Orthopädische Gelenk-Klinik

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Transkutane Elektrische Nerven Stimulation (TENS) und die Behandlung von Arthroseschmerzen und Gelenkschmerzen

Literatur zu TENS

Transkutane Elektro Nerven Stimulation Gerät für Transkutane Elektrische Nerven Stimulation: Die Elektroden werden oberflächlich auf die Haut geklebt. Die Stromstärken und Impulse werden von dem TENS-Steuerungsgerät überwacht. © Wikipedia

TENS ist kurz für “Transkutane Elektrische Nerven Stimulation”. Bei der TENS werden zu therapeutischen Zwecken elektrische Strömungen über auf die Haut oberflächlich aufgeklebte Elektroden verabreicht. TENS ist also ein Verfahren aus der Elektromedizin oder physikalischen Therapie, das seit den 70 Jahren breit angewendet wird.

TENS hat ein breites Spektrum an Anwendungen: Besonders die Bereiche der Schmerztherapie (Analgesie) und der Muskelstimulation sind dabei hervorzuheben. Die schmerzstillende Wirkung der TENS wird mit der sogenannten “Gate Control Theorie” erklärt: Die Schwelle zur Schmerzwahrnehmung im Patienten wird durch systematische elektrische Überreizung der schmerzleitenden Nerven heraufgesetzt.

Im engeren Sinne bezeichnet TENS eine ganz bestimmte Art der elektrotherapeutischen Stromeinwirkung. Dabei werden abwechselnd Wechselstromimpulse in niedrigen und hohen Frequenzen verabreicht. Man spricht von sogenannten Rechtecksimpulsen, weil die Frequenzphasen dabei abwechseln. Die Anwendung ist nicht schmerzhaft, kann aber ein leichtes Kribbeln verursachen. Patienten, die mit TENS behandelt werden, erleben meist eine fühlbare Verminderung Ihrer Schmerzen.

Bei welchen Schmerzen wird TENS eingesetzt?

Der Orthopäde unterscheidet im wesentlichen zwei Arten von Schmerzen: Akute Schmerzen und chronische Schmerzen. Akute Schmerzen sind als biologisches Warnsignal eigentlich sehr hilfreich: denn sie weisen auf einen entstehenden oder gerade entstandenen Strukturschaden oder eine Verletzung hin. Damit hat akuter Schmerz eine biologisch wichtige Schutzfunktion für den Patienten. Chronische Schmerzen hingegen haben sich im Schmerzgedächtnis verselbständigt. Chronische Schmerzen sind oft vom Körper erlernte Schmerzzustände, die länger als drei Monate dauern. TENS kommt bei beiden Schmerzformen zum Einsatz.

  • posttraumatischen Schmerzen
  • Karzinomschmerzen
  • Neuralgien
  • Ischialgien
  • cervikal bedingten Kopfschmerzen
  • Durchblutungsstörungen
  • Chronischen Schmerzen

Wie wird TENS zur Therapie von Schmerzen angewendet?

In der Regel fängt der Patient mit 20 bis 30 Minuten TENS Einwirkung an, gewöhnlich 3 bis 4 Mal am Tag. Je nach individueller Situation, bzw. Verträglichkeit wird die Anwendungsfrequenz und Anwendungsdauer bis hin zu 5 - 6 mal 1 Stunde pro Tag gesteigert. Eine so starke Anwendung kann jedoch dann auch Nebenwirkungen auf das betreffende Gewebe haben. Verhärtung und Versteifung des Gewebes kann die Folge sein.

Die Geräte sind mittlerweile frei käuflich. TENS-Geräte werden jedoch in der Regel vom Arzt empfohlen, bzw. verordnet. Bei entsprechenden Indikationen wird zumindestens eine Ausleihgebühr von der Krankenkasse übernommen.

TENS-Geräte und Muskeltraining (Elektrische Muskelstimulation)

TENS-und EMS-Geräte werden von vielen Herstellern preiswert und frei verkäuflich angeboten. EMS steht hier für elektronische Muskelstimulation. Aus sportmedizinischer Sicht ist die elektrische Beeinflussung der Muskelaktivität durch transkutane Elektrizität zumindest nur eingeschränkt zu empfehlen. Der natürliche Regelkreis der Muskelsteuerung, der ausgeht vom Gehirn, und die neuromuskuläre Koordination der Reizbildung mit einschließt, wird durch das TENS oder EMS Gerät übersprungen. Natürliche Lernprozesse und die mit natürlicher Bewegung einhergehende motorische Koordination wird unterdrückt, wenn die Muskeln unter EMS autonom zucken.

Was ist die Rolle von TENS in der Schmerztherapie?

Durch elektrische Flutung der Schmerzfühler in und unterhalb der Haut (sogenannte Nozizeptoren) werden diese in Ihrer Aktivität herunterreguliert. TENS Ströme fördern auch die Ausschüttung von körpereigenen Stoffen zur Schmerzhemmung im Gehirn: den sogenannten “Endogenen Morphinen” oder “Endorphinen”. Die Schmerzwahrnehmung des Patienten nimmt also im Verlauf der TENS Behandlung nachhaltig ab. Daher ist eine TENS Behandlung bei Strukturschäden wie Hüftarthrose oder Hüfteinklemmungen (Impingements), aber auch bei Schleimbeutelentzündungen (Bursitis) eine gute Ergänzung zur klassischen Schmerztherapie mit Medikamenten (zb. Ibuprofen).

Elektrotherapie mit TENS kann die Schmerzmittelgabe bei Arthroseschmerzen stark absenken oder gar völlig ersetzen. Besonders bei Schmerzmittelunverträglichkeit - so bei den weit verbreiteten gastrointestinalen Beschwerden in Verbindung mit nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) - kann TENS dem unter Medikamenten Nebenwirkungen leidenden Patienten eine gute Alternative in der Schmerzbekämpfung bieten. Spezifische Nebenwirkungen von Ibuprofen - vor allem Magen-Darm Reizungen - werden durch TENS Behandlung vermieden.

Was ist die Rolle von TENS in der Therapie von Arthrose, Impingement und Strukturschäden?

Schmerzen - auch Hüftschmerzen - die auf Strukturschäden beruhen, bedürfen auch einer ursächlichen Therapie. Knochenabrieb bei Arthrose sowie Knorpelabbau und Impingenement (Gelenkseinklemmungen). Hier kann auch eine TENS-Therapie wenig beitragen, wenn die Therapie die eigentlichen Ursachen beseitigen soll. Vielmehr muss der Orthopäde bei Schäden durch Arthroskopie, Knorpelregeneration oder Prothetik die Beweglichkeit und Gleitfähigkeit der Gelenke wieder herstellen.

Gegenanzeigen, Nebenwirkungen und Einschränkungen der TENS Anwendung

Bei nachhaltiger Anwendung kann die bei TENS angewendete Stromstärke sogar die Vitalität und Regenerationsfähigkeit der Gewebe herabsetzen. Bei molekularbiologischen Untersuchungen von Geweben die mit TENS behandelt wurden fanden Wissenschaftler eine Reduzierung des Zellstoffwechsels, des zellulären Energiebildung (ATP-Synthese) und der Proteinsysnthese. Die natürliche Regenerationsfähigkeit von strukturell geschädigtem Gewebe nimmt also durch TENS Behandlung etwas ab.

Die Schmerztherapie durch TENS ist also nicht ganz frei von unerwünschten Nebenwirkungen und muß - ebenso wie die medikamentöse Schmerztherapie - genau erwogen werden. Eine dauerhafte TENS Behandlung darf eine kausale Klärung von Schmerzursachen nicht ersetzen. Vielmehr kann es lediglich den Spielraum schaffen, um mit Physiotherapie oder operativen Methoden Funktion und Struktur des Hüftgelenks und der an der Hüftfunktion beteiligten Gewebe (Sehnen, Muskeln, Schleimbeutel) wieder herzustellen.

Langfristig kann TENS Behandlung auch zu Verspannung und Verhärtung des Gewebes und der Muskulatur führen. TENS sollte also nur unter Aufsicht des Arztes durchgeführt werden. Als reines Wellness Gerät für den Freizeitbereich ist ein TENS Reizstromgerät daher nicht zu empfehlen. Eine absolute Gegenanzeige für die TENS Behandlung besteht für Menschen mit Herzschrittmachern.

Rolle der Elektrotherapie bei der Gewebsregeneration

Es gibt aber auch für die Regeneration, also der Heilung von beschädigten Geweben, einen elektromedizinischen Ansatz: Mikroströme. Bei der Mikrostromtherapie wird mit Stromstärken gearbeitet, die bei einem Tausendstel der Stromstärke liegen, die bei der TENS- Schmerztherapie verwendet werden. Damit liegt die Intensität der Mikroströme im Bereich der natürlichen Wund- und Heilströme. Auch die Mikrostromtherapie wird über Hautelektroden an die regenerationsbedürftigen Gewebe verabreicht.

Diese Stromstärken sind zu schwach, um direkt auf Schmerzwahrnehmung im Nervensystem zu wirken. Sie wirken also nicht direkt schmerzstillend (analgetisch). Sie stärken aber direkt die biologische Funktion der Zellmatrix und den Stoffwechsel jeder einzelnen Zelle in dem Zellverband. Daher kann die Mikrostromtherapie auch die Regeneration fördern. Bei entzündlichen Prozessen, zum Beispiel bei Schleimbeutelentzündungen der Hüfte oder Nerveinklemmungen, ebenso wie bei RSI Syndromen durch hochrepetitive Bewegungen an vielen Arbeitsplätzen (Repetitive Strain Injury) kann eine Mikrostromtherapie auch langwierige degenerative Prozesse wieder umkehren.

Mikrostromtherapiegeräte gibt es noch nicht frei verkäuflich: Sie sind in Koffergröße auch nicht leicht tragbar und kommen nur in Kliniken und Arztpaxen zur Anwendung.

Mikroströme können so auch schmerzstillend wirken: aber über den Abbau von strukturellen Schmerzursachen durch Regeneration, nicht über die direkte schmerzstillende (analgetische) Wirkung auf das Nervensystem, das die klassische TENS Anwendung auszeichnet.

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