Orthopädische Gelenk-Klinik

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Untersuchung Knieschmerz mit Ultraschall

Knieschmerzen Symptome: vorne, hinten, seitlich

Nicht alle Knieschmerzen sind gleich: Die Lage der Knieschmerzen (innen, außen, hinter oder vor dem Knie) gibt einen sehr deutlichen Hinweis über die möglichen Ursachen. Ebenso lohnt es sich die Situation, in der eine Knieschmerz auftritt genauer anzuschauen: Ist der Schmerz nach einem Unfall oder Sturz plötzlich aufgetreten? Auch die Qualität des Schmerzes gibt deutliche Hinweise auf die mögliche Ursache: Ist der Schmerz dumpf und tiefliegend? Sind die Knieschmerzen nur vorübergehend und verschwinden nach kurzem "Warmlaufen" wieder? Im Folgenden können Sie ihre Schmerzqualitäten wiederfinden und dazu mögliche Ursachen ansehen, die genau diesen Schmerz verursachen.

Wie können Sie Ihren eigenen Knieschmerz beschreiben?

Versuchen Sie bitte, in der folgenden Liste Ihren eigenen Knieschmerz wiederzuerkennen.

Knieschmerzen in bestimmten Situationen bzw. bestimmten Bewegungen Lokalisation des Knieschmerzes Art der Knieschmerzen Zeitlicher Verlauf der Knieschmerzen

Akute oder chronische Knieschmerzen?

Akute Knieschmerzen treten plötzlich auf, und werden häufig durch ein bestimmtes Ereignis, Überlastung oder Trauma ausgelöst. Sie klingen meist ebenso schnell wieder ab.

Dauern die Knieschmerzen länger als sechs Wochen, spricht man von chronischen Knieschmerzen.

Akute (plötzlich auftretende) Knieschmerzen nach traumatischen Verletzungen

Wenn Knieschmerzen plötzlich auftreten, ist meist eine Überlastung, akute Verletzung am Kniegelenk z.B. durch Sturz oder Verdrehung (Distorsion), oder Aufprall die Ursache:

Bei jungen Patienten sind Überlastung und Unfälle die häufigste Ursache von Knieschmerzen

  • Verdrehung: Distorsion des Kniegelenks mit osteochondraler Läsion (Knochen-Knorpelschaden)
  • Prellung oder Schlag auf das Kniegelenk
  • Akute Überlastung des Kniegelenks durch Dauertraining

Beim Verdrehen des Kniegelenks können eine ganze Reihe von Strukturen im Kniegelenk gleichzeitig verletzt werden.

Ein typischer Hergang ist das Abknicken des Kniegelenks beim Skifahren. Eine solche Verletzung belastet alle Strukturen – Außenbänder, Kreuzbänder, Menisken und Gelenkknorpel. Es können Quetschungen oder andere Schäden entstehen. In der überwiegenden Mehrzahl aller Fälle von Knieverletzungen durch Distorsion werden mehrere Strukturen gleichzeitig verletzt.

Ein akuter Kreuzbandriss ist meist die Ursache von Knieschmerzen nach Distorsion (Verdrehung des Kniegelenks). Die Kreuzbänder verlaufen innen im Kniegelenk und verbinden Oberschenkel und Unterschenkel. Zusätzlich kann eine Verdrehung auch Knorpel und Menisken beschädigen. © Henrie @Fotolia Ein akuter Kreuzbandriss ist meist die Ursache von Knieschmerzen nach Distorsion (Verdrehung des Kniegelenks). Die Kreuzbänder verlaufen innen im Kniegelenk und verbinden Oberschenkel und Unterschenkel. Zusätzlich kann eine Verdrehung auch Knorpel und Menisken beschädigen. © Henrie @Fotolia

Fokussiert sich der Arzt bei der Diagnose eines Kreuzband- oder Meniskusrisses nur auf den auffälligsten Befund, werden häufig weitere Schäden am Kniegelenk übersehen. Diese können zu chronischen Knieschmerzen oder sogar zu einer Kniearthrose (Gelenkverschleiß) führen.

Akute Knieschmerzen nach Unfall oder Trauma

Traumatische Ereignisse wie ein Sturz oder ein Aufprall führen meist sofort zu schmerzhaften Verletzungen im Kniegelenk. Häufig gehen solche akuten Verletzungen mit Schwellung (Gelenkerguß) und Entzündungsreaktion (Überwärmung) einher. Das Kniegelenk reagiert in der Regel unmittelbar nach der Verletzung mit diesen Symptomen. Die Untersuchung zur Abklärung der genauen Ursache erfolgt meist mithilfe von Ultraschall und MRT, sodass Weichteilgewebe gut dargestellt werden können. Die Beschreibung des genauen Unfallhergangs erleichtert die Diagnose akuter Knieschmerzen sehr.

Stechender Schmerz, Knie nicht mehr belastbar: Frakturen am Kniegelenk

Frakturen (Knochenbrüche) am Kniegelenk entstehen aufgrund von direkten Traumata (Aufprall, Sturz, Verdrehung) des Kniegelenks. Die aus einer Fraktur resultierende Knieverletzung ist stechend schmerzhaft und führt sofort dazu, dass das Kniegelenk nicht mehr beweglich oder belastbar ist.

Nach einer Patellafraktur (Bruch der Kniescheibe) ist das Kniegelenk nicht mehr beweglich. Der Patient kann es weder anwinkeln noch ausstrecken.

Nach einer Tibiakopffraktur unter Beteiligung der Gelenkfläche ist das Knie noch beweglich: Der stechende Knieschmerz verhindert aber die Belastbarkeit des Kniegelenks.

Im Gegensatz dazu ist das Knie nach einer Tibiakopffraktur unter Beteiligung der Gelenkfläche noch beweglich. Der stechende Knieschmerz verhindert aber die Belastbarkeit des Kniegelenks.

Auch eine Patelladislokation (Ausrenken der Patella) kann zu einer sofortigen Versteifung des Kniegelenks führen. Die Kniescheibe sich kann dann nicht mehr schmerzfrei in der dafür vorgesehenen Gleitrinne am Oberschenkelknochen bewegen.

Jede Fraktur des Kniegelenks muss sofort als Notfall ärztlich versorgt werden. Häufig wird eine solche Fraktur zudem von Schäden an anderen Geweben des Kniegelenks begleitet, die ebenfalls mitversorgt werden müssen.

Verdrehungen des Kniegelenks: Kreuzbandriss

Die beiden Kreuzbänder verlaufen im Inneren des Kniegelenks zwischen Oberschenkel- und Unterschenkelknochen. Man unterscheidet das vordere und das hintere Kreuzband. Beim Riss des vorderen Kreuzbandes weicht das Kniegelenk nach vorne aus. Das Kniegelenk wird instabil. © bilderzwerg @fotolia Die beiden Kreuzbänder verlaufen im Inneren des Kniegelenks zwischen Oberschenkel- und Unterschenkelknochen. Man unterscheidet das vordere und das hintere Kreuzband. Beim Riss des vorderen Kreuzbandes weicht das Kniegelenk nach vorne aus. Das Kniegelenk wird instabil. © bilderzwerg @fotolia

Neben den Innenbändern des Kniegelenks sind vor allem die Kreuzbänder verletzungsgefährdet. Die Kreuzbänder verlaufen im Inneren des Kniegelenks und verbinden Femur (Oberschenkelknochen) und Tibia (Schienbeinknochen). Sie schützen diese beiden Gelenkpartner davor, bei Start-Stopp-Bewegungen aus der Gelenkfläche auszuscheren. Eine Bänderdehnung oder ein Kreuzbandriss sind die Folge. Wenn die Kreuzbänder nicht mehr fest genug oder gar gerissen sind, wird das Kniegelenk überbeweglich und Knochen reiben aneinander. Degeneration des Kniegelenks mit Knorpelschäden und Meniskusriss ist die Folge dieser Kreuzbandschwäche.

In den ersten Wochen nach der Kreuzbandverletzung oder Kreuzbandriss kann das Knie schmerzhaft, gereizt und geschwollen sein.

Was hilft gegen Knieschmerzen nach Kreuzbandriss?

Hier helfen entzündungshemmende Medikamente (nichtsteroidale AntirheumatikaNSAR), Kühlung, Ruhigstellen und Hochlagern des Beines. Wenn die akute Kreuzbandverletzung ausgeheilt ist, geht die Verletzungsreaktion des Kniegelenks zurück, die Instabilität bleibt aber. Um dem Verschleiß des Kniegelenks vorzubeugen, muss die Funktion des Kreuzbandes wiederhergestellt werden. Das Mittel der Wahl ist eine operative Kreuzbandplastik im Kniegelenk. Man entnimmt eine körpereigene Sehne und implantiert sie anstelle des Kreuzbandes. Immer häufiger ist es aber auch möglich, die gerissenen Kreuzbänder durch eine Kreuzbandnaht wieder zu verbinden.

Außenband- bzw. Innenbandverletzung des Kniegelenks

Schmerzt das Kniegelenk außen, muss man eine Verletzung oder Überdehnung des Außenbandes in Betracht ziehen. Ein solcher Knieschmerz tritt plötzlich und heftig auf. Der Außenbandriss beeinträchtigt die Sportfähigkeit unmittelbar, da das Knie seitlich instabil wird. Außen am Knie kann eine Schwellung auftreten. Eine schnelle Kühlung vermindert diese. Auch eine Orthese zur Ruhigstellung des Kniegelenks kann helfen.

Was hilft nach einem Außenbandriss am Kniegelenk?

Eine operative Therapie ist bei einer Außenbandverletzung im Kniegelenk meist nicht nötig: Ruhigstellung mit einer Orthese genügt, um die Leistungsfähigkeit des Knieaußenbandes wiederherzustellen. Nur wenn die Ruhigstellung die Stabilität des Kniegelenks nicht wiederherstellt, ist eine operative Therapie erforderlich. Das ist meistens nur bei totalen Außenbandabrissen der Fall.

Innenbandverletzung des Kniegelenks:

Ein Knieschmerz auf der Innenseite weist auf ein Problem mit dem Innenband des Kniegelenks hin. Dieses Innenband stabilisiert das Kniegelenk und schützt es vor dem Aufklappen nach Innen. Eine Zerrung oder ein Riss ist oft Folge einer Distorsion (Verdrehung) des Kniegelenks. Hier hilft meist eine Ruhigstellung durch eine Orthese.

Meniskusriss: stechende Knieschmerzen an der Innen- oder Außenseite des Knies

Komplizierte Anatomie des Kniegelenks: Knie mit Bändern und Menisken von hinten abgebildet. Gonarthrose, Meniskusoperation, Kreuzbänder, Kniearthrose, Knieprothese, Knieschmerzen Kniegelenk von hinten: Sichtbar sind Menisken, Gelenkflächen, Kreuzbänder und Seitenbänder des Kniegelenks. Jede Funktionsstörung oder Beschädigung dieser Gewebe kann zu chronischen Knieschmerzen führen. © Grays Anatomy Meniskus, der selbst als Knorpelgewebe keine Schmerzfühler besitzt. Vielmehr sind die Schmerzen eine Reaktion der Gelenkkapsel auf Trümmer oder entstehen durch scharfe Kanten, die der Riss des verletzten Meniskus verursacht hat.

Zusätzlich treten stechende Schmerzen auf, wenn der Patient in die Hocke geht oder das Kniegelenk nach innen dreht.

Scharfe Kanten am Meniskus nutzen die Knorpelschicht im Kniegelenk ab. Um eine Kniearthrose zu vermeiden, ist eine Operation erforderlich. Dabei reseziert (entfernt) oder näht man den gerissenen Meniskus. Diese Operation kann immer arthroskopisch (minimalinvasiv) durchgeführt werden.

Der Meniskusriss ist meistens die Folge einer traumatischen Verdrehung (Distorsion) des Kniegelenks, z. B. durch einen Unfall. Häufig beschädigt eine solche Verdrehung auch die Gelenkknorpel und die Bänder.

Ein Meniskusriss kann aber auch als degenerative Erkrankung (Verschleiß) im mittleren oder höheren Lebensalter auftreten. Bei stechenden Schmerzen innen im Kniegelenk ist häufig eine Verletzung des Innenmeniskus verantwortlich (Meniskusriss). Die Schmerzen treten vor allem beim in die Hocke gehen oder Durchstrecken des Kniegelenks auf.

Was hilft bei Menisksusriss?

Resektion (Entfernung) oder Naht des gerissenen Meniskus sind die empfohlenen operativen Therapien.

Patellaluxation (Verrenkung der Kniescheibe) führt zu vorderem Knieschmerz

Was ist eine Patellaluxation?

Bei der Patellaluxation tritt die Kniescheibe aus der patellaren Gleitrinne am Oberschenkel nach einem Trauma (Schlag, Aufprall) oder aufgrund einer ungenügenden Passform der Kniescheibe aus. Auch eine Störung der Funktion der Bänder, an denen die Kniescheibe horizontal und vertikal aufgehängt ist, kann zu einem Ausrenken der Kniescheibe führen. Bei der Patellaluxation können auch schmerzhafte Knorpelverletzungen (Chondromalacia patellae) oder Verletzungen von Bändern und Knochen entstehen.

Nach der erstmaligen Patellaluxation kann sie immer wieder auftreten (rezidivierende Patellaluxation).

Welche Knieschmerzen treten nach einer Patellaluxation auf?

Nach einer Patellaluxation lässt sich das Knie nicht mehr ganz durchstrecken (Streckdefizit). Eine schmerzhafte Schwellung des Gelenks (Gelenkerguss) kann auftreten. Der Bereich rund um die Kniescheibe wird nach der Luxation sehr druckempfindlich. Starke Knieschmerzen können sich nach der Luxation der Patella ausbreiten und der Patient kann das Kniegelenk nicht mehr belasten. Mit einem Röntgenbild kann der Kniespezialist die Patellaluxation eindeutig feststellen.

Was tun bei Patellaluxation zw. Patelladislokation?

Eine physiotherapeutische Behandlung kann das Ungleichgewicht beim Sehnenzug an der Patella korrigieren. Wenn Physiotherapie nicht genügt, ist eventuell eine operative Korrektur der seitlichen Bänder erforderlich, die die Position der Patella kontrollieren.

Akute Knieschmerzen bei älteren Patienten mit Gelenkverschleiß

Bei älteren Patienten ist die Ursache von akuten Knieschmerzen häufig . kein Trauma (Verletzung), sondern eine degenerative Schwächung des Kniegelenks, die schon lange andauert und bisher schmerzfrei verlaufen ist. DieseKniearthrose kann sich nach eigentlich harmlosen Belastungen des Kniegelenks plötzlich durch heftige Schmerzen zeigen. Meist haben diese Knieschmerzen bei Kniearthrose einen entzündlichen Verlauf: Schwellung, Rötung und Überwärmung des Kniegelenks gehören dazu.

Chronische Knieschmerzen

Chronische Knieschmerzen - Schmerzen, Schwellungen, Versteifungen - die länger als sechs Wochen andauern, bezeichnet man als chronische Schmerzen am Kniegelenk. Wenn Knieschmerzen nach 3-4 Tagen nicht verschwinden oder immer wieder auftreten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Chronische Knieschmerzen können unterschiedliche Ursachen haben. Ab einer Schmerzdauer von sechs Wochen spricht man von chronischen Knieschmerzen.

Chronische Knieschmerzen nach Trauma

Traumata, die nicht alleine abheilen

Nicht ausgeheilte Verletzungen können immer wiederkehrende Knieschmerzen verursachen. In einigen Fällen reicht Schonung, Ruhigstellung und Kühlung nach einer Verletzung des Knies nicht aus. Es gibt Strukturen, die nicht von alleine ausheilen, sondern eine operative Therapie benötigen.

Die Nichtbeachtung, z. B. eines Kreuzbandrisses oder Meniskusrisses, führt zu dauerhaften Beschwerden im Kniegelenk.

Zu chronischen Beschwerden können aber auch operativ versorgte Traumata führen. So sind etwa Knochenbrüche (Frakturen des Kniegelenks) unter Beteiligung der Gelenkfläche besonders gefährlich: Eine Störung der Gelenkfläche etwa durch Stufenbildung kann zu einem Knorpelschaden führen.

Chronische Knieschmerzen wegen Überlastung durch Sport

Knieschmerzen nach Lauf-Überlastung

Vor allem bei Sportlern oder intensiv trainierenden Sportanfängern treten häufig chronische Knieschmerzen durch Überlastung bestimmter Bereiche des Kniegelenks auf. Besonders anfällig für chronische Überlastungsschmerzen sind die Sehnenansatzbereiche. Der Ansatz der Patellasehne ist besonders oft betroffen. Intensives Training kann alle Weichteile des Kniegelenks überlasten und zu Entzündungen von Sehnen udn Schleimbeuteln führen. Eine weitere Folgeerkrankung, die durch intensives Training entsteht, ist die Entzündung der Iliotibialen Sehne (ITS-Syndrom).

Fehlstellungen (X- oder O-Beine) im Kniegelenk das Auftreten von Überlastungsschmerzen noch deutlich verstärken.

Knieschmerzen nach dem Joggen oder nach dem Sport

Viele Läufer - Anfänger oder Athleten mit hohen Trainingsleistungen - haben Knieschmerzen nach dem Joggen. Viele Läufer – Anfänger oder Athleten mit hohen Trainingsleistungen – leiden nach dem Joggen an Knieschmerzen. © Istockphoto

Viele Läufer, egal ob Anfänger und Profis mit hohem Trainingsumfang, haben Knieschmerzen nach dem Lauftraining. Auch der Wiedereinstieg nach längerer Sportpause ist häufig mit Knieschmerzen verbunden.

In der Regel sind Knieschmerzen nach dem Joggen unbedenklich, wenn Sie über Nacht zurückgehen und spätestens zwei Tage nach dem Training verschwunden sind. Wenn die Schmerzen aber länger anhalten oder sehr heftig werden, sollte man einen Arzt aufsuchen. Bei Dauerschmerzen könnte eine Entzündung im Kniegelenk vorliegen, die zunächst völlig abklingen sollte. Auf keinen Fall ist es empfehlenswert, unter Einnahme von Ibuprofen und anderen Schmerzmitteln weiter zu trainieren.

Was sind mögliche Ursachen von Knieschmerzen beim Laufen oder nach dem Joggen?

  • Bindegwebe und Gelenkknorpel sind bei Laufanfängern noch nicht an die erhöhte Belastung angepasst.
  • Der Läufer hat bereits Knorpelschäden, sodass nach dem Laufen eine entzündliche Reaktion entsteht (sog. Gelenkkater).
  • Der Läufer hat eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) im Kniegelenk.
  • Die Kniescheibe ist nicht genau passend für die Gleitrinne im Oberschenkel geformt (Patelladysplasie).

Fehlstellungen im Kniegelenk (X- oder O-Bein) können diese Knieschmerzen nach dem Lauftraining noch verstärken.

Vorderer Knieschmerz durch Patellaspitzensyndrom (Springer-Knie)

Kniegelenk von vorne seitlich: Die Kniescheibe ist an zwei Sehnen frei aufgehängt. Die Sehne zwischen Kniescheibe und Schienbein kann am Patellaansatz (Patellaspitze) bei Läufern besonders leicht schmerzhaft werden und entzünden. Man nennt diese Erkrankung Patellaspitzensyndrom © Istockphoto.com/Medicalart Inc. Kniegelenk von vorne seitlich: Die Kniescheibe ist an zwei Sehnen frei aufgehängt. Die Sehne zwischen Kniescheibe und Schienbein kann sich am Patellaansatz (Patellaspitze) bei Läufern besonders leicht schmerzhaft entzünden. Man nennt diese Erkrankung Patellaspitzensyndrom © Istockphoto.com/Medicalart Inc.

Knieschmerzen vorne am Kniegelenk haben meist einen Bezug zur Patella (Kniescheibe) oder zu den Sehnen, an denen die Patella frei aufgehängt ist. Dabei ist zu beachten, dass die Kniescheibe selbst nicht schmerzt, weil sie nicht von Nerven versorgt wird.

Bei Läufern entstehen chronische Knieschmerzen beim Joggen häufig durch eine Überlastung der Sehnen, an denen die Patella aufgehängt ist. Man spricht vom Patellaspitzensyndrom. Dabei kommt es am unteren Rand der Kniescheibe zu einer Überlastung des Sehnenansatzes mit nachfolgender Entzündung. Durch Schonung oder Änderung der Belastung oder des Laufstils erhält die Sehne Zeit zur Heilung.

Vorderer Knieschmerz durch Läuferknie (Reizung des iliotibialen Bandes bzw. ITS)

Eine weitere Ursache für vorderen Knieschmerz ist das Läuferknie. Es verursacht belastungsabhängige Schmerzen vorne außen am Knie, wo das iliotibiale Band über einen Knochenhöcker geleitet wird. Neben dem Band selbst kann sich auch der Schleimbeutel entzünden und schmerzen. Entlastung und Ruhigstellung ist hier die wichtigste Therapiemaßnahme. Vor allem beim Bergablaufen oder wenn der Patient die Treppe nach unten steigt, schmerzt das Läuferknie. Bei gleichzeitiger Schwellung und Überwärmung des Kniegelenks kann Kühlung helfen. Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac – auch als lokal aufgetragene Salben – können die schmerzhafte Entzündung am Kniegelenk bekämpfen. Bitte nicht unter Schmerzmitteln weitertrainieren oder mit Knieschmerzen in den Wettkampf gehen. Eine Entlastung bzw. ein Belastungswechsel gehört selbstverständlich zur erfolgreichen Therapie dazu.

Vorderer Knieschmerz durch Schleimbeutelentzündung vor der Patella (Bursitis präpatellaris)

Schleimbeutelentzündungen unter der Patellasehne sind ein weiterer Grund für Knieschmerzen vorne am Kniegelenk. Vor allem beim Beugen des Kniegelenks oder beim Hinknien führt das zu heftigen, stechenden Schmerzen. Dabei ist der Bereich um die Kniescheibe geschwollen und häufig überwärmt. Auch die Schleimbeutelentzündung vorne am Kniegelenk wird in vielen Fällen durch Überlastung beim Laufen ausgelöst. Eine Valgus-Fehlstellung des Kniegelenks (X-Beine) kann die Bursitis präpatellaris noch verstärken. Auch hier therapieren wir mit Kühlung, Entlastung und entzündungshemmenden Medikamenten (NSAR).

Stechende Schmerzen im Bereich der Kniescheibe können durch entzündete Schleimbeutel ausgelöst werden. Bild links: Schleimbeutelentzündung im Bereich der Patellasehne. Bild rechts: Schleimbeutelentzündung vor der der Kniescheibe.  Stechende Schmerzen im Bereich der Kniescheibe können durch entzündete Schleimbeutel ausgelöst werden. Bild links: Schleimbeutelentzündung im Bereich der Patellasehne. Bild rechts: Schleimbeutelentzündung vor der Kniescheibe (Bursitis präpatellaris).

Kniearthrose und Entzündungen im Kniegelenk: Schwellung und Überwärmung

Entzündungen im Knie werden verursacht durch:

Kniearthrose sorgt dafür, dass die sportliche Belastungsfähigkeit des Kniegelenks stark zurückgeht: Mit zunehmendem Knorpelverschleiß beginnen die Knochen im Kniegelenk, schmerzhaft aneinander zu reiben. Osteophyten (Knochensporne) bilden sich an den Gelenkflächen. Die Form des Kniegelenks verändert sich.

Ist das Kniegelenk entzündet und die Gelenkkapsel geschwollen, kann eine akut aktivierte Arthrose (Verschleiß) dahinterstecken. Häufig ist diese Entzündung mit stechenden Schmerzen und einer Überwärmung des Kniegelenks verbunden.

Entzündungen im Kniegelenk sind deswegen so folgenschwer, weil das entzündete Milieu auch den Knorpelabbau und die Knorpelerweichung fördert. Die für die Gelenkfunktion so wichtigen Gleitflächen werden durch Entzündungen aller Art zerstört. Wiederholte Entzündungen oder besonders schwere Entzündungen fördern deswegen die Entwicklung von Kniearthrose.

4  Stadien der Kniearthrose: 1. Stadium besteht in der leichten, aber noch schmerzfreien Aufrauung des Gelenkknorpels. 2. Stadium zeigt bereits Risse in der Oberfläche des  Gelenkknorpels. Im 3. Stadium sehen wir Risse im Gelenknorpel, die bis auf den darunterliegenden Knochen hindurchgehen. Hier ist im Röntgenbild bereits eine Verengung des Gelenkspaltes sichtbar. Im 4. Stadium der Kniearthrose sind weite Bereiche des Kniegelenks von Knorpel befreit (Knorpelglatze). Das 1. Stadium und 2. Stadium der Kniearthrose sind symptom- und schmerzfrei.  Im 3. und 4. Stadium der Kniearthrose treten bereits Knieschmerzen auf. © bilderzwerg @ fotolia.de 4 Stadien der Kniearthrose: Das 1. Stadium ist durch eine leichte, aber noch symptomfreie Aufrauung des Gelenkknorpels gekennzeichnet. Im 2. Stadium zeigt die Oberfläche des Gelenkknorpels bereits Risse. Diese gehen im 3. Stadium bis auf den darunterliegenden Knochen hindurch. Hier ist im Röntgenbild bereits eine Verengung des Gelenkspaltes sichtbar. Im 4. Stadium der Kniearthrose sind weite Bereiche des Kniegelenks von Knorpel befreit (Knorpelglatze). Das 1. und 2. Stadium der Kniearthrose sind symptom- und schmerzfrei. Im 3. und 4. Stadium treten bereits Knieschmerzen auf. © bilderzwerg @ fotolia.de

Wichtig ist also in jedem Fall die Kontrolle und das Eindämmen der gelenkschädigenden Entzündung. Mithilfe von Gelenkpunktionen und Blutuntersuchungen kann der Arzt die Ursache der schmerzhaften Entzündung im Kniegelenk ermitteln und Rheuma und Gicht ausschließen.

Varusgonarthrose (O-Bein-Arthrose) des Kniegelenks

Eine weitere Ursache für Schmerzen an der Knieinnenseite kann eine Arthrose des Kniegelenks sein. In Verbindung mit einer O-Fehlstellung (Varus-Fehlstellung) des Kniegelenks kann es zu einer chronischen Überlastung des Gelenkknorpels kommen. Diese äußert sich durch Knorpelverschleiß im inneren (medialen) Kompartiment (Bereich) des Kniegelenks. Man spricht in diesem Fall von einer Varusgonarthrose.

Knieschmerzen auf der Außenseite des Knies

Schmerzen auf der Außenseite des Knies deuten auf Probleme mit Strukturen im äußeren (lateralen) Kompartiment (Bereich) des Kniegelenks hin (z.B. Außenbänder oder -meniskus).

Es gibt viele Ursachen für schmerzhaften Knorpelverschleiss im Kniegelenk: Arthritis, Arthrose, Traumata mit osteochondralen Läsionen, Stoffwechselprobleme wie Gicht oder Hämochromatose. Es gibt viele Ursachen für schmerzhaften Knorpelverschleiß im Kniegelenk: Arthritis, Arthrose, Traumata mit Knochen- und Knorpelläsionen oder Stoffwechselprobleme wie Gicht oder Hämochromatose (Vermehrte Ablagerung von Eisen in Organen). © bilderzwerg @ fotolia.de

Valgusgonarthrose (X-Bein-Arthrose) des Kniegelenks)

Tritt der Schmerz außen im Knie in Verbindung mit einer X-Fehlstellung (Valgusstellung) des Kniegelenks auf, deutet das häufig auf einen Knorpelverschleiß im äußeren (lateralen) Kompartiment (Bereich) des Kniegelenks hin. Diese Valgusgonarthrose führt im Anfangsstadium zu spezifischen Schmerzen im äußeren Bereich, die sich später auf das gesamte Kniegelenk ausbreiten können. Häufig ist eine leichte Korrektur der Beinachse durch orthopädische Schuhzurichtung möglich. In schweren Fällen ist eine Korrektur durch Osteototomie (Knochenumstellung) erforderlich.

Knieschmerzen vorne am Kniegelenk

Knieschmerzen vorne am Kniegelenk deuten auf Probleme mit der Kniescheibe (Patella) oder mit vor dem Knie verlaufenden Sehnen und Bändern hin. Dazu gehören vor allem die Patellasehnen.

Vorderer Knieschmerz nach Patelladysplasie (Formstörung der Kniescheibe)

Die Kniescheibe (Patella) und der Oberschenkel (Femur) sind durch ein mit Gelenkknorpel ausgekleidetes, eigenständiges Gelenk verbunden.

Zwischen den Femurkondylen (walzenförmige Enden des Oberschenkelknochens) an der Vorderseite liegt die patellare Gleitrinne, deren Form möglichst genau zur Rückseite der Patella passen sollte.

Was ist eine Patelladysplasie?

Wenn die Patella anders geformt ist als die patellare Gleitrinne (Trochlea femoris), spricht man von einer Patelladysplasie. Es handelt sich also um eine Fehlform der Kniescheibe, die die Funktion beeinträchtigt.

Die Patelladysplasie ist eine meist angeborene Fehlbildung der Kniescheibe, bei der diese nicht zur Gleitrinne am Oberschenkel (Trochlea femoris) passt.

Da die Patella an Bändern frei aufgehängt ist, wird ihr Lauf in der Gleitrinne auch durch Muskelzug bestimmt. Sind diese Bänder beschädigt oder ist der Muskelzug asymmetrisch, kann das zur Fehlbelastung des Femoropatellargelenks (Gelenk zwischen Oberschenkel und Kniescheibe) bis hin zum Ausrenken (Luxation) der Patella führen.

Eine Patelladysplasie verursacht verstärkten Abrieb der Knorpelschicht ("Chondromalazie"). Dieser Knorpelschaden kann schmerzhaft werden (Patellaarthrose)

Eine nicht passende Patella führt auch zu einem Knirschen hinter der Kniescheibe. Die Knieschmerzen durch Patelladysplasie sind anfangs nur bei Belastung gegeben. Später treten diese Schmerzen auch in Ruhe auf.

Ein charakteristisches Zeichen für eine Patelladysplasie sind zudem Hämatome (Blutergüsse) über der Kniescheibe.

Vorderer Knieschmerz durch Arthrose der Kniescheibe (Retropatellare Arthrose)

Die Arthrose hinter der Kniescheibe wird verursacht durch Knorpelschaden und Knorpelverlust zwischen Kniescheibe und der dafür vorgesehenen Gleitrinne am Oberschenkelknochen (Trochlea femoris). Eine Patelladysplasie (Fehlform der Kniescheibe) und wiederholte Patellaluxationen (Ausrenken der Kniescheibe) lösen eine solche Arthrose hinter der Patella aus. Durch die retropatellare Arthrose klagen die Patienten zunehmend über vordere Knieschmerzen und Belastungsschmerzen hinter der Kniescheibe. Beim Hinknien und bei Kniebeugen, aber auch beim Bergablaufen, schmerzt dieser Bereich hinter der Kniescheibe besonders.

Spezielle Röntgenaufnahmen (sog. Defilee-Aufnahmen) zeigen die Situation der Kniescheiben. Die Kniescheibenarthrose kann genauso wie eine Kniearthrose im Allgemeinen behandelt werden. Eine Operation verbessert die Gleitfähigkeit der Kniescheibe und kann den Arthroseverlauf ausbremsen. Auch physiotherapeutische Verfahren sind denkbar, um den Muskelzug an den Bändern, die die Kniescheiben halten, ausgleichen. Bei schwerer Arthrose hinter der Kniescheibe kann eine Knieteilprothese des Patellagleitlagers helfen.

Stoffwechselbedingte oder entzündliche Ursachen von chronischen Knieschmerzen

Nicht immer sind mechanische Ursachen wie ein Unfall oder chronische Überlastung Auslöser von Knieschmerzen. Auch bestimmte, teilweise erbliche Stoffwechselerkrankungen, können dauerhafte Knieschmerzen verursachen. Die dabei entstehenden Gelenkentzündungen können zwar ebenso wie beispielsweise eine Arthrose plötzlich auftreten, stehen aber im Zusammenhang mit dem Stoffwechsel oder der Funktion des Immunsystems.

Diese Gelenkentzündungen können zwar ebenfalls plötzlich auftreten, haben aber ihre Ursache in einer langfristigen Veränderung des Stoffwechsels, nicht im Knorpelverschleiß (Arthrose) oder einer Verletzung von tragenden oder für die Kraftübertragung verantwortlichen Strukturen.

Rheumatoide Arthritis: Schwellung, stechende Schmerzen und Überwärmung des Knies

Den einzelnen Ausbruch versucht man durch Hemmung der Entzündung oder medikamentöse Unterdrückung der Immunreaktion zu kontrollieren. Die Entzündung durch eine Arthritis ist knorpelschädigend und kann nach einiger Zeit zu einer Kniearthrose (Gelenkverschleiß) führen. Die Arthritis zählt zu den rheumatischen Erkrankungen und kann verschiedene Ursachen haben:

  • Hämochromatose (Störung des Eisenstoffwechsles)
  • Gicht (Störung des Harnsäurestoffwechsels)
  • Bakterielle (septische) Arthritis des Kniegelenks, etwa begünstigt durch eine immunschwächende Diabetes
  • Gonokokkeninfektion (Gonorrhoe) am Kniegelenk

Es gibt auch schleichend verlaufende, sog. subakute Arthritis-Erkrankungen, die eher unterschwellige dumpfe oder kurzdauernd-stechende Schmerzen verursachen. Aus diesen Anfangssymptomen kann sich schnell eine akute Arthritis mit permanent stechenden Schmerzen entwickeln. Es gibt verschiedene Formen der subakuten Arthritis im Kniegelenk:

  • Lupus-Erkrankung (meist bei Frauen).
  • Juvenile Arthritis bei Kindern (beginnt häufig mit Knieschmerzen)
  • Borelliose kann zu isolierten Knieschmerzen führen.

Tiefliegende Knieschmerzen: Knocheninfarkte und Knochen-Knorpelschäden (Osteochondrale Läsion)

Das Knochengewebe in der Umgebung der Gelenke hat seinen eigenen Stoffwechsel. Es wird durchblutet und unterliegt einem permanenten Prozess aus Knochenaufbau und Knochenabbau. Wenn diese Blutversorgung in einem Teil des Knochengewebes unterbrochen wird, demineralisiert der Knochen und wird spröde. Auf diese Weise verliert er seine Tragfähigkeit. Als Erstreaktion auf die Blutunterversorgung lagert der Knochen Wasser ein. Schmerzhafte Ödeme, die ein MRT sichtbar macht, sind ein deutliches Symptom einer Knochennekrose. Das Ödem reizt die Schmerzfühler, die im Knochengewebe zahlreich eingelagert sind.

Geschieht das unter der Gelenkfläche, kann das Gelenk einbrechen und die Gelenkfläche zerstört werden. Man spricht dann von einem Knochen-Knorpelschaden. Diese führen aufgrund der Wassereinlagerungen (Ödeme) im Knochen zu schweren, stechenden Schmerzen, wenn der Patient das Kniegelenk belastet.

Es gibt unterschiedliche Formen der Knochenenkrose:

Die Knochennekrose wird bei jüngeren Patienten meist durch Entlastung und Ruhigstellung behandelt. Bei älteren Patienten versucht man ebenfalls, das Bein ruhigzustellen. In hartnäckigen Fällen – oder bei drohender Kniearthrose – führt der Orthopäde eine sog. retrograde (also nicht über die Gelenkfläche erfolgende) Anbohrung des Knochens unter der Gelenkfläche durch. Diese Maßnahme soll die Knochendurchblutung wiederherstellen und eine Heilungsreaktion herbeiführen. Gelingt das nicht, muss aufgrund der Knorpelschäden in vielen Fällen eine Endoprothese – entweder als Knieteilprothese oder als Knievollprothese – eingesetzt werden, um die Gehfähigkeit des Patienten im Alltag wiederherzustellen.

Osteoporose: schleichender Substanzverlustd der Knochen und Knieschmerzen durch Frakturen

Osteoporose ist die krankhafte, also nicht mehr altersgerechte Abnahme der Knochendichte. Osteoporose ist selbst absolut schmerzfrei. Der zunehmend demineralisierte Knochen ist aber anfälliger für Frakturen (Knochenbrüche). Alltägliche Ereignisse wie Treppensteigen oder ein plötzliches Stolpern können bei Osteoporose Brüche im Kniegelenk verursachen, die zu stechenden Schmerzen führen.

Was tun bei Osteoprose?

Die übliche Behandlung der Osteoporose versucht die Demineralisierung des Knochens zu verlangsamen. Medikamente, sanfte Bewegung und eine ausgewogene kalziumreiche Ernährung kann den Prozess bremsen. Wenn osteoporotische Frakturen im Kniegelenk bereits aufgetreten sind, müssen sie durch Ruhigstellung behandelt werden.

Schmerzqualität: stechende, brennende, dumpfe oder ausstrahlende Knieschmerzen

Es gibt unterschiedliche Schmerzqualitäten. Eine exakte Beschreibung des Knieschmerzes kann helfen, die genaue Ursache bei der Diagnose sinnvoll einzugrenzen.

Ursachen stechender Knieschmerzen: Trauma, Arthritis, Entzündung, Kniearthrose

Stechende Knieschmerzen sind meist Hinweise auf akute Verletzungen, häufig mit Ödembildungen (Wassereinlagerung im Knochen), oder akute Entzündungsvorgänge.

Schmerzen nach Bänderriss oder Weichteilverletzungen

Stechende Knieschmerzen nach:

Ursache für Knieschmerzen nach einer Verletzung ist die natürliche Entzündungsreaktion des Kniegelenks. Diese soll Gewebstrümmer beseitigen. So schafft der Körper die Voraussetzungen für die Heilung der erlittenen Verletzung.

Häufig treten diese stechenden Schmerzen zusammen mit Schwellungen und Hämatomen (Blutergüssen) auf.

Ursache für die Knieschmerzen nach Verletzungen ist die natürliche Entzündungsreaktion des Kniegelenks. Durch die Entzündung sollen Gewebstrümmer beseitigt werden. So schafft der Körper die Voraussetzungen für die Heilung der erlittenen Verletzung.

In das Knie ausstrahlende, stechende Schmerzen

Gründe für ausstrahlende Knieschmerzen:
  • Eine Hüftarthrose äußert sich zunächst nicht als Hüftschmerz, sondern als stechender oder dumpfer äußerer Knieschmerz.
  • Ein Ischiassyndrom (rückseitig von der Lendenwirbelsäule ins Bein ziehender Nervenschmerz) nach Bandscheibenvorfall oder Rückenmarksstenose kann sich auch als dumpfer, brennender oder stechender Knieschmerz zeigen.

Klagt ein Patient über Knieschmerzen, ist die Ursache nicht zwingend auch im Kniegelenk zu finden. Die Schmerzen können auch aus anderen Bereichen in das Kniegelenk hinein ausstrahlen.

Eine sehr anspruchsvolle Differentialdiagnose (Verdachtsdiagnose) ist das Erkennen einer Hüftarthrose (Coxarthrose), wenn diese zunächst als chronische laterale (äußere) Knieschmerz aufgetreten ist.

Auch Nervenschmerzen können bis in das Kniegelenk ausstrahlen. Meistens ist eine Kompression des Ischiasnervs bzw. einer Nervenwurzel der Lendenwirbelsäule für diese ins Knie ausstrahlenden Nervenschmerzen verantwortlich. Eine angemessene neurochirurgische Untersuchung der Lendenwirbelsäule kann Klarheit bringen.

Krankheitsprozesse an Knochen und Knorpeln

Knochenkrankheiten im Knie:
  • Osteonekrose im Kniegelenk (Morbus Ahlbäck) führt im Akutstadium zu stechenden Knieschmerzen.
  • Bei einer Kniearthrose können sich schmerzhafte Ödeme im Knochen unter dem Gelenkknorpel bilden.

Auch Nervenschmerzen können bis in das Kniegelenk ausstrahlen. Meistens ist eine Kompression des Ischiasnervs bzw. einer Nervenwurzel der Lendenwirbelsäule für diese ins Knie ausstrahlenden Nervenschmerzen verantwortlich. Eine angemessene neurochirurgische Untersuchung der Lendenwirbelsäule kann Klarheit bringen.

Knochennekrose im Kniegelenk: Morbus Ahlbäck und Morbus Osgood-Schlatter

Folgende Knochennekrosen (Absterben von Knochengewebe) im Kniegelenk unterscheidet man:
  • Morbus Ahlbäck (Nekrose des Oberschenkelknochens im Kniegelenk)
  • Osteochondrosis dissecans (Absterben einzelner Bereiche unterhalb des Gelenkknorpels) im Kniegelenk
  • Morbus Osgood-Schlatter (Nekrose des Schienbeins)

Die Osteonekrose im Kniegelenk ist eine Störung der Blutzufuhr in einem Teilbereich des Knochens. Auch das kann die Folge einer Verletzung sein. Diese Verletzung verursacht Ödeme (Wassereinlagerung) im Knochen, die zunächst stechende Schmerzen verursachen. Der Patient kann das Kniegelenk nicht mehr belasten. Ein Unfallereignis ist zum Zeitpunkt des Auftretens der stechenden Schmerzen nicht erinnerbar, da die Ödembildung nicht unmittelbar nach dem Unfall einsetzt. Später verwandelt sich dieser akute, stechende Knieschmerz in einen dumpfen, tiefliegenden Schmerz. Das Ödem heilt ab, der Nekroseprozess des Knochengewebes schreitet aber weiter fort.

Bei stechenden Schmerzen durch Ödembildung sollte der Patient das Kniegelenk durch Unterarmgehstützen entlasten.

Ursachen dumpfer Knieschmerzen

Dumpfe Knieschmerzen können folgende Ursachen haben:

Dumpfe Knieschmerzen weisen häufig auf chronische, unterschwellig verlaufende Krankheitsprozesse im Kniegelenk hin. Das kann ein Meniskusriss sein, der das Kniegelenk langfristig schädigt. Auch krankhafte Prozesse an den Knochen, z. B. die Unterbrechung der Blutzufuhr im Oberschenkelknochen bei Morbus Ahlbäck (Knochennekrose des Oberschenkelknochens im Kniegelenk), können nach Abklingen der akuten Phase zu einem langwierigen Verlauf mit dumpfen Schmerzen führen.

Sind die dumpfen Knieschmerzen eher vorne im Kniegelenk, direkt hinter der Patella (Kniescheibe) zu spüren, kann eine Patelladysplasie vorliegen. Diese führt langfristig zu einer Knorpelschädigung (Chondromalazie) hinter der Kniescheibe.

Brennende Knieschmerzen wegen Arthritis, Ischiassyndrom, Nervenschädigung

Folgende Erkrankungen verursachen brennende Knieschmerzen:

Brennende Schmerzen haben auch im Kniegelenk häufig eine neurologische Ursache (Ursache im Nervensystem).

Typischerweise treten brennende Schmerzen nach Nerveneinklemmungen oder nach Nervenreizungen auf. Diese Nervenreizungen können aus einem anderen Bereich des Körpers ins Knie ausstrahlen. Vor allem Bandscheibenvorfälle oder spinale Stenosen (Einengung von Rückenmark oder Nervenwurzeln) können brennende Knieschmerzen verursachen.

Die Nervenschäden können aber auch lokal verursacht werden. Eine Schädigung der Nervenenden im Rahmen einer durch Diabetes oder Alkoholismus begünstigten Polyneuropathie (Schädigung der peripheren Nerven) können brennende Schmerzen in Knie und Bein auslösen.

Knieschmerzen in bestimmten Situationen oder bei bestimmten Bewegungen

Einer der ersten Hinweise für die Diagnose von Knieschmerzen, ist die Situation oder Bewegung, in der diese Schmerzen typischerweise auftauchen. Meist sind damit bestimmte Bewegungsabläufe und Alltagssituationen gemeint, in denen die Knieschmerzen besonders stark sind.

Stechende Knieschmerzen beim Beugen des Knies oder in die Hocke gehen

Das in die Hocke gehen kann stechende Schmerzen verursachen. Die hockende Position führt zu ganz bestimmten Belastungen im Kniegelenk, die für viele Patienten nicht günstig sind. Die Position belastet das Kniegelenks stark und es gibt bestimmte Verletzungen, die dabei Schmerzen auslösen:

  • Ein Meniskusriss wird schmerzhaft, weil in der Hocke der mechanische Druck im Kniegelenk stark ansteigt.
  • Femoropatellare Arthrose (Knorpelschaden bzw. Chondromalazie hinter der Kniescheibe) wird in der Hocke schmerzhaft, weil in dieser Postion die Kniescheibe mit maximaler Kraft gegen den Oberschenkelknochen drückt. Ausgelöst wird der Knorpelschaden hinter der Kniescheibe durch chronische Überlastungen (Fehlstellungen, Überlastung) oder durch ein Trauma (Fraktur). Dieser Schmerz hinter der Kniescheibe kann also ein Hinweis auf Patellaarthrose sein.
  • Schleimbeutelentzündung (Bursitis) vor der Patella oder hinter der Patellasehne.

Knieschmerzen beim Treppe abwärts gehen oder Bergabgehen

  • Knorpelschaden hinter der Kniescheibe:
    Wenn die Kniescheibe im Oberschenkelknochen durch einen Knorpelschaden nicht mehr adäquat gleiten kann, dann verursacht das Abwärtsgehen besondere Knieschmerzen.
  • Schleimbeutelentzündung (Bursitis):
    Eine Bursitis belastet die Gleitgewebe vor der Kniescheibe und unter der Patellasehne besonders. Sie verursacht also vor allem beim Treppe abwärtsgehen besondere Schmerzen.
  • Kreuzbandriss oder Kreuzbandverletzung:
    Beim Abwärtsgehen wirkt eine besonders starke Kraft, die den Oberschenkel über das Schienbein aus dem Kniegelenk hinausschiebt. Die Kreuzbänder wirken dieser Kraft entgegen. Wenn Bergabgehen Knieschmerzen verursacht oder das Kniegelenk nach vorne ausweicht ("giving way"), ist eine Kreuzbandinsuffizienz (Kreuzbandschädigung) oder ein Kreuzbandriss wahrscheinlich. Die Muskeln versuchen dieses Ausweichen auszugleichen, was nicht vollständig gelingt. Ein Knie ohne Kreuzband ist in bestimmten Situationen immer instabil und überbeweglich.

Knieschmerzen beim Hinknien

Beim Arbeiten auf den Knien wird ein besonders starker Druck auf die Kniescheiben ausgeübt. Schmerzen beim Hinknien beruhen daher meist auf Problemen mit der Kniescheibe oder dem patellofemoralen Gelenk (Gelenk zwischen Oberschenkel und Kniescheibe).

Probleme mit den Gleitgeweben der Patella oder der Patellasehne können zu einer ebenso schmerzhaften Bursitis (Schleimbeutelentzündung) führen. Die hohe Berührungsempfindlichkeit der entzündeten Schleimbeutel macht das Hinknien überaus schmerzhaft.

Knieschmerzen nach längerer Ruhe oder Morgens beim Aufstehen

Schmerzen nach Ruhe oder nach dem morgendlichen Aufstehen werden als Anlaufschmerzen bezeichnet. Anlaufschmerzen, die nach einigen Schritten oder nach dem Aufwärmen des Gelenks wieder verschwinden, haben meist bestimmte Ursachen:

  • Arthrose im Kniegelenk (Gonarthrose):
    Kniearthrose (krankhafter Knorpelverschleiß im Kniegelenk) ist die häufigste Ursache für morgendliche Knieschmerzen und Anlaufschmerz bei älteren Patienten.
  • Patellaspitzensyndrom:
    Beim Patellaspitzensyndrom ist der Ansatz der Sehne, die die Kniescheibe mit dem Schienbein verbindet, entzündet. Bei diesen Sehnenentzündungen treten häufig zu Beginn der Bewegung stechende Schmerzen auf, die sich aber nach dem Warmlaufen wieder verlieren.

Knieschmerzen bei Älteren nach degenerativen Veränderungen im Kniegelenk

Bei älteren Patienten verursachen degenerative Erkrankungen des Knorpels und des Meniskus (Verschleiß) häufig Knieschmerzen.

Diese degenerativen Erkrankungen werden durch Fehlstellungen des Kniegelenks (X-Bein oder O-Bein), Kreuzbandinsuffizienz (geschwächtes Kreuzband) oder Unfälle verstärkt.

Ursachen dieser Degeneration können also alte Sportverletzungen sein, die nur unvollständig ausgeheilt sind und den Gelenkverschleiß im Kniegelenk beschleunigen. In vielen Fällen beseitigt eine erfolgreiche gelenkerhaltende Therapie diese Schwachpunkte des Kniegelenks und wirkt dem Gelenkverschleiß entgegen.

Knieschmerzen wegen sportlicher Dauerbelastung

Knieschmerzen nach Ausdauertraining...

Manche Arten von Knieschmerzen treten nicht auf Grund akuter Traumata, sondern nach monotonen Dauerbelastungen auf. Man spricht in diesen Fällen auch von Repetitive Strain Injury (RSI). Fehlstellungen im Kniegelenk können diese Schmerzen noch verschlimmern. An den meisten RSI-Erkrankungen sind die Sehnenansatzstellen in den Knochen (sog. Enthese) beteiligt. Diese Enthesiopathie beschreibt eine schmerzhafte Erkrankung der Enthese, des Verankerungsorganes am Übergang von der Sehne in den Knochen. Die häufigste Enthesiopathie am Kniegelenk ist das sogenannte Patellaspitzensyndrom ("Jumpers Knee").

Neben den Sehnenverankerungen selbst ist auch die Lagerung der Sehnen im umliegenden Gleitgewebe (Schleimbeutel bzw. Bursa) anfällig für überlastungsbedingte Entzündungen.

Das Iliotibiale Bandsyndrom (ITBS) kann ebenfalls überlastungsbedingte Schmerzen verursachen: Das iliotibiale Band verläuft außen am Oberschenkel entlang in das Schienbein hinein.

Knieschmerzen mit Schwellungen im Kniegelenk

Relativ häufig treten Knieschmerzen gemeinsam mit Schwellungen auf. Schwellungen deuten immer auf eine Entzündungen hin. Bei einer Schwellung sammelt sich Körperflüssigkeit entweder in der Umgebung oder in der Gelenkkapsel des Kniegelenks (Gelenkerguss) an. Die Entzündungen, die zur Schwellung führen, sind meist nicht bakteriell. Sie treten häufig aufgrund von Gewebeschäden auf. Mit Entzündungen versucht der Körper, Gewebstrümmer und Schäden zu beseitigen.

Schwellungen im Kniegelenk nach Trauma und Unfällen

In den meisten Fällen haben Verletzungen des Kniegelenks eine Schwellung zur Folge. Die Schwellung beruht auf einer Flüssigkeitsansammlung in der Gelenkkapsel des Kniegelenks oder in umliegenden Weichteilgeweben. Häufig treten diese Schwellungen gemeinsam mit stechenden Schmerzen und Berührungsempfindlichkeit auf.

Schwellung des Kniegelenks durch Überlastung

Schwellungen nach Überlastung treten auf wegen:

Wenn bestimmte Gewebe überlastet werden, entzünden sie sich und schwellen an. Von der Überlastung sind häufig Muskeln und Sehnen betroffen. Aber auch die Gleitgewebe, die die Beweglichkeit dieser Strukturen unterstützen (Schleimbeutel), können sich entzünden und schmerzhaft anschwellen. Das betrifft vor allem die Bursa (Schleimbeutel) über der Kniescheibe und das Gleitgewebe der Patellasehne.

Schwellung im Kniegelenk durch entzündliche Kniearthrose

Neben Unfällen verursachen vor allem chronische Krankheitsprozesse entzündliche Veränderungen mit schmerzhafter Schwellung im Kniegelenk. Entzündungen entstehen als Antwort auf Knorpelverschleiß oder Knorpelabrieb (Kniearthrose).

In vielen Fällen löst aber nicht mechanischer Knorpelabrieb, sondern eine rheumatische Entzündung die Schwellung im Knie aus. Rheuma ist ein Prozess, bei dem der Körper seine Abwehr gegen körpereigenes Gewebe richtet. Auch Stoffwechselstörungen wie z. B. Gicht (gestörter Harnsäurestoffwechsel) können Schwellungen und Entzündungen in Gelenken auslösen.

Knieschmerzen auf Grund von Stauung oder Prozesstörung (Verhärtungen) im Muskel und Sehnengewebe

Klinische Untersuchungen oder Bildgebung können fast jede der bisher genannten Ursachen von Knieschmerzen eindeutig zeigen. Was sich häufig der bildgebenden Diagnostik entzieht, ist der Zustand von Muskelgewebe, Faszien (Muskelhüllen) und Sehnen. Wenn diese überlastet oder verkürzt bzw. verhärtet sind, entstehen häufig Knieschmerzen und starke Bewegungseinschränkungen.

Sie gehen häufig mit einem orthopädischen Befund einher, sorgen aber für langwierige, oft heftige Schmerzen, deren Ursache im Röntgen oder Ultraschall nicht gezeigt werden kann.

Hier ist die Diagnostik und die Erfahrung des Kniespezialisten besonders gefordert, um Fehlbehandlungen oder gar unnötige Operationen zu vermeiden. Daher arbeiten wir, ergänzend zur orthopädischen Diagnostik, stets eng mit der Physiotherapie auf Grundlage der ZRT®-Matrix-Therapie (Zellbiologische Regulationstherapie) zusammen

Eine angemessene physiotherapeutische Behandlung schafft mit sanften Methoden in überraschend vielen Fällen eine schnelle Abhilfe bei Knieschmerzen und Versteifung.

Lokalisation von Knieschmerzen: Wo tut es weh?

Jeder Knieschmerz ist anders. Ein wichtiger Hinweis für die Diagnostik ist die genaue Lage des Schmerzes. Wir unterscheiden Knieschmerzen auf der inneren (medialen) Seite des Kniegelenks von Knieschmerzen außen (lateraler Schmerz) und Knieschmerzen vorne (im Bereich der Kniescheibe) von Schmerzen in der Kniekehle (hinterer Knieschmerz). Jede dieser Lokalisationen von Knieschmerz kann auf bestimmte Schmerzursachen zurückgeführt werden.

Schmerz auf der Innenseite des Knies

Spezifische Schmerzen auf der Innenseite des Knies betreffen die inneren (medialen) Seitenbänder oder Strukturen im inneren Kompartiment (Bereich) des Kniegelenks.

Knieschmerzen hinter dem Kniegelenk

Hinter dem Kniegelenk schmerzen die Weichteilgewebe der Gelenkkapsel. Auch Störungen der Blutversorgung verursachen Schmerzen hinter dem Kniegelenk, weil dort die Beinvenen verlaufen.

Baker-Zyste

Eine schmerzhafte Aussackung (Zyste) der Gelenkschleimhaut in der Kniekehle wird als Baker-Zyste bezeichnet. Ursache der Baker-Zyste ist meist eine Reizung innerhalb der Gelenkkapsel des Kniegelenks. Häufig ist das ein deutlicher Hinweis auf eine Verletzung (Meniskusriss oder Kreuzbandriss.) Die Baker-Zyste ist mit Gelenkflüssigkeit gefüllt. Sie ist dabei nicht immer schmerzhaft. Bei starker Beugung des Kniegelenks kann die Zyste durch den hohen Druck an der Rückseite des Kniegelenks schmerzhaft werden. Die Beugefähigkeit des Kniegelenks mit Bakerzyste ist daher eingeschränkt. Der Bereich um die Baker-Zyste kann sich schmerzhaft entzünden.

Wir behandeln die Bakerzyste in der Regel lediglich durch Beobachtung und Abwarten. Meist bildet sie sich von selbst zurück. Allerdings häufig erst dann, wenn die Ursache der Kniegelenkreizung beseitigt wurde, z. B. nach einer Meniskusnaht. Selten werden Baker-Zysten operativ entfernt und die Verbindung zwischen der Zyste und der Kniegelenkskapsel geschlossen.

Venenthrombose: Schmerzen hinter dem Kniegelenk

Auch eine Venenthrombose (Verstopfung der Vene durch ein Blutgerinnsel) führt zu typischen Schmerzen hinter dem Kniegelenk. Vor allem nach langem Sitzen (Flugzeug, Autofahrt) kann eine Thrombose auftreten. Ein höheres Lebensalter und Übergewicht begünstigen die Thrombose. Ein deutlicher Hinweis darauf ist neben den hinteren Knieschmerzen das Auftreten von bläulichen Adern in der Kniekehle und auf der Wadenmuskulatur. Bei Verdacht auf eine Thrombose bitte umgehend – notfallmäßig – einen Arzt aufsuchen. Falls der Thrombus (Blutgerinnsel) sich löst, kann das lebensgefährliche Folgen, wie beispielsweise eine Lungenembolie (Verschluss von Blutgefäßen in der Lunge), haben.

Schmerzen des gesamten Kniegelenks

Wofür sind Bänder und Muskeln am Kniegelenk zuständig?

Muskeln führen das Kniegelenk über die an den Knochen befestigten Sehnen. Sie sind also die Motoren des Gelenks und stabilisieren es zudem. Bänder übertragen die Kraft der Muskulatur auf die Knochen. Vor allem die innen im Kniegelenk liegenden Kreuzbänder stabilisieren aber auch die Knochen im Kniegelenk. Sie stützen und führen es.

Eine gleitfähige Knorpelschicht und ein elastischer Meniskus dämpfen die auf die Gelenkflächen wirkenden Kräfte im Inneren des Kniegelenks. Jede dieser stützenden, bewegenden oder stoßdämpfenden Strukturen kann zu akuten oder chronischen Knieschmerzen beitragen.

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