Orthopädische Gelenk-Klinik

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Sprungelenkschmerzen: Schmerzen im Knöchel

Funktion und Anatomie des Sprunggelenks

Das Sprunggelenk ist das am stärksten belastete Gelenk unseres Körper. Es trägt bei wesentlich kleinerer Fläche eine höhere Last als Knie oder Hüftgelenk. Ein Sprunggelenk muss beim Stand auf einem Bein das gesamte Körpergewicht tragen. Die dynamischen Belastungen für das Sprunggelenk beim Gehen oder Laufen sind noch deutlich höher: Bis zum 4- bis 5-fachen des Körpergewichtes.

Die Schmerzen und die Einschränkungen im Sprunggelenk können nicht nur das für die vertikale (auf- und ab-) Beweglichkeit des Fußes zuständige obere Sprunggelenk betreffen. Auch das für seitliche Kippbewegungen verantwortliche untere Sprunggelenk kann verschleißen.

Anatomie des Sprunggelenks Das obere Sprunggelenk ist aus drei Gelenkpartnern zusammengesetzt. Zwei Knochen Fibula (Wadenbein) und Tibia (Schienbein) - bilden den unterschenkelseitigen Partner. Der Talus (Sprungbein) bildet den fußseitigen Gelenkpartner. Die Sprunggelenksgabel (Malleolengabel) umgibt das konusförmige Sprungbein (Talus). Die Lage des Sprungbeines im Sprunggelenk ist sehr wichtig für die gesunde Funktion der Sprunggelenks. Daher ist auch eine mögliche Fußfehlstellung immer mit starken Auswirkungen auf die Gesundheit des oberen Sprunggelenks verbunden. Jede Verkippung des Fersenbeines nach innen oder nach außen schafft Belastungszonen im Sprunggelenk, die zu Verschleiß führen. Überbelastung durch Fehlstellung kann ebenfalls zu Arthrose im Sprunggelenk führen. © Viewmedica

Gelenkanteile des Sprunggelenkes - oberes und unteres Sprunggelenk - haben komplett unterschiedliche Funktionen. Das untere Sprunggelenk ist für seitliche Ausgleichbewegungen auf unebenem Grund zuständig. Das Verständnis der Funktion ist wichtig für die richtige Einschätzung von Sprunggelenkschmerzen. Besondere Auswirkung hat auch die Fußstellung auf die Funktion der Sprunggelenkes und auch der Belastungsverhältnisse. So sind die Belastungen in ausgestrecktem Fuß (Spitzfußstellung) andere, als bei angezogenem Fuß.

Mehrdimensionale Fehlstellung wie z.B. der Knick-Senkfuß können sich hier wesentlich auf die Funktion der Sprunggelenke auswirken und dadurch auch Schmerzen hervorrufen.

Schmerzen im Sprunggelenk haben viele Ursachen

Fehlstellung Bänderrisse des Sprunggelenks können zu einer Fehlstellung des Talus (Sprungbein) im Sprunggelenk führen. © Dr. Thomas Schneider

Umknickverletzungen und Bänderrisse

Am weitesten verbreitet sind Sprunggelenkschmerzen nach Umknickverletzungen (Supinationstrauma). Beim Laufsport oder bei Kontaktsportarten (Fußball, Volleyball, Basketball) ist das Sprunggelenk besonders umknick gefährdet. Vor allem bei Sprüngen oder auf unebenem Grund kann das Sprunggelenk mit großer Wucht nach außen abknicken.

Auch Schuhe mit hohen Absätzen, in denen der Fuß dauernd in einer gestreckten Position verharrt, machen gegen Umknickverletzungen besonders anfällig.

DVT-Aufnahme des Sprunggelenks. DVT-Aufnahme des Sprunggelenks. Gelb eingezeichnet sind die Außenbänder und - zwischen Schienbein und Wadenbein - das Syndesmosenband. © Dr. Thomas Schneider

Die überdehnten Bänder reißen, oder werden zumindest in ihrer inneren Struktur geschädigt. Typisch ist dann die schnell eintretende schmerzhafte Schwellung, die häufig von Blutergüssen begleitet wird. Diese Hämatome sind an der Blaufärbung des Gelenks erkennbar. Dann führt jeder Schritt zu stechenden Schmerzen im Sprunggelenk. In Ruhe, wenn keine Belastung der verletzten Strukturen erfolgt, ist der Schmerz nach Umknickverletzungen dumpf und ziehend.

Meistens ist eine Ruhigstellung mit Gehschiene hinreichend, um die Bänder wieder ausheilen zu lassen. Die Gehschiene fixiert das Gelenks, dass die vertikale auf- und ab Beweglichkeit noch möglich ist, seitliches Umknicken aber ausgeschlossen ist. In dieser Fixierung heilen die gerissenen Bänder meist innerhalb von bis zu 6 Wochen wieder zusammen. In seltenen Fällen ist auch eine Operation der gerissenen Außenbänder notwendig, um sie wieder herzustellen oder zu refixieren.

Schmerzen durch Überbeweglichkeit des Sprungbeines nach Bandschäden

Häufig kommen nach einer dauerhaften Schädigung der Bänder noch Fehlstellungen des Sprunggelenks oder des Sprungbeins hinzu. Häufig ist das begleitet von wiederholten Umknicktraumen, die durch instabile Bänder verursacht werden. Das kann schließlich zu schmerzhafter Sprunggelenksarthrose führen.

Eine Störung der Bandfunktion durch gerissene und insuffiziente Bänder kann auch zu einer Überbeweglichkeit des Talus führen: Das Sprungbein wird dann bei jedem Schritt zu weit in der Sprunggelenksgabel nach vorne geschoben. Auch diese Verschiebbarkeit führt langfristig zu einer Arthrose im Sprunggelenk.

Gelenkentzündungen und Knorpel-Knochenschäden am Sprunggelenk

Nicht nur Bänder sind gefährdet: Bei diesen Traumen besteht die auch Gefahr, dass sich auch das Sprungbein in der Sprunggelenksgabel verdreht und verkantet (Distorsion). Diese gewaltigen Drücke können zu einer langwierigen Beschädigung der Knorpel und Knochen der Gelenkoberfläche führen. Eine solches Knochen-Knorpeltrauma (osteochondrale Läsion) des Sprunggelenks kann über die Jahre zu immer wiederkehrenden, dumpfen und tiefliegenden Schmerzen im Sprunggelenk führen.

Gelenkentzündungen und Schmerzen nach Sportbelastungen

Sprunggelenkschmerzen, die als Folge einer intensiven sportlichen Belastung über 2-3 Tage andauern, sind sicher ein Warnzeichen, das auf eine Schwächung des Sprunggelenks hindeutet.

Dabei ist die Belastbarkeit des Sprunggelenks deutlich reduziert. Manchmal beobachten die Patienten nach Belastung auch langwierige "Gelenkkater" mit tagelang ziehenden Schmerzen und Schwellungen am Knöchel.

Die Belastung führt hierbei wahrscheinlich zu Abrieb von Knorpel oder zu immer wiederkehrenden Einklemmungen von Weichteilen. Die Schleimhaut entzündet sich dann nach der Belastung über Nacht und schmerzt dann über einen längeren Zeitraum.

Erst wenn diese akute Synovitis wieder abgeklungen ist, lassen die Beschwerden nach.

Die Belastung führt zu Abrieb von Knorpel oder zu immer wiederkehrenden Einklemmungen. Die Schleimhaut entzündet sich dann auf Grund der Belastung und wird schmerzhaft. Erst wenn die Synovitis wieder abgeklungen ist, lassen die Beschwerden nach. Diese Synovitis stört aber die Produktion der Gelenkflüssigkeit. So kann mit jedem Entzündungsereignis zu einer schlechteren Ernährung des Knorpelgewebes mit zunehmender Schwächung des Knorpels kommen.

Wenn sie nach dem Laufen oder Fußballspielen langdauernde Schmerzen im Sprunggelenk haben, sollten Sie Ihre Belastung entsprechend dosieren. Eine ärztliche Untersuchung Ihres Sprunggelenks wäre dann sinnvoll, um mögliche Schäden früh zu erkennen.

Stechende Schmerzen nach Sprunggelenksfraktur

Wenn das Umknicktrauma oder die Verdrehung (Distorsion) im Sprunggelenk mit großer Wucht erfolgt, sind auch Brüche am Sprungbein oder der Malleolengabel möglich. Diese Frakturen des Sprunggelenks führen sofort zu starken Schmerzen: Das Auftreten auf dem Fuß wird nach Fraktur unmöglich. Eine Schwellung mit Blutergüssen folgt. Die Schmerzen sind noch stärker, als nach einem Bänderriss.

Die Sprunggelenksfraktur wird meist durch Ruhigstellung behandelt. Manchmal ist aber auch eine Operation zur Stabilisierung der dabei entstehenden Knochenfragmente erforderlich. Nach sechswöchiger Ruhigstellung ist die Fraktur des Sprunggelenks meistens wieder abgeheilt. Durch Fehlstellung der Malleolengabel können jedoch auch Langzeitfolgen der Sprunggelenksfraktur auftreten, die nach Jahren wieder zu Schmerzen und Beschwerden führen. Sollten solche Fehlstellungen auftauchen, kann eine frühe Behandlung den weiteren Fortschritt der Arthrose aufhalten.

Arthrose im Sprunggelenk durch Fehlstellung des Fußes Röntgenbild von Fuß und Sprunggelenk (Längsschnitt). Die Linie zeigt das sichtbar abgesenkte Fußlängsgewölbe. Der dadurch nach innen geknickte Fuß führt zu einer Überlastung am Innenknöchel mit möglicher Sprunggelenksarthrose. © Dr. Thomas Schneider

Schmerzen durch Fehlstellung des Fußes

Laterale Sprunggelenksarthrose Der im Sprunggelenk verkantete Talus (Sprungbein) führt zu einer schmerzhaften Arthrose im Sprunggelenk. Vor allem beim Gehen auf einem Untergrund mit Hangneigung können starke Sprunggelenkschmerzen entstehen. © Dr. Thomas Schneider Mediale Sprunggelenksarthrose Varus-Fehlstellung des Fußes nach einem Bänderriss führt zu einem Hohlfuß. Die daraus resultierende mediale (innen-gelegene) Sprunggelenksarthrose kann sehr schmerzhaft sein. © Dr. Thomas Schneider

Nicht nur Unfälle, auch Fußfehlstellungen gefährden die Gesundheit des oberen Sprunggelenks. Der Fuß ist ein entscheidend wichtiges Stellungsorgan, das die Ausrichtung der Gelenkpartner zueinander im Sprunggelenk bestimmt. Bei einem Knick-Senkfuß (X- oder Valgusstellung der Ferse) verkantet sich das Sprungbein in der Sprunggelenksgabel. Eine lokale Überlastung an den Stellen, die zuviel Druck bekommen, führt zu Knorpelschäden und schließlich Arthrose im Sprunggelenk. Beim Knick-Senkfuß sinkt der Talus nach innen ab. Daraus resultiert eine starke Überlastung im äußeren Talusbereich. Der Knick Senkfuß verursacht daher eine laterale Sprunggelenksarthrose. Die Schmerzen sind hier außen im Sprunggelenk lokalisiert.

Auch ein Hohlfuß (O- oder Varusfehlstellung der Ferse) führt zu charakteristischen Überlastungsschäden im Sprunggelenk. Beim Hohlfuß (pes varus) sinkt das Sprungbein in der Sprunggelenksgabel nach außen ab. Daher entsteht eine Überlastung des Sprungbeines im Inneren (medialen) Bereich des Sprunggelenks. Der Sprunggelenkschmerz entsteht dann im Innenbereich des Sprunggelenks.

Die Arthrose als Folge der lokalen Überlastung des Sprungbeins (Talus) führt schließlich zu charakteristischen, dumpfen, tiefliegenden Schmerzen im Sprunggelenk.

Schmerzende Einklemmung von Nerven am Sprunggelenk

Oberflächliche Schmerzen oder Gefühlsstörung auf dem Sprunggelenk und Fuß durch das Tarsaltunnelsyndrom. Oberflächliche Schmerzen oder Gefühlsstörung auf dem Sprunggelenk und Fuß durch das Tarsaltunnelsyndrom. Die Nerven werden dabei gegen die oberflächlich verlaufenden Bänder gedrückt. © Dr. Thomas Schneider

Brennende oder stechende, und manchmal dumpfe Schmerzen auf der Oberfläche des Sprunggelenks sind häufig durch Nerveneinklemmungen verursacht. Man spricht hier von einem sog. Entrapment. Die unter Haut verlaufenden Nerven werden in ihrem Verlauf gequetscht oder gedrückt. Häufig sind die horizontal am Sprunggelenk verlaufenden Bänder (sog. Tarsaltunnel) für diese Schmerzen verantwortlich. Der Tarsaltunnel ist ein System von Bändern am Sprunggelenk, das eine eingeengte Durchtrittsstelle für Nerven und Blutgefäße am Sprunggelenk bildet. Man spricht daher von dem Tarsaltunnelsyndrom. Dabei bildet jedes Band eine eigene mögliche Druckstelle. Häufig entstehen diese Nerven-Schmerzen am Sprunggelenk nach Schwellungen im Gewebe. Diese Schwellung kann durch zahlreiche Ursachen ausgelöst werden: Wassereinlagerungen (Ödeme) können ebenso die Ursache sein wie eine Verletzung mit einer lokalen Schwellung. Neben brennenden Schmerzen ist häufig auch ein Taubheitsgefühl an der Fußsohle ein Symptom des Tarsaltunnelsyndroms.

Tarsaltunnelsyndrom Schematische Darstellung des Tarsaltunnels an der Außenseite des Sprunggelenks. Alle Sehnen, Nerven und Blutgefäße, die vom Unterschenkel in das Bein hineinlaufen, passieren diesen Tarsaltunnel. Eine Schwellung im Sprunggelenk führt daher zu schmerzhaften Nerveneinklemmungen. © Dr. Thomas Schneider

Sehnenansatzentzündungen: Die Peronealsehne und die Tibialis posterior-Sehne

Die Entzündung von Sehnen und Sehnenansätzen gehört ebenfalls in den Bereich der der oberflächlichen Schmerzen am Sprunggelenk. Besonders erwähnenswert ist hier die Peronealsehne: Sie verläuft aus dem Unterschenkel den Fuß hinein. Der Zug der Peronealsehne ist für das Aufrichten des Fußlängsgewölbes mitverantwortlich.

Auch die tibialis posteriorsehne verläuft in den Fuß hinein und kann sich schmerzhaft entzünden. Eine Fehlfunktion der Tibialis Posterior-Sehne kann zu einem erworbenen Knick-Senkfuß führen.

Peronealsehne und Tibialis posteriorsehne Die für die Funktion des Fußes wichtige Peronealsehne und die Tibialis Posterior-Sehne verlaufen aus dem Unterschenkel um den Außenknöchel herum. Entzündungen dieser Sehnen und Sehnenansatzentzündungen sind daher häufig als oberflächliche Schmerzen am Sprunggelenk zu spüren. © Dr. Thomas Schneider

Schmerzqualitäten

Die subjektive Schmerzqualität kann wichtige Hinweise zur möglichen Schmerzursache geben. Dabei ist das Schmerzempfinden nicht immer eindeutig. Bei Sprunggelenksarthrose - auch bei weitgehendem Knorpelverlust - gibt es immer wieder Etappen mit wenig oder keinen Schmerzen. Häufig ist das von Umgebungsfaktoren abhängig: Feuchte Kälte kann Schmerzen steigern, die sich bei bei Wärme wieder auflösen.

Dumpfe, tiefliegende Schmerzen im Sprunggelenk

Es gibt eine Reihe von Ursachen für tiefliegende Schmerzen. Diese Schmerzen können im Sprunggelenk hinten oder vorne lokalisiert sein. Häufig sind Schädigungen im Knochen-Knorpelbereich verantwortlich für diesen Schmerztyp. Zu den Verursachern gehört z.B. eine Osteochondrosis dissecans (OD) im Sprunggelenk. Das ist eine Knochenknorpelerkrankung, die zu einem lokalen Absterben des Knochens unter dem Knochen führt. Schließlich löst sich der Knochen aus seinem Knochenbett und bildet einen Fremdkörper ("loose body") im Sprunggelenk, der zu weiteren Knorpelschäden führt.

Die OD ist eng verwandt mit einer Knochennekrose im Sprunggelenk (sog. Talusnekrose). Auch bei der Talusnekrose stirbt der Knochen unter dem Knorpel ab. Der demineralisierte Knochen kann schließlich unter dem Knorpel einbrechen. Auch die Knochennekrose im Talus kann zu tiefliegenden, dumpfen Schmerzen im Gelenk führen.

Dumpfe Schmerzen - Langzeitfolgen von Sprunggelenksfrakturen

Auch Jahre nach der Ausheilung einer Sprunggelenksfraktur können Schmerzen und Restbeschwerden verbleiben. Zuweilen ist die Malleolengabel in einer falschen Position zusammengewachsen. Dann ist z.B. die Sprunggelenksgabel zu weit und der Talus im Gelenk wird überbeweglich. Das kann zu schmerzhaften Knochen-Knorpelschäden und schließlich zu Arthrose führen.

Auch Brüche des Sprunggelenks unter direkter Beteiligung der Gelenkflächen haben eine gewisse Wahrscheinlichkeit für schmerzhafte Langzeitfolgen: Es können osteochondrale Schäden und Stufen im Gelenk zurückbleiben, die zu dumpfen oder ziehenden Schmerzen im Sprunggelenk führen.

Stechende Schmerzen im Sprunggelenk

Stechende Schmerzen im Sprunggelenk sind häufig bewegungs- oder belastungsabhängig.

Sind stechende Sprunggelenkschmerzen auch in Ruhe vorhanden, kann dies für Nervenstörungen sprechen. Stechender Schmerz im Sprunggelenk bei Bewegung ist oft ein Zeichen einer Einklemmung im Sprunggelenk. Die Schmerzen sind von der Lage der Einklemmung abhängig. Die Einklemmung ist oft durch Weichteile zwischen den Knochen bedingt. Natürlich kann dies auch direkt im Gelenkspalt eintreten.

Einklemmen kann zum Beispiel die Schleimhaut, die Bandreste, Narben in den Sprunggelenkspalt beim Bewegen. Bei Instabilitäten treten besonders häufig Einklemmungen auf.

Auch Knöcherne Anbauten im Rahmen einer Fehlbelastung oder auch durch Instabilitäten können diese stechenden Schmerzen hervorrufen. Wir unterscheiden hier knöchernes Impingement und Weichteilimpingement im Sprunggelenk.

Impingement (Blockade) des Sprunggelenks Schmerzen im Sprunggelenk können als Folge des Impingements (Blockade) des Sprunggelenks entstehen. Es gibt Gelenksblockaden als Weichteilimpingements: Das sind Folgen von Weichteileinklemmungen im Sprunggelenk. Es gibt auch Gelenksblockaden des Sprunggelenks als knöcherne Impingements: Das ist ein knöchernes Anschlagen der Gelenkpartner. © Dr. Thomas Schneider

Schmerzen im Sprunggelenk bei Gelenksblockaden

Die Sprunggelenkschmerzen können bei einem in der Beweglichkeit nach oben eingeschränkten Gelenk besonders stark sein. Diese können durch ein Anstoßen des vorderen Anteiles des Sprungbeines am vorderen Schienbein entstehen. Dies kann verschiedene Ursachen haben: Knochenabauten (Osteophyten), Fehlstellungen bei einem Hohlfuß oder auch Fehlstellung nach einer Fersenbeinfraktur mit Anschlagen am vorderen Sprungbein. (Siehe Bild) Fehlstellung im Fuß durch Fersenbeinfraktur und ein Anschlagen am vorderen OSG Bereich.

Weiterhin können Sprunggelenkschmerzen beim Abrollen und Gehen auch bei sog. Impingementbeschwerden entstehen. Das sind Gleneksblockaden. Weichteileinklemmungen oder knöchernes Anschlagen sind mögliche Ursachen. Instabile Sprunggelenke mit fehlender Funktion der Bänder können ebenfalls zu diesen Symptomen führen.

Schmerzen im Knöchel nach Knorpelschäden

Ebenfalls häufig für Sprunggelenkschmerzen beim Gehen können Knorpelschäden am Sprungbein oder auch Knorpelknochenschäden sog. Osteochondrale Läsionen oder auch eine Osteochodnrosis dissecans ursächlich sein. Freie Gelenkkörper ("loose bodies") werden ebenfalls sporadisch beim Gehen symptomatisch. Blockierungen des Sprunggelenkes können die Folge sein.

Arthrose des Sprunggelenks Röntgenbild des Sprunggelenks (Seitenvergleich). Bild einer Arthrose durch ein abgesenktes Fußlängsgewölbe. Eine Stützung des Gewölbes kann die Beschwerden bessern. Durch die Fehlstellung eines Knick-Senkfußes oder Knickplattfußes ist eine Arthrose am Innenknöchel entstanden. Ursache ist die Fehlstellung des Sprunggbeines in der Gabel und damit die resultierende Instabile Situation des Sprungbeines. © Dr. Thomas Schneider

Sprunggelenkschmerzen beim Stehen

Das Sprunggelenk ist durch seinen Aufbau besonders anfällig für Veränderungen der Fußstellung. Eine Fehlstellung des Fußes überträgt sich natürlich auf die Position des Talus in der Sprunggelenksgabel: Dazu gehören vor allem statische Fehlstellungen wie ein Knick-Senk, Knick-Plattfuß oder auch ein Hohlfuß. Sie wirken sich wesentlich auf die Stellung des Sprungbeines in der Malleolengabel (Sprunggelenksgabel) aus.

Bei einem Senkfuß kippt der Sprungbeinknochen oft nach vorne und unten ab. Dadurch entsteht auf Grnd der konusförmigen anatomischen Form des Sprungbeines eine Instabilität im oberen Sprunggelenk: Dadurch treten Sprunggelenkschmerzen am Innenknöchel auf

Beim Stehen kann jede Fehlstellung zu Sprunggelenkschmerzen führen, besonders wenn bei langjährigem Bestehen weitere Schäden an den Bändern entstanden sind.

Auch nach Unfällen wie Frakturen mit Fehlstellungen im ehemaligen Bruchbereich kann sich dies auf die statische Belastung auswirken und Schmerzen beim Stehen verursachen.

Sprunggelenkschmerzen beim Abrollen des Fußes

Sprunggelenkschmerzen beim Abrollen sind ähnlich wie Schmerzen beim Gehen durch die vertikale Bewegung des Fußes nach oben bedingt, die durch das obere Sprunggelenk unterstützt wird. Hierbei handelt es sich um Sprunggelenkschmerzen, die bei der Bewegung entstehen: Genauer gesagt bei der Bewegung unter gleichzeitiger Belastung des Fußes nach oben. Beim Bewegen des Sprungbeines in der Sprunggelenkgabel kann neben der statischen Fehlstellung des Fußes auch eine veränderte Stellung oder Weitung der Sprunggelenkgabel eine wichtige Rolle spielen. Das sich vorne verbreiternde Sprungbein muss beim Anheben des Fußes in den vorderen Teil der Sprunggelenkgabel passen.

Syndesmoseschäden oder auch andere Bandschäden können die Rolle des Talus in der Abrollbewegung stören oder unmöglich machen. Auch Knochenanbauten im Rahmen einer Sprunggelenksarthrose können die Abrollbewegung stören und schmerzhaft machen.

Syndesmosenruptur: Durch Riss des Syndesmosenbandes zwischen Schienbein und Wadenbein kann sich die Stellung der Sprunggelenksgabel ändern. Syndesmosenruptur: Durch Riss des Syndesmosenbandes zwischen Schienbein und Wadenbein kann sich die Stellung der Sprunggelenksgabel ändern. © Dr. Thomas Schneider

Sprunggelenkschmerzen beim Hocken

Sprunggelenkschmerzen, die beim Verharren in einer tiefen Hockposition eintreten, sind eine statische Schmerzursache. Bei dieser Zwangsposition muss das Sprungbein im oberen Sprunggelenk maximal nach oben, also nach hinten in die Sprunggelenkgabel eintreten. Hierfür muss die Syndesmose elastisch nachgeben um diese Bewegung zu ermöglichen. Neben Schäden an der Syndesmose können auch andere Bandschäden hierfür verantwortlich sein. Als Folge der Sprunggelenkarthrose nach Gelenkschäden bei Unfällen können sich Osteophyten bilden. Auch instabile, überbewegliche Sprunggelenke können nach jahrelanger Fehlbelastung Knochenanbauten bilden. Das ist der Versuch der Natur, das Gelenk wieder stabiler machen. aber durch das knöcherne Anschlagen die Beweglichkeit einschränken. Sprunggelenkschmerzen beim Verharren in der Hockposition sind hier häufige Frühzeichen. Natürlich kann auch Weichteileinklemmung oder ein Knorpelschaden eine Rolle spielen.

Sprunggelenkschmerzen beim Treppensteigen

Treppensteigen ist eine dynamische Belastungsform. Wichtig sind die Unterschiede bei der Bewegung des Sprunggelenkes: Der Schmerz ist davon abhängig, ob diese hoch oder runter gegangen wird. Beim Hochgehen wird mehr auf dem Vor- oder Mittelfuß belastet. Dies kann natürlich auch Beschwerden außerhalb des Sprunggelenkes bedingen. Fußschmerzen können hier überlagern.

Beim Heruntergehen der Treppe muss das hintere Sprunggelenk eine starke Dorsalextension ähnlich wie beim Abrollen machen. Dies ist allerdings beim Treppensteigen wegen der größeren Belastung und auch dem stärkeren Bewegungsausmaß oft stärker als beim Gehen. Treppawärtsgehen ist eine der stärksten Belastung für das Sprunggelenk im Alltag. Die Schmerzen beim Treppe hochgehen sind selten aus dem Sprunggelenk, hier sind Fußschmerzen durch Arthrose oder auch Achillessehnenbeschwerden sehr viel häufiger zu fühlen.

Sprunggelenkscherzen beim Treppensteigen sind ein häufiges Symptom, leider auch ein fortgeschrittenes Beschwerdebild.

Sprunggelenkschmerzen bei Nacht (Ruheschmerzen)

Sprunggelenkschmerzen, die bei Nacht auftreten, sind meist durch Nervenschmerzen (Polyneuropathie) bedingt. Eine zweite Ursache kann eine belastungsabhängige Reizung im Alltag sein. Es gibt auch seltene Knochentumoren, die bei Nacht die wesentliche Schmerz-Symptomatik entfalten. Dazu gehört z.B. das Osteoidosteom am Schienbein.

Die Alltagsbelastung des Sprunggelenkes mit beginnender oder ausgeprägter Arthrose kann zu Abrieb im Gelenk führen. Bandschäden oder auch eine starke Überlastung verstärken diesen Prozess. Dieser Abrieb kann in der Gelenkkapsel zu einer schmerzhaften und meist von Überwärmung und Schwellung begleiteten Entzündung im Sprunggelenk führen. Die Schleimhaut, die das Sprunggelenk auskleidet, entzündet sich und kann dann auch in Ruhe - ohne Belastung - Sprunggelenkschmerzen verursachen. Man spricht hier von einer entzündlich aktivierten Arthrose des Sprunggelenks.

Die synovitischen Beschwerden (Reizung der Gelenkschleimhaut) sind häufig bei Sportlern zu finden. Diese Synovitis wird durch eine auf früheren Verletzungen beruhenden Bandinstabilität begünstigt. Bänder, die eine Instabilität hervorrufen oder auch durch eine Fehlbelastung des Sprunggelenkes nach jeder stärkeren Belastung führen zur Entzündung der Schleimhaut. In der Nacht, aber auch in den ersten Tagen nach der sportlichen Belastung, haben diese Patienten oft vermehrt Sprunggelenkschmerzen. Diese Art von Schmerzen sollte dringend abgeklärt werden.

Bewegungsrichtungen im Sprunggelenk: das obere Sprunggelenk ist fü rdie vertikale (auf und ab - ) Beweglichkeit des Sprunggelenks zuständig. Das untere Sprunggelenk ist für die horizontale (seitliches Kippen) Beweglichkeit des Sprunggelenks zuständig. © Dr. Thomas Schneider "Bewegungsrichtungen im Sprunggelenk: das obere Sprunggelenk ist fü rdie vertikale (auf und ab - ) Beweglichkeit des Sprunggelenks zuständig. Das untere Sprunggelenk ist für die horizontale Beweglichkeit (seitliches Kippen) des Sprunggelenks zuständig. © Dr. Thomas Schneider

Anlaufschmerzen im Sprunggelenk bei Arthrose im Sprunggelenk

Anlaufschmerzen sind ein sehr häufiges Symptom am Sprunggelenk. Die ersten Schritte nach dem Aufstehen oder nach einer Ruhephase sind von Gelenksteifigkeit und Schmerzen geprägt. Diese Anlaufschmerzen legen sich nach wenigen Minuten meistens wieder. Der Rest des Tages ist dann beschwerdefrei. Diese Anlaufschmerzen sind ein wichtiges Warnsignal für Sprunggelenkschmerzen. Dieser Anlaufschmerz kann durch Veränderungen der Schmierung im Gelenk erklärt werden. Die Ruhephase führt besonders beim erkrankten Sprunggelenk zu einer veränderten Reibung zwischen den Gelenkpartnern (Schienbein und Sprungbein). Auch die Gelenkschleimhaut, die eigentlich für eine ausreichende Gelenkschmierung zuständig ist, wird im Rahmen von Gelenkerkrankungen geschwächt. Sie produziert bei Entzündungen Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) in anderer Menge und Konsistenz als im gesunden Gelenk.

Sprunggelenkschmerzen beim Gehen auf unebenem Untergrund

Das Symptom ist typisch für instabile obere Sprunggelenk: Für das Gehen auf unebenem Untergrund ist oft eine starke Muskelführung notwendig. Die das Sprunggelenk neben den Bändern stabilisierenden Sehnen kann man sich wie Schnüre an einem Lenkdrachen vorstellen. Es gibt eine Vielzahl von Sehnen, die die Position des Fußes und die Stellung des oberen und unteren Sprunggelenks führen. Dies werden beim Gehen auf unebenem Untergrund besonders stark gefordert: Es zeigen sich Muskelungleichgewichte ebenso wie Bandschäden. Auch Knorpelschäden im oberen und unteren Sprunggelenk können ursächlich sein. Arthrose in den Sprunggelenkabschnitten sind ebenfalls keine Seltenheit.

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