Orthopädische Gelenk-Klinik

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Schulterschmerzen, Schulterarthrose, Schulterimpingement

Schulterschmerzen: Verletzung, Entzündung oder Arthrose der Schulter?

Inhalte zu Schulterschmerzen

  1. Was sind typische Schulterschmerzen?
  2. Anatomie und Funktion der Schulter
  3. Vorbeugung Schulterschmerzen
  4. Medikamente gegen Schulterschmerzen
  5. Wann zum Arzt mit Schulterschmerzen?
  6. Diagnose von Schulterschmerzen:
    Anamnese, Klinik, Bildgebung, Neurologie, Labor
  7. Therapie von Schulterschmerzen:
    Konservative Therapie, Schulteroperation?
  8. Übungen zum Selbermachen gegen Schulterschmerzen
  9. Schulterschmerzen nach Verletzungen:
    Prellung, Zerrung, ACG-Verletzung, Luxation, Fraktur
  10. Schmerzhafte Entzündung der Schulter:
    Kalkschulter, Bursitis, Frozen Shoulder, Rheuma, Arthritis
  11. Degenerative Erkrankungen der Schulter:
    Arthrose, Schulterimpingement, Riss der Bizepssehne, HWS-Stenose,
  12. Unspezifische Schulterschmerzen: Stress, Haltung, Schulterblatt, Halswirbelsäule

Was sind Schulterschmerzen?

Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk im menschlichen Körper. Ob wir uns kämmen, einen Ball werfen, eine juckende Stelle am Rücken kratzen, oder einen Gegenstand ergreifen: immer ist die fein aussteuerbare Motorik der Schulter Voraussetzung für die differenzierte Bewegung. Das Schultergelenk hält eine schwierige Balance aus feinmotorischer Steuerung und Kraftübertragung aus dem Rumpf in die vordere Extremität (den Arm).

Fast jeder von uns bekommt im Laufe des Lebens Schulterschmerzen. Der Grund dafür ist die besondere, komplexe Anatomie der Schulter.

Anatomie der Schulter

Der Schultergelenkskopf des Oberarmknochens, liegt dem flachen Schultergelenkpfanne nur an, wird aber nicht davon umfasst. Die Position des Schultergelenks wird durch ein dynamisches System aus Muskeln, Sehnen und Bändern stabilisiert. Durch die sehr hohe Beweglichkeit des Schultergelenks, aber auch durch die Komplexität der motorischen Steuerung, gibt es viele Ursachen für Schulterschmerzen.

anatomie des Schultergelenks: Akrmioklavikulargelenk, Glenohumeralgelenk, Supraspinatussehne, Schlüsselbein und Schulterblatt Das Schultergelenk ist eigentlich aus zwei Gelenken aufgebaut. Das Gelenk zwischen Oberarmkopf und Schulterblatt (Glenohumeralgelenk) ist für alle Bewegungsrichtungen der Schulter verantwortlich. Der Oberarmkopf wird von mehreren Sehnen der Rotatorenmanschette umfasst, die für seine Position und Beweglichkeit zuständig sind. Am wichtigsten und klinisch auffälligsten ist dabei die von oben kommende Supraspinatussehne. Das Gelenk zwischen Schlüsselbein (Clavicula) und dem Schulterdach (Akromion) des Schulterblatts (Akromioklaviculargelenk) oder AC-Gelenk ist ebenfalls für die Beweglichkeit des Schultergelenks verantwortlich. © bilderzwerg / fotolia

Komplexer Aufbau der Schulter: Glenohumeralgelenk und AC-Gelenk

Die Beweglichkeit des Schultergelenks ist in Wirklichkeit eine Leistung mehrerer Gelenke:

Das sogenannte Glenohumeralgelenk, also das Gelenk zwischen dem Oberarm und dem am Schulterblatt gelegenen Gelenkpfanne, unterstützt nur einen Teil der Beweglichkeit des Schultergelenks.

Dazu kommt das Acromioclaviculargelenk (AC-Gelenk) oder Schultereckgelenk. Das AC - Gelenk ist die gelenkige Verbindung zwischen dem äußeren Ende des Schlüsselbeins (Clavicula) und dem oberen Ende des Schulterblatts (Skapula).

Zentrale Rolle der Weichteile

Die vielen Muskeln Sehnen und Bänder, die das Schultergelenk ringförmig umgeben, werden mit Hilfe von Gleitgeweben (Schleimbeutel, Bursae) beweglich und gleitfähig gehalten. Sowhohl die Muskeln und Bänder, als auch die Gleitgewebe können für Schulterschmerzen verantwortlich sein.

Gelenkkapsel

Das Schultergelenk ist, wie jedes andere Gelenk auch, von einer Gelenkkapsel umgeben. Diese Gelenkkapsel ist auf der Innenseite von einer sogenannten Synovialmembran, der Gelenkschleimhaut ausgekleidet. Die Synovialmembran produziert Hyaluronsäure, die wichtiger Bestandteil der Knorpelernährung in Gelenkflüssigkeit sind. Ist diese Synovialmembran entzündet, leidet die Knorpelernährung, und langfristig auch die Funktion des Schultergelenks. Aus dem Knorpelverschleiß kann sich eine Schulterarthrose entwickeln.

Einfluss der Skapula (Schulterblatt)

Die Körperhaltung hat einen deutlichen Einfluss auf die Lage der Knochen im Schultergelenk: Wenn wir immer noch stark nach vorne gebeugt sitzen, wird das Schulterblatt automatisch nach oben gezogen. Die Position des am Schulterblatt anliegenden Schultergelenks verändert sich. Bewegungsstörungen der Schulterblatts (Skapuladyskinesie) und Schulterschmerzen entstehen.

Wo entstehen Schulterschmerzen?

Schulterschmerzen können in all den oben angesprochenen Geweben des Schultergelenks entstehen. Dabei wirken Körperhaltung, Lebensweise, Alter und die anatomischen Bestandteile des Schultergelenks natürlich aufeinander ein. Häufig kann nur ein erfahrener Diagnostiker die Hauptursache das Schulterschmerzen herausfinden.

Vorbeugung von Schulterschmerzen

Der Entstehung von Schulterschmerzen können Sie vor allem dadurch vorbeugen, indem sie immer in Bewegung bleiben. Wenn sie in ihrem Alltag viel Bewegung haben, ohne das Schultergelenk durch Arbeit, einseitige Belastungen, Sport oder immer wiederholte Überkopfbewegungen zu schädigen, haben sie eine gute Chance weitgehend von Schulterschmerzen verschont zu bleiben.

Mit Hilfe von Schulterübungen können Sie die Schultermuskulatur auf eine sanfte Art und Weise kräftigen und beweglich halten. Dazu gehören einfache Dehnungen der Schulter und der Brustmuskulatur. Wenn sie dafür ins Krafttraining gehen, dann lassen Sie ihre Bewegungsabläufe bitte von einem ausgebildeten Trainer kontrollieren. Wenn Sie einen sitzenden Beruf haben, dann achten Sie auf regelmäßige Bewegung, Pausen und Dehnung. Lockern sie ihre Schultern immer wieder. Trainieren sie ihre Körperhaltung: Mit einem starken Rücken und eine gut gedehnte Körpervorderseite bleiben auch ihre Schultern gesund. So vermeiden Sie schmerzhafte Muskelverspannungen oder Einengungen des Schultergelenks (Schulterimpingement).

Selbsthilfe bei Schulterschmerzen

Mit Schulterschmerzen müssen Sie nicht immer gleich zum Arzt. Auch kleinere Verletzungen des Schultergelenks können Sie häufig selbst auskurieren. In vielen Fällen können Sie auch mit Hausmitteln oder mit frei in der Apotheke erhältlichen Präparaten Schulterschmerzen behandeln. Bei einem Verdacht auf eine strukturelle Verletzung an Sehnen, Knochen oder Muskeln, z.B. nach einem Unfall, sollten Sie aber einen Arzt aufsuchen.

Wenn das Schultergelenk durch Überlastung oder Überanstrengung schmerzhaft geworden ist können folgende einfach selbst durchführbare Maßnahmen helfen:

  • Ruhe und Entlastung
  • Kühlung oder Eis
  • Ruhigstellen und Entlasten der Schulter

Medikamente gegen Schulterschmerzen

Zu den häufig auch ohne ärztliche Verordnung verwendeten Medikamenten gegen Schulterschmerzen gehören nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac, Diese Medikamente können entweder als Tabletten oral oder als lokal wirkende Sportsalbe auf die Schulter aufgetragen werden. Nichtsteroidale Antirheumatika sind schmerzlindernd und entzündungshemmend.

Untersuchung von Schulterschmerzen durch den Schulterspezialisten Nicht immer müssen Sie mit Schulterschmerzen zum Arzt. Wenn die Schmerzen aber über Tage immer schlimmer werden oder sie die Schulter gar nicht mehr einsetzen können, ist eine ärztliche Untersuchung angeraten. © Gelenk-Klinik

Wann soll man mit Schulterschmerzen zum Arzt?

Schulterschmerzen kommen relativ häufig vor. Nicht immer müssen Sie mit akutem Schulterschmerz einen Arzt aufsuchen. In den meisten Fällen gehen Schulterschmerzen innerhalb von zwei Wochen von alleine wieder zurück. Einfache Übungen oder Schmerzmittel können das beschleunigen. Wenn die Schmerzen im Schultergelenk aber sehr stark sind oder über längere Zeit immer schlimmer werden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und sich gründlich untersuchen lassen.

Gründe für einen Arztbesuch mit Schulterschmerzen:

  • Starke, stechende Schulterschmerzen.
  • Rötung und Überwärmung der Schulter.
  • Eingeschränkte Beweglichkeit oder Steifheit und Unbeweglichkeit von Arm und Schulter über mehrere Tage
  • Plötzliche Schwäche und Kraftverlust im Schultergelenk.
  • Wenn die Schulterschmerzen über Tage nicht abklingen
  • Chronisch wiederkehrende Schulterschmerzen und Schulterverletzungen
  • Vorangegangener Sturz auf die Schulter oder den Arm mit starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen
  • Knirschende und knackende Geräusche in der Schulter
  • Deutliche Formveränderung des Schultergelenks
  • Ausstrahlen der Schulterschmerzen in den Nacken oder in den Arm
  • Gefühlsstörungen in Schulter oder Arm: Taubheit, "Ameisenlaufen", Kraftverlust oder Kribbeln
  • Plötzliche linksseitige Schulterschmerzen, manchmal in Verbindung mit Schmerzen hinter dem Brustbein und Atemnot (Verdacht auf Herzinfarkt oder Angina pectoris)
  • Schulterschmerzen zusammen mit Fieber

Diagnose und Untersuchung von Schulterschmerzen

Anamnese (Arztgespräch) bei Schulterschmerzen

Am Anfang der ärztlichen Untersuchung ihrer Schulterschmerzen gehört die Anamnese, also die Erhebung der Vorgeschichte ihrer Beschwerden im Gespräch. Der Arzt erkundigt sich nach möglichen Verletzungen. Er wird sie fragen, ob sie besondere sportliche oder berufliche Belastungen haben. Auch frühere Episoden von Schulterschmerzen oder Schulterverletzungen sind diagnostisch wichtig. Auch ihr Lebensalter und ihre allgemeine Stoffwechselsituation (Diabetes, Fettstoffwechsel, Harnsäurestoffwechsel) geben deutliche Hinweise auf die möglichen Ursachen ihrer Schulterschmerzen.

Diese Fragen wird Ihnen der Arzt bei der Anamnese Ihrer Schulterschmerzen stellen:

  • Hatten sie früher schon einmal eine Schulterverletzung oder Schulterschmerzen?
  • Seit wann haben Sie Ihre Schulterschmerzen?
  • Haben sie die Schulterschmerzen ständig, oder nur bei bestimmten Bewegungen oder in bestimmten Situationen?
  • Haben sie eine bestimmte Schmerzqualität? Ist der Schmerz dumpf, tiefliegend brennend oder stechend?
  • Haben sie die Schmerzen vor allem Nachts, wenn sie auf der Schulter liegen?
  • Welche Bewegungen werden durch ihre Schulterschmerzen eingeschränkt?
Durch Test der Kraftausübung in bestimmte Richtungen können Verletzungen und Schäden des Schultergelenks genau bestimmt werden. Durch Test der Kraftausübung in bestimmte Richtungen können Verletzungen und Schäden des Schultergelenks genau bestimmt werden. © Gelenk-Klinik

Klinische Untersuchung der Schulter: Test der Beweglichkeit, Schmerzhaftigkeit und Kraft

Die klinische Untersuchung der Schulter besteht zum einen aus der äußeren Inspektion ihres Schultergelenks: Hat sich die Form verändert? Sind die beiden Schultern im Seitenvergleich unterschiedlich? Ist die Schulter geschwollen, gerötet oder überwärmt? Gibt es Bereiche der Schulter, die bei Druck und Tastuntersuchung (Palpation) stark schmerzhaft werden?

Als nächstes wird der Schulterspezialist der Untersuchung von Schulterbeschwerden eine Reihe von klinischen Tests durchführen, bei denen ganz spezifisch die Funktion einzelner Sehnen, Muskeln oder Knochen geprüft wird. Dabei kann der Schulterspezialist über die Kraftausübung in verschiedene Richtungen speziell die Funktion einzelner Sehnen und Muskeln testen: z.B. der Supraspinatussehne oder der Bizepssehne. Durch Beweglichkeitstests, wie Bewegungen des Armens hinter den Körper (“Schürzengriff”) kann z.B. das AC-Gelenk (Akromio-Clavikulargelenk) geprüft werden.

Durch den Schürzengriff, bei dem beide Hände hinter dem Rücken zusammengeführt werden, kann die Beweglichkeit des Schultereckgelenks (AC-Gelenk) genau untersucht werden. Bei Verletzung des AC-Gelenks ist diese Bewegung sehr schmerzhaft. Durch den Schürzengriff , bei dem beide Hände hinter dem Rücken zusammengeführt werden, kann die Beweglichkeit des Schultereckgelenks (AC-Gelenk) genau untersucht werden. Bei Verletzung des AC-Gelenks ist diese Bewegung sehr schmerzhaft. © Gelenk-Klinik

Neurologische und neurochirurische Differentialdiagnose der Schulterschmerzen

Schulterschmerzen und Bewegungsstörung der Schulter können auch neurologische Ursachen haben: Das heißt die Leitfähigkeit oder die Integrität der Nervenbahnen, die für die Funktion des Schultergelenks notwendig sind, ist nicht mehr gegeben. Diese Leitungsfähigkeit der Nerven kann durch eine neurologische Nervenleitfähigkeitsmessung getestet werden. Nervenblockaden können unterschiedliche Ursachen haben.

Häufig finden wir die Ursache der gestörten Nervenfunktion im Bereich der Halswirbelsäule: Durch eine Stenose (Einengung des Rückenmarks oder Nervenwurzel) oder eine Nervenkompression wird Druck auf die Nerven ausgeübt. Dann findet die Erregungsleitung und die Leitung sensorischer Informationen nicht mehr wie gewohnt statt. Ausstrahlende Schulterschmerzen, Lähmung, Schwäche, Kribbeln und Empfindungsstörungen (Gefühlstaubheit) können die Folge sein.

Bildgebende Untersuchung der Schulter

Wenn das Arztgespräch und die klinische Untersuchung schon konkrete Hinweise auf die mögliche Ursache der Schulterschmerzen gegeben haben, suchen wir eine Bestätigung des Befundes durch eine bildgebende Untersuchung. Dabei sind diagnostische Bilder häufig alleine nicht eindeutig, sondern nur im Zusammenhang mit dem subjektiven Beschwerdebild (Symptome) der Schulter sowie den Funktionsuntersuchungen zu interpretieren. Die diagnostische Bildgebung ist Verfahren, Verletzungen, Frakturen und Strukturprobleme des Schultergelenks direkt im Bild zu zeigen.

Ultraschalluntersuchung der Schulter

Der Ultraschall des Schultergelenks kann Störungen der Weichteile (Muskeln, Bänder und Sehnen) in der Bewegung darstellen. Auch Flüssigkeitseinlagerung in Sehnen und Schleimbeutel und Gelenkergüsse der Schulter können mit Ultraschall sichtbar gemacht werden.

Mit Hilfe des Ultraschalls können Muskeln, Sehnen und Weichteile des Schulergelenks in der Beweglichkeit untersucht werden. Mit Hilfe des Ultraschalls können Muskeln, Sehnen und Weichteile des Schulergelenks in der Beweglichkeit untersucht werden. © Gelenk-Klinik

Röntgenuntersuchung

Die Röntgenuntersuchung des Schultergelenks kann die Lage und den Zustand der Knochen darstellen. Durch die relative Position des Oberarmkopfes zur Schulterpfanne und zum Schulterdach (Akromion) kann die Röntgenuntersuchung auch ein Schulterimpingement zeigen. Das Impingement ist die Einengung des Raumes zwischen Oberarmkopf und dem Akromion unter dem Schulterdach. Durch Röntgen der Schulter unter Gewichtsbelastung des Armes kann die Funktion von Sehnen, aber auch des AC-Gelenks nach einer Verletzung, untersucht werden. Dabei werden Muskeln und Sehnen im Röntgen nicht direkt dargestellt. Aus der Position der Knochen kann auch indirekt auf die Funktion der Weichteile im Schultergelenk geschlossen werden. Kalkeinlagerungen in die Supraspinatussehne bei Kalkschulter kann das Röntgenbild eindeutig nachweisen. Bei einer Schulterarthrose kann das Röntgen auch die Veränderung der Knochen im Gelenk, z.B. durch Zysten (Flüssigkeitseinlagerungen) oder Osteophyten (Knochensporne) zeigen.

Das Röntgenbild zeigt die Lage der Knochen zueinander. Indirekt kann aus der normalen Lage der Knochen auch auf eine normale Funktion von Muskeln und Sehnen schließen. Röntgenbild einer gesunden Schulter mit ausreichend Platz für den Oberarmkopf unter dem Schulterdach (Akromion). Das Röntgenbild zeigt die Lage der Knochen zu einander. Indirekt kann aus der normalen Lage der Knochen auch auf eine normale Funktion von Muskeln und Sehnen schließen. © Gelenk-Klinik

Magnetresonanztomografie (MRT)

Die Magnetresonanztomographie kann die Situation in Knochen detailliert zeigen: vor allem auch Veränderung der Knochen durch Flüssigkeitseinlagerung. Seine Stärke hat das MRT aber vor allem bei der Darstellung der Weichteile: Strukturen von Muskeln, Sehnen und Bänder der Schulter werden im Detail dargestellt. Mit Hilfe des MRTs können auch degenerative Veränderungen, Flüssigkeitseinlagerungen oder Rupturen von Rotatorenmanschette oder Bizepssehne eindeutig gezeigt werden. Mithilfe des MRTs kann der Arzt ziemlich genau belegen, ob eine konservative Behandlung hinreichend ist, oder ein struktureller Schaden operativ behandelt werden muss. Das MRT ist also bei der Indikantionsstellung vor Schulteroperationen unverzichtbar.

Computertomografie

In der Computertomographie (CT-Scan) werden die Bilder von Röntgenstrahlen aus unterschiedlichen Richtungen kombiniert, um dreidimensionale darstellbare Schnittbilder der Knochen anzufertigen. Der Zustand oder die Veränderungen der Knochen können in großem Detail dargestellt werden. Vor allem Veränderungen im Zusammenhang mit Knochenbrüchen oder mit Implantaten (Schulterprothesen oder Schlauben oder Platten) können mit dem CT in sehr viel höherer räumlicher Auflösung gezeigt werden, als mit einem Röntgenbild.

Laboruntersuchungen bei Schulterschmerzen

Häufig haben Schulterschmerzen keine eindeutige orthopädische Ursache. Eine bakterielle Infektion der Schleimbeutel (Bursitis) oder des Schultergelenks (bakterielle Arthritis) kann ebenfalls die Ursache sein. Häufig kommt es auch zu Veränderungen des Schultergelenks auf der Grundlage von Autoimmunprozessen (rheumatische Arthritis der Schulter) oder Veränderungen des Harnsäurestoffwechsels (Gicht). Auch die Infektion von Implantaten (Schulterprothesen) kann durch die Laboruntersuchungen gezeigt werden.

Durch eine Laboruntersuchung des Blutes oder der Synovialflüssigkeit (Gelenkflüssigkleit innerhalb der Gelenkkapsel) des Schultergelenks bekommen wir eindeutige Belege oder Ausschlüsse dieser medizinischen Ursachen von Schulterschmerzen.

Konservative Therapie: Was tun bei Schulterschmerzen?

Die ausführliche Diagnostik der Schulterschmerzen integrieren wir in einen Therapieplan, der die Ursachen gezielt behandelt. Natürlich gibt es Dinge, die jeder in seinem Leben selbst tun kann, um Schulterschmerzen zu vermeiden. Ausreichend Bewegung und Ausgleichsgymnastik bei sitzender Tätigkeit sowie eine gute Körperhaltung sind wichtig, um Rückenschmerzen und Schulterschmerzen zu vermeiden. Wenn die Schulter überangestrengt ist, hilft meist Ruhe und Entlastung. Falls erforderlich kann diese Ruhigstellung der Schulter vom Arzt mit einem Verband verstärkt werden.

Durch Mobilisierung der Muskeln und Sehnen um das Schultergelenk bei der manuellen Therapie kann die Beweglichkeit des Schultergelenks wieder normalisiert werden. Durch Mobilsierung der Muskeln und Sehnen um das Schultergelenk bei der manuellen Therapie durch den Physiotherapeuten kann die Beweglichkeit des Schultergelenks wieder normalisiert werden. Bei Erkrankungen wie Schulterimpingement und Frozen Shoulder ist die manuelle Therapie sehr wichtig zur Überwindung der Schulterschmerzen. © Gelenk-Klinik

Eigenübungen, Physiotherapie und zellbiologische Regulationstherapie

Bei fast keinem anderen Gelenk ist Physiotherapie so hilfreich, wie bei Schulterschmerzen. Das liegt daran, dass die Schulter durch einen Ring an Muskeln und Sehnen- die Rotatorenmanschette - stabilisiert wird. Weil muskuläre Dysbalancen häufig die Ursache von Schulterschmerzen oder Bewegungsstörungen sind, kann Entspannung, Training und Stoffwechselverbesserung der Muskulatur die Schmerzen verbessern.

Physiotherapie und Schulterübungen gegen Schulterschmerz

Die Beweglichkeit des Schultergelenks und die Position des Oberarmkopfes unter dem Schulterdach hängt vom Gleichgewicht der Muskeln und Sehnen rund um das Schultergelenk ab. Schulterschmerzen oder Stoffwechselprobleme der Weichteilgewebe im Schultergelenk sprechen daher besonders gut auf Physiotherapie an. Die Physiotherapie des Schultergelenks hat folgende Ziele:

  • Auflösung von Verkrampfung des Muskulatur
  • Korrektur von Fehlhaltungen
  • Muskelgleichgewicht, z.B. Vergleich der Anspannung zwischen der Brustmuskulatur und der Rückenmuskulatur
  • Balance der Muskeln in der Rotatorenmanschette
  • Verbesserung des Stoffwechsels zur Beseitigung von Entzündungen (Frozen shoulder) oder Verkalkung (Kalkschulter)
  • Optimierung von Heilungsvorgängen nach Schulterverletzungen oder bei der Degeneration von Sehnen

Einfache Übungen zum Selbermachen gegen Schulterschmerzen

Sehr häufig sind Muskeln und Sehnen der Schultermuskulatur durch Bewegungsmangel und Verspannungen schlecht versorgt. Das führt zu schmerzhaften Verhärtungen und Bewegungsstörungen, also zu Schulter-Nackenschmerzen. Mit einfachen Übungen können Sie dem vorbeugen.

Wir stellen im Folgenden einfache Übungen vor, die Sie zur Vorbeugung oder zur Therapie von Schulterschmerzen nutzen können. Bitte beachten Sie, dass sie diese Übungen nie ausführen sollen, wenn Sie starke Schmerzen haben. Wenn diese Übungen Schulterschmerzen auslösen oder verstärken, sollten Sie warten bis die Ursache abgeheilt ist, und dann weiteren Schulterschmerzen mit Hilfe dieser Übungen vorbeugen.

1. Pendelübung des Schultergelenks

Der Arm hängt aus dem Gelenk herab und der Oberamkopf wird unter Zug, also ohne Belastung der Gelenkflächen im Gelenk bewegt. Der Arm hängt aus dem Gelenk herab und der Oberamkopf wird unter Zug, also ohne Belastung der Gelenkflächen im Gelenk bewegt. © Gelenk-Klinik

Stützen Sie sich mit ihrer guten Hand auf einen Tisch oder eine Stuhllehne. Lassen Sie den Arm der schmerzhaften Schulter locker nach unten hängen und schwingen sie ihn vor und zurück. Wiederholen Sie diese Übung als Kreisbewegung des Armes. Wenn Sie den Effekt verstärken wollen, können Sie eine volle Wasserflasche oder ein anderes Gewicht in die Hand nehmen, um den Zug am Arm zu verstärken. Wiederholen Sie diese Übung mehrfach am Tag.

Diese Bewegung schmiert die Gelenkfläche und dehnt alle Sehnen und Muskeln des Schultergelenks auf eine sanfte Art und Weise.

2. Schulter Dehnung: Schultern nach oben ziehen

Schulterdehnung 1. Position: Schultern nach oben ziehen © Gelenk-Klinik Schulterdehnung 1. Position: Schultern nach oben ziehen © Gelenk-Klinik

Stehen oder sitzen sie mit geradem Rücken. Ziehen sie beide Schultern nach oben in Richtung der Ohren und halten Sie diese Spannung für etwa fünf bis zehn Sekunden. Bringen sie die Schultern dann wieder nach unten und ziehen sie ihre Rückenmuskulatur in Höhe der Schulterblätter zusammen: Ziehen sie ihre Schultern also nach hinten und halten diese Position auch für 5 bis 10 Sekunden. Wiederholen Sie diese Schulterdehnung etwa 10 Mal. Diese Übung eignet sich gut, um Schreibtischarbeitern eine Normalisierung ihrer Schultermuskulatur und Körperhaltung zu ermöglichen.

Schulterdehnung 2. Position: Schultern nach unten fallen lassen, Schulterblätter hinter dem Rücken zusammenziehen. © Gelenk-Klinik Schulterdehnung 2. Position: Schultern nach unten fallen lassen, Schulterblätter hinter dem Rücken zusammenziehen. © Gelenk-Klinik

3. Dehnung der Schultervorderseite und der Schulter an einem Türrahmen

Brustmuskeldehnung im Türrahmen bei Schulterschmerzen Brustmuskeldehnung im Türrahmen bei Schulterschmerzen. © Gelenk-Klinik

Stellen Sie sich in einen Türrahmen und lehnen sich mit beiden Armen - die Hände ein wenig oberhalb ihres Kopfes - dagegen.

Lehnen Sie sich in den Türrahmen hinein bis sie die Dehnung an der Vorderseite ihrer Schultern spüren.

Diese Dehnung halten Sie für 15 bis 30 Sekunden. Wiederholen Sie diese Übung etwa drei Mal.

Wenn Sie eine Schulterverletzung oder ein Schulterimpingement haben, ist diese Übung allerdings nicht für Sie geeignet.

4. Unterarm zieht Theraband nach außen

Unterarme ziehen Theraband nach außen. Unterarme ziehen Theraband nach außen, dabei ziehen sich die Schulterblätter zusammen, Brustmuskeln werden gedehnt. © Gelenk-Klinik

Ziehen Sie ein Theraband mit beiden waagrecht ausgestreckten Unterarmen. Schulterblätter ziehen sich zusammen, die Brustmuskulatur dehnt sich.

Halten Sie den Zug für etwa 5 Sekunden. Wiederholen Sie diese Übung in 3 Sets mit zehn Wiederholungen.

Diese Übung ohne Theraband: Waagerecht ausgestreckte Unterame bewegen sich nach außen. Diese Übung ohne Theraband: Waagerecht ausgestreckte Unterame bewegen sich nach außen. Dabei ziehen sich die Schulterblätter zusammen, Brustmuskeln werden gedehnt. © Gelenk-Klinik

Stosswellentherapie gegen Schulterschmerzen

Stosswellen sind energiereiche Schallwellen, die gezielt in das erkrankte Gewebe geleitet werden. Die Körperflüssigkeit leitet die Energie der Stoßwellen weiter. Auf Festkörper oder Fremdkörper, die nicht wie Flüssigkeit schwingen, wirkt diese Energie direkt ein und kann sie zertrümmern oder zerkleinern. Ursprünglich wurde die Stoßwellentherapie zum Zertrümmern von Fremdkörpern, z.B. Nierensteinen eingesetzt. Eine der am weitesten verbreiteten Anwendung für die Stoßwellentherapie in der Orthopädie ist jedoch die Behandlung der Kalkschulter: Dabei trägt die Stoßwellenbehandlung gezielt zum Auflösen von schmerzhaften Kalkdepots in der Supraspinatussehne bei.

Auch bei entzündlichen Veränderungen der Schulter, wie z.B. Schultersteife (Frozen Shoulder oder adhäsive Kapsulitis) kann die Stoßwellentherapie therapeutisch eingesetzt werden. Hier liegen der Stoßwellenwirkung eine Änderungen des Stoffechsels zu Grunde, die durch die starke mechanische Reizung im Gewebe ausgelöst werden.

Injektionen (Spritzentherapie) bei Schulterschmerzen

Relativ weit verbreitet ist die Injektion von Kortison bei entzündlichen Veränderungen der Schultersehnen oder der Gleitgewebe (Bursitis). Als Dauertherapie empfehlen wir Kortison jedoch wegen der schwächenden Nebenwirkungen auf die Weichteilgewebe, Sehnen und Bänder nicht.

Operationen bei Schulterschmerzen?

Noch viel mehr als für andere Gelenkschmerzen gilt für die Schulter, dass man in den meisten Fällen mit konservativer Therapie eine dauerhafte Besserung erreichen kann. Nur wenn konservative Therapie über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten nicht zu einer Schmerzfreiheit oder zu einer Verbesserung der Beweglichkeit führt, kann bei Vorliegen eindeutiger Operationsindikation an eine OP gedacht werden.

Eine Schulteroperation ist immer dann notwendig, wenn ein eindeutiger Strukturschaden im Schultergelenk vorliegt. Ein Strukturschaden ist z.B. ein Knochenbruch, ein Sehnenriss (häufig Supraspinatussehne oder Bizepssehne), oder eine starke Arthrose im Schultergelenk oder im AC-Gelenk.

Minimalinvasive Operation von Schulterschmerzen: Schulterarthroskopie

Schulterarthroskopie ist die minimalinvasive Operation bei Schulterschmerzen mit Hilfe von kleinsten Instrumenten, die durch 0,5 - 1 cm lange Hautschnitte in das Schultergelenk eingeführt werden. Schulterarthroskopie ist die minimalinvasive Operation bei Schulterschmerzen mit Hilfe von kleinsten Instrumenten, die durch zwei bis vier 0,5 - 1 cm lange Hautschnitte in das Schultergelenk eingeführt werden. Mit Hilfe der arthroskopischen Kamersicht hat der Operateur eine genaue, aber eingeschränkte Sicht auf das Operationsgebiet innerhalb des Schultergelenks. © bilderzwerg / fotolia

Schulteroperationen werden in den meisten Fällen minimalinvasiv als Schulterarthroskopie durchgeführt. Bei der Schulterarthroskopie erfolgen lediglich zwei bis vier kleine Schnitte von etwa 0,5 - 1 cm Länge. Durch diese Schnitte werden dünne Schläuche mit Sicht Geräten und operativen Instrumenten in das Schultergelenk eingeführt. Alle Operationen werden dann unter arthroskopischer Sicht über die eingeführte Kamera mit Hilfe kleinster Instrumente durchgeführt.

Welche Operationen können schulterarthroskopisch duchgeführt werden?

  • Sehnennaht oder Sehnenrefixation (Supraspinatussehne, Bizepssehne)
  • Knochen abfräsen (Osteophyten entfernen, Akromioplastik)
  • Schleimbeutel entfernen (Bursektomie)
  • Entzündete Gelenksschleimhaut und Gelenksflüssigkeit entfernen (Synovektomie)
  • Narkosemobilisierung bei Schultersteife
  • Knorpeltherapie (Knorpeltransplantation, Pridie-Bohrung)
  • Refixation der Gelenklippe (Labrum) des Schultergelenks
  • Sehnentransplantation, z.B. bei Verletzung des AC-Gelenks.
  • Therapie der Gelenkflächen bei Schulterarthrose
  • Entfernung freier Gelenkkörper

Offene Schulteroperation

Nicht jede Erkrankung des Schultergelenks kann arthroskopisch operiert werden. In manchen Fällen muss die Schulter offen operiert werden: Das heißt es wird ein längerer Schnitt gesetzt, so dass der Operateur das Operationsgebiet vollständig in direkter Sicht einsehen kann. Alle Indikationen für eine arthroskopische Schulteroperation, können auch offen operiert werden. Manchmal muss der Schulterspezialist während der Operation, je nach vorliegender Situation entscheiden, ob er von der arthroskopischen OP zur offenen Operation wechseln muss.

Schulterprothesen: Endoprothetik der Schulter bei schmerzhafter Schulterarthrose

Mit der Schulterprothese können Schulterschmerzen nach Schulterarthrose schmerzfrei operiert werden. Mit der Schulterprothese können Schulterschmerzen nach Schulterarthrose schmerzfrei operiert werden. © Viewmedica

Die Arthrose des Schultergelenks kann häufig sehr lange mit konservativen Mitteln (Physiotherapie und Schmerzmittel) therapiert werden. Wenn die Beweglichkeit und die Schmerzfreiheit des Schultergelenks aber über längere Zeit konservativ nicht wiederherstellbar ist, wird auch bei der Schulterarthrose (Omarthrose) ein künstliches Schultergelenk empfohlen.

Bei der Schulterprothese werden beide Gelenkflächen endoprothetisch ersetzt.

Auch für leichtere Schulterarthrosen gibt es eine Lösung: Wenn eine Gelenkfläche, z.b. das Schulterblatt, noch eine intakte Knorpelschicht aufweist, ist auch eine Teilprothese des Schultergelenks möglich. Bei der Teilprothese der Schulter wird der Oberarmkopf überkront. Die Gelenkfläche der Skapula bleibt erhalten.

Wenn eine Gelenkfläche im Schultergelenk noch intakt ist, kann eine endoprothethische Überkronung des Oberamkopfes die schmerzfreie Beweglichkeit der Schulter wiederherstellen. Wenn eine Gelenkfläche im Schultergelenk noch intakt ist, kann eine endoprothethische Überkronung des Oberamkopfes die schmerzfreie Beweglichkeit der Schulter wiederherstellen. Diese Teilprothese des Schultergelenks ist knochenerhaltend: Anders als bei der Schultertotalendoprothese bleibt der Oberamkopf vollständig erhalten. © Gelenk-Klinik

Wenn beide Gelenkflächen stark verschlissen sind und die Gelenkfläche durch Osteophyten (Knochensporne) stark aufgeraut ist, kann nur eine Schultertotalendoprothese helfen. Wie man es z.b. bei der Hüftprothese kennt, wird der Oberarmkopf ersetzt, und der Prothesenstiel im Markraum des Oberarmes verankert. Auf der Seite des Schulterblattes wird eine künstliche Gleitfläche aus Kunststoff (Polyethylen) angebracht.

Die Haltbarkeit der Schulterendoprothese ist sehr gut, weil das Schultergelenk nicht zu den gewichttragenden Gelenken gehört. Die Gesamtbelastung der Schulter ist also sehr viel geringer, als im Knie, Hüfte oder Sprunggelenk.

Schulterschmerzen nach Trauma: Schulterverletzungen

Das Schultergelenk ist ein komplexes Gebilde aus Bändern, Sehnen und der Gelenkkapsel. Bei Verletzungen, Zerrung oder Überlstung können diese bindegwebigen Strukturen überdehnen, zerren oder sogar reissen. Jede Verletzung der Schulter führt zu einem langwierigen Heilungsprozess: Entzündungen, Blutergüsse, schmerzhafte Schwellungen führen zu stechenden Schulterschmeren und Beweungseinschränkungen. Das Schultergelenk ist ein komplexes Gebilde aus Bändern, Sehnen und der Gelenkkapsel. Bei Verletzungen, Zerrung oder Überlastung können diese bindegewebigen Strukturen überdehnen, zerren oder sogar reissen. Jede Verletzung der Schulter führt zu einem langwierigen Heilungsprozess: Entzündungen, Blutergüsse, schmerzhafte Schwellungen führen zu stechenden Schulterschmerzen und Bewegungseinschränkungen. © Sebastian Kaulitzki / fotolia

Schulterschmerzen nach Trauma oder nach Überlastung treten vor allem bei Sportlern relativ häufig auf: Überdehnung, Zerrung und Stürze führen zu traumatischen Schulterschmerzen.

Schulterprellung (Kontusion der Schulter)

  • Stechende Schmerzen
  • Bluterguss und Blaufärbung
  • Schonhaltung
  • Bewegungseinschränkungen
  • Manchmal Schürfungen auf der Haut

Bei der Schulterprellung sind nach einem Zusammenstoß oder einem Aufprall die Weichteile gequetscht. Diese Quetschung betrifft Muskeln und Sehnen im Schulterbereich. Die Ursache der Schulterprellung ist meistens offenkundig, weil der Patient den Schulterschmerz auslösende Trauma bewusst erlebt hat.

Die Situation nach einer Schulterprellung wird dadurch häufig erschwert, dass bei einigen Sehnen (Rotatorenmanschette und Bizepssehne) schon eine degenerative Vorschädigung besteht. Ein Aufprall kann zur degenerativen Teilrissen oder Rupturen dieser vorgeschädigten Sehnen führen.

Nach der Schulterprellung treten fast unmittelbar starke stechende Schmerzen an dem betroffenen Gelenk auf. Häufig kommt es durch Einblutung in das Gewebe zu einer Verfärbung (Hämatom). Bei der Untersuchung einer Schulterprellung ist es wichtig, durch die klinische Untersuchung, aber auch durch die bildgebende Untersuchung mit Hilfe von Röntgen, Ultraschall und MRT, weitergehende Verletzungen von Sehnen und Knochen auszuschließen.

Schulterprellung - was tun?

  • Ruhigstellen, Schonverband
  • Entzündungshemmende Behandlung mit NSAR, also nichtsteroidalen Antirheumatika (z.b. Ibuprofen)
  • Physiotherapie und vor allem zellbiologische Regulationstherapie

Die Schulterprellung heilt innerhalb von einigen Tagen bis höchstens zwei Wochen wieder folgenlos aus. Dauern die Beschwerden länger, ist eine weitere Untersuchung von Strukturschäden angeraten. Als Behandlung ist Ruhigstellung, Entlastung und Schonung der betroffenen Schulter meist hinreichend.

Schulterzerrung (Schulterdistension) verursacht stechende Schmerzen

  • Stechende Schulterschmerzen
  • Bluterguss und Blaufärbung (Hämatom)
  • Bewegungseinschränkung und Schonhaltung

Bei der Schulterzerrung werden Muskeln und Sehnen im Schulterbereich zu stark gedehnt. Häufig entsteht eine Schulterzerrung durch Überlastung, bei Kampfsportarten, oder durch den Sturz bei ausgestrecktem Arm. Nach Schulterzerrung haben die Betroffenen stechende Schmerzen und begeben sich in Schonhaltung. Die Beweglichkeit der Schulter ist eingeschränkt. In schweren Fällen entsteht eine Entzündung nach einem Bluterguss innerhalb des Schultergewebes (Hämatom).

Die Ursache der Schulterzerrung ist meistens offenkundig, weil der Unfallhergang bewusst erlebt wurde, und die typischen Schmerzen unmittelbar nach dem Ereignis aufgetreten sind. Um strukturelle Schäden an Muskeln, Sehnen und Knochen des Schultergelenks auszuschließen, ist zusätzlich zur klinischen Untersuchung auch noch eine bildgebende Abklärung mit Hilfe von Ultraschall, Röntgen und MRT sinnvoll.

Der Übergang von einer einfachen Schulterzerrung bis hin zu einer schweren Schulterverletzung wie z.B. Rotatorenmanschettenriss, Bizepssehnenriss oder einer SLAP-Läsion (Riss der Knorpellippe am Rand der Schulterpfanne) ist fließend.

Was tun bei Schulterzerrung?

  • Ruhigstellung
  • Schonung.

Schulterzerrungen heilen unkompliziert aus: nach zwei bis vier Wochen sollten Sie schmerzfrei sein. Wenn die Schmerzen dauerhaft bestehen, ist eine weitere Diagnose erforderlich, um mögliche strukturelle Schäden zu untersuchen.

Knochenquetschung an der Schulter ("Bone Bruise")

  • Monatelang dauernde stechende oder dumpfe, tiefliegende Schulterschmerzen
  • Manchmal mit Schürfung
  • Manchmal mit Bluterguss (Hämatom)

Ein "Bone Bruise" ist eine Quetschung oder Prellung des Knochens im Schultergelenk.Dabei kann die Knorpelschicht beschädigt werden. Auch der darunterliegende Knochen kann durch eine traumabedingte Verletzung der Knochenoberfläche ein Ödem (Wassereinlagerung) entwickeln.

Die Schulterschmerzen nach "Bone bruise" dauert sehr lange und heilen nur langsam ab. Häufig ist ein "Bone Bruise" des Schulterknochen verbunden mit einer Schulterzerrung oder einer Schulterprellung.

Häufig wird nach Trauma auch lediglich eine oberflächliche Weichteilverletzung des Schultergelenks vermutet. Die Ausheilung einer "Bone Bruise"-Verletzungen kann mehrere Monate lang dauern. Nur mithilfe des MRTs (Kernspintomographie) kann die für den "Bone bruise" typische Wassereinlagerung diagnostisch eindeutig festgestellt werden.

Was tun bei Knochenprellung oder Knochenquetschung?

  • Schonung, Ruhigstellung
  • Schmerztherapie mit NSAR (Ibuprofen, Diclofenac)
  • Bei Begleitverletzungen: Schulterarthroskopie

Die "Bone Bruise" Verletzung wird meistens durch Abwarten, Sportpause und Schonung behandelt. Operative Eingriffe nach Knochenquetschung durch eine Schulterarthroskopie sind nur dann erforderlich, wenn es Begleitverletzungen an den Sehnen oder am Knorpelgewebe des Schultergelenks gibt. Schmerzmittel und Entzündungshemmer (nichtsteroidale Antirheumatika bzw. NSAR) können die Situation nach einer Knochenquetschung erträglicher machen.

Schulterluxation (Ausrenken der Schulter): Stechende Schmerzen und Unbeweglichkeit des Armes

Bei der Schulterluxation springt der Oberamkopf aus der Gelenkkapsel heraus. Dabei kann auch die knorpelige Gelenklippe des Glenoids (Schultergelenkpfanne) reissen. Lähmung des Armes und stechende Schulterschmerzen sind die Folge. Das ausgerenkte Schultergelenk sollte, so schnell es geht, vom Spezialisten wieder eingerenkt werden. Eine ausführliche Diagnostik der Gelenkstrukturen ist erforderlich, um Schäden an Sehnen, Bändern und Knorpel auszuschließen.  Röntgenbild einer Schulter nach Schulterluxation: Bei der Schulterluxation springt der Oberamkopf aus der Gelenkkapsel heraus. Der Oberarmkopf befinden sich nicht mehr inder Nähe der Schulterdachs. Dabei kommt es auch zu Weichteilschäden: Die knorpelige Gelenklippe des Glenoids (Schultergelenkpfanne) kann reissen. Lähmung des Armes und stechende Schulterschmerzen sind die Folge. Das ausgerenkte Schultergelenk sollte, so schnell es geht, vom Spezialisten wieder eingerenkt werden. eine ausführliche Diagnostik der Gelenkstrukturen ist erforderlich, um Schäden an Sehnen, Bändern und Knorpelgewebe auszuschließen. © Gelenk-Klinik
  • Bewegungsstörung des Schultergelenks: Herabhängen des Armes
  • Stechende Shcmerzen
  • Bei Nervenverletzung Gefühlsstörung seitlich an der Schulter
  • Bei begleitender Verletzung der Bizepssehne Schmerzen Schwächung des Armebeugers

Die Schulterluxation ist das Ausrenken des Oberarmkopfes aus der Schultergelenkspfanne. Meistens ist eine äußere Krafteinwirkung oder ein Unfall für die Luxation verantwortlich. Wenn der Oberarmkopf aus der Gelenkpfanne reißt, tritt häufig zusätzlich eine Verletzung der Gelenklippe des Schultergelenks (labrum) oder des Kapselbandapparates des Schultergelenkes auf.

Nach einer Schulterluxation sind Arm und Schulter nicht zu gebrauchen: Bis das Schultergelenk wieder eingerenkt ist, bleibt der Arm bewegungsunfähig und stechend schmerzhaft.

Die typischen, bei Schulterluxation sehr heftigen Schulterschmerzen, sowie die Unbeweglichkeit des Armes machen die Schulterluxation zu einer recht einfachen Diagnose. Anspruchsvoller ist die Feststellung von Begleitverletzungen der Schulterluxation: Labrumriss und Schäden des kapselbandapparates.

Die Diagnose einer Schulterluxation kann mit Hilfe eines Röntgenbildes eindeutig gestellt werden. Begleitverletzungen an der Gelenklippe und anderen Weichteilen können mit Hilfe des Ultraschalls und der Kernspintomographie sichtbar gemacht werden.

Schulterluxation was tun?

  • Einrenken
  • Schmerztherapie mit Medikamenten
  • Physiotherapie
  • Operatives Einrenken
  • Schulterarthroskopie bei Begleitverletzungen (Abriss der Gelenklippe oder Kapselbandschäden)

Ein luxierter Oberarmkopf kann durch einfaches Einrenken wieder therapiert werden. Eine zeitnahe Behandlung - möglichst nur wenige Minuten oder Stunden - nach der Luxation ist empfehlenswert. Schwieriger wird die Situation, wenn es zu zusätzlichen Weichteilverletzungen durch die Luxation gekommen ist: Diese schweren Komplikationen können häufig nur durch eine Schulterarthroskopie behandelt werden.

AC-Gelenkssprengung (Schultereckgelenksprengung): Stechende Schulterschmerzen, Nachtschmerzen und Steifheit

Bei der Schultereckgelenkssprengung werden die Bänder, Knochen und Gelenkflächen des AC-Gelenks beschädigt.  Bewegunsgströrungen, stechende Schulterschmerzen und Bewegungseinschränkungen sind die Folge. Es wird unmöglich, auf der gesprengten Schulter zu liegen. Je nach Grad der Beschädigung hat die AC-Gelenkssprengung unterschiedliche Grade. Meistens ist sie durch Ruhigstellung und einen Verband therapierbar. In wenigen Fällen ist eine operative Rekonstruktion der Bänder erforderlich.   Bei der Schultereckgelenkssprengung werden die Bänder, Knochen und Gelenkflächen des AC-Gelenks beschädigt. Der Grad der Schultereckgelenkssprengung bemisst sich nach dem Ausmass der Fehlstellung der Knochen des Schultereckgelenks. Die inzwischen veraltete Einteilung von AC-Gelenksverletzungen nach Tossy I, Tossy II und Tossy III liegt der Abbildung oben zu Grunde. Inzwischen wird eine Einteilung nach dem fünfstufigen Rockwood-Schema vorgenommen. Bewegungsstörungen, stechende Schulterschmerzen und Bewegungseinschränkungen sind die Folge. Es wird unmöglich, auf der gesprengten Schulter zu liegen. Je nach Grad der Beschädigung hat die AC-Gelenkssprengung unterschiedliche Grade. Meistens ist sie durch Ruhigstellung und einen Verband therapierbar. In wenigen Fällen ist eine operative Rekonstruktion der Bänder erforderlich. © Alila Medical Media / fotolia
  • Bewegungseinschränkung des Schultergelenks
  • Stechende Schmerzen
  • Nachtschmerzen beim auf der Schulter schlafen
  • Klaviertastenphänomen (Hochstehendes Schlüsselbein)
  • MAnchmal Schwellung und Bluterguss

Das Schultereckgelenk wird auch Acromioclaviculargelenk (kurz: AC-Gelenk) genannt. Das AC-Gelenk verbindet das Schulterdach (Acromion) mit dem Ende des Schlüsselbeines (Clavicula). Ursache für die Schultereckgelenksprengung ist meistens ein Sturz, typischerweise beim Skifahren oder beim Fahrradfahren. Der Betroffene stürzt dabei meist von oben auf die Schulter, so dass das Schultereckgelenk den Hauptteil der Stoßeinwirkung abfängt. Typisch nach einem Schlag auf das Schultereckgelenk sind stechende Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit des Schultergelenkes und häufig auch ein Bluterguss oben auf der Schulter. Der Arzt sieht schon bei der Inspektion häufig ein deutliches Höhertreten des Schlüsselbeines im Schultereckgelenk (Stufenbildung oder Klaviertastenphänomen).

Nach der häufig schon eindeutigen Blickdiagnose kann mithilfe der Röntgenaufnahme die Schultereckgelenksprengung eindeutig nachgewiesen werden. Häufig werden dabei Aufnahmen unter Belastung gemacht. An dem betroffenen Arm werden mehrere Kilogramm Gewicht befestigt, um die Funktionsminderung des Schultereckgelenks zu verdeutlichen.

Was tun nach AC-Gelenksprengung?

  • Ruhigstellung mit Verband
  • Operative Refixierung des AC-Gelenks
  • Sehnentransplantation zur Stabilsierung des AC-Gelenks

Die Schultereckgelenksprengung wird meist konservativ, mit Hilfe eines stabilisierenden Verbandes behandelt. In sehr schweren Fällen der Schultereckgelenksprengung oder bei einer im Alltag hohen Belastung von Schulter und Arm, kann eine Operation empfohlen werden. Mithilfe von Drähten und Schrauben können die Gelenkpartner wieder stabil verbunden werden. Es gibt auch die Möglichkeit, die Funktion des Schultereckgelenks durch eine Sehnentransplantation wiederherzustellen.

Oberarmkopfbruch (Humerusfraktur) führt zur Steifheit der Schulter und stechenden Schmerzen

  • Tiefliegende, stechende oder dumpfe Schulterschmerzen
  • Bewegungsstörung der Schulter
  • Manchmal mit Bluterguss (Hämatom) und Schwellung

Oberamkopfbrüche sind relativ häufige Knochenbrüche. Ursache ist ausnahmslos ein Unfall, Aufprall oder Sturz des Patienten. Der Sturz auf den ausgestreckten Arm führt besonders häufig zu einer Humerusfraktur (Oberarmkopffraktur). Typische Ursachen sind Fahrradstürze Stürze beim Skifahren oder Stürze vom Pferd.

Folge des Knochenbruches im Oberarm ist stets ein stechender Schulterschmerz und starke Bewegungseinschränkungen des Schultergelenks. Mithilfe des Röntgenbild wird die Art des Bruchs und die Lage der Fragmente genau festgestellt. Bei komplizierteren Brüchen ist ein CT (Computertomografie) hilfreich, um eine dreidimensionale Darstellung der Oberarmkopf enthalten.

Was tun bei Humerusfraktur?

  • Ruhigstellung bei einfacher Fraktur
  • Rekonstrukion und Refixierung verschobenen Knochenfragtmenten.
  • In schweren Fällen Schulterprothese

Wenn die Fragmente nach einem Oberarmkopfbruch stabil sind und nicht gegeneinander verschoben, kann auf eine Operation häufig verzichtet werden. Dann wird das Schultergelenk mit Hilfe einer Armschiene für einige Wochen ruhiggestellt. Eine Humerus Fraktur mit vesrchobenen Fragmenten oder unter Beteiligung der Glenekflächen muss immer operativ behandelt werden. Dabei werden die Fragmente mit Hilfe von Schrauben und Platten stabilisiert, damit sie wieder in der gewünschten Position ein heilen, und eine glatte Gelenkfläche entsteht. Neben der Wiederherstellung des Schultergelenks ist die Vermeidung einer Schulterarthrose (Omarthrose) das wichtigste Behandlungsziel.

Kapselverletzung oder Kapselriss der Schulter (HAGL-Läsion)

  • Stechende Schulterschmerzen
  • Bewegunsstörung / Steifheit
  • Schwellung der Schulter
  • Häufig begleitende zu traumatischen Schulterveletzungen

Aufgrund der hohen Beweglichkeit des Schultergelenks hat die Gelenkkapsel der Schulter eine besonders wichtige Aufgabe. Sie leistet nicht nur einen entscheidenden Beitrag zum Knorpelstoffwechsel. Die Kapsel des Schultergelenks stabilisiert mit Hilfe eingelagerter Bänder (glenohumerale Bänder) das Schultergelenk auch mechanisch. Bei Dehnung oder Prellung der Schulter können auch diese Bänder verletzt werden, oder sogar reissen.

Häufig tritt die Kapselverletzung gemeinsam mit anderen Verletzungen, z.b. der Schulterluxation auf.

Therapie des Kapselbandrisses der Schulter

  • Ruhigstellung und Schonung
  • Naht des Kapselbandrisses durch Schulterarthroskopie

Der Kapselriss oder die Verletzung der Kapselbänder (HAGL-Läsion) wird zunächst durch Ruhigstellung und Schonung behandelt. Wenn die Schäden aber zu groß sind oder die konservative Behandlung nicht ausreicht, ist eine arthroskopische Naht der geschädigten Gelenkkapsel erforderlich.

Schulterschmerzen durch Überlastung und Entzündung

Körperlich arbeitende Menschen, Sportler und Handwerker sind häufig von Schulterentzündungen auf Grund von Überlastung und einseitiger Beanspruchung betroffen. Vor allem ein relativ hoher Anteil von Überkopfbewegungen, wie z.b. bei Malern oder bei Monteuren, kann Schulterschmerzen durch Überlastung der Schulter, der Weichteile und Sehnen hervorrufen. Auch degenerative Veränderungen bei älteren Patienten können Entzündungen an Weichteilen und Sehnen hervorrufen.

Kalkschulter: Stechende Schmerzen durch Kalkeinlagerung in der Supraspinatussehne

Röntgenbild eines Schultergelenks: Sichtbar ist die Kalkeinlagerung in der Supraspinatussehne (roter Kreis). Bei der Kalkschulter führt die Kalkeinlagerung und die damit verbundene Degenration und entzündliche Veränderung der Rotatorenmanschette zu Schmerzen und  Bewegungseinschränkungen der Schulter. Röntgenbild eines Schultergelenks: Sichtbar ist die Kalkeinlagerung in der Supraspinatussehne (roter Kreis). Bei der Kalkschulter führt die Kalkeinlagerung und die damit verbundene Degenration und entzündliche Veränderung der Rotatorenmanschette zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen der Schulter. © Gelenk-Klinik
  • Stechende Schmerzen
  • Nachtschmerzen beim auf die Schulter liegen
  • Probleme bei Überkopfarbeiten oder Haare kämmen

Aufgrund von Stoffwechselstörungen kann es zur Verkalkung der Rotatorenmanschette kommen: Das ist die Bildung von Kalkdepots in der Supraspinatussehne. Dann spricht man von einer Kalkschulter (Tendinosis calcarea). Diese Kalkdepots können schmerzfrei sein. In vielen Fällen führen Sie aber auch zu stechenden Schmerzen und Bewegungseinschränkung der Schulter. In den meisten Fällen werden sich diese schmerzauslösenden Kalkdepots im Laufe von bis zu drei Jahren auch spontan wieder zurückbilden. Bewegungseinschränkungen vor allem beim Heben des Armes über Kopf, eine starke Schmerzsymptomatik in der Nacht sin sehr einschränkend und machen eine Therapie der Kalkschulter notwendig.

Die Kalkschulter wird fast immer über ein Röntgenbild eindeutig nachgewiesen. Wenn die Kalkschulter schmerzfrei ist, ist eine ärztliche Behandlung nicht unbedingt erforderlich. Die Therapie folgt also den für die Kalkschulter typischen Bewegungseinschränkungen oder Schulterschmerzen.

Therapie der Kalkschulter

  • Physiotherapie und Schulterübungen
  • Stoßwellentherapie
  • Zellbiologische Regulationstherapie
  • Selten: Operative Entfernung des Kalkdepots durch Schulterarthroskopie

Die Symptome der Kalkschulter lassen sich in den meisten Fällen schon durch eine konservative Therapie erfolgreich behandeln. Mit Hilfe der extrakorporalen Stoßwellentherapie kann die Auflösung der Kalkdepots beschleunigt werden. Die Kalkeinlagerung beruht häufig auf einem Stoffwechseldefizit: Das führt zum Absterben von Tendozyten (Sehnenzellen) und deren Ersatz durch Kalkdepots. Daher kann die stoffwechselaktivierende Zellbiologische Regulationstherapie (ZRT®-Matrix-Therapie) in vielen Fällen zur schnellen Resorption des Kalkdepots beitragen. Nur in therapieresistenten Fällen kann eine operative Entfernung des Kalkdepots durch Schulterarthroskopie notwendig sein.

Bursitis (Schleimbeutelentzündung): Schwellung und stechende Schmerzen der Schulter

  • Stechende Schulterschmerzen
  • Stechende Nachtschmerzen und Schlafstörungen
  • Druckschmerzen der Schulter
  • Schmerzen bim Armheben (z.B. Jacke überziehen)
  • Überwärmung und Rötung eher selten

Die Bursitis der Schulter ist die schmerzhafte Entzündung der Schleimbeutel im Schultergelenk. Schleimbeutel (lat bursa = Tasche) sind flüssigkeitsgefüllte Bindegewebe, die als Puffer oder Schmiermittel zwischen stark belasteten Sehnen und Muskeln funktionieren. Es gibt sie als Verschiebeschicht überall dort, wo Muskeln Sehnen und Bänder auch unter Last gegeneinander verschiebbar und beweglich sein müssen. Am häufigsten ist an der Schulter der Schleimbeutel unter dem Schulterdach von Entzündung betroffen, weil dieser durch über Kopfbewegungen und Heben des Armes besonders stark belastet wird. Auch Rheuma oder Entzündungen können zu Entzündungen der Schleimbeutel beitragen. Die Bursitis führt manchmal zu einer Schwellung und Überwärmung des Schultergelenks. Häufig sind aber keine äußerliche Symptome erkennbar, weil die Schleimbeutel zu tief ind er Schulter liegen. Die Beweglichkeit der Schulter, vor allem bei Überkopf-Bewegungen, wird durch Bursitis stark eingeschränkt.

Therapie der Schulterbursitis

Akute, schmerzhafte Bursitis der Schulter kann durch Kälte und Eisbeutel gemildert werden. Wichtig ist dabei auch eine Reduzierung der Belastung und Ruhigstellung der Schulter. Die Entzündung der Schleimbeutel kann auch durch medikamentöse Entzündungshemmer (NSAR) als Salbe oder Tablette behandelt werden. In seltenen Fällen muss ein entzündeter Schleimbeutel durch Schulterarthroskopie entfernt werden. Das Schleimbeutelgewebe bildet sich dann in kurzer Zeit wieder völlig neu aus.

Schmerzhafte Schultersteife (Frozen Shoulder)

  • Stechende Schulterschmerzen
  • Steifheit und Bewegungseinschränkung
  • Nachtschmerzen
  • Ruheschmerzen
  • Bewegungsstörung und eingeschränkte Mobilität

Die Schultersteife ("Frozen shoulder") ist ein Krankheitsbild, das zur bewegungseinschränkenden Schrumpfung der Gelenkkapsel führt. Die Schultersteife beginnt schleichend. Innerhalb von einigen Wochen oder Monaten wird die Bewegungseinschränkung im Schultergelenk immer deutlicher. Bald treten auch stechende Nachtschmerzen in der Schulter auf, die die den Schlaf behindern. Sport oder Alltagsbewegungen werden immer stärker eingeschränkt. Ursachen sind manchmal Prellungen und Schläge auf die Schulter, die von einer längeren Zeit der Schonung und Entlastung gefolgt werden. Es gibt auch Stoffwechselveränderungen, wie Diabetes, die das Auftreten einer Schultersteife wahrscheinlicher machen. Die Frozen Shoulder Erkrankung löst sich häufig spontan wieder auf: Die bis zu drei Jahre dauernde Bewegungseinschränkung und Schmerzhaftigkeit der Schulter ist allerdings für die meisten Patienten nicht akzeptabel und daher dringend therapiebedürftig.

Therapie der Frozen shoulder (Schultersteife)

  • Physiotherapie
  • Medikamentöse Schmerztherapie
  • Zellbiologische Regulationstherapie
  • Kortison-Stufenschema (Tabletteneinnahme)
  • Operative Narkose-Mobilisierung der Schulter
  • Operative Kapselspaltung der Gelenkkapsel der Schulter

In den meisten Fällen erfolgt die Behandlung durch Physiotherapie und physikalische Therapie. Besonders erfolgreich ist die Anwendung der zellbiologischen Regulationstherapie bei Frozen shoulder. Die Dauer der Schulterversteifung kann durch die Reaktivierung des Stoffwechsels im Schultergelenk häufig sehr deutlich verkürzt werden.

Als medikamentöse Behandlung gibt es das sogenannte Kortison-Stufenschema, das Schmerzhaftigkeit und Dauer der Schultersteife nachgewiesenermaßen abkürzt.

Medikamentöse Schmerzlinderung durch NSAR kann die Symptome mildern, die Dauer der Schultersteife aber nicht abkürzen. Wenn keine Behandlung zu einem Erfolg führt, kann eine operative Narkosemobilisation der Frozen Shoulder durchgeführt werden. Gleichzeitig kann arthroskopisch eine Mobilisierung der Schulterkapsel durchgeführt werden.

Rheumatische Arthritis: Schmerzhafte Schulterentzündung und Degeneration

  • Stechende Schulterschmerzen
  • Schwellung
  • Überwärmung
  • Druckschmerzen der Schulter
  • Rötung der Schulter
  • Bewegungseinschränkung

Rheuma in der Schulter kann sich durch dumpfe, tiefliegende Schmerzen im Schultergelenk ankündigen. Im fortgeschrittenen Stadium kann rheumatische Arthritis auch die Knorpelschicht im Schultergelenk zerstören und zu einer Schulterarthrose führen. Auch die Rotatorenmanschette der Schulter (Supraspinatussehne) kann durch rheumatische Arthritis angegriffen werden. Rheuma kann eine Vielzahl von zugrundeliegenden Ursachen haben, die bis heute noch wenig erforscht sind.

Therapie des Rheumas bzw. der Arthritis an der Schulter

  • Antirheumatische Medikamente
  • Radiosynoviorthese (entzündungsmindernde Röntgenbestrahlung)
  • Arthroskopische Entfernung der entzündeten Gelenkschleimhaut
  • Gelenkersatz und Schulterprothese

Bei der rheumatischen Entzündung der Schulter steht die Kontrolle der Entzündung und der Schulterschmerzen im Vordergrund. Das gelingt meistens durch verschiedene Medikamentenklassen (antirheumatika). Durch Entzündung und Zerstörung verschiedener Strukturen des Schultergelenks, können auch operative Eingriffe notwendig werden. Diese Schulteroperationen bei Rheuma gehen von der arthroskopischen Entfernung von entzündeten Gelenkschleimhäuten oder Schleimbeuteln, bis hin zum operativen Ersatz des Schultergelenks durch Schulterprothesen (Endoprothetik).

Schulterschmerzen wegen Verschleißerkrankungen: Arthrose und Sehnenrisse

Neben akuter Überlastung spielt vor allem der mit zunehmendem Alter wachsende Verschleiß von Knochen, Knorpeln und den Sehnen der Rotatorenmanschette eine große Rolle bei der Entstehung von Schulterschmerzen. Zugleich ist der Verschleiß von Strukturen des komplexen Schultergelenks in der Regel durch physiotherapeutische Maßnahmen gut behandelbar: Weil stets eine Vielzahl von Muskeln und Sehnen an einer bestimmten Bewegung beteiligt sind, können verloren gegangene Funktionen von benachbarten Strukturen mitübernommen werden. Physiotherapie hilft dabei. Die konservative Therapie von degenerativen Schulterbeschwerden ist daher besonders erfolgreich.

Schulterarthrose (Omarthrose): Gelenkverschleiß im Schultergelenk

Bei der Schulterarthrose wird der Gelenkknorpel immer stärker abgenutzt. Die an der Gelenkfläche beteiligten Knochen gleiten nicht mehr über die wasserhaltige Knorpelfläche sondern schlagen gegeneinander. An den Gelenkflächen bilden sich Knochensporne (Osteophyten), die die Gelenkfläche weiter aufrauen und den Knorpelverschleiß beschleunigen. Bei der Schulterarthrose wird der Gelenkknorpel immer stärker abgenutzt. Die an der Gelenkfläche beteiligten Knochen gleiten nicht mehr über die wasserhaltige Knorpelfläche sondern schlagen gegeneinander. An den Gelenkflächen bilden sich Knochensporne (Osteophyten), die die Gelenkfläche weiter aufrauen und den Knorpelverschleiß beschleunigen. © Viewmedica
  • Einsteifung
  • Schwellung,
  • Dumpfe Schmerzen
  • Stechende Schmerzen
  • Schwellung, Überwärmung
  • Nachtschmerzen
  • Reibegeräusche im Schultergelenk
  • Anlaufschmerzen

Schulterarthrose (Omarthrose) ist der Zustand nach Verschleiß und Abrieb der Knorpelflächen im Schultergelenk. Ursachen für die Schulterarthrose gibt es viele: Überlast, Störung der Biomechanik durch Sehnenschäden, genetische Knorpelschwäche, Entzündungen im Schultergelenk, Störung der Gelenkfläche durch Frakturen und vieles mehr. Knorpelschäden machen sich anfangs durch dumpfe, tiefliegende Schmerzen bemerkbar. Das Schultergelenk wird mit Arthrose schmerzhaft, und zeigt morgens stechende Anlaufschmerzen. Die Beweglichkeit der Schulter ist bei Schulterarthrose zunehmend eingeschränkt werden.

Wie bei jedem anderen Gelenk auch, kann die Schulterarthrose radiologisch durch eine Röntgenaufnahme bestätigt werden: Je schmaler der Gelenkspalt im Röntgenbild, umso stärker ist die Abnutzung der Knorpelschicht.

Therapie der Schulterarthrose

  • Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR)
  • Physiotherapie (Zentrierung der Schulter)
  • Zellbiologische Regulationstherapie
  • Knorpelzelltransplantation (ACT)
  • Schulterprothese (Arthroplastie)

Bei der Arthrose des Schultergelenks stehen alle Therapieformen zur Verfügung, die auch bei der Arthrose andere Gelenke eine Rolle spielen: Von der medikamentösen Schmerzlinderung und Entzündungshemmung, über die verbesserund der Gelenkfunktion mit Physiotherapie, bis hin zur Gelenk erhaltenden operativen Maßnahmen. Dazu gehört vor allem die Knorpeltransplantation im Schultergelenk mithilfe körpereigener, aber im Labor herangezüchteter Knorpelzellen. Wenn das Schultergelenk durch Arthrose schon ganz abgenutzt ist, kann eine Schulterendoprothese die schmerzfreie Beweglichkeit der Schulter wiederherstellen. Im Bereich der Schulter werden Endoprothesen aber wesentlich seltener eingesetzt, als im stärker belasteten Bereich der gewichttragenden unteren Extremitäten (Hüfte, Knie).

Schulterimpingement: Schulterenge, Degeneration und Ruptur der Rotatorenmanschette

Die Ruptur der Rotatorenmanschette ist in den meisten Fällen ein Riss der Supraspinatussehne, die unter dem Schulterdach verlaufend, von oben den Oberarmkopf umfasst. Der Riss erfolgt in den meisten Fällen nur in einem Teilbereich der flächigen Sehne, so dass häufig eine Teil der Funktion der Rotatorenmanschette trotz schmerzhafter Ruptur erhalten bleibt. Die Ruptur der Rotatorenmanschette ist in den meisten Fällen ein Riss der Supraspinatussehne, die unter dem Schulterdach verlaufend, von oben den Oberarmkopf umfasst. Der Riss erfolgt in den meisten Fällen nur in einem Teilbereich der flächigen Sehne, so dass häufig eine Teil der Funktion der Rotatorenmanschette trotz schmerzhafter Ruptur erhalten bleibt. © Viewmedica
  • Stechende Schmerzen beim seitlichen Abspreizen des Armes ab der Waagerechten ("painful arc" bei 60° - 120° Winkel des Armes zur Körperlängsachse)
  • Belastungsabhängige Schulterschmerzen
  • Schmerzen bei Überkopfbewegungen (Haare föhnen etc)
  • Kraftverlust im Arm

Der Begriff "Impingement" (englisch: to impinge = einklemmen oder anschlagen) bezeichnet das Zusammentreffen zweier knöcherner Strukturen. Das Schulterimpingement bezeichnet das Anschlagen des Oberarmkopfes an die Knochen des Schulterdaches (Akromion). Dabei werden jedes Mal auch die Sehnen qequetscht, die durch diesen subakromialen Raum verlaufen: Die Supraspinatussehne, die genau durch diesen subakromialen Raum verläuft, um dann von oben den Oberarmkopf zu umfassen, aber auch die lange Bizepssehne. Durch das Schulterimpingement verschleißt die wichtigste Sehne der Rotatorenmanschette degenerativ: die Supraspinatussehne. Bereits durch einen kleineren Unfall, etwa einen Sturz auf den Ellenbogen, kann diese geschwächte Sehne vollends reissen und ihre Funktion verlieren.

Bei älteren Patienten ist der Riss der Supraspinatussehne Teil des degenerativen Geschehens. Bei jüngeren Patienten sind vor allem traumatische Einwirkungen dafür verantwortlich.

Wenn die Supraspinatussehne ihre Funktion teilweise oder vollständig verliert, wird der Oberarmkopf im Schultergelenk noch weiter in Richtung Schulterdach geschoben. Die Position des Oberarmkopfes unter dem Schulterdach ist im Röntgenbild eindeutig bestimmbar. Die Situation der Rotatorenmanschette kann mit Hilfe des Ultraschalls genauer untersucht werden.

Charaktersitisch für das Schulterimpingement ist der painful arc, also das Abspreizen des Armes in einem Winkel von 60° bis zu 120° zur Körperlängsachse. Charaktersitisch für das Schulterimpingement ist der painful arc, also das Abspreizen des Armes in einem Winkel von 60° bis zu 120° zur Körperlängsachse. © Gelenk-Klinik

Konservative Therapie des Schulterimpingements

  • Belastungspause und Ruhigstellung des Schultergelenkes
  • Verhaltensanpassung: Überkopf-Bewegungen vermeiden
  • Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR)
  • Physiotherapie und Krankengymnastik
  • Physikalische Therapie (Kälte, Ultraschalltherapie)
  • Injektionstherapie mit Hilfe von Cortison und Lokalanästhetika
  • Röntgenbestrahlung zur Behandlung der chronischen Entzündung der Supraspinatussehne
  • Stoßwellentherapie, vor allem in Verbindung mit Kalkschulter

Operative Therapie des Schulterimpingements

  • Akromioplastik: Ausweitung des subakromialen Tunnels durch Knochenabtragung
  • Kalkentfernung, wenn das Kalkdepot zum Schulterimpingement beiträgt
  • Naht der Rotatorenmanschette
  • Inspace™-Implantat zur Wiederherstellung der Funktion der Supraspinatussehne bei der Zentrierung der Schulter.

Wenn die Degeneration der Supraspinatussehne zu weit fortgeschritten ist, kann eine arthroskopische Naht der Rotatorenmanschette nicht mehr helfen. In diesem Fall gibt es die Möglichkeit, den Oberarmkopf durch ein innerhalb von 1-2 Jahren im Körper selbstauflösendes, ballonartiges Implantat wieder zu zentrieren. Dieses sogenannte Inspace™ Implantat wird mit Hilfe einer arthroskopischen Operation unter das Schulterdach platziert. Das Ballonimplantat wird mit physiologischer Kochsalzlösung gefüllt, damit es als Platzhalter zugleich elastisch und stabil ist.

Das Inspace-Implantat (Ballonspacer) kann eine degenerierte Rotatorenmanschette ersetzen und als PLatzhalter unter dem Schulterdach den Oberarmkopg wieder im Schultergelenk zentrieren. Wenn der Oberarmkopf wieder zentriert ist, lässt der Schulterschmerz nach und die anderen Muskeln der Rotatorenmanschette können so auftrainiert werden, dass sie einen Teil der Funktion der Supraspinatussehne übernehmen. Das Inspace-Implantat (Ballonspacer) kann eine degenerierte Rotatorenmanschette ersetzen und als Platzhalter unter dem Schulterdach den Oberarmkopg wieder im Schultergelenk zentrieren. Wenn der Oberarmkopf wieder zentriert ist, lässt der Schulterschmerz nach und die anderen Muskeln der Rotatorenmanschette können so auftrainiert werden, dass sie einen Teil der Funktion der Supraspinatussehne übernehmen. © Orthospace ltd, Israel, Exactech, Germany

Degeneration, schmerzhafte Entzündung und Riss der Bizepssehne

  • Stechende Schmerzen beim Arm Heben (v.a. Überkopf)
  • Schmerzen im Bizepsmuskel
  • Bewegungseinschränkungen

Der Bizeps ist der Muskel für die Armbeugung zuständige Muskel an der Vorderseite des Oberarms. Dieser Armbeuge-Muskel ist unten ("distal") über die Bizepssehne mit dem Unterarm verbunden. Die obere ("proximale") Bizepssehne ist zweigeteilt. Der eine proximale Ansatz der Bizepssehne ist mit dem Oberrand der Schulterpfanne verbunden. Dieser Teil, die sogenannte "lange Bizepssehne" ist sehr anfällig für Verletzungen und Entzündungen. Ein weiterer, medizinisch fast immer unaffälliger Teil der Bizepssehne ist mit dem Coracoid (Rabenschnabelfortsatz) verbunden.

Die schmerzhafte Entzündung und Degneration bis hin zum Riss der Bizepssehne wird durch Überlastung und Dauerbeanspruchung des Bizeps gefördert. Kommt dazu noch ein Impingement der Schulter, also eine Verengung des Raumes unter dem Schulterdach, wird eine schmerzhafte Entzündung der langen Bizepssehne noch wahrscheinlicher.

Die erkrankte Bizepssehne wird vor allem schmerzhaft bei der Armstreckung nach oben: Überkopfarbeiten (Deckenstreichen, Montagearbeiten), aber auch z.B. das Vorgreifen beim Kraulschwimmen beschleunigen die Degeneration der Bizepssehne.

Die lange Bizepssehne wird also durch das Auftreten anderer Erkrankungen der Schulter häufig in Mitleidenschaft gezogen.

Durch einen Sturz auf den Ellenbogen kann die Bizepssehne unter dem Schulterdach beschädigt werden: Ein teilweiser oder vollständiger Riss der langen Bizepssehne ist sehr schmerzhaft und mit einer deutlichen Bewegungseinschränkung der Schulter verbunden. Bei einem vollständigen Riss der Bizepssehne sackt der Muskelbauch des Bizepsmuskels nach unten. Durch eine degenerative Vorschädigung kann so ein Bizepssehnenriss wahrscheinlicher gemacht werden.

Wegen der vielen möglichen Ursachen kann eien Schädigung oder ein Riss der Bizespsehen in jedem Alter auftreten. Bei jungen Patienten tritt derBizepssehnenriss eher aufgrund von Traumata oder Überlastung auf. Bei älteren Patienten entsteht der Bizepssehnenriss eher vor dem Hintergrund einer degenerativen Vorschädigun der langen Bizepssehne.

Konservative und operative Therapie der Bizepsehnendegeneration oder Ruptur

  • Schmerzmittel und Entzündungshemmer
  • Physikalische Therapie (Kältetherapie)
  • Zellbiologische Regulationstherapie, vor allem biomechanische Stimulation (BMS) zur Entzündungslinderung
  • Krankengymnastik
  • Entlastung und Schonung
  • Bizepssehnentenotomie (Durchtrennung der langen Bizepssehne)
  • Refixierung derlangen Bizepssehne (Bizepssehnentenodese)

Entzündungen oder Teilrisse der Bizespsehne machen häufig über Wochen und Monate Beschwerden. Gerade bei Bizepssehnedegeneration sind Teilrisse schwer einzuschätzen: Wird eine konservatrive Behandlung die Funktion wieder herstellen? Oder ist eine operative Refixierung der Bizepssehne notwendig, um die Leistungsfähigkeit wieder herzustellen? Schmerzsituation und Kraftverlust sind Hinweise auf eine operative Indikation. Weil auch die Rehabilitation nach einer Operation einige Zeit in Anspruch nimmt, ist die Abwägung für oder gegen die Operation der Bizepssehne nicht einfach.

Wenn die Bizepssehne angerissen ist, kann sie operativ abgelöst werden (Bizepssehnen-Tenotomie) und ggf. an der Bizepssehnenrisnne wieder fixiert werden (Bizepssehnen-Tenodese)

Unspezifische Schulterschmerzen: Stress, Haltung, Schulterblatt, Halswirbelsäule

Häufig sind Schulterschmerzen ausstrahlende Nervenschmerzen aus dem Bereich der Halswirbelsäule. Schulter-Nackenschmerzen können stressbedingt sein. Sie können aber auch auf Störungen der Funktion der Halswirbelsäule beruhen.  Häufig sind Schulterschmerzen ausstrahlende Nervenschmerzen aus dem Bereich der Halswirbelsäule. Schulternackenschmerzen können stressbedingt sein. Sie können aber auch auf Störungen der Funktion der Halswirbelsäule beruhen: Erkrankungen wie z.B. der Bandscheibenvorfall, Stenose oder Bandscheibendegeneration können zu einer Schmerzhaft ausstrahlenden Nervenkomnpression führen. © blackday / fotolia

Das Schultergelenk ist sehr stark in die Rumpfmuskulatur, die Rückenmuskulatur, Brustmuskulatur und Nackenmuskulatur eingebunden. Störungen in all diesen Bereichen haben dann selbstverständlich auch Konsequenzen für die Gesundheit der Schulter. Sehr häufig haben Symptome, die wir als Schulterschmerzen spüren, ihren Ursprung nicht im Schultergelenk selbst, sondern den benachbarten Regionen. Dort sind Muskeln verkürzt oder verkrampft. Ein Nerv wird eingeklemmt. So strahlt der Schmerz in die Schulter ein.

Verspannungen und Verhärtungen der Muskulatur

  • Versteifung von Nacken und Schulter
  • Verhärtung der Muskulatur
  • Stechende Schmerzen

Die häufigste Ursache für Schulterschmerzen überhaupt ist Verspannung oder Verhärtung von Schulter oder Nackenmuskulatur. Dafür gibt es viele Ursachen: Stress führt zu einer kontrakten (verkrampften) Muskulatur. Bewegungsmangel und langes Sitzen sorgen für eine Verkürzung der Muskulatur in bestimmten Bereichen: Der Rücken wird rund, das Schulterblatt wird hochgezogen, der Rumpf nach vorne gebeugt. Das führt zusätzlich zu einer Verkürzung der Brustmuskulatur. So entsteht eine Enge unter dem Schulterdach, die zu einer Degeneration und Entzündung von Schultersehnen führt.

Was tun bei Schulterschmerzen wegen Muskelverkürzung oder verhärteter Muskulatur?

Physiotherapeutische Übungen der Nackenmuskulatur, der Schulter des Rückens und der Brustmuskulatur sind sehr effektiv bei der Beseitigung von Schulterschmerzen, die durch Fehlhaltung oder Bewegungsmangel verursacht werden.

Schulterschmerzen wegen Bandscheibenvorfall oder Rückenmarksstenose im Bereich der Halswirbelsäule

  • Nackenschmerzen
  • Ausstrahlende Schmerzen in Schulter und Arm
  • Gefühlsstörungen, Gefühlstaubheit und "Ameisenlaufen" in Schulter oder Arm
  • Muskelschwäche in Schulter, Arm oder Hand

Nicht immer ist es die Schulter selbst: Eine Nerveneinklemmung durch einen Bandscheibenvorfall oder eine Rückenmarkstenose im Bereich der Halswirbelsäule, kann ebenfalls zu heftigen Schulterschmerzen, verkrampfter Muskulatur oder Kraftverlust führen. Es ist häufig nicht einfach zu entscheiden, was die Ursache für die vorliegenden Schulterschmerzen ist. Häufig ist daher eine neurochirurgische Differenzialdiagnose erforderlich, bei der auch die Halswirbelsäule durch klinische Untersuchung und durch Bildgebung genau untersucht wird.

Was tun bei Nerveneinklemmungen der HWS?

  • Physiotherapie und Massage
  • Nukleotomie (Entfernung des Bandscheibenvorfalles)
  • Operative Versteifung der Halswirbelsäule
  • Bandscheibenprothese der Halswirbelsäule

Ein Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule oder eine Rückenmarkstenose, kann in den meisten Fällen ebenfalls mit Hilfe von Physiotherapie behandelt werden. Wenn das nicht gelingt, kann eine operative Befreiung des Nervens erforderlich sein. Dabei wird der Bandscheibenvorfall operativ aus dem Wirbelkanal entfernt. Die Einengung der Nervenaustrittstelle aus dem Rückenmark (Foramen) wird durch eine Wirbelsäulenoperation beseitigt. In fortgeschrittenen Fällen der Bandscheibendegeneration kann häufig nur noch eine Bandscheibenprothese helfen.

Schmerzhafte Bewegungsstörung des Schulterblattes (Skapuladyskinesie, "Werferschulter")

  • Bewegungsstörung des Schulterblatts
  • Positionsveränderung des Schulterblatts
  • Schulterschmerzen
  • Kraftdefizit

Häufig werden Schulterschmerzen durch eine Bewegungsstörung des Schulterblattes verursacht: Man spricht in diesem Fall von der Skapuladyskinesie. Eine gestörte Beweglichkeit des Schulterblattes kann zahlreiche Ursachen haben: Ein Impingement-Syndrom, eine Verletzung der Rotatorenmanschette, oder auch eine Instabilität des Schultergelenks kann vorliegen. Es gibt auch ganz allgemeine Haltungsstörungen, die zur Skapuladyskinesie führen können: Ist der Patient zu sehr nach vorne gebeugt, wird das Schulterblatt nach oben gezogen. Eine Verkürzung des Brustmuskels (Deltamuskel) sorgt zusätzlich dafür, dass diese Position chronisch wird. Die Differentialdiagnose der Skapuladyskinesie ist daher sehr anspruchsvoll. Das Schulterblatt hat eine unverzichtbare Schlüsselrolle bei der Kraftübertragung zwischen Armen und Rumpf.

Was tun bei Skapuladyskinesie?

Der erste Schritt beim Verdacht auf eine Skypuladyskinesie erfordert eine sehr ausführliche Differentialdiagnose der Schulterschmerzen: Muskeln, Sehnen, Neurologie, Knochen und das Zusammenspiel aller Muskeln an Rumpf, Schulter und Nacken müssen untersucht werden. In den meisten Fällen hilft die Physiotherapie und die Zellbiologische Regulationstherapie bei Skapuldyskinesie.

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