Orthopädische Gelenk-Klinik

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Schulterschmerzen: Ursachen, Diagnose, Übungen und Therapie der Schulter

Inhalte zu Schulterschmerzen

  1. Was sind typische Schulterschmerzen?
  2. Anatomie und Funktion der Schulter
  3. Vorbeugung Schulterschmerzen
  4. Medikamente gegen Schulterschmerzen
  5. Wann zum Arzt mit Schulterschmerzen?
  6. Diagnose von Schulterschmerzen:
    Anamnese, Klinik, Bildgebung, Neurologie, Labor
  7. Therapie von Schulterschmerzen:
    Konservative Therapie, Schulteroperation?
  8. Übungen zum Selbermachen gegen Schulterschmerzen
  9. Schulterschmerzen nach Verletzungen, Entzündungen, Gelenkverschleiß oder Degeneration
Schulterschmerzen können außer der Entzündung des Schleimbeutels verschiedene Ursachen haben. Es gibt unterschiedliche Ursachen, wie z.B. Sehnenentzündung, traumatische Verletzungen oder Schulterarthrose, die ein ganz ähnliches Beschwerdebild auslösen können. Eine spezialisierte Untersuchung der ist daher wesentlich für die Ermittlung von Schmerzursachen und die Wahl der geeigneten Therapie. © yodiyim / fotolia Schulterschmerzen können verschiedene Ursachen haben, die ein ganz ähnliches Beschwerdebild auslösen können. Eine spezialisierte Untersuchung der schmerzenden Schulter der ist daher wesentlich für die Ermittlung von Schmerzursachen und die Wahl der geeigneten Therapie. © yodiyim / fotolia

Sein anatomischer Aufbau ermöglicht dem Schultergelenk einen enormen Bewegungsradius von drei Achsen. Man spricht bei der Schulter häufig auch von einem Kugelgelenk, obwohl die Schulter streng genommen aus zwei Gelenken besteht: Dem flachen Kugelgelenk, das zwischen Oberarmkopf und Schulterblatt liegt, sowie dem Schultereckgelenk (AC-Gelenk). Der Oberarmkopf wird dabei von mehreren Sehnen und Muskeln umfasst und bewegt. Treten Schmerzen in der Schulter auf, können verschiedene Strukturen dafür verantwortlich sein. Neben den Muskeln und Sehnen können auch Knochen, Knorpel, Schleimbeutel oder die Gelenkkapsel ursächlich für die Schmerzen sein. Häufige Auslöser für Schäden an diesen Strukturen sind Überlastungen, Verletzungen oder degenerative Veränderungen wie Schulterarthrose (Gelenkverschleiß). Meistens sind Medikamente, Ruhigstellung oder Physiotherapie als Therapie ausreichend. In einigen Fällen kann aber nur eine Operation oder sogar ein Gelenkersatz (Schulterprothese) helfen.

Was sind Schulterschmerzen?

Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk im menschlichen Körper. Ob wir uns kämmen, einen Ball werfen, eine juckende Stelle am Rücken kratzen, oder einen Gegenstand ergreifen: Die differenzierte Bewegung entsteht durch die fein aussteuerbare Motorik der Schulter. Das Schultergelenk hält eine schwierige Balance aus feinmotorischer Steuerung und Kraftübertragung aus dem Rumpf in die vordere Extremität (den Arm).

Fast jeder von uns bekommt im Laufe des Lebens Schulterschmerzen. Der Grund dafür ist die besondere, komplexe Anatomie der Schulter.

Anatomie der Schulter

Der Schultergelenkkopf des Oberarmknochens liegt der flachen Schultergelenkpfanne nur an, wird aber nicht davon umfasst. Ein dynamisches System aus Muskeln, Sehnen und Bändern stabilisiert die Position des Schultergelenks. Durch die sehr hohe Beweglichkeit des Schultergelenks, aber auch durch die Komplexität der motorischen Steuerung, gibt es viele Ursachen für Schulterschmerzen.

Schulterschmerzen können in allen Geweben des Schultergelenks entstehen. Dabei wirken Körperhaltung, Lebensweise, Alter, Entzündungvorgänge und Stoffwechsel sowie die besonderen Schwachpunkte der anatomischen Bestandteile des Schultergelenks aufeinander ein. Häufig kann nur ein erfahrener Diagnostiker aus einem Komplex von Störungen die Hauptursache der Schulterschmerzen herausfinden.

Anatomie des Schultergelenks: Akromioklavikulargelenk, Glenohumeralgelenk, Supraspinatussehne, Schlüsselbein und Schulterblatt Das Schultergelenk ist eigentlich aus zwei Gelenken aufgebaut. Das Gelenk zwischen Oberarmkopf und Schulterblatt (Glenohumeralgelenk) ist für alle Bewegungsrichtungen der Schulter verantwortlich. Der Oberarmkopf wird von mehreren Sehnen der Rotatorenmanschette umfasst, die für seine Position und Beweglichkeit zuständig sind. Am wichtigsten und klinisch auffälligsten ist dabei die von oben kommende Supraspinatussehne, welche zwischen dem Akromion und dem Oberarmknochen verläuft. Das Gelenk zwischen Schlüsselbein (Clavicula) und dem Schulterdach (Akromion) des Schulterblatts (Akromioklaviculargelenk oder AC-Gelenk) ist ebenfalls für die Beweglichkeit des Schultergelenks verantwortlich. © bilderzwerg / fotolia

Komplexer Aufbau der Schulter: Glenohumeralgelenk und AC-Gelenk

Die Beweglichkeit des Schultergelenks ist in Wirklichkeit eine Leistung mehrerer Gelenke:

Das sogenannte Glenohumeralgelenk, also das Gelenk zwischen dem Oberarm und der am Schulterblatt gelegenen Gelenkpfanne, unterstützt nur einen Teil der Beweglichkeit des Schultergelenks.

Acromioclaviculargelenk (AC-Gelenk)

Dazu kommt das Acromioclaviculargelenk (AC-Gelenk) oder Schultereckgelenk. Das AC-Gelenk ist die gelenkige Verbindung zwischen dem äußeren Ende des Schlüsselbeins (Clavicula) und dem oberen Ende des Schulterblatts (Skapula). Wie jedes andere Gelenk kann das AC-Gelenk Arthrose bekommen oder durch Schläge und Traumata geschädigt werden.

Wichtige Rolle der Weichteile bei der Funktion der Schulter

Gleitgewebe (Schleimbeutel, Bursae) halten die vielen Muskeln, Sehnen und Bänder, die das Schultergelenk ringförmig umgeben, beweglich und gleitfähig. Sowohl die Muskeln und Bänder, als auch die Gleitgewebe können für Schulterschmerzen verantwortlich sein.

Schleimbeutel (Bursa Subakromialis)

Die Schleimbeutel der Schulter (lat. Bursa = Tasche) sind formbare, elastische mit Flüssigkeit gefüllte Bindegwebessäcke. Sie sind überall dort zu finden, wo Muskeln, Sehnen Knochen und Bänder gegeneinander verschiebbar und beweglich sein müssen. Die Bursa ist mit Synovialflüssigkeit gefüllt, die von einer Schleimhaut auf der Innenseite des Schleimbeutels produziert wird. Schleimbeutel könne sich schmerzhaft entzünden (Bursitis) und sind häufige Ursache von stechenden Schulterschmerzen.

Sehnen und Bänder: die Rotatorenmanschette

Das Schultergelenk ist - anders als z.B. das Hüftgelenk - nicht dadurch fixiert, dass der Gelenkkopf tief in der Gelenkspfanne verankert ist. Der Oberarmkopf liegt dem Glenoid (Gelenkspfanne der Schulter) nur flach an. Ihre Belastbarkeit und Formbeständigkeit erhält die Schulter durch ein System großer Bänder (der sog. Rotatorenmanschette), die am Oberarmkopf ansetzen und die Beweglichkeit und Festigkeit der Schulter gewährleisten. Risse und Entzündungen dieser Sehnen - vor allem der Supraspinatussehne und der Bizepssehne - führen stets auch zu Schulterschmerzen und Bewegungseinschränkungen.

Gelenkkapsel des Schultergelenks

Das Schultergelenk ist, wie jedes andere Gelenk auch, von einer zähen, bindegwebigen Gelenkkapsel umgeben. Diese ist auf der Innenseite von einer sogenannten Synovialmembran - der Gelenkschleimhaut - ausgekleidet. Die Synovialmembran produziert Hyaluronsäure, die wichtiger Bestandteil der Knorpelernährung in Gelenkflüssigkeit ist. Ist diese Synovialmembran entzündet, leidet die Knorpelernährung und langfristig auch die Funktion des Schultergelenks. Aus dem Knorpelverschleiß kann sich eine Schulterarthrose entwickeln.

Die Gelenkkapsel der Schulter hat auf Grund der hohen Mobilitätsanforderungen des Gelenks einen besonderen Aufbau: Um die Festigkeit zu erhöhen, ist sie durch einen speziellen, in die Kapsel eingelagerten Kapselbandapparat verstärkt. Das sind in die Gelenkkapsel eingelagerte Bänder, die gegenüber bestimmten Zugrichtungen eine erhöhte Stabilität und Belastbarkeit verleihen. Zerrungen und Schäden des Kapselbandapparates führen zu tiefliegenden, langwierigen Schulterschmerzen.

Es gibt auch Entzündungen der Gelenkkapsel des Schultergelenks (Kapselentzündung oder Frozen Shoulder), die zu chronischen Schulterentzündungen führen können.

Einfluss der Skapula (Schulterblatt)

Die Körperhaltung hat einen deutlichen Einfluss auf die Lage der Knochen im Schultergelenk: Wenn wir stark nach vorne gebeugt sitzen, wird das Schulterblatt automatisch nach oben gezogen. Die Position des am Schulterblatt anliegenden Schultergelenks verändert sich. Bewegungsstörungen der Schulterblatts ( Skapuladyskinesie) und Schulterschmerzen entstehen.

Gelenkknorpel und Gelenkflächen

Wie in jedem Gelenk ist die Funktion des Schultergelenks abhängig von intakten Knorpelflächen, die Oberarmkopf und Gelenkspfanne überdecken und eine reibungsarme Beweglichkeit der knöchernen Partner im Schultergelenk herstellen. Wenn nach Trauma die Knorpelfläche im Gelenk teilweise beschädigt ist, oder wennn durch Abnutzung des Knorpels eine Schulterarthrose entsteht, können tiefliegende Schulterschmerzen und Gelenksentzündungen (aktivierte Arthrose) auftreten.

Vorbeugung von Schulterschmerzen

  • Bewegungreicher Lebensstil
  • Einseitige Bewegungen vermeiden
  • Regelmäßig Rücken- und Brusmuskulatur dehnen
  • Sitzende Tätigkeit durch Bewegung unterbrechen
  • Stehschreibtische einsetzen

Der Entstehung von Schulterschmerzen können Sie vor allem vorbeugen, indem sie immer in Bewegung bleiben. Wenn Sie sich in ihrem Alltag viel bewegen, ohne das Schultergelenk durch Arbeit, einseitige Belastungen, Sport oder sich immer wiederholende Überkopfbewegungen zu schädigen, haben Sie eine gute Chance weitgehend von Schulterschmerzen verschont zu bleiben.

Schulterübungen können die Schultermuskulatur auf eine sanfte Art und Weise kräftigen und beweglich halten. Dazu gehören einfache Dehnungen der Schulter und der Brustmuskulatur. Wenn Sie dafür ins Krafttraining gehen, lassen Sie ihre Bewegungsabläufe bitte von einem ausgebildeten Trainer kontrollieren.

Menschen mit vorwiegend sitzender Tätigkeit sollten auf regelmäßige Bewegung, Pausen und Dehnung achten. Lockern Sie ihre Schultern immer wieder und trainieren Sie ihre Körperhaltung: Mit einem starken Rücken und einer gut gedehnten Körpervorderseite bleiben auch Ihre Schultern gesund. So vermeiden Sie schmerzhafte Muskelverspannungen oder Einengungen des Schultergelenks (Schulterimpingement).

Selbsthilfe bei Schulterschmerzen

Mit Schulterschmerzen müssen Sie nicht immer gleich zum Arzt. Auch kleinere Verletzungen des Schultergelenks können Sie häufig selbst auskurieren. In vielen Fällen können Sie auch mit Hausmitteln oder mit frei in der Apotheke erhältlichen Präparaten Schulterschmerzen behandeln. Bei einem Verdacht auf eine strukturelle Verletzung an Sehnen, Knochen oder Muskeln, z.B. nach einem Unfall, sollten Sie aber einen Arzt aufsuchen.

Wenn das Schultergelenk durch Überlastung oder Überanstrengung schmerzhaft geworden ist können folgende einfach selbst durchführbare Maßnahmen helfen:

  • Ruhe und Entlastung
  • Kühlung oder Eis
  • Ruhigstellen und Entlasten der Schulter

Medikamente gegen Schulterschmerzen

Zu den häufig auch ohne ärztliche Verordnung verwendeten Medikamenten gegen Schulterschmerzen gehören nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac. Diese Medikamente können entweder als Tabletten oral eingenommen oder als lokal wirkende Sportsalbe auf die Schulter aufgetragen werden. Nichtsteroidale Antirheumatika sind schmerzlindernd und entzündungshemmend.

Untersuchung von Schulterschmerzen durch den Schulterspezialisten Nicht immer müssen Sie mit Schulterschmerzen zum Arzt. Wenn die Schmerzen aber über Tage immer schlimmer werden oder Sie die Schulter gar nicht mehr einsetzen können, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam. © Gelenk-Klinik

Wann soll man mit Schulterschmerzen zum Arzt?

Schulterschmerzen kommen relativ häufig vor. Nicht immer müssen Sie mit akutem Schulterschmerz einen Arzt aufsuchen. In den meisten Fällen gehen die Schmerzen innerhalb von zwei Wochen von alleine wieder zurück. Einfache Übungen oder Schmerzmittel können das beschleunigen. Wenn die Schmerzen im Schultergelenk aber sehr stark sind oder über längere Zeit immer schlimmer werden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und sich gründlich untersuchen lassen.

Gründe für einen Arztbesuch bei Schulterschmerzen:

  • Starke, stechende Schulterschmerzen
  • Rötung und Überwärmung der Schulter
  • Eingeschränkte Beweglichkeit oder Steifheit von Arm und Schulter über mehrere Tage
  • Plötzliche Schwäche und Kraftverlust im Schultergelenk
  • Schulterschmerzen, die über Tage nicht abklingen
  • Chronisch wiederkehrende Schulterschmerzen und Schulterverletzungen
  • Vorangegangener Sturz auf die Schulter oder den Arm mit starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen
  • Knirschende und knackende Geräusche in der Schulter
  • Deutliche Formveränderung des Schultergelenks
  • Ausstrahlen der Schulterschmerzen in den Nacken oder in den Arm
  • Gefühlsstörungen in Schulter oder Arm: Taubheit, "Ameisenlaufen", Kraftverlust oder Kribbeln
  • Plötzliche linksseitige Schulterschmerzen, manchmal in Verbindung mit Schmerzen hinter dem Brustbein und Atemnot (Verdacht auf Herzinfarkt oder Angina pectoris)
  • Schulterschmerzen zusammen mit Fieber

Diagnose und Untersuchung von Schulterschmerzen

Die Diagnose der Schulterschmerzen muss über das Arztgespräch die krankheitsbezogene Vorgeschichte des Patienten ermitteln. Mit Hilfe von klinischen Tests und bildgebenden Diagnoseverfahren können die Ursachen der Schulterschmerzen bestätigt werden. Durch Laboruntersuchungen und eine neurologische Untersuchung können andere Ursachen der Schulterschmerzen ausgeschlossen werden. Das ist die Voraussetzung für eine zielgerichtete Behandlung.

Anamnese (Arztgespräch) bei Schulterschmerzen

An den Anfang der ärztlichen Untersuchung Ihrer Schulterschmerzen gehört die Anamnese, also die Erhebung der Vorgeschichte Ihrer Beschwerden im Gespräch. Der Arzt erkundigt sich nach möglichen Verletzungen. Er wird fragen, ob Sie besondere sportliche oder berufliche Belastungen haben. Auch frühere Episoden von Schulterschmerzen oder Schulterverletzungen sind diagnostisch wichtig. Zudem geben Ihr Lebensalter und Ihre allgemeine Stoffwechselsituation (Diabetes, Fettstoffwechsel, Harnsäurestoffwechsel) deutliche Hinweise auf die möglichen Ursachen Ihrer Schulterschmerzen.

Diese Fragen wird Ihnen der Arzt bei der Anamnese Ihrer Schulterschmerzen stellen:

  • Hatten sie früher schon einmal eine Schulterverletzung oder Schulterschmerzen?
  • Seit wann haben Sie Ihre Schulterschmerzen?
  • Haben sie die Schulterschmerzen ständig, oder nur bei bestimmten Bewegungen oder in bestimmten Situationen?
  • Wie ist die Schmerzqualität? Ist der Schmerz dumpf, tiefliegend, brennend oder stechend?
  • Haben sie die Schmerzen vor allem Nachts, wenn sie auf der Schulter liegen?
  • Welche Bewegungen werden durch ihre Schulterschmerzen eingeschränkt?
Durch Test der Kraftausübung in bestimmte Richtungen können Verletzungen und Schäden des Schultergelenks genau bestimmt werden. Durch Test der Kraftausübung in bestimmte Richtungen können Verletzungen und Schäden des Schultergelenks genau bestimmt werden. © Gelenk-Klinik

Klinische Untersuchung der Schulter: Test der Beweglichkeit, Schmerzhaftigkeit und Kraft

Die klinische Untersuchung der Schulter besteht zum einen aus der äußeren Inspektion Ihres Schultergelenks: Hat sich die Form verändert? Sind die beiden Schultern im Seitenvergleich unterschiedlich? Ist die Schulter geschwollen, gerötet oder überwärmt? Gibt es Bereiche der Schulter, die bei Druck und Tastuntersuchung (Palpation) stark schmerzhaft werden?

Als nächstes wird der Schulterspezialist zur Untersuchung der Schulterbeschwerden eine Reihe von klinischen Tests durchführen, bei denen ganz spezifisch die Funktion einzelner Sehnen, Muskeln oder Knochen geprüft wird. Dabei kann er über die Kraftausübung in verschiedene Richtungen speziell die Funktion einzelner Sehnen und Muskeln testen, z. B. der Supraspinatus- oder der Bizepssehne. Durch Beweglichkeitstests, wie Bewegen des Arms hinter den Körper (“Schürzengriff”), kann z. B. das AC-Gelenk (Akromioclavikulargelenk) geprüft werden.

Durch den Schürzengriff , bei dem beide Hände hinter dem Rücken zusammengeführt werden, kann die Beweglichkeit des Schultereckgelenks (AC-Gelenk) genau untersucht werden. Bei Verletzung des AC-Gelenks ist diese Bewegung sehr schmerzhaft. Durch den Schürzengriff , bei dem beide Hände hinter dem Rücken zusammengeführt werden, kann die Beweglichkeit des Schultereckgelenks (AC-Gelenk) genau untersucht werden. Bei Verletzung des AC-Gelenks ist diese Bewegung sehr schmerzhaft. © Gelenk-Klinik

Neurologische und neurochirurgische Differentialdiagnose (alternative Diagnosen) der Schulterschmerzen

Schulterschmerzen und Bewegungsstörungen der Schulter können auch neurologische Ursachen haben. Das heißt, die Leitfähigkeit oder die Integrität der Nervenbahnen, die für die Funktion des Schultergelenks notwendig sind, ist nicht mehr gegeben. Diese Leitfähigkeit der Nerven kann eine neurologische Nervenleitfähigkeitsmessung testen.

Nervenblockaden können unterschiedliche Ursachen haben.Häufig finden wir die Ursache der gestörten Nervenfunktion im Bereich der Halswirbelsäule. Durch eine Stenose (Einengung des Rückenmarks oder der Nervenwurzeln) oder eine Nervenkompression wird Druck auf die Nerven ausgeübt. Dann findet die Erregungsleitung und die Leitung sensorischer Informationen nicht mehr wie gewohnt statt. Ausstrahlende Schulterschmerzen, Lähmung, Schwäche, Kribbeln und Empfindungsstörungen (Gefühlstaubheit) können die Folge sein.

Bildgebende Untersuchung der Schulter

Wenn das Arztgespräch und die klinische Untersuchung konkrete Hinweise auf die mögliche Ursache der Schulterschmerzen gegeben haben, bestätigt eine bildgebende Untersuchung den Befund. Dabei sind diagnostische Bilder alleine häufig nicht eindeutig, sondern nur im Zusammenhang mit dem subjektiven Beschwerdebild (Symptome) der Schulter sowie den Funktionsuntersuchungen (Beweglichkeitstest etc.) zu interpretieren. Die diagnostische Bildgebung zeigt Verletzungen, Frakturen und Strukturprobleme des Schultergelenks direkt im Bild. Man unterscheidet bei der Bildgebung mehrere Verfahren, die im Folgenden kurz erläutert werden

Ultraschalluntersuchung der Schulter

Der Ultraschall des SchuDer Ultraschall des Schultergelenks kann Störungen der Weichteile (Muskeln, Bänder und Sehnen) in der Bewegung darstellen. Auch Flüssigkeitseinlagerung in Sehnen und Schleimbeuteln sowie Gelenkergüsse der Schulter macht der Ultraschall sichtbar.

Mithilfe des Ultraschalls können Muskeln, Sehnen und Weichteile des Schultergelenks in der Beweglichkeit untersucht werden. Mithilfe des Ultraschalls können Muskeln, Sehnen und Weichteile des Schultergelenks in der Beweglichkeit untersucht werden. © Gelenk-Klinik

Röntgenuntersuchung

Die Röntgenuntersuchung des Schultergelenks kann die Lage und den Zustand der Knochen darstellen. Durch die günstige Position des Oberarmkopfes zur Schulterpfanne und zum Schulterdach (Akromion) kann die Röntgenuntersuchung auch ein Schulterimpingement zeigen. Das Impingement ist die Einengung des Raumes zwischen Oberarmkopf und Akromion unter dem Schulterdach. Ein Röntgen der Schulter unter Gewichtsbelastung des Armes kann die Funktion von Sehnen, aber auch des AC-Gelenks nach einer Verletzung, feststellen. Es stellt dabei die Muskeln und Sehnen nicht direkt dar. Aus der Position der Knochen kann der Arzt indirekt auf die Funktion der Weichteile im Schultergelenk schließen. Kalkeinlagerungen in die Supraspinatussehne bei einer Kalkschulter kann das Röntgenbild eindeutig nachweisen. Es zeigt bei einer Schulterarthrose auch die Veränderung der Knochen im Gelenk, z. B. durch Zysten (Flüssigkeitseinlagerungen) oder Osteophyten (Knochensporne).

Röntgenbild einer gesunden Schulter mit ausreichend Platz für den Oberarmkopf unter dem Schulterdach (Akromion). Das Röntgenbild zeigt die Lage der Knochen zueinander. Indirekt kann man aus der normalen Lage der Knochen auf eine normale Funktion von Muskeln und Sehnen schließen. Röntgenbild einer gesunden Schulter mit ausreichend Platz für den Oberarmkopf unter dem Schulterdach (Akromion). Das Röntgenbild zeigt die Lage der Knochen zueinander. Indirekt kann man aus der normalen Lage der Knochen auf eine normale Funktion von Muskeln und Sehnen schließen. © Gelenk-Klinik

Magnetresonanztomografie (MRT)

Die Magnetresonanztomographie kann die Situation der Knochen detailliert zeigen, vor allem auch Veränderung der Knochen durch Flüssigkeitseinlagerung. Der Vorteil des MRT besteht aber vor allem in der Darstellung der Weichteile: Strukturen von Muskeln, Sehnen und Bändern der Schulter zeigt das MRT im Detail. Ein MRT kann auch degenerative Veränderungen, Flüssigkeitseinlagerungen oder Rupturen von Rotatorenmanschette oder Bizepssehne eindeutig zeigen. So kann der Arzt genau abwägen, ob eine konservative Behandlung hinreichend ist oder ein struktureller Schaden operativ behandelt werden muss. Das MRT ist also bei der Indikationsstellung vor Schulteroperationen unverzichtbar.

Computertomografie

In der Computertomographie (CT-Scan) werden die Bilder von Röntgenstrahlen aus unterschiedlichen Richtungen kombiniert, um dreidimensionale Schnittbilder der Knochen anzufertigen. Der Zustand oder die Veränderungen der Knochen können detailliert sichtbar gemacht werden. Vor allem Veränderungen im Zusammenhang mit Knochenbrüchen oder mit Implantaten (Schulterprothesen, Schrauben oder Platten) zeigt das CT in sehr viel höherer räumlicher Auflösung als das Röntgenbild.

Laboruntersuchungen bei Schulterschmerzen

Häufig haben Schulterschmerzen keine eindeutige orthopädische Ursache. Eine bakterielle Infektion der Schleimbeutel (Bursitis) oder des Schultergelenks (bakterielle Arthritis) kann die Schmerzen ebenfalls verursachen. Häufig kommt es auch zu Veränderungen des Schultergelenks durch Autoimmunprozesse (rheumatische Arthritis der Schulter) oder Veränderungen des Harnsäurestoffwechsels (Gicht).

Durch eine Laboruntersuchung des Blutes oder der Synovialflüssigkeit (Gelenkflüssigkeit innerhalb der Gelenkkapsel) des Schultergelenks erhalten wir eindeutige Belege oder Ausschlüsse dieser medizinischen Ursachen. Auch die Infektion von Implantaten (Schulterprothesen) kann die Laboruntersuchung zeigen.

Konservative Therapie: Was tun bei Schulterschmerzen?

Die Ergebnisse der ausführlichen Schulterdiagnostik integrieren wir in einen Therapieplan, der die Ursachen gezielt behandelt. Natürlich gibt es Dinge in der persönlichen Lebensführung, die jeder selbst beeinflussen kann, um Schulterschmerzen zu vermeiden. Ausreichend Bewegung und Ausgleichsgymnastik bei sitzender Tätigkeit sowie eine gute Körperhaltung sind wichtig, um Rückenschmerzen und Schulterschmerzen gar nicht erst entstehen zu lassen. Wenn die Schulter überanstrengt ist, hilft meist Ruhe und Entlastung. Falls erforderlich kann der Arzt diese Ruhigstellung der Schulter mit einem Verband unterstützen.

Durch Mobilisierung der Muskeln und Sehnen um das Schultergelenk bei der manuellen Physiotherapie kann die Beweglichkeit des Schultergelenks wieder normalisieren. Bei Erkrankungen wie Schulterimpingement und Frozen Shoulder ist die manuelle Therapie sehr wichtig zur Überwindung der Schulterschmerzen. Durch Mobilisierung der Muskeln und Sehnen um das Schultergelenk bei der manuellen Physiotherapie kann die Beweglichkeit des Schultergelenks wieder normalisieren. Bei Erkrankungen wie Schulterimpingement und Frozen Shoulder ist die manuelle Therapie sehr wichtig zur Überwindung der Schulterschmerzen. © Gelenk-Klinik

Eigenübungen, Physiotherapie und zellbiologische Regulationstherapie

Bei fast keinem anderen Gelenk ist Physiotherapie so hilfreich wie bei Schulterschmerzen. Das liegt daran, dass die Schulter durch einen Muskel- und Sehnenring – die Rotatorenmanschette –- stabilisiert wird. Weil muskuläre Dysbalancen häufig die Ursache von Schulterschmerzen oder Bewegungsstörungen sind, können Entspannung, Training und Stoffwechselverbesserung der Muskulatur die Schmerzen verbessern.

Matrixtherapie besteht aus verschiedenen Modulen, die im Bereich der Gewebsgesundheit und Entzündungshemmung zusammenwirken. Hier zeigen wir die Biomechanische Stimulation der Muskulatur rund um das Schultergelenk mit Hilfe eines vibrierenden Handgerätes. Die Zellbiologische Regulationstherapie besteht aus verschiedenen Modulen, die im Bereich der Gewebsgesundheit und Entzündungshemmung zusammenwirken. Im Bild zeigen wir die biomechanische Stimulation (BMS) der Muskulatur rund um das Schultergelenk mit Hilfe eines vibrierenden Handgerätes. Verletzungen, Entzündungen und Sehnendegeneration am Schultergelenk effektiv können so effektiv behandelt werden. Schulterschmerzen gehören zu den wichtigsten Behandlungsgebieten der Zellbiologischen Regulationstherapie. © gelenkreha.de

Physiotherapie und zellbiologische Regulationstherapie gegen Schulterschmerzen

Die Beweglichkeit des Schultergelenks und die Position des Oberarmkopfes unter dem Schulterdach hängen vom Gleichgewicht der Muskeln und Sehnen rund um das Schultergelenk ab. Schulterschmerzen oder Stoffwechselprobleme der Weichteilgewebe im Schultergelenk sprechen daher besonders gut auf Physiotherapie an. Die Physiotherapie des Schultergelenks hat folgende Ziele:

  • Auflösung von Verkrampfung der Muskulatur
  • Korrektur von Fehlhaltungen
  • Muskelgleichgewicht, z.B. Vergleich der Anspannung zwischen der Brustmuskulatur und der Rückenmuskulatur
  • Balance der Muskeln in der Rotatorenmanschette
  • Verbesserung des Stoffwechsels zur Beseitigung von Entzündungen (Frozen Shoulder) oder Verkalkung (Kalkschulter)
  • Optimierung von Heilungsvorgängen nach Schulterverletzungen oder bei der Degeneration von Sehnen

Entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente (NSAR)

Schmerzhafte Entzündungen im Schultergelenk werden in den meisten Fällen mit entzündungshemmenden und zugleich schmerzlindernden Medikamenten behandelt. Die Wirkstoffgruppe der nichsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wird dafür meistens eingestezt. Bekannte Wirkstoffe sind Diclofenac oder Ibuprofen. Bei höhrerer Dosierung oder langfristiger Anwendung sind allerdings Nebenwirkungen im Magen- Darmbereich möglich.

Um den Nebenwirkungen zu entgehen, ist auch eine Anwendung als Sportsalbe direkt auf der erkrankten Schulter möglich. Allerdings sind die Dosierungen bei der Anwendung als Creme nicht so hoch.

Einfache Übungen gegen Schulterschmerzen

Sehr häufig sind Muskeln und Sehnen der Schultermuskulatur durch Bewegungsmangel und Verspannungen schlecht versorgt. Das führt zu schmerzhaften Verhärtungen und Bewegungsstörungen, also zu Schulter-Nackenschmerzen. Mit einfachen Übungen können Sie diesen Schmerzen vorbeugen.

Wir stellen im Folgenden einfache Übungen vor, die Sie zur Vorbeugung oder zur Therapie von Schulterschmerzen durchführen können. Bitte beachten Sie, dass Sie diese Übungen nie ausführen sollen, wenn Sie starke Schmerzen haben. Wenn diese Übungen Schulterschmerzen auslösen oder verstärken, sollten Sie warten, bis die Ursache abgeheilt ist und dann weiteren Schulterschmerzen mithilfe dieser Übungen vorbeugen.

1. Pendelübung des Schultergelenks

Der Arm hängt aus dem Gelenk herab und der Oberarmkopf wird unter Zug, also ohne Belastung der Gelenkflächen im Gelenk bewegt. Der Arm hängt aus dem Gelenk herab und der Oberarmkopf wird unter Zug, also ohne Belastung der Gelenkflächen im Gelenk bewegt. © Gelenk-Klinik

Stützen Sie sich mit ihrer guten Hand auf einen Tisch oder eine Stuhllehne. Lassen Sie den Arm der schmerzhaften Schulter locker nach unten hängen und schwingen sie ihn vor und zurück. Wiederholen Sie diese Übung als Kreisbewegung des Armes. Wenn Sie den Effekt verstärken wollen, können Sie eine volle Wasserflasche oder ein anderes Gewicht in die Hand nehmen, um den Zug am Arm zu verstärken. Wiederholen Sie diese Übung mehrfach am Tag. Diese Bewegung schmiert die Gelenkfläche und dehnt alle Sehnen und Muskeln des Schultergelenks auf eine sanfte Art und Weise.

2. Schulterdehnung: Schultern nach oben ziehen

Schulterdehnung 1. Position: Schultern nach oben ziehen © Gelenk-Klinik Schulterdehnung 1. Position: Schultern nach oben ziehen. © Gelenk-Klinik

Stehen oder sitzen Sie mit geradem Rücken. Ziehen sie beide Schultern nach oben in Richtung der Ohren und halten Sie diese Spannung für etwa 5 bis 10 Sekunden. Bringen sie die Schultern dann wieder nach unten und ziehen Sie Ihre Rückenmuskulatur in Höhe der Schulterblätter zusammen: Ziehen Sie ihre Schultern also nach hinten und halten Sie diese Position für 5 bis 10 Sekunden. Wiederholen Sie diese Schulterdehnung etwa 10-mal. Diese Übung eignet sich gut, um Schreibtischarbeitern eine Normalisierung ihrer Schultermuskulatur und Körperhaltung zu ermöglichen.

Schulterdehnung 2. Position: Schultern nach unten fallen lassen, Schulterblätter hinter dem Rücken zusammenziehen. © Gelenk-Klinik Schulterdehnung 2. Position: Schultern nach unten fallen lassen, Schulterblätter hinter dem Rücken zusammenziehen. © Gelenk-Klinik

3. Dehnung der Schultervorderseite an einem Türrahmen

Brustmuskeldehnung im Türrahmen bei Schulterschmerzen Brustmuskeldehnung im Türrahmen bei Schulterschmerzen. © Gelenk-Klinik

Stellen Sie sich in einen Türrahmen und lehnen sich mit beiden Armen – die Hände ein wenig oberhalb ihres Kopfes – dagegen. Lehnen Sie sich nach vorne, bis Sie die Dehnung an der Vorderseite Ihrer Schultern spüren. Diese Dehnung halten Sie für 15 bis 30 Sekunden. Wiederholen Sie die Übung etwa 3-mal. Wenn Sie eine Schulterverletzung oder ein Schulterimpingement haben, ist diese Übung nicht für Sie geeignet.

4. Unterarm zieht Theraband nach außen

Unterarme ziehen Theraband nach außen, dabei ziehen sich die Schulterblätter zusammen und die Brustmuskeln werden gedehnt. Unterarme ziehen Theraband nach außen, dabei ziehen sich die Schulterblätter zusammen und die Brustmuskeln werden gedehnt. © Gelenk-Klinik

Ziehen Sie ein Theraband mit beiden waagerecht ausgestreckten Unterarmen. Die Schulterblätter ziehen sich zusammen, die Brustmuskulatur dehnt sich. Halten Sie den Zug für etwa 5 Sekunden. Wiederholen Sie diese Übung in 3 Sets mit 10 Wiederholungen.

Diese Übung ohne Theraband: Waagerecht ausgestreckte Unterame bewegen sich nach außen. Dabei ziehen sich die Schulterblätter zusammen und die Brustmuskeln werden gedehnt. Übung ohne Theraband: Waagerecht ausgestreckte Unterame bewegen sich nach außen. Dabei ziehen sich die Schulterblätter zusammen und die Brustmuskeln werden gedehnt. © Gelenk-Klinik

Stoßwellentherapie gegen Schulterschmerzen

Stoßwellen sind energiereiche Schallwellen, die gezielt in das erkrankte Gewebe geleitet werden. Die Körperflüssigkeit überträgt die Energie der Stoßwellen. Auf Festkörper oder Fremdkörper, die nicht wie Flüssigkeit schwingen, wirkt diese Energie direkt ein und zertrümmert oder zerkleinert diese. Ursprünglich wurde die Stoßwellentherapie zum Zertrümmern von Fremdkörpern, z. B. Nierensteinen eingesetzt. Eine der am weitesten verbreiteten Anwendungen für die Stoßwellentherapie in der Orthopädie ist jedoch die Behandlung der Kalkschulter: Dabei trägt die Stoßwellenbehandlung gezielt zum Auflösen von schmerzhaften Kalkdepots in der Supraspinatussehne bei.

Auch bei entzündlichen Veränderungen der Schulter, wie z.B. Schultersteife (Frozen Shoulder oder adhäsive Kapsulitis) kann die Stoßwellentherapie therapeutisch helfen. Hier liegt der Stoßwellenwirkung eine Änderungen des Stoffwechsels zugrunde, die durch die starke mechanische Reizung im Gewebe ausgelöst wird.

Injektionen (Spritzentherapie) bei Schulterschmerzen

Relativ weit verbreitet ist die Injektion von Kortison bei entzündlichen Veränderungen der Schultersehnen oder der Gleitgewebe (Bursitis). Als Dauertherapie empfehlen wir Kortison jedoch wegen der Nebenwirkungen auf die Weichteilgewebe, Sehnen und Bänder nicht.

Operationen bei Schulterschmerzen

Noch viel mehr als für andere Gelenkschmerzen gilt für die Schulter, dass man in den meisten Fällen mit konservativer Therapie eine dauerhafte Besserung erreichen kann. Nur wenn konservative Therapie über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten nicht zu einer Schmerzfreiheit oder zu einer Verbesserung der Beweglichkeit führt, kann man bei Vorliegen einer eindeutigen Operationsindikation an eine OP denken.

Eine Schulteroperation ist immer dann notwendig, wenn ein eindeutiger Strukturschaden im Schultergelenk vorliegt. Ein Strukturschaden ist z. B. ein Knochenbruch, ein Sehnenriss (häufig Supraspinatus- oder Bizepssehne) oder eine starke Arthrose im Schultergelenk oder im AC-Gelenk.

Schulterarthroskopie: Minimalinvasive Operation von Schulterschmerzen

Die Schulterarthroskopie ist eine minimalinvasive Operation bei Schulterschmerzen. Kleinste Instrumente durch zwei bis vier 0,5–1 cm lange Hautschnitte in das Schultergelenk eingeführt. Die arthroskopische Kamera bietet dem Operateur eine genaue, aber eingeschränkte Sicht auf das Operationsgebiet innerhalb des Schultergelenks. Die Schulterarthroskopie ist eine minimalinvasive Operation bei Schulterschmerzen. Kleinste Instrumente durch zwei bis vier 0,5–1 cm lange Hautschnitte in das Schultergelenk eingeführt. Die arthroskopische Kamera bietet dem Operateur eine genaue, aber eingeschränkte Sicht auf das Operationsgebiet innerhalb des Schultergelenks. © bilderzwerg / fotolia

Schulteroperationen werden in den meisten Fällen minimalinvasiv als Schulterarthroskopie durchgeführt. Bei dieser OP-Technik erfolgen lediglich zwei bis vier kleine Schnitte von etwa 0,5–1 cm Länge. Durch diese Schnitte führt der Operateur dünne Schläuche mit Sichtgeräten und operativen Instrumenten in das Schultergelenk ein. Er operiert dann unter arthroskopischer Sicht über die eingeführte Kamera mithilfe kleinster Instrumente.

Welche Schulteroperationen können arthroskopisch duchgeführt werden?

Offene Schulteroperation

Nicht jede Erkrankung des Schultergelenks lässt sich arthroskopisch behandeln. In manchen Fällen muss die Schulter offen operiert werden. Dabei setzt der Operateur einen längeren Schnitt, sodass er das Operationsgebiet vollständig einsehen kann. Alle Indikationen für eine arthroskopische Schulteroperation können auch offen operiert werden. Manchmal muss der Schulterspezialist während der Operation je nach vorliegender Situation entscheiden, ob er von der arthroskopischen OP zur offenen Operation wechseln muss.

Schulterprothesen: Endoprothetik der Schulter bei schmerzhafter Schulterarthrose

Eine Schulterprothese kann nach einer Schulterarthrose für Schmerzfreiheit sorgen. Eine Schulterprothese kann nach einer Schulterarthrose für Schmerzfreiheit sorgen. © Viewmedica

Die Arthrose des Schultergelenks (Omarthrose) lässt sich häufig sehr lange mit konservativen Mitteln (Physiotherapie und Schmerzmittel) therapieren. Wenn die Beweglichkeit und die Schmerzfreiheit des Schultergelenks aber über längere Zeit konservativ nicht wiederherstellbar sind, empfiehlt man ein künstliches Schultergelenk.

Bei der Schultertotalendoprothese werden beide Gelenkflächen endoprothetisch, also durch eine Prothese innerhalb der Schulter ersetzt.

Auch für leichtere Schulterarthrosen gibt es eine Lösung: Wenn eine Gelenkfläche, z. B. das Schulterblatt, noch eine intakte Knorpelschicht aufweist, ist eine Teilprothese möglich. Bei der Teilprothese der Schulter wird der Oberarmkopf überkront. Die Gelenkfläche der Skapula (Schulterblatt) bleibt erhalten.

Wenn eine Gelenkfläche im Schultergelenk noch intakt ist, kann eine endoprothetische Überkronung des Oberarmkopfes die schmerzfreie Beweglichkeit der Schulter wiederherstellen. Diese Teilprothese des Schultergelenks ist knochenerhaltend: Anders als bei der Schultertotalendoprothese bleibt der Oberarmkopf vollständig erhalten Wenn eine Gelenkfläche im Schultergelenk noch intakt ist, kann eine endoprothetische Überkronung des Oberarmkopfes die schmerzfreie Beweglichkeit der Schulter wiederherstellen. Diese Teilprothese des Schultergelenks ist knochenerhaltend: Anders als bei der Schultertotalendoprothese bleibt der Oberarmkopf vollständig erhalten © Gelenk-Klinik

Wenn beide Gelenkflächen stark verschlissen sind und die Gelenkfläche durch Osteophyten (Knochensporne) aufgeraut ist, kann nur eine Schultertotalendoprothese helfen. Wie man es z. B. von der Hüftprothese kennt, wird der Oberarmkopf ersetzt und der Prothesenstiel im Markraum des Oberarmknochen verankert. Auf der Seite des Schulterblattes bringt der Operateur eine künstliche Gleitfläche aus Kunststoff (Polyethylen) an.

Die Haltbarkeit der Schulterendoprothese ist sehr gut, weil das Schultergelenk nicht zu den gewichttragenden Gelenken gehört. Die Gesamtbelastung der Schulter ist also sehr viel geringer als im Knie, in der Hüfte oder im Sprunggelenk.

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