verletzungen die Ursachen von Kniearthrose

Wichtige Ursachen

  • Fehlstellungen im Kniegelenk (X- und O-Bein).
  • Kreuzbandriss
  • Menisskusriss oder Meniskusresektion (Entfernung).
  • Knorpelschäden etwa nach Unfall oder Sportverletzungen.
  • Starkes Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Erbliche Faktoren: Familiär erhöhte Häufigkeit von Arthrose im Knie.

Zu den wichtigen Ursachen der Gonarthrose gehören Fehl- und Überbelastung des Kniegelenks, wie sie bei Sportlern, aber auch bei angeborenen Fehlstellungen des Knies auftreten (X-Beine oder O-Beine). Viele Patienten mit Kniearthrose haben verschleppte, nicht fachgerecht behandelte Knieverletzungen: Dazu gehören osteochondrale Knorpelschäden Verletzungen des Meniskus (Meniskusriss) und Kreuzbandverletzungen ( Kreuzbandriss). Die unbehandelten Verletzungen des Meniskus oder des Kreuzbandes können durch Destabilisierung des Kniegelenks (Mehrbeweglichkeit) die Arthrose im Knie auslösen.

Arthrose im Knie hat keinen typischen Verlauf - Krankheitszeichen sind nicht immer zuverlässig interpretierbar

Haben Sie schon eine Arthrose im Knie?

Kniegelenk mit Knorpel, Kreuzbändern, Außenbändern, Innen und Außenmeniskus Knie seitlich mit Kniescheibe. Der halbmondförmige Meniskus und die aufgerauhte Knorpelschicht des Kniegelenks sind deutlich zu sehen. Man sieht auch den Verlauf der Seitenbänder (außen) und Kreuzbänder (innen). Nicht nur die Knorpel im Kniegelenk, sondern auch die Bänder, die das Kniegelenk führen, werden durch Kniearthrose zerstört. An den knöchernen Gelenkpartnern bilden sich rauhe Knochensporne, die das Gelenk weiter zerstören. © Viewmedica

Kniearthrose ist eine der häufigsten Gelenkserkrankungen. Bei den meisten Patienten tritt Arfthrose - entgegen der allgemeinen Vermutung - nicht als Verschleiß auf Grund von Überlastung oder Verletzungen auf: Abnutzung der Gelenkknorpel im Knie gehört zum normalen Alterungsprozess. Ein gelegentliches Knirschen und Krachen im Knie muss noch keine Besorgnis auslösen. Wenn sich zu diesen Geräuschen aber chronische Schmerzen gesellen, sollten Sie sich um Ihre Kniegelenke Sorgen machen. Aber nicht nur der Knorpel im Kniegelenk, sondern alle Gewebe des Menschen sind diesen Veränderungen unterworfen. In den meisten Fällen bedarf diese natürliche Veränderung keiner Aufmerksamkeit durch den Orthopäden. "Pathologisch" im Sinne einer Arthrose wird dieser Verschleiß erst, wenn das Knie weniger belastbar wäre, als im Altersdurchschitt zu erwarten.

Gute Ernährung gegen Arthrose, Gewichtskontrolle und regelmäßige, sanfte Bewegung helfen bei der natürlichen Stabilisierung des alternden Kniegelenks gegen den arthrosebedingten Knorpelverlust.

Bei chronischen Schmerzen und Steifheit im Kniegelenk über mehrere Wochen sollte der Patient stets zuerst an Arthrose im Knie (Gonarthrose) denken: Knieschmerzen sind das Leitsymptom bei Kniearthrose. Doch treten Schmerzen erst spät im Verlauf der Arthrose auf, weil der Knorpel nicht direkt von Nerven versorgt wird. Für eine gelenkerhaltende Behandlung kann es nach dem Auftreten chronischer Schmerzen zu spät sein, weil die Arthrose schon zu weit fortgeschritten ist. Daher ist es wichtig, schon frühe Anzeichen der Arthrose (z.B. Instabilität, Kraftverlust) gut untersuchen zu lassen.

Krankhafte Veränderungen des Kniegelenks bei Arthrose

Im Verlauf der Kniearthrose werden die Knorpel im Knie erst rissig, und dann zunehmend abgebaut. Im Endstadium reiben Oberschenkelknochen und Schienbein direkt und schmerzhaft aufeinander. Im Endstadium führt Kniearthrose nach Verlust der Knorpel zur vollständigen Unbeweglichkeit des Knies. Sie ist der häufigsten Grund für die Transplantation eines künstlichen Kniegelenks (Knieprothese oder Kniegelenks-TEP). Typisch für Kniearthrose sind Anlaufschmerzen - zum Beispiel am Morgen nach der Nachtruhe oder nach längerem Sitzen.

Im weiteren Verlauf der Arthrose kommen auch Knieschmerzen bei Bewegung hinzu: Die schmerzfreie Gehstrecke nimmt im Verlauf der Kniearthrose stetig ab. Reiben die Knochen im Kniegelenk immer stärker aneinander, können Knorpelfragmente, Knochenfragmente und Gewebstrümmer entzündliche Episoden im Kniegelenk auslösen. Diese arthrosebedingten Entzündungen können auch zu Schwellungen und Ruheschmerzen im Kniegelenk führen.

Diese Entzündungsprozesse im Spätstadium der Kniearthrose können auch die Bänder des Kniegelenks - Kreuzbänder und Seitenbänder - in Mitleidenschaft ziehen und schließlich zerstören. Vorhandene Fehlstellungen im Kniegelenk werden durch Kniearthrose noch verstärkt.

Am Ende der Kniearthrose stehen schließlich schmerzhafte Blockaden des Kniegelenks, die den natürlichen Bewegungsablauf ganz verhindern. Das Kniegelenk verliert in diesem Stadium der Arthrose sichtbar seine natürliche anatomische Form: Das Kniegelenk schwillt an, Flüssigkeit wird im Gelenk eingelagert. Das Kniegelenk erleidet als Folge der Arthrose Knochenveränderungen mit deutlich sichtbaren Fehlstellungen.

Daran erkennen Sie, ob Sie eine Kniearthrose haben:

  • Knieschmerzen bei Arthrose sind chronisch: Sie dauern bereits über mehrere Wochen oder Monate an.
  • Bestimmte Belastungen wie Sport, Treppen hoch oder Treppen-abwärts gehen sind besonders schmerzhaft und lösen Belastungsschmerzen aus.
  • Nach Ruhe, längerem Sitzen oder Morgens nach dem Aufstehen ist das Kniegelenk versteift: Nach einer kurzen Warmlaufphase ist es wieder beweglicher.
  • Beim Bewegen des Kniegelenks - z.B. beim "Radfahren in der Luft" - hören Sie Knack- und Reibegeräusche.
  • Die maximale Gehstrecke (Mobilität) kann durch Knieschmerzen stark eingeschränkt sein.
  • Zeitweise ist das Kniegelenk überwärmt und schmerzhaft geschwollen. In dieser Zeit spüren Sie das Knie auch in Ruhe, also auch Nachts.
  • Wenn sie früher - vor Jahren - schon einmal eine Knieverletzung hatten (Fraktur, Kreuzbandriss, Meniskusriss) wird die Wahrscheinlichkeit einer Kniearthrose deutlich erhöht.

Diagnose der Kniearthrose durch den Spezialisten

Differentialdiagnose: Was kann krankhafte Knieschmerzen auslösen?

Beurteilung der Beinachse

Eine wichtige Ursache bei der Entstehung der Kniearthrose sind Fehlstellungen der Beinachse: X-Stellung oder O-Stellung der Kniegelenke. Daher ist eine Beurteilung der Beinachse und der Stellung der Gelenke ein wichtiger Schritt bei der Untersuchung der Arthrose im Kniegelenk. Diese Achsfehlstellung im Kniegelenk kann entweder angeboren sein, oder als Folge eines Unfalls auftreten. Daher wird bei Verdacht auf Kniearthrose eine äußerliche Untersuchung vorgenommen, bei der Gangbild, Beinachse, Deformitäten, Schwellungen in Kniegelenk und die Stabilität der Bänder des Kniegelenks genau untersucht werden.

Laboruntersuchung von Blutes und Gelenksflüssigkeit im Blut

Um bei Knieschmerzen andere Ursachen auszuschließen, kann zudem noch eine Laboruntersuchung durchgeführt werden. Diese Laboruntersuchung kann rheumatische Erkrankungen oder bakterielle Infektionen nachweisen. Bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion kann auch eine Kniepunktion mit Entnahme der Gelenksflüssigkeit den direkten Nachweis liefern, dass Schwellung und Knieschmerz auf eine Entzündung zurückzuführen sind.

Röntgenuntersuchung

Untersuchung der Kniearthrose im Röntgenbild Die Untersuchung der Kniearthrose im Röntgenbild ist das wichtigste Diagnoseverfahren. Unter Belastung - wenn der Patient also aufrecht steht und das Knie Gewicht trägt - ist der Verlust der Knorpelschicht deutlich zu erkennen. Knochen von Oberschenkel und Unterschenkel berühren sich direkt. © Gelenk-Klinik.de

Wenn der Verdacht auf Kniearthrose erhärtet ist, kann eine Röntgenuntersuchung des Knies einen direkten Nachweis führen. Oft werden mehrere unterschiedliche Aufnahmen angefertigt - unter Belastung, auf mehreren Ebenen - um die Situation im Gelenk genau darstellen zu können. Ein typisches Zeichen für Kniearthrose ist eine deutliche Verschmälerung des sichtbaren Gelenkspaltes zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein unter Belastung: Dieser schmale Spalt ist ein sichtbares Zeichen für den bei Kniearthrose typischen Abbau des Gelenkknorpels: Der gesunde Knorpel führt im gesunden Knie eine im Röntgen deutlich sichtbare Trennung der beteiligten Knochen herbei.

MRT-Untersuchung und Knorpeldiagnostik

Nur im Einzelfall kann auch eine Magnetresonanztomografie (MRT) bei der Untersuchung einer Kniearthrose sinnvoll sein. Die MRT Untersuchung kann durch spezielle Kontrastmittel eine Darstellung der Stoffwechselaktivität und der Vitalität der Knorpelzellen liefern. Außerdem erlaubt das MRT eine Darstellung der Weichteile - Kreuzbänder, Seitenbänder und Menisken. So kann eine mögliche Ursache der Arthrose ermittelt werden. Gerade im frühen Stadium der Arthrose ist die Betrachtung der Begleitursachen der Kniearthrose oft der wichtigste Schritt zu einer kausalen Arthrosetherapie. Wenn eine konkrete Ursache für die Mehrbeweglichkeit des Kniegelenks gefunden wurde, kann diese durch Physiotherapie oder einen spezifischen operativen Begleiteingriff wieder behoben werden. Für diese Untersuchung darf der Arzt nicht bei der Feststellung der beginnenden oder fortgeschrittenen Arthrose stehen bleiben, sondern muss die Situation dieses Kniegelenks umfassend untersuchen. Das MRT ermöglicht die detaillierte Analyse der Weichteile, die für die Funktion des Kniegelenks wesentlich sind.

Konservative Behandlung der Kniearthrose (Gonarthrose)

Weil die Knorpel im Knie bei Erwachsenen mit wenigen Ausnahmen nur schwer regenerierbar sind, kann Kniearthrose in der Regel nur gemildert, aber nicht geheilt werden. Lediglich akute Knorpelverletzungen können durch körpereigene Knorpelzüchtung und Verpflanzung therapiert werden. Bei großflächiger Arthrose kann der Gelenkverschleiß nur noch symptomatisch behandelt, aber nicht mehr therapiert werden.

Sport und Kniearthrose

Welcher Sport ist geeignet?

Ungünstige "Kontakt"-Sportarten
  • Fußball
  • Alpin Ski
  • Tennis
  • Volleyball
Günstige Sportarten mit sanften Bewegungen
  • Schwimmen
  • Wassergymnastik
  • Radfahren
  • Spazierengehen

Neben vielen spezifischen spezifischen Maßnahmen gibt es auch viele mögliche Anpassungen im Lebensstil, mit denen die Kniearthrose wirksam verlangsamt werden kann. Der Patient mit Arthrose im Knie muß mit seinem Arzt über Ernährung, Gewichtsregulierung und Bewegungsgewohnheiten sprechen. Das Potential für Verbesserung oder Stabilsierung der Kniearthrose in diesen Bereichen des Lebens müssen der Arzt und Patient gemeinsam ermitteln und nachhaltig umsetzen.

Die konservative Therapie hat bei Gelenkverschleiß im Knie immer Priorität vor operativen Therapien. Erst nach dem Ausschöpfen aller konservativen Therapiemöglichkeiten werden operative Therapien in Erwägung gezogen.

Es gibt eine Ausnahme von diesem Prinzip: Wenn eine konkrete Ursache für das Entstehen der Kniearthrose gefunden wurde, wie z.B. ein vorderer Kreuzbandriss oder eine Meniskusläsion, ist es wichtig, die operative Therapie zur vorbeugenden Instandhaltung des Knies durchzuführen. In diesen Fällen geht es stets darum, durch diese Begleiteingriffe zur Arthrosetherapie das Kniegelenk wieder zu stabilisieren, und dadurch weiterem Verschleiß der Gelenk-Knorpel vorzubeugen.

Arthrosevorbeugendes Verhalten

Wenn bei Ihnen schon eine Arthrose im Frühstadium (Arthrose Grad II oder Grad III) festgestellt wurde, lohnt sich vorbeugendes Verhalten besonders. Durch arthrosegerechtes Verhalten verlangsamen Sie das Fortschreiten der Schäden an Ihren Gelenkknorpeln und reduzieren den Gelenkverschleiß. Die Vorbeugung weiterer Schäden ist die beste Therapie bei Kniearthrose. Es genügt, sich wenige einfache Bewegungsprinzipien für kniefreundliches Verhalten klar zu machen und diese im Alltag anzuwenden.

  • Vermeiden Sie bergabwärtsgehen: Lieber bergauf gehen, das kräftigt und bringt weniger Last aufs Knie.
  • Wenn Sie die Treppen abwärts gehen, dann mit dem erkrankten Knie voraus: Vermeiden Sie Kraftentfaltung in Kniebeugestellung. Durch die Knorpelaufrauhung ist hier die Reibung stark erhöht.
  • Beim Treppen Aufwärtsgehen mit dem gesunden Knie vorausgehen: Das erkrankte Bein folgt.
  • Einlagen: Schuhinnenranderhöhung oder Schuhaussenranderhöhung: Bringen Sie bei Kniearthrose Ihre gesunden Kniebereiche in die Hauptbelastungszone. Die erforderlichen Einlagen können Sie sich von Ihrem Orthopäden verordnen lassen.
  • Vermeiden Sie monotones Sitzen in einer Position: An der beim Sitzen gewichttragenden Stelle im Kniegelenk findet ein Verschleiß durch Dauerbelastung statt. Strecken Sie Ihre Beine möglichst immer aus, gehen sie häufig umher.
  • Vermeiden Sie Last auf dem gebeugten Knie (90°-Regel): Arbeiten Sie nicht ausdauernd in der Hocke: Sie bringen dabei unverhältnismäßig viel Last auf das Knie. Besser: Ein Knie, am besten gut gepolstert, auf dem Boden, das andere in 90° Position aufgestellt.
  • Bewegen Sie Ihre Beine in Rückenlage - wie beim Radfahren: Damit schmieren Sie Ihre Gelenke ohne Last, sie fördern auch die Knorpelernährung und den venösen Abfluss.

Kniearthrose und Schmerztherapie: Medikamente, Pflanzenmittel und Physikalische

Bei schmerzhafter Kniearthrose ist die medikamentöse Schmerzsstillung ein erster wichtiger Ansatzpunkt für die Behandlung. Schmerzstillende Medikamente bei Arthrose im Knie können als Tabletten verabreicht werden. Schmerzen bei Kniearthrose können aber auch durch Injektion von schmerzstillenden Medikamenten direkt in das Kniegelenk behandelt werden. Die meist verwendeten Medikamente sind entzündungshemmende nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR). In der Langzeitanwendung sind nichtsteroidale Antirheumatika in höheren Dosierungen häufig nebenwirkungsreich und unverträglich. Es ist daher wichtig, den Arthroseschmerz auch mit Hilfe arthrosegerechter Ernährung, Physiotherapie und pflanzlicher Arthrose Medikamente zu behandeln, um die Schmerzmitteldosierung so niedrig wie möglich halten zu können.

Kniearthrose und Physikalische Therapie: Schmerztherapie und Verbesserung des Stoffwechsels

Die physikalische Therapie bei Kniearthrose soll die Beweglichkeit im Knie und die Ernährung des Knorpels verbessern. Zur physikalischen Therapie bei Kniearthrose gehören Bewegungsbäder und Wassergymnastik, aber auch Wärme und Kälteanwendungen sowie Elektroanwendungen und therapeutischer Ultraschall.

Mit Hilfe pflanzlicher Mittel können viele Patienten Ihren Verbrauch an Schmerzmitteln bei Arthrose deutlich absenken. Damit können auch Probleme bei der Langzeitanwendung synthetischer Schmerzmittel reduziert werden und die Arthrosetherapie insgesamt verträglicher gemacht werden.

Physiotherapie: Sanfte Bewegung und Kräftigung der Muskulatur

 Physiotherapie und Muskeltraining können bei Kniearthrose den Bewegungsablauf korrigieren und das Gelenk entlasten. Muskelschwäche und Bewegungsmangel ist eine Ursache für Arthrose auslösende Fehlbelastungen des Kniegelenks Physiotherapie und Muskeltraining können bei Kniearthrose den Bewegungsablauf korrigieren und das Gelenk entlasten. Schwache Muskulatur und Mangel an Bewegung ist eine Ursache für Fehlbelastungen des Kniegelenks und können Kniearthrose auslösen. © istockphoto

Während die physikalische Therapie auf Schmerzstillung und verbesserte Durchblutung und Aktivierung der Gewebe abziehlt, will die Physiotherapie bei Kniearthrose das Kniegelenk muskulär kräftigen. Sport und Bewegungsübungen stärken die Muskeln, die das Knie führen. Sie entlasten das Kniegelenk zusätzlich und verlangsamen Kniearthrose. Durch Bewegungsschulung bei Kniearthrose wird die natürliche Funktion der Bänder wiederhergestellt. Die Last im Kniegelenk wird wieder gleichmäßiger verteilt, einseitige Knorpelabnutzung wird vermindert.

Übungen bei Kniearthrose Sie finden hier 15 einfache Knie-Übungen zum selbermachen, die Sie auch einfach zu Hause durchführen können, um Ihr Knie zu kräftigen und die Koordination zu verbessern.

Muskeln werden gedehnt und die Spannung in Muskeln und Bändern um das Knie werden gekräftigt. Die verbesserte Koordination des Bewegungsablaufs stabilisiert das Knie und sorgt für eine natürliche Verteilung der Knorpelbelastung, die der Kniearthrose entgegenwirkt.

Orthopädische Schuhe können das Kniegelenk bei Arthrose entlasten

Orthopädische Schuhe können bei Kniearthrose die Belastung der Kniegelenke ausbalancieren oder zu Gunsten des gesunden Bereiches im Kniegelenk verändern. Fehlbelastungen auf Grund von Fehlstellungen (O- oder X-Fehlstellungen) können ausgeglichen werden. Daher können orthopädische Schuhe durch Erhöhung des Innen- oder Außenrandes der Schuhe kleinere Fehlstellungen wirkungsvoll ausgleichen und die Knorpelbelastung unter Schonung der erkrankten Bereiche regulieren. Kniearthrose durch übermäßige Abnutzung wegen Fehlstellung kann durch einen orthopädischen Schuh wirkungsvoll verlangsamt werden, wenn die Therapie rechtzeitig eingeleitet wird.

Orthesen - Stützverbände - können Knieschmerzen lindern

Besonders stark betroffene Bereiche des Kniegelenks können durch äussere Stützschienen (Orthesen) entlastet werden. Moderen Orthesen können speziell stark betroffene Stellen im Kniegelenk durch individuell einstellbare Gurte entlasten und so die Belastbarkeit sowie die maximale Gehstrecke im Alltag erhöhen.

Arthrose im Knie operativ behandeln: Gelenkerhalt, Gelenkversteifung und Gelenkersatz

Für manche Patienten sind bei fortgeschrittener Kniearthrose alle konservativen Behandlungsverfahren gegen die Arthrose ausgeschöpft. Wenn der Patient noch immer unter starken Schmerzen leidet, und auf Dauer hohe Dosen an Schmerzmitteln benötigt, sind die operativen Behandlungsmethoden der Kniearthrose angezeigt. Diese Operationen können in verschiedenen Stadien der Arthrose entweder den Knorpel wieder herstellen, das Knie stabilisieren, oder aber das durch Arthrose zerstörte Knie mit Inlays, Teilprothesen oder Voll-Prothesen (Knie-TEPS) ersetzen.

Gelenkerhaltende Kniearthroskopie

Knorpelabrieb und Knochensplitter in der Gelenkkapsel führen zu schmerzhaften entzündlichen Schwellungen. Die Arthroskopie kann das Gelenk reinigen und Störungen beseitigen Kniearthrose geht einher mit Knorpelabrieb und der Bildung von Knochensplittern in der Gelenkkapsel. © istockphoto

Die Kniearthroskopie erfordert zwei kleine Hautschnitte auf beiden Seiten des Kniegelenks. Durch die Schnitte werden jeweils eine Sonde und kleinste Instrumente eingeführt. Das Kniegelenk wird gespült und von freien Fremdkörpern befreit. Kniearthroskopie ist also eine minimalinvasive Reinigung des Kniegelenks. Arthroskopie kann bei Kniearthrose kann auf mehrere Arten gelenkerhaltend wirken.

Durch die Gelenksspülung werden Fremdkörper entfernt.

Mit Hilfe kleinster Fräsen werden Knochenwucherungen (Osteophyten) und Unebenheiten, die die Gelenkfläche verändern und aufrauhen, beseitigt. Dieser sich selbst unterhaltende Prozess kann durch eine minimalinvasive Arthroskopie also unterbrochen werden.

Die Arthroskopie kann auch eine entzündete Gelenksschleimhaut (Synovialistis) entfernen beseitigen. Arthrose führt zu Knorpelabrieb, Bildung von knöchernen Neubildungen und Knochensplittern. Diese abgeriebenen Fremdkörper führen zu entzündlichen Erscheinungen im Gelenk - der sogenannten Synovialitis. Diese entzündete Synovia kann arthroskopisch abgesaugt werden. Dann wächst eine neue, nicht entzündete Gelenkschleimhaut nach.

Die Reduktion dieser Entzündungsfaktoren durch Kniearthroskopie wirkt langristig gelenkserhaltend: Die auftretenden Gelenksentzündungen, die oft mit schmerzhaften Schwellung und Flüssigkeitsansammlung im Kniegelenk einhergehen, führen nämlich zu einer weiteren Verschlechterung des Knorpelgewebes. Der Knorpelabbau beschleunigt sich durch die Entzündungsprozesse. Die Arthrose wird durch diese Fremdkörper in der Synovialflüssigkeit zu einem sich selbst verstärkenden Vorgang. Werden sie entfernt, kann dieser Kreislauf unterbrochen werden.

Autologe Knorpeltransplantation im Kniegelenk: Knorpelgewebe können mit der richtigen Unterstützung nachwachsen

Kniearthrose und  Knorpelzelltransplantation Bei der Knorpeltransplantation werden körpereigene Knorpelzellen (Chrondrozyten) aus dem Knie des Patienten außerhalb des Körpers in einem speziellen Nährmedium um das Tausendfache vermehrt. Nach sechs Wochen werden sie wieder in das geschädigte Kniegelenk eingepflanzt. © istockphoto

Ein sehr moderner Ansatz zur Behandlung der Kniearthrose und zur Regeneration des Knorpels ist die autologe Knorpeltransplantation (Chondrozyten-Transplantation) die von Dr. Schneider durchgeführt werden kann. Wenn die Arthrose nicht zu weit fortgeschritten ist, kann die Knorpelzelltransplantation die Belastbarkeit des Knies auf natürlichem Wege wiederherstellen. Bei der autologen Knorpeltransplantation wird dem Patienten in einer minimalinvasiven Operation eine kleine Menge Knorpelgewebe aus einem wenig belasteten Teil des Kniegelenks entnommen. Im Labor, unter spezifischen Bedingungen gelingt, was im Körper wegen der fehlenden an Durchblutung des Knorpelgewebes kaum möglich ist: eine rasche Vervielfältigung der Knorpelzellen durch natürliche Vermehrung. Diese körpereigenen Knorpelzellen können nach sechs Wochen in einer zweiten, ebenfalls minimalinvasiven (arthroskopischen) Operation, auf die geschädigten Bereiche des Kniegelenks aufgebracht werden. Die im Labor vermehrten Knorpelzellen haften im Gelenk an und ersetzen das verloren gegangene Knorpelgewebe.

Arthrose und die Achsumstellung des Kniegelenks (Knieosteotomie)

Kniearthrose wird oft verursacht durch eine Fehlstellung der Beinachse. Diese Fehlstellung kann unfallbedingt sein oder angeboren. Arthrose durch lokale Knorpelüberlastung nach Fehlstellung kann oft durch Schuhzurichtungen nicht hinreichend therapiert werden. Eine Änderung der Belastungsachse im Kniegelenk kann dann weiterhelfen. Durch Einfügen oder Entfernung eines Knochenkeils unterhalb des Kniegelenks, kann bisher weniger belasteter Knorpel im Kniegelenk mehr Aufgaben übernehmen. Am häufigsten ist die Osteotomie bei der Varus-Gonarthrose - das ist die O-Beinstellung. Der Knochenkeil wird dabei dem Beckenkamm (Beckenknochen) des Patienten entnommen. Der fortschreitende Prozess der überlastungsbedingten Kniearthrose normalisiert sich durch diese Umstellungsoperation, weil alle Anteile des Kniegelenks wieder Ihre Aufgabe übernehmen.

Knochensparende Knie-Teilprothesen

Wenn die Gelenkflächen des Knies bei Kniearthrose nur teilweise geschädigt sind, können moderne Knie-Teilprothesen und Oberflächenverstärkungen ("Inlays") das Knie wieder belastbar machen. Dabei wird die natürliche Beweglichkeit des Kniegelenks durch Erhalt der Bänder und Muskeln und der natürliche Knochen weitgehend erhalten. Auch moderne Knieprothesen (Knie-TEP) und Knieteilprothesen (Inlays oder Repicci-Prothesen) erhalten die natürliche Beweglichkeit und Trainierbarkeit des Kniegelenks: Aber nur, wenn bei rechtzeitiger Operation der natürliche Bandapparat des Knies miteinbezogen werden kann. Bei fortgeschrittener Kniearthrose kann der Verlust des Knochengewebes sowie des für die natürliche Führung des Kniegelenks unerläßliche Bandapparats zu weit fortgeschritten sein. Sind Bänder und Knochen nach fortgeschrittener Erkrankung nicht mehr intakt, kann der richtige Zeitpunkt für eine solche gelenkserhaltende Teilprothese des Kniegelenks zur Heilung verstrichen sein.

Stop der Kniearthrose durch eine Knieteilprothese oder Inlay führt auch zum Erhalt der noch gesunden Anteile des Kniegelenks - sowohl der knöchernen Gelenksflächen als auch der Knorpel. Patienten mit Knieteilprothesen behalten eine sehr gute Beweglichkeit und Sportfähigkeit.

Gelenkersatz durch Knieprothesen (Knie-TEP)

Kniearthrose kann zu einem schmerzhaften, zunehmend versteifenden Knie führen. In vielen Fällen führt Kniearthrose schließlich sogar zum Verlust des natürlichen Kniegelenks. In Deutschland werden jährlich über 80.000 Knieprothesen eingesetzt.

Bei Arthrose im Knie lassen sich durch Knieprothesen Belastbarkeit und Schmerzfreiheit des Kniegelenks sicher wiederherstellen.

Die Lebensdauer der Knieendoprothese beträgt 15 - 20 Jahre, dann lockern sich die Knieprothesen in vielen Fällen wieder. Daher versucht der Orthopäde, Knieprothesenoperationen bei unter 60-jährigen Patienten zu vermeiden, um die Zahl der notwendigen Prothesenwechseloperationen klein zu halten.

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