Orthopädische Gelenk-Klinik

Orthopädische Gelenk-Klinik

Alte Bundesstr. 58, 79194 Gundelfingen

Tel: (0761) 55 77 58 0

kontakt@gelenk-doktor.de

Termin anfragen
Untersuchung Knieschmerz mit Ultraschall

Schleimbeutelentzündung (Bursitis) am Kniegelenk

  1. Aufgabe der Schleimbeutel im Kniegelenk
  2. Was ist die Schleimbeutelentzündung im Kniegelenk?
  3. Ursachen der Schleimbeutelentzündung im Knie
  4. Symptome der Schleimbeutelentzündung im Knie
  5. Diagnose: Wie untersucht der Arzt die Schleimbeutelentzündung im Knie?
  6. Vorbeugung der Schleimbeutelentzündung im Kniegelenk
  7. Krankschreibung bei Bursitis im Knie
  8. Therapie der Bursitis des Kniegelenks Medikamente, Physiotherapie, Kortison, Operation: Entfernung (Bursektomie)

Übersicht zur Bursitis am Kniegelenk

Flüssigkeitsgefüllte Schleimbeutel im Kniegelenk unterstützen die Gleitfähigkeit von Muskeln und Sehnen Flüssigkeitsgefüllte Schleimbeutel im Kniegelenk unterstützen die Gleitfähigkeit von Muskeln und Sehnen. Bei Überlastung oder durch eine Infektion können sich Schleimbeutel schmerzhaft entzünden: Man spricht dann von einer Bursitis. Meist tritt eine Bursitis in dem vorne zwischen dem Schienbeinknochen (Tibia) und der Patellasehne liegenden Schleimbeutel auf. © Henrie @ fotolia

Die Buristis am Kniegelenk ist die Entzündung der flüssigkeitsgefüllten Schleimbeutel (Bursa synovialis). Sie befinden sich in der Nähe des Kniegelenks. Auch alle anderen Gelenke verfügen meist über mehrere Schleimbeutel (Bursae). Diese liegen dämpfend über den harten Strukturen des Körpers: Sehnen, Bänder und Knochen. Sie reduzieren Reibung oder Stöße auf Sehnen und Muskeln, die bei jeder Bewegung des Kniegelenks auftreten. Jede Sehne am Kniegelenk hat Schleimbeutel, die bei Überlastung anschwellen und sich schmerzhaft entzünden können. Meistens tritt eine Bursitis als dumpfer oder stechender Knieschmerz in der Umgebung der Kniescheibe, unterhalb des Kniegelenks, oder an der Innenseite des Knies auf. Die Schleimbeutelentzündung äußert sich meist stechend schmerzhaft und kann die Beweglichkeit reduzieren. Behandeln lässt sie sich durch Schonung, Physiotherapie (Krankengymnastik) und entzündungshemmende Medikamente. Bei chronischer Schleimbeutelentzündung, die mit konservativen Mitteln nicht behandelbar ist, muss der Kniespezialist den entzündeten Schleimbeutel in einer kleinen, minimalinvasiv als Kniearthroskopie durchführbaren Operation absaugen und dadurch entfernen. Anstelle des entzündeten, vernarbten Schleimbeutels wächst dann ein neuer Schleimbeutel nach.

Aufgabe der Schleimbeutel im Knie

Schleimbeutel (Bursa synovialis) sind sehr flache, dämpfende Beutel aus Bindegewebe, die – ähnlich wie Gelenkkapseln – innen mit Synovialhaut ausgekleidet sind.

Sie enthalten eine wässrige Flüssigkeit mit einem hohen Anteil an Hyaluronsäuren, die genau der Zusammensetzung der Gelenkflüssigkeit entspricht. Die mit dünnflüssigem Schleim gefüllten Schleimbeutel sorgen dafür, dass Muskeln, Sehnen, Knochen und Faszien frei und ohne Reibung gegeneinander beweglich sind. Ohne die Schleimbeutel würden wir bei jeder Bewegung viel mehr Reibung, Abnutzung und Entzündungen in den Bewegungsorganen erleiden. Entsprechend schmerzhaft sind die Folgen für die Beweglichkeit, wenn die Funktion der Schleimbeutel durch Entzündung, Verletzung oder Überlastung beeinträchtigt ist.

Welche Schleimbeutel am Knie sind betroffen?

Drei Schleimbeutel am Knie sind besonders häufig von Bursitis betroffen:

  • Schleimbeutel zwischen Kniescheibe und Haut (Bursa praepatellaris):
    Schleimbeutel zwischen Kniescheibe und Haut (Bursa praepatellaris): Dieser Schleimbeutel ist sehr dünn und liegt zwischen der Patella und der Haut. Er sorgt für die freie Verschiebbarkeit der Haut über der Kniescheibe.
  • Schleimbeutel an der Patellasehne:
    Die beiden Schleimbeutel zwischen Patellasehne und Schienbeinknochen (Bursa infrapatellaris): Diese liegen sowohl vor der Patellasehne unter der Haut als auch hinter der Patellasehne zwischen der Sehne und dem Unterschenkelknochen.
  • Pes-anserinus-Bursa ("Gänsefuß-Schleimbeutel" innen im Kniegelenk):
    An der Innenseite des Tibiaplateaus (Schienbeinkopf) sind die Sehnen von drei Muskeln des Oberschenkels verankert. Diesen Ansatzbereich unterhalb des Kniegelenkspalts nennt man "Gänsefuß" (lat: Pes anserinus). Zwischen den Sehnen und dem Tibiaknochen liegt ein Schleimbeutel (Bursa anserina).
    • Schwellung der Kniekehle ist keine Bursitis

      Es gibt Symptome, die leicht mit denen einer Bursitis verwechselt werden können. Dazu gehört die häufig schmerzhafte Schwellung im Kniegelenk: Poplietale Bursitis (Bakerzyste bzw. Poplietalzsyste): Diese Schwellung im Kniegelenk wird meist als Baker-Zyste bezeichnet. Sie ist eigentlich keine Schwellung eines Schleimbeutels, sondern eine Reizung und Schwellung der Gelenkkapsel des Kniegelenks, meist als Symptom eines Meniskusrisses. Die Reizung des Kniegelenks führt zu einer erhöhten Flüssigkeitseinlagerung und Ausstülpung der Gelenkkapsel im Bereich der Kniekehle (Poplitealregion).

      Ursachen der Schleimbeutelentzündung im Kniegelenk

      Die Entzündung des Schleimbeutels ist meist eine Folge von Überlastung, welche unterschiedliche Ursachen haben kann:

      • Arbeiten im Knien, z.B. bei Fliesenlegern oder Pflasterern.
      • Überanstrengung der Muskeln und Sehnen des Kniegelenks beim Joggen oder Radfahren
      • Direkter Schlag auf das Kniegelenk (Trauma) durch Sturz oder Zusammenstoss bei Kontaktsportarten.
      • Bakterielle Infektion eines Schleimbeutels
      • Folgen von entzündlichen Erkrankungen wie Kniearthrose, Rheuma
      • Ablagerung von Harnsäurekristallen wegen Gicht
      • Überlastung im Sport, vor allem bei Läufern

      Am Kniegelenk ist bei Läufern vor allem der Schleimbeutel zwischen der Patellasehne und dem Schienbein von Überlastung betroffen. Man spricht in diesem Fall von Bursitis infrapatellaris. Diese tritt meist bei Sportlern auf.

      Bei häufig im knien arbeitenden Handwerkern ist stattdessen der direkt unter der Haut liegende Schleimbeutel über der Kniescheibe (Patella) betroffen. Man spricht in diesem Fall von Bursitis praepatellaris.

      Vorbeugung von Bursitis

      Schleimbeutelentzündung im Kniegelenk tritt häufig auf. Sie kann aber durch bestimmte Aktivitäten deutlich häufiger auftreten. Hier setzen auch die Möglichkeiten zur Vorbeugung an.

      Dauerhaftes Arbeiten im Knien

      Menschen, die ohne Knieschutz über längere Zeit auf den Knien arbeiten, sind stärker gefährdet. Dazu gehören z.B. Gärtner, Fliesenleger oder Installateure.
      Das Tragen von Knieschonern kann die Druckbelastung auf die Kniescheiben verringern. Wichtig sind auch Pausen: Arbeiten Sie nicht stundenlang durch, sondern strecken Sie Ihre Beine auch mal und gehen einige Schritte umher, um die Belastung zu vermindern. So können sich die Schleimbeutel wieder erholen.

      Kontaktsportarten

      Sportarten die häufiger zu Aufprall auf den Gegner, Stürzen oder Zusammenstößen führen, verursachen recht häufig Schleimbeutelentzündungen am Kniegelenk (Ballsportarten wie Volleyball, Kampfsport, Inlineskating).
      Hier helfen Knieschoner, um die Schleimbeutel des Kniegelenks vor Stoßbelastungen und Prellungen zu schützen.

      Übergewicht

      Hohes Körpergewicht führt zu einer starken Belastung aller Sehnen, Muskeln und des Bindegewebes, auch am Kniegelenk. Daher gilt Übergewicht als Risikofaktor für die Entstehung von Schleimbeutelentzündungen am Kniegelenk.
      Eine gute Gewichtskontrolle kann helfen, Druck von den Kniegelenken zu nehmen.

      Vorsicht bei Kniebeugen

      Vermeiden sie auch das Ausführen zu vieler Kniebeugen unter Belastung: Auch das belastet die Sehnen und Schleimbeutel am Kniegelenk sehr stark und kann zu Bursitis führen.

      Kniearthrose

      Arthrose am Kniegelenk kann eine Schleimbeutelentzündung – meist auf der Innenseite – des Kniegelenks verursachen (Pes anserinus-Bursitis).
      Hilfreich ist eine gute Diagnose: Es ist wichtig, die dadurch ausgelösten Knieschmerzen nicht mit der Arthrose im Knie zu erklären. Sie muss als Bursitis erkannt werden, und entsprechend als Entzündung der Gleitgewebe behandelt werden.

    Symptome der Schleimbeutelentzündung am Knie

    Die Symptome der Schleimbeutelentzündung am Knie äußern sich unterschiedlich, je nachdem welcher Schleimbeutel entzündet ist. Auch die Ursache der Bursitis hat einen Einfluss auf die Symptome.

    Bei einer Bursitis des Kniegelenks ist der entzündete Bereich des Kniegelenks häufig überwärmt und geschwollen. Der geschwollene Schleimbeutel ist bei Druck schmerzhaft empfindlich (Druckschmerzhaftigkeit).

    Schleimbeutelentzündungen können sowohl in Bewegung als auch in Ruhe schmerzen. Die Schmerzen beginnen als dumpfer Knieschmerz vorne oder seitlich am Knie, der sich später zu einem stechenden, auch in Ruhe auftretenden Knieschmerz entwickeln kann.

    Bei einer Bursitis praepatellaris vor der Kniescheibe ist vor allem die Kniescheibe stark angeschwollen, gerötet und entzündet.

    Bei einer Bursitis infrapatellaris hinter der Patellasehne sind die Symptome und die Schwellung weniger ausgeprägt, weil dieser Schleimbeutel nicht direkt unter der Haut liegt. Die Schwellung ist jedoch tastbar und das Strecken des Beines wird stechend schmerzhaft.

    Wann zum Arzt?

    Mit Knieschmerzen müssen Sie nicht immer sofort zum Arzt. Häufig verschwinden Schmerzen durch Schonung, Vermeidung anstrengender Aktivitäten oder durch die Anwendung entzündungshemmender Salben nach einigen Tagen von alleine.

    Wenn das Knie jedoch geschwollen, gerötet oder überwärmt ist, sollten Sie den Arztbesuch nicht hinauszögern.

    Auch Knieschmerzen, die so stark und stechend sind, dass eine Belastung des Kniegelenks gar nicht mehr möglich ist, sollten ärztlich abgeklärt werden.

    Auch mit chronische Knieschmerzen sollten Sie unbedingt zum Arzt. Wenn zu den Knieschmerzen und Schwellungen noch Fieber und Mattigkeit hinzukommen, sollten Sie die Notaufnahme eines Krankenhauses aufsuchen. Dann ist eine bakterielle Entzündung des Schleimbeutels im Knie zu befürchten.

    Was sind die spezifischen Symptome einer behandlungsbedürftigen Bursitis im Kniegelenk?

    • Reibegeräusche, weil die Dämpfung durch den Schleimbeutel die Reibung der Gewebe nicht mehr aufhebt (Kann auch bei Arthrose im Knie auftreten.)
    • Schwellung und Überwärmung durch Flüssigkeitseinlagerung und entzündungsbedingte Erwärmung (Überwärmung ist aber auch Symptom der Kniearthrose oder von Gicht, Rheuma oder Folge von Verletzungen)
    • Rötung über der Kniescheibe als Zeichen der Entzündung
    • Druckschmerzen und starke Empfindlichkeit über oder unter der Kniescheibe.
    • Eingeschränkte Beweglichkeit – vor allem bei Streckung des Beines. Das Streckdefizit kann auch bei Meniskusriss auftreten.
    • Stechende oder dumpfe Knieschmerzen
    • Verminderte Belastbarkeit des Kniegelenks
    • Knieschmerzen in Verbindung mit Fieber als Zeichen einer bakteriellen Infektion.

    Diagnose der Schleimbeutelentzündung

    Schleimbeutelentzündungen am Kniegelenk zeigen häufig ähnliche Symptome wie eine Verletzung oder Kniearthrose. Nur eine sorgfältige Differentialdiagnose kann andere Ursachen der Knieschmerzen ausschließen.

    Klinische Untersuchung: blicken, basten, Gang untersuchen

    Durch die klinische Untersuchung erhält der Arzt meist schon einen sehr guten Eindruck von der Ursache der Knieschmerzen. Dabei führt er folgende Untersuchungen durch:

    • Blickdiagnose und Seitenvergleich beider Kniegelenke
    • Prüfung der Beinachse
    • Prüfung des Gangbildes
    • Tastuntersuchung auf Druckschmerzhaftigkeit und Schmerzlokalisation
    • Abhängigkeit der der Knieschmerzen von bestimmten Bewegungen
    Andere Schmerzursachen wie Kniearthrose, Sehnenrisse (z.B. Kreuzbandriss) und Meniskusriss können häufig nicht eindeutig mithilfe der klinischen Untersuchung ausgeschlossen werden. Vor allem wenn ein Unfall oder Aufprall in der Krankengeschichte (Anamnese) berichtet wird, ist daher eine weitergehende Untersuchung durch Bildgebung erforderlich.

    Bildgebende Untersuchung der Bursitis

    Zum Ausschluss von strukturellen Schäden am Kniegelenk wird häufig die klinische Untersuchung durch apparative, bildgebende Untersuchungen ergänzt. Der Kniespezialist schließt bei der Untersuchung der Bursitis stets auch eine traumatische oder degenerative Verletzung des Kniegelenks oder der Kniescheibe (Patella) aus.

    Folgende bildgebende Verfahren zur Inspektion von Knochen, Knorpeln und Sehnen und zur Prüfung aller Differentialdiagnosen stehen dem Mediziner zur Verfügung:

    • Röntgen: Eine Bursitis kann mit Röntgenbildern nicht direkt gezeigt werden. Mit Röntgenbildern können aber andere mögliche Schmerzursachen wie Frakturen und Veränderungen an den Knochen ausgeschlossen werden. Die Untersuchung des Gelenkspaltes im Kniegelenk kann Hinweise auf Knorpelverlust und Kniearthrose geben.
    • Magnetresonanztomografie: Das MRT ist meist im Zusammenhang mit der Bursitis nicht sinnvoll, weil sie meist schon klinisch sehr gut erkannt wird. Die MRT-Untersuchung zeigt Veränderungen und Verletzungen der Weichteile, Muskeln, Sehnen und Schleimbeutel. Daher kann es im Zweifel die Diagnose bestätigen. Es hilft auch ergänzend, eine Diagnose von Sehnen und Weichteilen durchzuführen.
    • Ultraschall (Sonografie): Die Ultraschalluntersuchung zeigt Muskeln, Sehnen und Bänder. Auch Flüssigkeitseinlagerungen in entzündeten Gelenkkapseln, Sehnenscheiden und Schleimbeuteln kann das Ultraschall direkt darstellen. Daher ist es immer dann sinnvoll, wenn die klinische Untersuchung der Schleimbeutel nicht eindeutig ist oder Befund und Krankengeschichte noch Raum lassen für andere mögliche Ursachen der Knieschmerzen im Bereich der Weichteile.

    Blutuntersuchung bei Verdacht auf bakterielle Infektionen

    Eine Blutuntersuchung kann Rheumafaktoren und Harnsäuregehalt bestimmen und auf diese Weise Rheuma und Gicht als Ursache der akuten Knieschmerzen ausschließen.

    Ansaugen von Flüssigkeit aus dem entzündeten Schleimbeutel

    Wenn der Arzt eine bakterielle Infektion des Schleimbeutels als Ursache der Entzündung vermutet, kann er eine Laboruntersuchung der Flüssigkeit aus dem Inneren der Bursa durchführen. Dabei entnimmt er die Flüssigkeit mithilfe einer Injektionsnadel aus dem Inneren des Schleimbeutels (Aspiration). Bereits eine Farbänderung oder Eintrübung der sonst farblosen Synovialflüssigkeit des Schleimbeutels weist auf eine mögliche bakterielle Infektion hin. Die Laboranalyse kann aus der Probe die Art des Erregers bestimmen, damit eine zielgerichtete Antibiotikabehandlung eingeleitet werden kann. Das Absaugen der eingetrübten Synovialflüssigkeit hat auch einen therapeutischen Nutzen. Die Beschwerden können dadurch zurückgehen.

    Bei einer Entzündung des Schleimbeutels schwillt die Bursa an. Das Kniegelenk - vor allem der Bereich über oder unterhalb der Kniescheibe - wird druckschmerzhaft. Bei einer Entzündung des Schleimbeutels schwillt dieser an. Das Kniegelenk – vor allem der Bereich unterhalb der Kniescheibe – wird druckschmerzhaft. Bei wiederholten Entzündungen kann der betroffene Schleimbeutel vernarben. Häufig ist dann nur noch eine operative Entfernung der Bursa (Schleimbeutel) möglich. Anstelle des vernarbten Schleimbeutels bildet sich nach kurzer Zeit eine neue Bursa zwischen dem Unterschenkelknochen (Tibia) und der Patellasehne. © Henrie @ fotolia

    Medikamentöse Therapie der Schleimbeutelentzündung im Kniegelenk

    Bei Berufstätigen ist häufig eine kurze Krankschreibung von einigen Tagen erforderlich, um die therapeutische Entlastung des entzündeten Schleimbeutels zu ermöglichen. Bei schweren oder chronischen Entzündungen des Schleimbeutels dauert die Arbeitsunfähigkeit entsprechend länger – manchmal über mehrere Wochen. Die je nach beruflicher Belastung erforderliche Ruhigstellung mittels Orthese ist Voraussetzung dafür, dass die Heilung einsetzen kann. Die Dauer der Krankschreibung richtet sich auch nach den Schmerzen: Eine Wiederaufnahme der Belastung ist nicht sinnvoll, solange die Bursitis noch schmerzt.

    Entzündungshemmende Medikamente und Salben

    Schleimbeutelentzündungen bessern sich meist durch Entlastung und Schonung. Die Einnahme von nichtsteroidalen Entzündungshemmern (Ibuprofen, Diclofenac etc.) dient also vor allem der Symptombehandlung. Es ist bei oberflächlich liegenden Schleimbeuteln auch möglich, diese nichtsteroidalen Antirheumatika als Salbe auf die Haut aufzutragen.

    Auch Kühlung – jeweils nicht länger als 20 Minuten – kann den Entzündungsschmerz in den Schleimbeuteln deutlich mildern.

    Therapie bakterieller Infekte durch Antibiotika

    Bakterielle Infektionen der Schleimbeutel werden meist durch Staphylococcus areus verursacht. Bakterielle Brusitis wird üblicherweise mit Antibiotika behandelt. Es ist sehr wichtig, die bakterielle Bursitis möglichst schnell unter Kontrolle zu bekommen: Durch eine bakterielle Sepsis (Blutvergiftung) kann die Infektion sonst auf den gesamten Körper übergreifen.

    Kortison-Injektio in den Schleimbeutel

    In schweren Fällen der Bursitis im Knie, die auf Entzündungshemmer und Entlastung nicht innerhalb von 7–14 Tagen reagieren, kann eine Injektion mit Kortison (entzündungshemmende Steroidhormone) notwendig werden. Die Injektion erfolgt direkt in den entzündeten Schleimbeutel. Danach bildet sich die Entzündung schnell zurück. Die Kortison-Injektion kann jedoch mit Nebenwirkungen einhergehen: Sie belastet und schwächt die umliegenden Bindegewebe, Sehnen und Sehnenscheiden. Zudem kann eine Kortisoninjektion zur Atrophie (Rückbildung) der Haut führen. So setzen wir die Kortison-Injektion bei Schleimbeutelentzündungen nur als letzte Wahl ein, wenn die herkömmlichen Therapien nicht erfolgreich waren.

    Zu den möglichen Nebenwirkungen von Injektionen in die Bursa gehören folgende:

    • Infektion des Einstichkanals
    • Atrophie (Gewebeschwund) des Gewebes um die Injektionsstelle
    • Schmerzreaktion auf die Injektion von Kortison
    • Sehnenrisse

    Bei Verdacht auf bakterielle Infektionen der Bursa ist eine Kortisoninjektion nicht möglich. Auch bei Kortisonbehandlung ist eine ergänzend Behandlung durch Entlastung und Polsterung der betroffenen Bursa erforderlich.

    Physiotherapie und Physikalische Therapie

    Der übliche Weg zur Entlastung und zum Abschwellen des Kniegelenks bei einer Bursitis sind Knieschützer und Orthesen (Stützverbände). Vor allem bei körperlich arbeitenden Menschen gehören diese Maßnahmen zur entlastenden Therapie und Vorbeugung.

    Physiotherapie, biomechanische Stimulation ("Matrix-Therapie") bei Bursitis

    Die biomechanische Stimulation (BMS) mit einer speziellen vibrationsmassage baut Entzündungen im Weichteilgewebe effektiv ab. In die BEnadlung werden alle Muskeln in der Umgebung des Kniegelenks einbezogen. Die Vibration überträgt sich überd en Sehnenzug auf alle Weichteilgewebe und Schleimbeutel.  © www.gelenkreha.de Die biomechanische Stimulation (BMS) mit einer speziellen Vibrationsmassage baut Entzündungen im Weichteilgewebe effektiv ab. Alle Muskeln und Sehnen in der Umgebung des Kniegelenks werden in die Vibrationsbehandlung einbezogen. Die Vibration überträgt sich über den Sehnenzug auf alle Weichteilgewebe und Schleimbeutel und unterstützt effektiv die Ausheilung der Bursitis. © www.gelenkreha.de

    Muskeltraining und physikalische Therapie (Tiefenwärme bzw. wIRA®-Strahlung) können der Bursitis im Kniegelenk entgegenwirken und die Anfälligkeit senken. Vor allem bei einer chronischen Bursitis spielt die Bewegungstherapie eine besonders wichtige Rolle. Sobald durch die medikamentöse Therapie der Schmerz nachlässt, empfehlen wir regelmäßige Bewegungsübungen des Kniegelenks unter Anleitung eines Physiotherapeuten, um den Therapieerfolg zu stabilisieren.

    Neben Entlastung und entzündungshemmender Behandlung haben wir bei entzündlichen Störungen mit einer bestimmten Form der Physiotherapie sehr gute Erfahrungen gemacht: Die Zellbiologische Regulationstherapie (ZRT®-Matrix-Therapie): verbessert in der Region des entzündeten Schleimbeutels durch sanfte, mechanische Schwingungen des Gewebes den Stoffwechsel. Entzündungszeichen und Druckempfindlichkeit der Schleimbeutel bilden sich so meist nach wenigen Behandlungen mit der Matrix-Therapie wieder zurück.

    Operation: Bursektomie bei chronischer Bursitis

    Wann ist die Operation bei Schleimbeutelentzündung unvermeidlich?

    • Chronische oder wiederkehrende Bursitis
    • Beweglichkeitseinschränkung durch Verklebung oder Vernarbung der Bursa
    • Keine Zugänglichkeit der Bursa für die Behandlung durch Absaugen (Aspiration)
    • Mutmaßliche Infektion benachbarter Strukturen

    Eine operative Entfernung des Schleimbeutels (Bursektomie) ist meist unvermeidlich bei der Therapie der chronischen und immer wiederkehrenden Bursitis. Vor der Operation versucht man immer zunächst durch eine Drainage der Bursa (Schleimbeutel) zu therapieren. Dabei wird das Innere der Bursa vollständig mithilfe einer Nadel abgesaugt. Bei der Operation entfernt der Arzt den entzündeten Schleimbeutel am Kniegelenk durch einen minimalinvasiven Eingriff.

    Anstelle des entfernten Schleimbeutels wächst ein neuer, narbenfreier und entzündungsfreier Schleimbeutel nach.

    Quellen / Literaturverzeichnis zur Bursitis im Knie

Eigene Bewertung: 
Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (2 Stimmen)
Folgen Sie der Gelenk-Klinik auf Facebook oder Twitter

Wählen Sie ein Gelenk

Für eine medizinische Fragestellung - Coxarthrose, Arthrose, Gonarthrose, Sprungelenksarthrose, Hüftprothese, Hüftgelenks-TEP, Karpaltunnel-Syndrom, Facettengelenksarthrose etc klicken Sie auf ein Gelenk der orthopädischen Abbildung oben: Sie gelangen dann zu allen wichtigen Informationen Schulter, Sehnenverkalkung, Frozen Shoulder, Auskugelungen, Schultergelenks-Arthrose, Omarthrose, Schleimbeutel, Rotatorenmanschette Taube Hände, Karpaltunnelsyndrom, Medianus Neurolyse minimalinvasiv durchführen Huefte, Coxarthrose, Cox-Arthrose, Hueft-TEP, künstliches Hüftgelenk, Hüftprothese, Hüftschmerzen, Hüftnekrose, Ellenbogen-Gelenk Handgelenk: taube Hände und das Karpaltunnelsyndrom, Medianus Neurolyse minimalinvasiv durchführen knie Haglundferse, Fersensporn, Morton Neurom, Metatarsalgie,  Fuss, Zehen, Hallux Valgus, Hallux Rigidus, Schiefe Zehen, Hammerzehe, Krallenzehe, Korrektur Sprunggelenk, Sprunggelenksprothese, Knöchel, Fussgelenk, Sprunggelenk-Arthrose, Sprunggelenk-Prothese, Sprungelenksarthroskopie, Knorpeltransplantation, Chondrozytentransplantation Wirbelsäule, Bandscheibe, Lendenwirbelsäule, Halswirbelsäule, Bandscheibenvorfall, Rückenschmerzen

MVZ Gelenk-Klinik

Informationen zu Untersuchung und stationärem Aufenthalt in der orthopädischen Gelenk Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum (EPZ) und Zentrum für Sprung- und Fußgelenk (ZFS)

Spezialisierung:

  • Orthopädie
  • Arthrosetherapie
  • Unfallchirurgie
  • Endoprothesen
  • Neurochirurgie
  • Rehabilitative Medizin

Tel: (0761) 55 77 58 0

praxis@gelenk-doktor.de

Virtueller Rundgang

360° Virtueller Rundgang: Ansicht der Ambulanz