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RSI ("Repetitive Strain Injury")-Syndrom: Einseitige Dauer-Belastung führt häufig zu chronischen Schmerzen

Themen zu RSI-Syndrom ("Repetitive Strain Injury")

  1. Was ist RSI? Definition und Abgrenzung des RSI-Syndroms
  2. Krankheitsmechanismen: Wie entsteht RSI?
  3. Symptome von RSI: Wie macht sich RSI bemerkbar?
  4. RSI und Sehnenentzündungen
  5. RSI und Sehnenscheidenentzündungen (Tendovaginitis)
  6. RSI und Nerveneinklemmungen (Nervenkompressionen)
  7. Prävention des RSI-Syndroms durch ergonomische Arbeit

Literatur zum RSI-Syndrom

Karpaltunnel Syndrom Medianus Neurolyse Taubheit in der Hand Jede regelmässige Überanstrengung oder einseitige Belastung der Muskulatur kann zu RSI führen. © istockphoto.com

1. Was ist RSI? Definition und Abgrenzung des RSI-Syndroms

Millionen von Büroarbeitern sitzen täglich am Computer. Weit mehr gehen an Fließband oder in der Produktion ebenfalls körperlich mehr beanspruchenden, aber ebenfalls sehr einseitigen Tätigkeiten nach. Die gesundheitlichen Folgen - dauerhafte Schmerzustände an Schulter, Rücken, Unterarm und Wirbelsäule - geraten immer stärker in den Blickpunkt der orthopädischen Forschung. Vor allem für Hand, Handgelenk und Unterarm können auch deutliche Zusammenhänge zwischen der Dauer der täglichen Computerarbeit im Büro und der Häufigkeit von Schmerzzuständen gefunden werden. Bei Mitarbeitern aus den Bereichen Dateneingabe oder Computerarbeit fand die Landesanstalt für Arbeitsschutz (NRW) bei einer repräsentativen Studie ein vielfach erhöhtes RSI-Risiko. Computerarbeiter waren nur selten völlig beschwerdefrei.

Was sind die Symptome der RSI?

Symptome der RSI

  • Ellenbogenschmerzen (Tennisarm, Mausarm)
  • Sensibilitätsstörungen (Kribbeln, taubes Gefühl)
  • Steife Finger und Handgelenke
  • Koordinationsprobleme an den Händen
  • Kopfschmerz und Nackenschmerzen
  • Schmerzhafte Schwellungen der Fingergelenke

Wenn sie langdauernde stechende oder ziehende Schmerzen im Ellenbogen haben, finden sie bereits das häufigste Symptom der RSI Erkrankung bei sich vor: den sogenannten Tennisarm oder Mausarm. Oft erleiden RSI Patienten auch nur Sensibilitätsstörungen Taubheit, Kribbeln in den Finngern und Handgelenken. Ebenso können Kältegefühle in Hand und Unterarm auftreten. Die Finger sind oft steif und schmerzend, doch hat das bei RSI Patienten nichts mit Fingerarthrose oder Gelenkserkrankungen zu tun. Die Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen können sich bis hin zu Koordinationsstörungen der Finger weiterentwickeln. Die Gelenke des Armes (Schultergelenk und Ellenbogen) und der Finger können bei RSI Patienten sogar schmerzhaft und geschwollen sein. Dazu gesellen sich häufig Nackenschmerzen und Kopfschmerzen.

Medizinische Definition des RSI-Syndroms

RSI aus der Sicht der Zellbiologischen Regulationstherapie

Dr Bernhard Dickreiter Dr. Bernhard Dickreiter

Anhaltende schmerzhafte Beschwerden deuten häufig auf Störungen der physiologischen Prozesse, die ihren Ursprung in einer Veränderung der Muskulatur (z.B. Verspannungen) haben. Die im Alltag möglichen Ursachen der muskulären Verspannungen sind vielfältig. Sowohl Überlastungen, als auch leichte, monotone, langandauernde, aber repetitive Tätigkeiten mit starker Beteiligung der Feinmotorik (z. B. Computerarbeiten) und auch lange Ruhigstellungen führen zu schmerzhaften Prozessstörungen in den betroffenen Muskeln, Sehnen, Gelenkskapseln usw.

Die therapeutische Vorgehensweise aus zellbiologischer Sicht ist demnach die muskuläre Eigenschwingung wieder zu normalisieren, die Mikrozirkulation in Gang zu bringen und die lokalen Übersäuerungen über die venöse und lymphatische Kapillare abzuleiten und dadurch die Zellumgebung zu reinigen.

Dies wird bei der zellbiologischen Regulationstherapie durchgeführt. Ihr Therapieziel entspricht gewissermaßen einer Reinigung des Zellzwischenraumes (extrazelluläre Matrix) mit einem Anstoßen der körpereigenen Prozesse in den betroffenen Gebieten. Somit handelt es sich bei der ZRT um einen ursächlichen Therapieansatz, der bei RSI die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert.

Weiterlesen zur Zellbiologschen Regulationstherapie

In der Medizin werden die Beschwerden des RSI Syndroms (= Repetitive Stress Injury) von den "Cumulative Trauma Disorders" ("CTD") abgegrenzt. Bei RSI finden sich zwar ebenfalls Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, die chronisch über Monate oder Jahre andauern können: anatomische Veränderungen sind aber nicht feststellbar. Damit ist auch die Frage nach einer einheitlichen Verursachung der vielgestaltigen RSI-Beschwerden nicht eindeutig zu beantworten.

In der öffentlichen Diskussion wird diese Unterscheidung zwischen RSI und CTD oft nicht genau eingehalten: beide Phänomene werden meist unter dem Oberbegriff RSI-Syndrom diskutiert.

Neben der Gestaltung des Arbeitsplatzes, Art der Tätigkeit und spezifischen Belastungen in Büro oder am Fließband können bei der Untersuchung von RSI Patienten auch psychische und soziale Faktoren wie Arbeitszufriedenheit und Stress am Arbeitsplatz ermittelt werden.

An der Entstehung des RSI-Syndroms ist immer eine langdauernde, sich wiederholende Bewegungen in einer fixen Körperhaltung beteiligt.

Die repetitive Tätigkeit - meist Arbeit oder ein Computerspiel (der sog. "Nintendodaumen") - ist stets der Hauptversursacher des RSI-Syndroms.

Bei den ebenfalls durch Überlastung verursachten "Cumulative Trauma Disorders" - wie dem Karpaltunnelsyndrom oder Sehnenscheidenentzündungen finden sich deutliche anatomische Veränderungen, die bei Untersuchungen nachweisbar sind.

Während in den Niederlanden RSI- Erkrankungen als Berufskrankheiten anerkannt sind und von Versicherern, Berufsgenossenschaften und in der Medizin koordinierte Hilfsangebote gemacht werden, ist Deutschland arbeitsrechtlich und medizinisch bislang eine "RSI-freie Zone" geblieben. RSI-Hilfe in Deutschland bleibt der Privatinitiative einzelner Betroffener und Ärzte überlassen.

2. Wer bekommt RSI? Was verursacht RSI?

Wichtige Begriffe und Synonyme

Karpaltunnel, Karpaltunnelsyndrom, Karpal-Tunnel, CTS, Nervus Medianus, Medianus-Neurolyse, Bursitis, Neurolyse, RSI-Syndrom, Repetitive Strain Injury, Ergonomie, ergonomischer Arbeitsplatz, Ergonomische Computermaus, Tendopathie, Tendovaginitis, Cumulative Trauma Disorder, CTD, Epicondylitis, Mausarm, Tennisellenbogen

Zu der ersten Verursacher-Gruppe der RSI-Syndroms gehören Sport und schwere Arbeit. In beiden Fällen können Überbeanspruchung, Vibration, fehlende Erholungspausen und Übertraining oder Überarbeitung zu einer dauerhaften schmerzhaften Einschränkung der Beweglichkeit der wichtigsten Gelenke führen.

Die zweite Gruppe der RSI-Verursacher ist weniger offenkundig: Es ist die Gruppe der zwar leichten, aber oft hochmonotonen, über Stunden pausenlos - oft unter Stress - ausgeführten Bewegung beim Tippen und der Bedienung des Mauszeigers. Auch diese scheinbar "leichte "Tätigkeit kann erhebliche gesundheitliche Auswirkungen haben.

RSI ist nicht die Schuld des Betroffenen

Bei der Ursachen-Klärung der oft vielgestaltigen RSI-Phänomene mit langwierigen Verläufen sollten sie nie vergessen, dass die monotone Arbeitsbelastung die RSI Schmerzen verursachen. Gerade motivierte und zielstrebige Mitarbeiter sind davon betroffen.

Untersuchungen konnten zeigen, dass häufig wiederholte Bewegungen zu mikroskopischen Verletzungen (Läsionen) in aktiv und passiv bewegtem Gewebe führen können. Während diese Verletzungen nur über Tage und Wochen ausheilen, dauern berufliche Arbeitsunterbrechungen aber in der Regel nur wenige Stunden oder Tage. Die Verletzungen sammeln sich also über längere Zeit. Die körpereigenen Reparaturprozesse können nicht mehr greifen. Daraus resultierende Schmerzen, Taubheit und Kraftverlust bilden einen natürlichen Schutzmechanismus gegen weitere Verletzungen.

Dieser Effekt wird als Cumulative Trauma Load Tolerance -Modell (CTLT) bezeichnet. Diese kumulative Modell beschreibt Wirkungen hochrepetitiver Tätigkeiten auf Muskeln, Nerven, Bindegeweben, Schleimbeutel, Sehnen und Gelenke: für all diese Gewebe können spezfische RSI-verursachende Mechanismen beschrieben werden, die zu Tendopathien (Sehnen), Myalgien (Muskeln), Nervenkompresionen oder Gelenksschmerzen führen.

"Mausarm": Benutzung der Computermaus im Brennpunkt der RSI-Forschung
Karpaltunnel Syndrom RSI, Computerarbeit © Istockphoto.com

RSI kann vor allem auf die Benutzung der Maus zurückgeführt werden. Jede regelmässige Überanstrengung oder einseitige Belastung der Muskulatur ist schädlich. Das schmerzhafte RSI-Syndrom des Handgelenks und des Unterarms und Ellenbogens kann vor allem auf die Benutzung der Maus zurückgeführt werden. Jede regelmäßige Überanstrengung oder einseitige Belastung der Muskulatur ist schädlich. Doch von allen Teilbereichen der Computernutzung - Tastaturgebrauch, Mausgebrauch, sitzende Tätigkeit am Monitor- konnte der Mausgebrauch am deutlichsten mit steigender RSI Gefahr in Verbindung gebracht werden.

Studie zur besonderen Rolle der Computermaus bei RSI

Anders als in den angelsächsischen Ländern, sind in Deutschland die oft vielgestaltigen, aber einschneidenden und schmerzhaften gesundheitlichen Folgen des Repetitive Strain Injury (kurz: RSI) noch nicht als Berufskrankheit anerkannt.

3. Krankheitsmechanismen: Wie entsteht RSI?

Karpaltunnel Syndrom RSI, Computerarbeit © Istockphoto.com

Entstehung von RSI

Typisch für Computerarbeit: angespanntes Multi-Tasking. Unter Zeitdruck und Anspannung werden viele Dinge gleichzeitig erledigt.

Warum entsteht RSI bei der Computerarbeit vor allem im Unterarm? Eine mögliche Antwort gibt die Messung der Muskelaktivität durch EMG - der "elektromyografischen" Messung während der Arbeit.

Schwedische Forscher konnten für die Muskeln des Unterarms eine pausenlose elektrische Aktivierung zeigen. Muskeln des Rückens und der Schulter waren ebenfalls beteiligt, jedoch nicht pausenlos angespannt.

Diese physiologische Überaktivierung kann zu einer biochemischen Dauer-Erschöpfung des Unterarms, seiner Muskeln und Sehnen führen, die zur Krankheitsentstehung bei RSI beiträgt.

Diese EMG Messung der Muskelaktivität während der Arbeit gehört nicht zum normalen Umfang der MEdizinischen Untersuchung der RSI-Erkrankung durch den Örthpäden, sondern wurde nur für die Zwecke der Grundlagenforschung durchgeführt.

Bei einer gründlichen Untersuchung der RSI-Beschwerden führt der Orthopäde diese EMG Messung in Ruhezustand durch. Bei den sehr chronischen RSI-Verläufen kann er die Veränderungen in der Muskelaktivität der RSI-Patienten auch im Ruhezustand feststellen.


RSI und pyhsiologischer Dauerstress

RSI kann sich in den unterschiedlichen Gelenken auf sehr vielfältige Weise entwickeln. Die genauen Ursachen dieser sich oft über Monate hinziehenden schmerzhaften Bewegungseinschränkungen werden in der medizinischen Forschung noch kontrovers diskutiert.

Entstehung des RSI-Syndroms - kurz und bündig

Der menschliche Körper, Muskeln, Weichteile, Sehnen und das Skelett passen sich über Jahre an immer wiederkehrende Körperhaltungen und Bewegungsabläufe an. Diese Anpassung geschieht durch Haltungsänderungen, Muskel- und Sehnenverkürzung sowie die Anpassung von Bindegewebe, Sehnenscheiden und Schleimbeuteln.

Diese über Jahre erworbenen Anpassungen verändern jedoch die Funktion des Nervensystem (etwa durch Kompression), die Blutversorgung und Regenerationsfähigkeit (etwa durch erhöhte Muskelspannung). Die erlernte Anpassung des Körpers an die Arbeit schädigt daher auf die Dauer das Nervensystem, das diese Anpassungsfähigkeit nicht besitzt.

Die geschädigte Nervenfunktion kann nun zahlreiche Folgen haben, an denen man - im Spätstadium - die RSI-Erkrankung erkennt: Schmerzen, Taubheit, Koordinationsstörungen, Muskeldegeneration und Kraftverlust.

3. Symptome von RSI: Wie macht sich RSI bemerkbar?

Bei den ersten Anzeichen von RSI sollten Sie handeln - bevor Sie chronische Schmerzzustände erleiden. Je länger die RSI-Schmerzen andauern, um so langwieriger ist die Therapie. Deshalb ist es für die Betroffenen wichtig, die ersten Symptome von RSI richtig zu deuten

  • Wenn Sie Muskelschmerzen in Unterarm, Schulter oder Nacken haben
  • Wenn Sie Gelenkschmerzen im Handgelenk oder Ellenbogen haben
  • Bei Gefühlsstörungen - Kribbeln oder Taubheit - in Fingern, Hand oder Unteram
  • Verspannungen im Schulter oder Nackenbereich
  • Kraftverlust oder Muskelkrämpfe im Unteram

4. RSI und Sehnenentzündungen

Der erste Typ der RSI-Erkrankungen ist die Sehnenentzündung (Tendinitis). Sehnenentzündungen werden vermutlich durch immer wiederkehrende Überlastungsverletzungen verursacht. Sie führen zu mikroskopischen Faserbrüchen im Sehnengewebe, denen bei Überarbeitung oder Übertraining keine Zeit mehr zum Ausheilen gegeben wird. Über einen längeren Zeitraum wird die Sehne weniger elastisch und verliert Stabilität. Schließlich kann die Sehne brüchig werden und abreißen. Ein bekannter Vertreter dieser degenerativen Sehnenerkrankung ist Achillodynie mit nachfolgendem Achillessehnenriss (Achillessehnenruptur). Die Untergruppe der Sehnenentzündung am Achillessehnenansatz (Ansatztendopathien), sowie der Haglund-Ferse ist charakteristisch für das RSI-Modell. Auch Formen der Plantarsehnenentzündung gehören in diese Gruppe.

5. RSI und Sehnenscheidenentzündungen (Tendovaginitis)

Die zweite Gruppe der Erkrankungen die mit dem RSI einhergehen können sie die Sehnenscheidenentzündungen (Bursitis Synovialis). Schleimbeutel umgeben Sehnen und bewegliche Teile von Gelenken. Sie sorgen für die reibungsarme Beweglichkeit. Durch Verletzungen, aber auch durch Infektionen und durch Dauerreizung können Schleimbeutel entzünden. Entzündete Schleimbeutel machen sich durch Rötung, Schmerzen, Flüssigkeitsansammlung (Ödeme) und letztlich durch stark verminderte Beweglichkeit des betroffenen Gelenks bemerkbar. Vor allem im Bereich der Kniescheibe, des Ellenbogens und im Schulterbereich (Rotatorenmanschette) sind die Schleimbeutel oft für chronische Schmerzen und Bewegungeinschränkungen verantwortlich.

6. RSI und Nerveneinklemmungen (Nervenkompressionen)

Degeneration der Nerven nach Durchblutungsstörungen

Der Orthopäde misst die Leitungsgeschwindigkeit im Medianus-Nerven (Handnerv). Anhand der Verlangsamung kann der Krankheitsprozess des Karpaltunnelsyndroms zuverlässig festgestellt werden. © Istockphoto.com

Die Schädigung des Nerven beginnt in der Regel mit Flüssigkeitsansammlungen um das Nervengewebe (Ödeme). Daduch erhöht sich der Druck des Bindegewebes auf die Nerven. Die Durchblutung des Handnerven und Stoffwechselaktivität sinkten. Die Isolierung des nerven wird vorübergehend - oder im schlimmsten Falle - dauerhaft abgebaut.

Nerven degenerieren und verlieren ihre Leitfähigkeit. Das wird messbar durch Messung der Nervenleitgeschwindigkeit. Die vom Karpaltunnelsyndrom bekannten Symptome Taubheit, Kraftverlust und Steifheit sind die Folge.

Der Orthopäde misst die Leitungsgeschwindigkeit im Medianus-Nerven (Handnerv). Anhand der Verlangsamung kann der Krankheitsprozess des Karpaltunnelsyndroms zuverlässig festgestellt werden.

Literatur

Als dritte Gruppe gehören die Nerveneinklemmungen, die Neuropathien zu den RSI-verursachten Erkrankungsmechanismen. Nerveneinklemmungen stören die Reizleitung des betroffenen Nervs und führen zu Taubheit, Gefühlsverlust und letztlich auch Rückbildung der Muskulatur und Kraftverlust. Wenn die eingeklemmten Nerven sich entzünden, können Sie auch direkt schmerzhaft werden.

Zu den wichtigen diagnostischen Verfahren bei Nerveneinklemmungen gehört die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit. Ein prominentes Beispiel für eine Nerveneinklemmung im Zusammenhang des RSI ist das Karpaltunnelsyndrom als Einkemmung des Mittelhandnerven im Karpaltunnel des Handgelenks. Eine weitere Neuropathie nach diesem Muster findet sich im Fuß als Morton Neurom. Auch die Erkrankung des Nervus Ulnaris, der durch den Ellenbogen verläuft, wird häufig im Zusammenhang mit RSI-Syndrom gesehen.

Nerveneinklemmungen können oft erfolgreich operiert werden: die Erweiterung der umliegenden Bindegewebe reduziert den schädlichen Druck auf den Nerv (Neurolyse)

Praktische Vorgehensweise bei der Behandlung der RSI mit Zellbiologischer Regulationstherapie

Matrix-therapie Schulter Durch Schwingungseintrag in die Muskulatur der Umgebung des Schmerzenden Gelenks wird die Selbstreinigung der extrazellulären Matrix der unterversorgten und verkrampften Gewebe unterstützt. © Dr Bernhard Dickreiter

Das Ziel dieser grundlegenden Behandlungsmethode ist die biomechanische Reinigung der Zellumgebung in schmerzhaften oder entzündlich veränderten Geweben. Bei diesem Verfahren wird mit einer sanften von außen applizierten Schwingung der Muskeleigenrhythmus wieder eingekoppelt, die Mikrozirkulation um die Zellen wird in Gang gebracht und die Stoffwechselvorgänge auf Zellebene werden normalisiert.

Bei der RSI behandelt der Physiotherapeut zunächst die Schulter-Nacken-Muskulatur mit einem Schwingungsapplikator. Dadurch soll als erstes der venöse und lymphatische Abfluss aus dem schmerzhaften Arm aktiviert werden. Anschließend werden der Oberarm, dann der Unterarm und die Hand in die Therapie mit einbezogen.

Matrix-therapie durch Tiefenwärme Einwirkung von Tiefenwärme auf Gewebe, das an RIS erkrankt ist, fördert den Zellstoffwechsel und Regeneration von durch Überlastung von unterversorgten und deregulierten Geweben. Wassergefiltertes Infrarot hat sich in der Zellbiologischen Regulations Therapie als besonders wirksam gegen Gewebsverhärtung, Verspannungen und Störungen des Stoffwechsels erwiesen. © Dr. Bernhard Dickreiter

Die Behandlung muss als angenehm und ohne zusätzliche Schmerzen empfunden werden. Die Behandlung dauert ca. 30 Minuten. Nach bisherigen Erfahrungen werden durchschnittlich etwa 6 Behandlungen benötigt, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Die Therapiesitzungen werden im Abstand von 2 bis 3 Tagen durchgeführt.

Einwirkung durch Tiefenwärme mit wassergefiltertem Infrarot-A ergänzt die Therapie. Zusätzlich werden weitere Maßnahmen der Zellbiologischen Regulationstherapie wie z.B. Basen-Wickel, Basen-Bäder usw. durchgeführt. Entsprechende Verhaltensregeln für den häuslichen Alltag wie Ernährung, Bewegung und Übungen werden erörtert.

Hier weiterlesen zu den Grundlagen der Zellbiologischen Regulationstherapie

7. Prävention des RSI-Syndroms durch ergonomische Arbeit

Zur Prävention der Repetitive Strain Injury am Büroarbeitsplatz sind ergonomische Tastaturen und ergonomische Computermäuse wichtig, aber sicher nicht ausreichend.

Ganz entscheidend sind regelmässige Pausen: 10 Minuten in jeder Stunde werden emfohlen. Dehnungsübungen von Handgelenk, Fingern, Schultergelenk und Nacken sind entscheidend für die Gesunderhaltung am Computerarbeitsplatz. Nur wenn der Körper den natürlichen Bewegungsspielraum zumindest gelegentlich voll ausschöpft, anstatt über Stunden mit eingeschränktem Bewegungsradius und monotoner Tätigkeit zuzubringen, kann der Bewegungsapparat gesund bleiben. Das ist eine wichtige Verantwortung jedes Arbeitgebers - aber auch jedes einzelnen Computerarbeiters.

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Autor

Facharzt für Rehabilitation, Innere Medizin und Natur-Heilkunde in Freiburg Dr. med. Bernhard Dickreiter
Facharzt für Rehabilitative Medizin, Naturheilkunde

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