Orthopädische Gelenk-Klinik

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Untersuchung Knieschmerz mit Ultraschall

Knieschmerzen Symptome: vorne, hinten, seitlich

  1. Wann treten die Knieschmerzen auf?
  2. Lokalisation von Knieschmerzen: Wo tut es weh?
  3. Schmerzqualität: stechende, brennende, dumpfe oder ausstrahlende Knieschmerzen
  4. Akute oder chronische Knieschmerzen?
Knieschmerzen können jeden treffen Knieschmerzen können jeden treffen. Es gibt jedoch deutliche Unterschiede in Bezug auf die Art der Schmerzen, den genauen Schmerzort und die Qualität der Schmerzen. © busracavus, iStock

Nicht alle Knieschmerzen sind gleich: Die Lage der Knieschmerzen (innen, außen, hinter oder vor dem Knie) gibt einen sehr deutlichen Hinweis über die möglichen Ursachen. Ebenso lohnt es sich, die Situation, in der Knieschmerzen auftreten, genauer anzuschauen: Sind die Schmerzen nach einem Unfall oder Sturz plötzlich aufgetreten? Auch die Qualität des Schmerzes gibt deutliche Hinweise auf die mögliche Ursache: Ist der Schmerz dumpf und tiefliegend? Sind die Knieschmerzen nur vorübergehend und verschwinden nach kurzem "Warmlaufen" wieder? Im Folgenden zeigen wir verschiedene Schmerzqualitäten auf und nennen mögliche Ursachen, die genau zu diesen Schmerzen passen.

In welcher Situation schmerzt das Knie?

Einer der ersten Hinweise für die Diagnose von Knieschmerzen ist die Situation oder Bewegung, in der diese Schmerzen typischerweise auftauchen. Meist sind damit bestimmte Bewegungsabläufe und Alltagssituationen gemeint, in denen die Knieschmerzen besonders stark sind.

Knieschmerzen nach dem Joggen oder nach dem Sport

Knieschmerzen nach dem Sport oder nach dem Joggen Viele Läufer – Anfänger oder Athleten mit hohen Trainingsleistungen – leiden nach dem Joggen an Knieschmerzen. © Istockphoto

Viele Läufer, egal ob Anfänger oder Profis mit hohem Trainingsumfang, haben Knieschmerzen nach dem Lauftraining. Auch der Wiedereinstieg nach längerer Sportpause ist häufig mit Knieschmerzen verbunden.

In der Regel sind Knieschmerzen nach dem Joggen unbedenklich, wenn Sie über Nacht zurückgehen und spätestens zwei Tage nach dem Training verschwunden sind. Wenn die Schmerzen aber länger anhalten oder sehr heftig werden, sollte man einen Arzt aufsuchen. Bei Dauerschmerzen könnte eine Entzündung im Kniegelenk vorliegen, die zunächst völlig abklingen sollte. Auf keinen Fall ist es empfehlenswert, unter Einnahme von Ibuprofen und anderen Schmerzmitteln weiter zu trainieren.

Folgende Ursachen können hinter Knieschmerzen beim oder nach dem Laufen stecken:

  • Bindegewebe und Gelenkknorpel sind bei Laufanfängern noch nicht an die erhöhte Belastung angepasst.
  • Der Läufer hat bereits Knorpelschäden, sodass nach dem Laufen eine entzündliche Reaktion entsteht (Gelenkkater).
  • Der Läufer hat eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) im Kniegelenk.
  • Die Kniescheibe ist nicht genau passend für die Gleitrinne im Oberschenkel geformt (Patelladysplasie).

Fehlstellungen im Kniegelenk (X- oder O-Bein) können diese Knieschmerzen nach dem Lauftraining noch verstärken.

Knieschmerzen wegen sportlicher Dauerbelastung

Manche Arten von Knieschmerzen treten nicht aufgrund akuter Traumata, sondern nach monotonen Dauerbelastungen auf. Man spricht in diesen Fällen auch von Repetitive Strain Injury (RSI). Fehlstellungen im Kniegelenk können diese Schmerzen noch verschlimmern. An den meisten RSI-Erkrankungen sind die Sehnenansätze in den Knochen (Enthesen) beteiligt. Die Enthesiopathie ist eine schmerzhafte Erkrankung der Enthese, also der Verankerung der Sehne im Knochen. Die häufigste Enthesiopathie am Kniegelenk ist das Patellaspitzensyndrom (Jumper’s Knee).

Neben den Sehnenverankerungen selbst ist auch die Lagerung der Sehnen im umliegenden Gleitgewebe (Schleimbeutel bzw. Bursa) anfällig für überlastungsbedingte Entzündungen.

Auch das Iliotibiale Bandsyndrom (ITBS) kann überlastungsbedingte Schmerzen verursachen. Das iliotibiale Band verläuft außen am Oberschenkel entlang in das Schienbein hinein.

Joggerin beim Laufen Knieschmerzen beim Laufen gehen häufig auf falsches Schuhwerk zurück. Aber auch überlastungsbedingte Erkrankungen wie das Läuferknie können belastungsabhängige Knieschmerzen verursachen. © Daxiao Productions, Fotolia

Knieschmerzen nach längerer Ruhe oder morgens beim Aufstehen

Schmerzen nach Ruhe oder nach dem morgendlichen Aufstehen bezeichnet man als Anlaufschmerzen. Anlaufschmerzen, die nach einigen Schritten oder nach dem Aufwärmen des Gelenks wieder verschwinden, haben meist bestimmte Ursachen:

  • Arthrose im Kniegelenk (Gonarthrose):
    Kniearthrose (krankhafter Knorpelverschleiß im Kniegelenk) ist die häufigste Ursache für morgendliche Knieschmerzen und Anlaufschmerzen bei älteren Patienten.
  • Patellaspitzensyndrom:
    Beim Patellaspitzensyndrom ist der Ansatz der Sehne, die die Kniescheibe mit dem Schienbein verbindet, entzündet. Bei diesen Sehnenentzündungen treten häufig zu Beginn der Bewegung stechende Schmerzen auf, die sich aber nach dem Warmlaufen wieder verlieren.

Knieschmerzen nach dem Aufstehen durch Verschleißprozesse

Bei älteren Patienten verursachen degenerative Erkrankungen des Knorpels und des Meniskus (Verschleiß) häufig Knieschmerzen.

Fehlstellungen des Kniegelenks (X-Bein oder O-Bein), Kreuzbandinsuffizienz (geschwächtes Kreuzband) oder Unfälle verstärken diese degenerativen Erkrankungen.

Ursachen der Verschleißprozesse können alte Sportverletzungen sein, die nur unvollständig ausgeheilt sind. In vielen Fällen beseitigt eine erfolgreiche gelenkerhaltende Therapie diese Schwachpunkte des Kniegelenks und wirkt dem Gelenkverschleiß entgegen.

Knieschmerzen nachts

Nächtliche Knieschmerzen entstehen häufig durch entzündliche Prozesse im Körper. Dazu zählen neben aktivierter Arthrose auch bakterielle Infektionen oder rheumatoide Arthritis.

Knieschmerzen nachts Rheuma oder Arthrose können für nächtliche Knieschmerzen verantwortlich sein. © Africa Studio, Fotolia

Knieschmerzen nachts durch Kniearthrose und Entzündungen im Kniegelenk

Kniearthrose (Gelenkverschleiß) sorgt dafür, dass die sportliche Belastungsfähigkeit des Kniegelenks stark zurückgeht. Mit zunehmendem Knorpelverschleiß beginnen die Knochen im Kniegelenk, schmerzhaft aneinanderzureiben. Osteophyten (Knochensporne) bilden sich an den Gelenkflächen als Reaktion auf die zusätzliche Belastung. Die Form des Kniegelenks verändert sich.

Ist das Kniegelenk entzündet und die Gelenkkapsel geschwollen, kann eine akut aktivierte Arthrose dahinterstecken. Häufig ist diese Entzündung mit stechenden Schmerzen und einer Überwärmung des Kniegelenks verbunden.

Entzündungen im Kniegelenk sind deswegen so folgenschwer, weil das entzündete Milieu auch den Knorpelabbau und die Knorpelerweichung fördert. Die für die Gelenkfunktion so wichtigen Gleitflächen werden durch Entzündungen aller Art zerstört. Wiederholte Entzündungen oder besonders schwere Entzündungen fördern deswegen die Entwicklung einer Kniearthrose.

4 Stadien der Kniearthrose 4 Stadien der Kniearthrose: Das 1. Stadium ist durch eine leichte, aber noch symptomfreie Aufrauung des Gelenkknorpels gekennzeichnet. Im 2. Stadium zeigt die Oberfläche des Gelenkknorpels bereits Risse. Diese gehen im 3. Stadium bis auf den darunterliegenden Knochen. Hier ist im Röntgenbild bereits eine Verengung des Gelenkspaltes sichtbar. Im 4. Stadium der Kniearthrose sind weite Bereiche des Kniegelenks von Knorpel befreit (Knorpelglatze). Das 1. und 2. Stadium der Kniearthrose sind symptom- und schmerzfrei. Im 3. und 4. Stadium treten bereits Knieschmerzen auf. © bilderzwerg, Fotolia

Wichtig ist also in jedem Fall die Kontrolle und das Eindämmen der gelenkschädigenden Entzündung. Mithilfe von Gelenkpunktionen und Blutuntersuchungen kann der Arzt die Ursache der schmerzhaften Entzündung im Kniegelenk ermitteln und Rheuma und Gicht ausschließen.

Bakterielle Infektionen des Kniegelenks

Bakterielle Infektionen des Kniegelenks sind deshalb so gefährlich, weil sie unbehandelt zur fortschreitenden Zerstörung der Knorpelfläche führen. Ein häufiger Grund für das Einschleppen von Bakterien ins Kniegelenk ist eine Gelenkpunktion. Aber auch bei Operationen am Knie können Bakterien eindringen.

Das Knie fühlt sich bei einer bakteriellen Infektion überwärmt und geschwollen an. Häufig hat der Patient zudem Fieber und es bildet sich ein Erguss im Gelenk.

Die Therapie erfolgt über eine arthroskopische Reinigung des Kniegelenks mit Abtragung der Gelenkschleimhaut (Synovialis). Diese bildet sich innerhalb kurzer Zeit nach dem Eingriff neu. Außerdem ist eine Behandlung mit Antibiotika erforderlich.

Knieschmerzen beim Treppensteigen

Treten Knieschmerzen beim Treppensteigen auf, können folgende Erkrankungen ursächlich sein:

  • retropatellare Kniearthrose (Arthrose hinter der Kniescheibe)
  • Kreuzbandriss
  • Patelladysplasie (Formstörung der Kniescheibe)

Steigt man eine Treppe hinauf, muss das Knie aus der Beugung in die Streckung gebracht werden. Dies belastet Sehnen, Muskeln und Knochen des Kniegelenks. Schmerzen beim Treppensteigen können daher verschiedene Ursachen haben. Ein häufiger Grund für Knieschmerzen beim Treppe aufwärts gehen ist Gelenkverschleiß (Arthrose).

Ein weiterer möglicher Grund für die Schmerzen könnte ein Kreuzbandriss sein. Das Knie wird durch den Kreuzbandriss instabil und schmerzhaft.

Stechende Knieschmerzen beim Beugen des Knies oder in die Hocke gehen

Das in die Hocke gehen kann stechende Schmerzen verursachen. Die hockende Position führt zu ganz bestimmten Belastungen im Kniegelenk, die für viele Patienten nicht günstig sind. Die Position belastet das Kniegelenks stark und es gibt bestimmte Verletzungen, die dabei Schmerzen auslösen:

  • Ein Meniskusriss wird schmerzhaft, weil in der Hocke der mechanische Druck im Kniegelenk stark ansteigt.
  • Femoropatellare Arthrose (Knorpelschaden bzw. Chondromalazie hinter der Kniescheibe) schmerzt in der Hocke, weil in dieser Position die Kniescheibe mit maximaler Kraft gegen den Oberschenkelknochen drückt. Ausgelöst wird der Knorpelschaden hinter der Kniescheibe durch chronische Überlastungen (Fehlstellungen, übermäßiges Training) oder durch ein Trauma (Fraktur).
  • Die Schleimbeutelentzündung (Bursitis) vor der Patella oder hinter der Patellasehne geht meist mit einer sichtbaren oder tastbaren Schwellung einher.

Knieschmerzen beim Bergab gehen

Beim Abwärtsgehen muss das gesamte Körpergewicht im Knie abgebremst werden: Das geschieht durch die Kraft der Oberschenkelmuskeln und durch den Zug an der Patella. Daher entsteht bergab oder treppab besonders viel Druck hinter der Kniescheibe.

Knorpelschaden hinter der Kniescheibe

Wenn die Kniescheibe im Oberschenkelknochen durch einen Knorpelschaden nicht mehr adäquat gleiten kann, dann verursacht das Abwärtsgehen besondere Knieschmerzen.

Schleimbeutelentzündung (Bursitis)

Eine Bursitis belastet die Gleitgewebe vor der Kniescheibe und unter der Patellasehne besonders. Sie verursacht also vor allem beim Treppe abwärtsgehen Schmerzen.

Kreuzbandriss oder Kreuzbandverletzung

Beim Abwärtsgehen wirkt eine besonders starke Kraft, die den Oberschenkel über das Schienbein aus dem Kniegelenk hinausschiebt. Die Kreuzbänder wirken dieser Kraft entgegen. Wenn Bergab gehen Knieschmerzen verursacht oder das Kniegelenk nach vorne ausweicht, ist eine Kreuzbandinsuffizienz (Kreuzbandschädigung) oder ein Kreuzbandriss wahrscheinlich. Die Muskeln versuchen dieses Ausweichen auszugleichen, was nicht vollständig gelingt. Ein Knie ohne Kreuzband ist in bestimmten Situationen immer instabil und überbeweglich.

Knieschmerzen beim Hinknien

Beim Arbeiten auf den Knien wirkt ein besonders starker Druck auf die Kniescheiben. Schmerzen beim Hinknien beruhen daher meist auf Problemen mit der Kniescheibe oder dem patellofemoralen Gelenk (Gelenk zwischen Oberschenkel und Kniescheibe).

Probleme mit den Gleitgeweben der Patella oder der Patellasehne können zu einer ebenso schmerzhaften Bursitis (Schleimbeutelentzündung) führen. Die hohe Berührungsempfindlichkeit der entzündeten Schleimbeutel macht das Hinknien überaus schmerzhaft.

Lokalisation von Knieschmerzen: Wo tut es weh?

Jeder Knieschmerz ist anders. Ein wichtiger Hinweis für die Diagnostik ist die genaue Lage der Schmerzen. Wir unterscheiden Knieschmerzen auf der inneren (medialen) Seite des Kniegelenks von Knieschmerzen außen (lateraler Schmerz) und Knieschmerzen vorne (im Bereich der Kniescheibe) sowie Schmerzen in der Kniekehle (hinterer Knieschmerz). Jede dieser Lokalisationen von Knieschmerzen kann auf bestimmte Schmerzursachen zurückgeführt werden.

Knieschmerzen vorne am Kniegelenk

Knieschmerzen vorne am Kniegelenk deuten auf Probleme mit der Kniescheibe (Patella) oder mit vor dem Knie verlaufenden Sehnen und Bändern hin. Dazu gehören vor allem die Patellasehnen.

Vorderer Knieschmerz nach Patelladysplasie (Formstörung der Kniescheibe)

Die Kniescheibe (Patella) und der Oberschenkel (Femur) sind durch ein mit Gelenkknorpel ausgekleidetes, eigenständiges Gelenk verbunden.

Zwischen den Femurkondylen (walzenförmige Enden des Oberschenkelknochens) an der Vorderseite liegt die patellare Gleitrinne, deren Form möglichst genau zur Rückseite der Patella passen sollte.

Wenn die Patella anders geformt ist als die patellare Gleitrinne (Trochlea femoris), spricht man von einer Patelladysplasie. Es handelt sich also um eine Fehlform der Kniescheibe, die die Funktion beeinträchtigt. Die Patelladysplasie ist meist angeboren.

Da die Patella an Bändern frei aufgehängt ist, wird ihr Lauf in der Gleitrinne auch durch den Muskelzug bestimmt. Sind diese Bänder beschädigt oder ist der Muskelzug asymmetrisch, kann das zur Fehlbelastung des Femoropatellargelenks (Gelenk zwischen Oberschenkel und Kniescheibe) bis hin zum Ausrenken (Luxation) der Patella führen.

Eine Patelladysplasie verursacht verstärkten Abrieb der Knorpelschicht (Chondromalazie). Dieser Knorpelschaden kann schmerzhaft werden und zu einer Patellaarthrose führen.

Eine nicht passende Patella führt auch zu einem Knirschen hinter der Kniescheibe. Die Knieschmerzen durch Patelladysplasie sind anfangs nur bei Belastung gegeben. Später treten diese Schmerzen auch in Ruhe auf.

Ein charakteristisches Zeichen für eine Patelladysplasie sind zudem Hämatome (Blutergüsse) über der Kniescheibe.

Vorderer Knieschmerz durch Arthrose der Kniescheibe (retropatellare Arthrose)

Die Arthrose hinter der Kniescheibe wird verursacht durch Knorpelschaden und Knorpelverlust zwischen Kniescheibe und der dafür vorgesehenen Gleitrinne im Oberschenkelknochen (Trochlea femoris). Eine Patelladysplasie (Fehlform der Kniescheibe) und wiederholte Patellaluxationen (Ausrenken der Kniescheibe) lösen eine solche Arthrose hinter der Patella aus. Durch die retropatellare Arthrose klagen die Patienten zunehmend über vordere Knieschmerzen und Belastungsschmerzen hinter der Kniescheibe. Beim Hinknien und bei Kniebeugen, aber auch beim Bergablaufen, schmerzt dieser Bereich hinter der Kniescheibe besonders.

Spezielle Röntgenaufnahmen (sog. Defilee-Aufnahmen) zeigen die Situation der Kniescheiben. Die Kniescheibenarthrose kann genauso wie eine Kniearthrose im Allgemeinen behandelt werden. Eine Operation verbessert die Gleitfähigkeit der Kniescheibe und kann den Arthroseverlauf ausbremsen. Auch physiotherapeutische Verfahren sind denkbar, um den Muskelzug an den Bändern, die die Kniescheiben halten, auszugleichen. Bei schwerer Arthrose hinter der Kniescheibe kann eine Knieteilprothese des Patellagleitlagers helfen.

Vorderer Knieschmerz durch Patellaspitzensyndrom (Springerknie)

Kniegelenk von vorne seitlich Kniegelenk von vorne seitlich: Die Kniescheibe ist an zwei Sehnen frei aufgehängt. Die Sehne zwischen Kniescheibe und Schienbein entzündet sich am Ansatz (Patellaspitze) bei Läufern besonders leicht. Man nennt diese Erkrankung Patellaspitzensyndrom © Istockphoto.com/Medicalart Inc.

Knieschmerzen vorne am Kniegelenk haben meist einen Bezug zur Patella (Kniescheibe) oder zu den Sehnen, an denen die Patella frei aufgehängt ist. Dabei ist zu beachten, dass die Kniescheibe selbst nicht schmerzt, weil sie nicht von Nerven versorgt wird.

Bei Läufern entstehen chronische Knieschmerzen beim Joggen häufig durch eine Überlastung der Sehnen, an denen die Patella aufgehängt ist. Man spricht vom Patellaspitzensyndrom. Dabei kommt es am unteren Rand der Kniescheibe zu einer Überlastung des Sehnenansatzes mit nachfolgender Entzündung. Durch Schonung oder Änderung der Belastung oder des Laufstils erhält die Sehne Zeit zur Heilung.

Vorderer Knieschmerz durch Läuferknie (Reizung des iliotibialen Bandes bzw. ITBS)

Eine weitere Ursache für vordere Knieschmerzen ist das Läuferknie. Es verursacht belastungsabhängige Schmerzen vorne außen am Knie, wo das iliotibiale Band über einen Knochenhöcker geleitet wird. Neben dem Band selbst kann sich auch der Schleimbeutel entzünden und schmerzen. Entlastung und Ruhigstellung ist hier die wichtigste Therapiemaßnahme. Vor allem beim Bergablaufen oder wenn der Patient die Treppe nach unten steigt, schmerzt das Läuferknie. Ist das Kniegelenk geschwollen und überwärmt, hilft Kühlung. Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac – auch als lokal aufgetragene Salben – können die schmerzhafte Entzündung am Kniegelenk bekämpfen. Bitte nicht unter Schmerzmitteln weitertrainieren oder mit Knieschmerzen in den Wettkampf gehen. Eine Entlastung bzw. ein Belastungswechsel gehört selbstverständlich zur erfolgreichen Therapie dazu.

Vorderer Knieschmerz durch Schleimbeutelentzündung vor der Patella (Bursitis präpatellaris)

Schleimbeutelentzündungen unter der Patellasehne sind ein weiterer Grund für Knieschmerzen vorne am Kniegelenk. Vor allem beim Beugen des Kniegelenks oder beim Hinknien führt das zu heftigen, stechenden Schmerzen. Dabei ist der Bereich um die Kniescheibe geschwollen und häufig überwärmt. Auch die Schleimbeutelentzündung vorne am Kniegelenk geht in vielen Fällen auf eine Überlastung durchs Laufen zurück. Eine Valgus-Fehlstellung des Kniegelenks (X-Beine) kann die Bursitis präpatellaris noch verstärken. Auch hier therapieren wir mit Kühlung, Entlastung und entzündungshemmenden Medikamenten (NSAR).

Bild links: Schleimbeutelentzündung im Bereich der Patellasehne. Bild rechts: Schleimbeutelentzündung vor der Kniescheibe. Entzündete Schleimbeutel können stechende Schmerzen im Bereich der Kniescheibe auslösen. Bild links: Schleimbeutelentzündung im Bereich der Patellasehne. Bild rechts: Schleimbeutelentzündung vor der Kniescheibe (Bursitis präpatellaris).

Knieschmerzen auf der Außenseite des Knies

Schmerzhafter Knorpelverschleiß im Kniegelenk Es gibt viele Ursachen für schmerzhaften Knorpelverschleiß im Kniegelenk: Arthritis, Arthrose, Traumata mit Knochen- und Knorpelläsionen oder Stoffwechselprobleme wie Gicht oder Hämochromatose (vermehrte Ablagerung von Eisen in Organen). © bilderzwerg, Fotolia

Schmerzen auf der Außenseite des Knies deuten auf Probleme mit Strukturen im äußeren (lateralen) Kompartiment (Bereich) des Kniegelenks hin (z. B. Außenbänder oder -meniskus).

Knieschmerzen außen durch Valgusgonarthrose (X-Bein-Arthrose)

Treten die Schmerzen außen im Knie in Verbindung mit einer X-Fehlstellung (Valgusstellung) des Kniegelenks auf, deutet das häufig auf einen Knorpelverschleiß im äußeren (lateralen) Kompartiment (Bereich) hin. Diese Valgusgonarthrose führt im Anfangsstadium zu spezifischen Schmerzen im äußeren Bereich, die sich später auf das gesamte Kniegelenk ausbreiten können. Häufig ist eine leichte Korrektur der Beinachse durch orthopädische Schuhzurichtung möglich. In schweren Fällen ist eine Korrektur durch Osteotomie (Knochenumstellung) erforderlich.

Schmerzen auf der Innenseite des Knies

Spezifische Schmerzen auf der Innenseite des Knies betreffen die inneren (medialen) Seitenbänder oder Strukturen im inneren Kompartiment (Bereich) des Kniegelenks.

Knieschmerzen innen durch Varusgonarthrose (O-Bein-Arthrose)

Eine weitere Ursache für Schmerzen an der Knieinnenseite kann eine Arthrose des Kniegelenks sein. In Verbindung mit einer O-Fehlstellung (Varus-Fehlstellung) des Kniegelenks kann es zu einer chronischen Überlastung des Gelenkknorpels kommen. Diese äußert sich durch Knorpelverschleiß im inneren (medialen) Kompartiment (Bereich) des Kniegelenks. Man spricht in diesem Fall von einer Varusgonarthrose.

Knieschmerzen hinten im Kniegelenk

Hinter dem Kniegelenk schmerzen die Weichteilgewebe der Gelenkkapsel. Auch Störungen der Blutversorgung verursachen Schmerzen in der Kniekehle, weil dort die Beinvenen verlaufen.

Knieschmerzen hinten durch Baker-Zyste

Eine schmerzhafte Aussackung (Zyste) der Gelenkschleimhaut in der Kniekehle bezeichnet man als Baker-Zyste. Ursache der Baker-Zyste ist meist eine Reizung innerhalb der Gelenkkapsel des Kniegelenks. Häufig ist das ein deutlicher Hinweis auf eine Verletzung (Meniskusriss oder Kreuzbandriss). Die Baker-Zyste ist mit Gelenkflüssigkeit gefüllt. Sie ist dabei nicht immer schmerzhaft. Bei starker Beugung des Kniegelenks kann die Zyste durch den hohen Druck an der Rückseite des Kniegelenks schmerzhaft werden. Die Beugefähigkeit des Kniegelenks mit Baker-Zyste ist daher eingeschränkt. Der Bereich um die Baker-Zyste kann sich schmerzhaft entzünden.

Wir behandeln die Baker-Zyste in der Regel lediglich durch Beobachtung und Abwarten. Meist bildet sie sich von selbst zurück. Allerdings häufig erst dann, wenn die Ursache der Reizung im Kniegelenk beseitigt wurde, z. B. nach einer Meniskusnaht. Selten werden Baker-Zysten operativ entfernt und die Verbindung zwischen der Zyste und der Kniegelenkkapsel geschlossen.

Baker-Zyste Baker-Zyste: Wenn die Gelenkkapsel die Flüssigkeit nicht mehr halten kann, stülpt sie nach hinten aus. Ursächlich ist meist eine Verletzung des Kniegelenks. © Artemida-psy, Fotolia

Venenthrombose: Schmerzen in der Kniekehle

Auch eine Venenthrombose (Verstopfung der Vene durch ein Blutgerinnsel) führt zu typischen Schmerzen hinten im Kniegelenk. Vor allem nach langem Sitzen (Flugzeug, Autofahrt) kann eine Thrombose auftreten. Ein höheres Lebensalter und Übergewicht begünstigen die Verstopfung der Vene. Ein deutlicher Hinweis darauf ist neben den hinteren Knieschmerzen das Auftreten von bläulichen Adern in der Kniekehle und auf der Wadenmuskulatur. Bei Verdacht auf eine Thrombose bitte umgehend – notfallmäßig – einen Arzt aufsuchen. Falls der Thrombus (Blutgerinnsel) sich löst, kann das lebensgefährliche Folgen, wie beispielsweise eine Lungenembolie (Verschluss von Blutgefäßen in der Lunge), haben.

Schmerzen des gesamten Kniegelenks

Muskeln führen das Kniegelenk über die an den Knochen befestigten Sehnen. Sie sind also die Motoren des Gelenks und stabilisieren es zudem. Bänder übertragen die Kraft der Muskulatur auf die Knochen. Vor allem die innen im Kniegelenk liegenden Kreuzbänder stabilisieren zudem die Knochen im Kniegelenk. Sie stützen und führen das Kniegelenk.

Eine gleitfähige Knorpelschicht und ein elastischer Meniskus dämpfen die auf die Gelenkflächen wirkenden Kräfte im Inneren des Kniegelenks. Jede dieser stützenden, bewegenden oder stoßdämpfenden Strukturen kann zu akuten oder chronischen Knieschmerzen beitragen.

Schmerzqualität: stechende, brennende, dumpfe oder ausstrahlende Knieschmerzen

Es gibt unterschiedliche Schmerzqualitäten. Eine exakte Beschreibung der Knieschmerzen kann helfen, die genaue Ursache bei der Diagnose sinnvoll einzugrenzen.

Ursachen stechender Knieschmerzen: Trauma, Arthritis, Entzündung, Kniearthrose

Stechende Knieschmerzen weisen meist auf akute Verletzungen hin, häufig mit Ödembildungen (Wassereinlagerung im Knochen), oder auf akute Entzündungsvorgänge.

Schmerzen nach Bänderriss oder Weichteilverletzungen

Ursache für Knieschmerzen nach einer Verletzung ist die natürliche Entzündungsreaktion des Kniegelenks. Diese soll Gewebetrümmer beseitigen. So schafft der Körper die Voraussetzungen für die Heilung der erlittenen Verletzung.

Häufig treten diese stechenden Schmerzen zusammen mit Schwellungen und Hämatomen (Blutergüssen) auf.

In das Knie ausstrahlende, stechende Schmerzen

Gründe für ausstrahlende Knieschmerzen:

  • Eine Hüftarthrose äußert sich zunächst nicht als Hüftschmerz, sondern als stechende oder dumpfe äußere Knieschmerzen.
  • Ein Ischiassyndrom (rückseitig von der Lendenwirbelsäule ins Bein ziehende Nervenschmerzen) nach einem Bandscheibenvorfall oder einer Spinalkanalstenose kann sich auch als dumpfer, brennender oder stechender Knieschmerz zeigen.

Klagt ein Patient über Knieschmerzen, ist die Ursache nicht zwingend im Kniegelenk zu finden. Die Schmerzen können auch aus anderen Bereichen in das Kniegelenk hinein ausstrahlen.

Eine sehr anspruchsvolle Differentialdiagnose (Verdachtsdiagnose) ist das Erkennen einer Hüftarthrose (Coxarthrose), wenn diese zunächst als chronischer lateraler (äußerer) Knieschmerz aufgetreten ist.

Auch Nervenschmerzen können bis in das Kniegelenk ausstrahlen. Meistens ist eine Kompression des Ischiasnervs bzw. einer Nervenwurzel der Lendenwirbelsäule für diese ins Knie ausstrahlenden Nervenschmerzen verantwortlich. Eine angemessene neurochirurgische Untersuchung der Lendenwirbelsäule kann Klarheit bringen.

Ursachen dumpfer Knieschmerzen

Dumpfe Knieschmerzen weisen häufig auf chronische, unterschwellig verlaufende Krankheitsprozesse im Kniegelenk hin. Das kann ein Meniskusriss sein, der das Kniegelenk langfristig schädigt. Auch krankhafte Prozesse an den Knochen, z. B. die Unterbrechung der Blutzufuhr im Oberschenkelknochen bei Morbus Ahlbäck (Knochennekrose im Kniegelenk), können nach Abklingen der akuten Phase zu einem langwierigen Verlauf mit dumpfen Schmerzen führen.

Spürt der Patient die dumpfen Knieschmerzen eher vorne im Kniegelenk, direkt hinter der Patella (Kniescheibe), kann eine Patelladysplasie (Fehlform der Kniescheibe) vorliegen. Diese führt langfristig zu einer Knorpelschädigung (Chondromalazie) hinter der Kniescheibe.

Brennende Knieschmerzen: Arthritis, Ischiassyndrom, Nervenschädigung

Folgende Erkrankungen verursachen brennende Knieschmerzen:

Brennende Schmerzen haben auch im Kniegelenk häufig eine neurologische Ursache (Ursache im Nervensystem). Typischerweise treten brennende Schmerzen nach Nerveneinklemmungen oder nach Nervenreizungen auf. Diese Nervenreizungen können aus einem anderen Bereich des Körpers ins Knie ausstrahlen. Vor allem Bandscheibenvorfälle oder spinale Stenosen (Einengung von Rückenmark oder Nervenwurzeln) verursachen brennende Knieschmerzen.

Die Nervenschäden können aber auch lokal verursacht werden. Eine Schädigung der Nervenenden im Rahmen einer durch Diabetes oder Alkoholismus begünstigten Polyneuropathie (Schädigung der peripheren Nerven) können brennende Schmerzen im Knie und Bein auslösen.

Rheumatoide Arthritis: Schwellung, stechende Schmerzen und Überwärmung des Knies

Arthritis ist eine Fehlreaktion des Immunsystems. Das Kniegelenk entzündet sich schmerzhaft, es wird berührungsempfindlich und kann anschwellen und überwärmen. Meist findet der Arzt im Röntgen keine orthopädische Ursache. Die Diagnose der Arthritis erfolgt meist mithilfe eines Blutbildes.

Den einzelnen Ausbruch versucht man durch Hemmung der Entzündung oder medikamentöse Unterdrückung der Immunreaktion zu kontrollieren. Die Entzündung durch eine Arthritis ist knorpelschädigend und kann nach einiger Zeit zu einer Kniearthrose (Gelenkverschleiß) führen. Die Arthritis zählt zu den rheumatischen Erkrankungen und kann verschiedene Ursachen haben:

  • Hämochromatose (Störung des Eisenstoffwechsels)
  • Gicht (Störung des Harnsäurestoffwechsels)
  • bakterielle (septische) Arthritis des Kniegelenks, etwa begünstigt durch einen immunschwächenden Diabetes
  • Gonokokkeninfektion (Gonorrhoe) am Kniegelenk

Es gibt auch schleichend verlaufende, sog. subakute Arthritis-Erkrankungen, die eher unterschwellige dumpfe oder kurzdauernde stechende Schmerzen verursachen. Aus diesen anfänglichen Symptomen kann sich schnell eine akute Arthritis mit permanent stechenden Schmerzen entwickeln. Es gibt verschiedene Formen der subakuten Arthritis im Kniegelenk:

  • Lupus-Erkrankung (meist bei Frauen)
  • juvenile Arthritis bei Kindern (beginnt häufig mit Knieschmerzen)
  • Borreliose

Tiefliegende Knieschmerzen: Knocheninfarkte und Knochen-Knorpel-Schäden (osteochondrale Läsion)

Das Knochengewebe in der Umgebung der Gelenke hat seinen eigenen Stoffwechsel. Es wird durchblutet und unterliegt einem permanenten Prozess aus Knochenaufbau und Knochenabbau. Wenn diese Blutversorgung in einem Teil des Knochengewebes unterbrochen wird, demineralisiert der Knochen und wird spröde. Auf diese Weise verliert er seine Tragfähigkeit. Als Erstreaktion auf die Blutunterversorgung lagert der Knochen Wasser ein. Schmerzhafte Ödeme (Wassereinlagerungen), die ein MRT sichtbar macht, sind ein deutliches Symptom einer Knochennekrose. Das Ödem reizt die Schmerzfühler, die im Knochengewebe zahlreich eingelagert sind.

Geschieht das unter der Gelenkfläche, kann das Gelenk einbrechen und die Gelenkfläche zerstört werden. Man spricht dann von einem Knochen-Knorpel-Schaden. Dieser führt aufgrund der Wassereinlagerungen im Knochen zu schweren, stechenden Schmerzen, wenn der Patient das Kniegelenk belastet. Bei stechenden Schmerzen durch Ödembildung sollte der Patient das Kniegelenk durch Unterarmgehstützen entlasten.

Es gibt unterschiedliche Formen der Knochennekrose:

Man behandelt die Knochennekrose bei jüngeren Patienten meist durch Entlastung und Ruhigstellung. Bei älteren Patienten versucht man ebenfalls, das Bein ruhigzustellen. In hartnäckigen Fällen – oder bei drohender Kniearthrose – führt der Orthopäde eine retrograde (also nicht über die Gelenkfläche erfolgende) Anbohrung des Knochens unter der Gelenkfläche durch. Diese Maßnahme soll die Knochendurchblutung wiederherstellen und eine Heilungsreaktion herbeiführen. Gelingt das nicht, muss aufgrund der Knorpelschäden in vielen Fällen eine Endoprothese – entweder als Knieteilprothese oder als Knievollprothese – eingesetzt werden, um die Gehfähigkeit des Patienten im Alltag wiederherzustellen.

Osteoporose: schleichender Substanzverlust der Knochen und Knieschmerzen durch Frakturen

Osteoporose ist die krankhafte, also nicht mehr altersgerechte Abnahme der Knochendichte. Osteoporose ist selbst absolut schmerzfrei. Der zunehmend demineralisierte Knochen ist aber anfälliger für Frakturen (Knochenbrüche). Alltägliche Ereignisse wie Treppensteigen oder ein plötzliches Stolpern können bei Osteoporose Brüche im Kniegelenk verursachen, die zu stechenden Schmerzen führen.

Die übliche Behandlung der Osteoporose versucht die Demineralisierung des Knochens zu verlangsamen. Medikamente, sanfte Bewegung und eine ausgewogene kalziumreiche Ernährung kann den Prozess bremsen. Wenn osteoporotische Frakturen im Kniegelenk bereits aufgetreten sind, sollte der Patient das Bein ruhigstellen.

Knieschmerzen mit Schwellungen im Kniegelenk

Relativ häufig treten Knieschmerzen gemeinsam mit Schwellungen auf. Schwellungen deuten immer auf eine Entzündung hin. Bei einer Schwellung sammelt sich Körperflüssigkeit entweder in der Umgebung oder in der Gelenkkapsel des Kniegelenks (Gelenkerguss) an. Die Entzündungen, die zur Schwellung führen, sind meist nicht bakteriell. Sie treten häufig aufgrund von Gewebeschäden auf. Mit Entzündungen versucht der Körper, Gewebetrümmer und Schäden zu beseitigen.

Schwellungen im Kniegelenk nach Trauma und Unfällen

In den meisten Fällen haben Verletzungen des Kniegelenks eine Schwellung zur Folge. Die Schwellung beruht auf einer Flüssigkeitsansammlung in der Gelenkkapsel des Kniegelenks oder in umliegenden Weichteilgeweben. Häufig treten diese Schwellungen gemeinsam mit stechenden Schmerzen und Berührungsempfindlichkeit auf.

Schwellung des Kniegelenks durch Überlastung

Wenn bestimmte Gewebe überlastet sind, entzünden sie sich und schwellen an. Von der Überlastung sind häufig Muskeln und Sehnen betroffen. Aber auch die Gleitgewebe, die die Beweglichkeit dieser Strukturen unterstützen, können sich entzünden und schmerzhaft anschwellen. Das betrifft vor allem die Bursa (Schleimbeutel) über der Kniescheibe und das Gleitgewebe der Patellasehne.

Schwellung im Kniegelenk durch entzündliche Kniearthrose

Entzündliche Schwellung im Knie entsteht durch:

Neben Unfällen verursachen vor allem chronische Krankheitsprozesse entzündliche Veränderungen mit schmerzhafter Schwellung im Kniegelenk. Entzündungen entstehen als Antwort auf Knorpelverschleiß oder Knorpelabrieb (Kniearthrose).

In vielen Fällen löst aber nicht mechanischer Knorpelabrieb, sondern eine rheumatische Entzündung die Schwellung im Knie aus. Rheuma ist ein Prozess, bei dem der Körper seine Abwehr gegen körpereigenes Gewebe richtet. Auch Stoffwechselstörungen wie z. B. Gicht (gestörter Harnsäurestoffwechsel) können Schwellungen und Entzündungen in Gelenken auslösen.

Knieschmerzen aufgrund von Stauung oder Prozessstörung (Verhärtungen) im Muskel und Sehnengewebe

Klinische Untersuchungen oder Bildgebungen können fast jede der bisher genannten Ursachen von Knieschmerzen eindeutig zeigen. Was sich häufig der bildgebenden Diagnostik entzieht, ist der Zustand von Muskelgewebe, Faszien (Muskelhüllen) und Sehnen. Wenn diese überlastet oder verkürzt bzw. verhärtet sind, entstehen oft Knieschmerzen und starke Bewegungseinschränkungen. Die Ursache dieser langwierigen, oft heftigen Schmerzen ist im Röntgen oder Ultraschall nicht sichtbar.

Hier ist die Diagnostik und die Erfahrung des Kniespezialisten besonders gefordert, um Fehlbehandlungen oder gar unnötige Operationen zu vermeiden. Daher arbeiten wir, ergänzend zur orthopädischen Diagnostik, stets eng mit der Physiotherapie auf Grundlage der ZRT®-Matrix-Therapie (Zellbiologische Regulationstherapie) zusammen.

Eine angemessene physiotherapeutische Behandlung schafft mit sanften Methoden in überraschend vielen Fällen eine schnelle Abhilfe bei Knieschmerzen und Versteifung.

Akute oder chronische Knieschmerzen?

Akute Knieschmerzen treten plötzlich auf und werden häufig durch ein bestimmtes Ereignis, eine Überlastung oder ein Trauma (Verletzung) ausgelöst. Sie klingen meist ebenso schnell wieder ab.

Dauern die Knieschmerzen länger als sechs Wochen an, spricht man von chronischen Knieschmerzen.

Akute (plötzlich auftretende) Knieschmerzen nach traumatischen Verletzungen

Traumatische Ereignisse wie ein Sturz, eine Verdrehung (Distorsion) oder ein Aufprall führen meist sofort zu schmerzhaften Verletzungen im Kniegelenk. Häufig gehen solche akuten Verletzungen mit Schwellung (Gelenkerguß) und Entzündungsreaktion (Überwärmung) einher. Das Kniegelenk reagiert in der Regel unmittelbar nach der Verletzung mit diesen Symptomen. Die Untersuchung zur Abklärung der genauen Ursache erfolgt meist mithilfe von Ultraschall und MRT. Diese bildgebenden Verfahren können Weichteilgewebe gut darstellen. Die Beschreibung des genauen Unfallhergangs erleichtert die Diagnose akuter Knieschmerzen sehr.

Bei jungen Patienten sind Überlastung und Unfälle die häufigsten Ursachen von Knieschmerzen.

  • Verdrehung: Distorsion des Kniegelenks mit osteochondraler Läsion (Knochen-Knorpel-Schaden)
  • Prellung oder Schlag auf das Kniegelenk
  • akute Überlastung des Kniegelenks durch Dauertraining

Das Verdrehen des Kniegelenks kann verschiedene Strukturen im Knie schädigen. Ein typischer Hergang ist das Abknicken des Kniegelenks beim Skifahren. Eine solche Verletzung belastet alle Strukturen – Außenbänder, Kreuzbänder, Menisken und Gelenkknorpel. Es können Quetschungen oder andere Schäden entstehen. In der überwiegenden Mehrzahl aller Fälle von Knieverletzungen durch Distorsion werden mehrere Strukturen gleichzeitig verletzt.

Kreuzbandriss durch Verdrehung des Kniegelenks Ein akuter Kreuzbandriss ist meist die Ursache von Knieschmerzen nach Distorsion (Verdrehung des Kniegelenks). Die Kreuzbänder verlaufen innen im Kniegelenk und verbinden Oberschenkel und Unterschenkel. Zusätzlich kann eine Verdrehung auch Knorpel und Menisken beschädigen. © Henrie, Fotolia

Fokussiert sich der Arzt bei der Diagnose eines Kreuzband- oder Meniskusrisses nur auf den auffälligsten Befund, übersieht er weitere Schäden am Kniegelenk. Diese können zu chronischen Knieschmerzen oder sogar zu einer Kniearthrose (Gelenkverschleiß) führen.

Frakturen (Knochenbrüche) am Kniegelenk

Frakturen (Knochenbrüche) am Kniegelenk entstehen aufgrund von direkten Traumata (Aufprall, Sturz, Verdrehung). Die aus einer Fraktur resultierende Knieverletzung ist stechend schmerzhaft und führt sofort dazu, dass das Kniegelenk nicht mehr beweglich oder belastbar ist.

Nach einer Patellafraktur (Bruch der Kniescheibe) ist das Kniegelenk nicht mehr beweglich. Der Patient kann es weder anwinkeln noch ausstrecken.

Im Gegensatz dazu ist das Knie nach einer Tibiakopffraktur (Bruch des Schienbeinkopfes) unter Beteiligung der Gelenkfläche noch beweglich. Die stechenden Knieschmerzen verhindern aber die Belastbarkeit des Kniegelenks.

Auch eine Patelladislokation (Ausrenken der Patella) kann zu einer sofortigen Versteifung des Kniegelenks führen. Die Kniescheibe kann sich dann nicht mehr schmerzfrei in der dafür vorgesehenen Gleitrinne im Oberschenkelknochen bewegen.

Jede Fraktur des Kniegelenks muss sofort als Notfall ärztlich versorgt werden. Häufig begleiten zudem Schäden an anderen Geweben des Kniegelenks die Fraktur. Diese muss der Arzt ebenfalls mitversorgen.

Verdrehungen des Kniegelenks: Kreuzbandriss

Vorderes und hinteres Kreuzband Die beiden Kreuzbänder verlaufen im Inneren des Kniegelenks zwischen Oberschenkel- und Unterschenkelknochen. Man unterscheidet das vordere und das hintere Kreuzband. Beim Riss des vorderen Kreuzbandes weicht das Kniegelenk nach vorne aus und wird instabil. © bilderzwerg, Fotolia

Neben den Innenbändern des Kniegelenks sind vor allem die Kreuzbänder verletzungsgefährdet. Die Kreuzbänder verlaufen im Inneren des Kniegelenks und verbinden Femur (Oberschenkelknochen) und Tibia (Schienbein). Sie schützen diese beiden Gelenkpartner davor, bei Start-Stopp-Bewegungen aus der Gelenkfläche auszuscheren. Eine Bänderdehnung oder ein Kreuzbandriss sind die Folge. Wenn die Kreuzbänder nicht mehr fest genug oder gar gerissen sind, wird das Kniegelenk überbeweglich und Knochen reiben aneinander. Degeneration des Kniegelenks mit Knorpelschäden und Meniskusriss ist die Folge dieser Kreuzbandschwäche.

In den ersten Wochen nach der Kreuzbandverletzung kann das Knie schmerzhaft, gereizt und geschwollen sein.

Hier helfen entzündungshemmende Medikamente (nichtsteroidale Antirheumatika – NSAR), Kühlung, Ruhigstellen und Hochlagern des Beines. Wenn die akute Kreuzbandverletzung ausgeheilt ist, geht die Verletzungsreaktion des Kniegelenks zurück. Die Instabilität bleibt aber bestehen. Um dem Verschleiß des Kniegelenks vorzubeugen, muss die Funktion des Kreuzbandes wiederhergestellt werden. Das Mittel der Wahl ist eine operative Kreuzbandplastik im Kniegelenk. Man entnimmt eine körpereigene Sehne und implantiert sie anstelle des Kreuzbandes. Immer häufiger ist es aber auch möglich, die gerissenen Kreuzbänder durch eine Kreuzbandnaht wieder zu verbinden.

Außenbandverletzung des Kniegelenks

Schmerzt das Kniegelenk außen, muss man eine Verletzung oder Überdehnung des Außenbandes in Betracht ziehen. Ein solcher Knieschmerz tritt plötzlich und heftig auf. Der Außenbandriss beeinträchtigt die Sportfähigkeit unmittelbar, da das Knie seitlich instabil wird. Außen am Knie kann eine Schwellung auftreten. Eine schnelle Kühlung vermindert diese. Auch eine Orthese zur Ruhigstellung des Kniegelenks kann helfen.

Eine operative Therapie ist bei einer Außenbandverletzung im Kniegelenk meist nicht nötig. Ruhigstellung mit einer Orthese genügt, um die Leistungsfähigkeit des Außenbandes wiederherzustellen. Nur wenn die Ruhigstellung die Stabilität des Kniegelenks nicht wiederherstellt, ist eine operative Therapie erforderlich. Das ist meistens nur bei totalen Abrissen des Außenbandes der Fall.

Innenbandverletzung des Kniegelenks

Knieschmerzen auf der Innenseite weisen auf ein Problem mit dem Innenband des Kniegelenks hin. Dieses Innenband stabilisiert das Kniegelenk und schützt es vor dem Aufklappen nach innen. Eine Zerrung oder ein Riss ist oft die Folge einer Distorsion (Verdrehung) des Kniegelenks. Hier hilft meist eine Ruhigstellung durch eine Orthese.

Meniskusriss: stechende Knieschmerzen an der Innen- oder Außenseite des Knies

Anatomie des Kniegelenks von hinten Kniegelenk von hinten: Sichtbar sind Menisken, Gelenkflächen, Kreuzbänder und Seitenbänder des Kniegelenks. Jede Funktionsstörung oder Beschädigung dieser Gewebe kann zu chronischen Knieschmerzen führen. © Grays Anatomy

Die Hauptfunktion des halbmondförmigen Außenmeniskus ist die Dämpfung des Kniegelenks. Reißt er, entstehen typische Schmerzen an der Außenseite des Knies. Dabei schmerzt nicht direkt der Meniskus, der selbst als Knorpelgewebe keine Schmerzfühler besitzt. Vielmehr sind die Schmerzen eine Reaktion der Gelenkkapsel auf Trümmer oder entstehen durch scharfe Kanten, die der Riss des verletzten Meniskus verursacht hat.

Zusätzlich treten stechende Schmerzen auf, wenn der Patient in die Hocke geht oder das Kniegelenk nach innen dreht.

Scharfe Kanten am Meniskus nutzen die Knorpelschicht im Kniegelenk ab. Um eine Kniearthrose zu vermeiden, ist eine Operation erforderlich. Dabei reseziert (entfernt) oder näht der Arzt den gerissenen Meniskus. Diese Operation erfolgt arthroskopisch (minimalinvasiv).

Der Meniskusriss ist meistens die Folge einer traumatischen Verdrehung (Distorsion) des Kniegelenks, z. B. durch einen Unfall. Häufig beschädigt eine solche Verdrehung auch die Gelenkknorpel und die Bänder.

Ein Meniskusriss kann aber auch als degenerative Erkrankung (Verschleiß) im mittleren oder höheren Lebensalter auftreten. Bei stechenden Schmerzen innen im Kniegelenk ist häufig eine Verletzung des Innenmeniskus verantwortlich (Meniskusriss). Die Schmerzen treten vor allem beim in die Hocke gehen oder Durchstrecken des Kniegelenks auf.

Patellaluxation (Verrenkung der Kniescheibe) führt zu vorderen Knieschmerzen

Bei der Patellaluxation tritt die Kniescheibe aus der patellaren Gleitrinne im Oberschenkel nach einem Trauma (Schlag, Aufprall) oder aufgrund einer ungenügenden Passform der Kniescheibe aus. Auch eine Störung der Funktion der Bänder, an denen die Kniescheibe horizontal und vertikal aufgehängt ist, kann zu einem Ausrenken der Kniescheibe führen. Bei der Patellaluxation können schmerzhafte Knorpelverletzungen (Chondromalacia patellae) oder Verletzungen von Bändern und Knochen entstehen. Nach der erstmaligen Patellaluxation kann die Kniescheibe immer wieder aus ihrer Gleitrinne springen (rezidivierende Patellaluxation).

Häufig lässt sich das Knie aufgrund der Luxation nicht mehr ganz durchstrecken (Streckdefizit). Eine schmerzhafte Schwellung des Gelenks (Gelenkerguss) ist ebenfalls möglich. Der Bereich rund um die Kniescheibe wird nach der Luxation sehr druckempfindlich. Starke Knieschmerzen können sich nach der Luxation der Patella ausbreiten und eine Belastung des Kniegelenks ist nicht mehr möglich. Mit einem Röntgenbild kann der Kniespezialist die Patellaluxation eindeutig feststellen.

Eine physiotherapeutische Behandlung kann das Ungleichgewicht beim Sehnenzug an der Patella korrigieren. Wenn diese konservative Maßnahme nicht genügt, ist eventuell eine operative Korrektur der seitlichen Bänder erforderlich, die die Position der Patella kontrollieren.

Akute Knieschmerzen bei älteren Patienten mit Gelenkverschleiß

Bei älteren Patienten ist die Ursache von akuten Knieschmerzen häufig kein Trauma (Verletzung), sondern eine degenerative Schwächung des Kniegelenks, die schon lange andauert und bisher schmerzfrei verlaufen ist. Diese Kniearthrose kann sich nach eigentlich harmlosen Belastungen des Kniegelenks plötzlich durch heftige Schmerzen zeigen. Meist haben diese Knieschmerzen bei Kniearthrose einen entzündlichen Verlauf: Schwellung, Rötung und Überwärmung des Kniegelenks gehören dazu.

Chronische Knieschmerzen

Knieschmerzen, Schwellungen und Versteifungen, die länger als sechs Wochen andauern, bezeichnet man als chronische Schmerzen am Kniegelenk. Wenn Knieschmerzen nach 3–4 Tagen nicht verschwinden oder immer wieder auftreten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Chronische Knieschmerzen können unterschiedliche Ursachen haben. Ab einer Schmerzdauer von sechs Wochen spricht man von chronischen Knieschmerzen.

Chronische Knieschmerzen nach Trauma

Traumata, die nicht alleine abheilen:

Nicht ausgeheilte Verletzungen können immer wiederkehrende Knieschmerzen verursachen. In einigen Fällen reichen Schonung, Ruhigstellung und Kühlung nach einer Verletzung des Knies nicht aus. Es gibt Strukturen, die nicht von alleine ausheilen, sondern eine operative Therapie benötigen.

Die Nichtbeachtung von Schmerzen im Kniegelenk, z. B. durch einen Kreuzbandriss oder Meniskusriss, führt zu dauerhaften Beschwerden.

Zu chronischen Beschwerden können aber auch operativ versorgte Traumata führen. So sind etwa Knochenbrüche (Frakturen des Kniegelenks) unter Beteiligung der Gelenkfläche besonders gefährlich: Eine Störung der Gelenkfläche etwa durch Stufenbildung kann zu einem Knorpelschaden führen.

Chronische Knieschmerzen wegen Überlastung durch Sport

Knieschmerzen nach Lauf-Überlastung:

Vor allem bei Sportlern oder intensiv trainierenden Sportanfängern treten häufig chronische Knieschmerzen durch Überlastung bestimmter Bereiche des Kniegelenks auf. Besonders anfällig für chronische Überlastungsschmerzen sind die Sehnenansatzbereiche. Der Ansatz der Patellasehne ist dabei sehr oft betroffen. Intensives Training kann alle Weichteile des Kniegelenks überlasten und zu Entzündungen von Sehnen und Schleimbeuteln führen. Eine weitere Folgeerkrankung, die durch intensives Training entsteht, ist die Entzündung der Iliotibialen Sehne (ITBS = iliotibiales Bandsyndrom).

Fehlstellungen (X- oder O-Beine) im Kniegelenk können das Auftreten von Überlastungsschmerzen noch deutlich verstärken.

Stoffwechselbedingte oder entzündliche Ursachen chronischer Knieschmerzen

Stoffwechselprobleme oder Entzündungen verursachen Knieschmerzen:

Nicht immer sind mechanische Ursachen wie ein Unfall oder chronische Überlastung Auslöser von Knieschmerzen. Auch bestimmte, teilweise erbliche Stoffwechselerkrankungen, können dauerhafte Knieschmerzen verursachen. Die dabei entstehenden Gelenkentzündungen können zwar ebenso wie beispielsweise eine Arthrose plötzlich auftreten, stehen aber im Zusammenhang mit dem Stoffwechsel oder der Funktion des Immunsystems.

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