Orthopädische Gelenk-Klinik

Orthopädische Gelenk-Klinik

Alte Bundesstr. 58, 79194 Gundelfingen

Tel: (0761) 55 77 58 0

kontakt@gelenk-doktor.de

Termin anfragen

Sprunggelenksfraktur: Chronische Schmerzen und Arthrose als Spätfolge

  1. Was ist eine Sprunggelenksfraktur?
  2. Die Syndesmose stabilisiert die Sprunggelenksgabel
  3. Gelenkflächenbruch: Das "Volkmannsche Dreieck"
  4. Wann ist die Ruhigstellung ausreichend?
  5. Wann muss das Sprunggelenk operiert werden?
  6. Häufige Probleme nach der Erstbehandlung
  7. Das müssen sie nach Sprunggelenksfraktur untersuchen lassen.
  8. Ursachen chronischer Sprunggelenksschmerzen nach der Fraktur
  9. Verschleiß im Sprunggelenk: Arthrose nach OSG-Fraktur ist vermeidbar

Was ist eine Sprunggelenksfraktur ?

Einteilung nach Weber
  • Weber-A-Fraktur:
    Fraktur des OSG unterhalb der Syndesmose.
  • Weber-B-Fraktur:
    Fraktur auf Höhe der Syndesmose: Sie ist daher häufig mitverletzt.
  • Weber-C-Fraktur:
    Fraktur oberhalb der Syndesmose, sie ist daher stets mitverletzt.

Unter einer Sprunggelenksfraktur versteht man Frakturen der Knöchelregion: Es kommen isolierte Frakturen des Außenknöchels oder des Innenknöchels vor. Die Mehrzahl aller Frakturen betrifft aber den Außenknöchel (Fibula oder Wadenbein). Auch Kombinationsverletzungen beider Knöchel sind möglich. Man spricht dann von einer bimalleolären Fraktur des Sprunggelenks, wenn Fibula (Wadenbein, außen) und Tibia (Schienbein, innen) betroffen sind.

Verlauf einer Sprunggelenksfraktur

Welche Schäden treten am Sprunggelenk auf?
  • Osteochondrale Läsionen (Knochen-Knorpelschäden)
  • Außenbandrupturen
  • Innenbandrupturen
  • Schäden an der Syndesmose
  • Nervenschäden
  • Schäden an Blutgefässen
  • Schäden am Weichteilmantel des Sprunggelenks

Brüche des Sprunggelenks entstehen immer aus einer Verrenkung des Gelenks: Wenn die Gelenkpartner aus dem Gelenk herausgedreht werden, entstehen erst Dehnungen, Zerrungen oder Risse an Sehnen und Bändern. Osteochondrale Läsionen des Sprunggelenks können entstehen. Sie treten aber nicht immer begleitend zu Sprunggelenksfrakturen auf. Osteochondrale Läsionen sind gleichzeitig auftretende Schäden an Knorpel und Knochen im Gelenk. Werden die Kräfte der Distorsion durch Umknicken nach innen oder nach außen stärker, reißen häufig auch Bänder am Sprunggelenk. Bei noch stärkerer Scherbelastung brechen auch die Schienbein und Wadenbein. Dabei ist meistens zuerst das dünnere Wadenbein (Fibula) betroffen. Bei sehr starken Kräften oder Krafteinwirkung hoher Rasanz bricht schließlich auch das eigentlich gewichttragende Schienbein (Tibia). Die Tibia kann zusätzlich am hinteren Teil des Schienbeinknochens brechen (Volkmann´ sches Dreieck): Man spricht dann von einer trimalleolären Fraktur, wenn das Volkmanndreieck quasi als "3. Knöchel" im Sprunggelenk mitgerechnet wird.

Ausmaß der OSG-Fraktur:
  • Bruch des Außenknöchels
    Nur das Wadenbein ist gebrochen.
  • Bimalleoläre Sprunggelenksfraktur:
    Sowohl Wadenbein als auch Schienbein sind gebrochen.
  • Trimalleoläre Sprunggelenksfraktur:
    Wadenbein, Schienbein und das Volkmann´sche Dreieck sind gebrochen.
  • Maisonneuve-Fraktur:
    Innenknöchelfraktur oder Innenbandverletzung in Kombination mit hoher Fibulafraktur. Die Syndesmose ist bei Maisonneuve immer gerissen

Aus diesem kontinuierlichen Verlauf folgt, dass Sprunggelenksfrakturen mit einem ganzen Set an Verletzungen an Weichteilen, Gelenkkapsel, Knorpel, Knochen und Bändern einhergehen: Diese müssen allesamt bei der Therapie berücksichtigt werden.

Vor allem osteochondrale Läsionen werden im Röntgenbild häufig leicht übersehen.

Das ist besonders wichtig für die Nachbehandlung: Häufig orientiert sich die Erstbehandlung nach Fraktur an den zunächst größten Schäden. Für die Nachbehandlung ist das von großer Bedeutung: Wir sehen auch nach der knöchernen Ausheilung noch häufig noch langfristig einschränkende Schäden, die die Funktion des Sprunggelenks beeinträchtigen und zu Beschwerden und Gelenkverschleiß führen.

Einteilung der Sprunggelenksfrakturen nach Weber

Die Einteilung der Sprunggelenksfrakturen erfolgt anhand der Lage der Fraktur an Innen- und Außenknöchel.

Wichtige Strukturen am Sprunggelenk Wichtige Strukturen am Sprunggelenk © By Dr. FO.Tn (Own work) via Wikimedia Commons

Rolle der Syndesmose

In schweren Fällen erfolgt die Fraktur des Sprunggelenks mit Beteiligung der Syndesmose. Die Syndesmose ist die flächige Bandverbindung zwischen Schienbein und Wadenbein, die die Sprunggelenksgabel zusammen hält und stabilisiert. Die Beschädigung der Syndesmose bei Sprunggelenksbrüchen hat also das Potential, die Sprunggelenksgabel dauerhaft zu destabilisieren. Die Destabilisierung der Sprunggelenksgabel ist eine wichtige Ursache für die Sprunggelenksarthrose, wenn sie nicht rechtzeitig versorgt wird. Daher ist die Beteiligung der Syndesmose das Kriterium, nach der die Klassifikation von Sprunggelenksfrakturen erfolgt.

Klassifikation der Sprunggelenksbrüche nach Weber orientiert sich an der Lage relativ zur Syndesmose. Die Syndesmose ist das Band, das Schienbein (Tibia) und Wadenbein (Fibula) verbindet und damit für die Stabilität der Sprunggelenksgabel verantwortlich ist. WEBER-A-FRAKTUR bedeutet: Der Bruch ist unterhalb der Syndesmose.  WEBER-B-FRAKTUR bedeutet: Der Bruch ist in der Höhe der Syndesmose, die Syndesmose kann also mitbetroffen sein. WEBER-C-FRAKTUR bedeutet: Der Bruch ist oberhalb der Syndesmose: Die wichtige Bandverbindung zwischen Schienbein udn Wadenbein ist also immer auch verletzt. Klassifikation der Sprunggelenksbrüche nach Weber orientiert sich an der Lage der Syndesmose. Die Syndesmose ist das Band, das Schienbein (Tibia) und Wadenbein (Fibula) verbindet und damit für die Stabilität der Sprunggelenksgabel verantwortlich ist. WEBER-A-FRAKTUR bedeutet: Der Bruch ist unterhalb der Syndesmose. WEBER-B-FRAKTUR bedeutet: Der Bruch ist in der Höhe der Syndesmose, die Syndesmose kann also mitbetroffen sein. WEBER-C-FRAKTUR bedeutet: Der Bruch ist oberhalb der Syndesmose, die Syndesmose ist also immer auch verletzt. © By Dr. FO.Tn (Own work) via Wikimedia Commons

Offene oder geschlossene Sprunggelenksfraktur?

Ein offener Knöchelbruch geht mit einer Hautverletzung einher: Eine offene Wunde nach der Fraktur erhöht das Risiko von Infektionen, die die Knochenheilung deutlich verzögern können.

Fraktur des Volkmannschen Dreiecks und die komplexe Pilonfraktur

CT-Bild einer Pilon Fraktur: Der Abriss des Volkmannschen Dreiecks an der Tibia versursacht eine Fraktur in der gewichttragenden Gelenkfläche. © nomen49, Wikimedia

Es gibt verschiedenen Verletzungsmechanismen der Syndesmose. Das Syndesmosenband selbst kann reißen. Aber auch ihre Verankerung im Knochen kann ausreißen.

Häufig bricht das Schienbein im z.B. im hinteren Bereich oder im vorderen Bereich unter Einschluß der Gelenkfläche: Dieser Bereich wird als Volkmannsches Dreieck bezeichnet. Ein Bruch in diesem Bereich wird auch als Fraktur des Volkmannschen Dreiecks bezeichnet. Je nach dem, welches Ende der Tibia betroffen ist, spricht man vom hinteren oder vom vorderen Volkmannschen Dreieck. Diese Fraktur ist besonders schwerwiegend, weil sie immer die Gelenkfläche mit einschließt. Diese Frakturen des Volkmann´schen Dreiecks haben auch eine besonders hohe Rate an Komplikationen nach der Ausheilung.

Es gibt besonderes komplexe Formen der Sprunggelenksfraktur: Wenn der das Körpergewicht tragende horizontale Anteil des Sprunggelenks in mehrere Fragmente bricht, ist das sogar mit einem Substanzverlust des Sprunggelenks verbunden. Man nennt diese schweren Fälle dann Pilonfraktur. Häufig entstehen diese komplexen Frakturen beim Stürzen aus großer Höhe, weil hier auf Grund der hohen Geschwindigkeit besonders große Kräfte wirken.

Ursachen der Sprunggelenksfrakturen

Knöchelfrakturen kommen in jedem Alter vor. Meist handelt es sich um Niedrigrasanz Verletzungen, wie z.B. Umknicken beim Sport (Fußball, Tennis, Wandern).

Pilonfrakturen sind meist Folge von Hochrasanz Verletzungen, z.B. Stürze aus größer Höhe, Verkehrsunfälle mit Pedalintrusion beim Auto oder Motorrad, Absturz bei Bergsteigern, Fallschirmspringern oder Paraglidern.

Untersuchung der Sprunggelenksfraktur

  • Verletzungsmechanismus bzw. Unfallhergang erfragen.
  • Lokalisation des Bruchs (Röntgen).
  • Prüfung der Bandfunktion.
  • Untersuchung von Gefäßverletzungen.
  • Untersuchung von Nervenverletzungen, Gefühlsstörungen oder Lähmungen.

Nach einer Sprunggelenksfraktur spüren alle Patienten sofort einseitig heftige Schmerzen und eine resultierende Instabilität beim Gehen und Stehen. Gehen ist nach Knöchelbruch nicht mehr möglich. Die Schwellung des Knöchels als Frakturfolge ist ein deutliches Signal für den untersuchenden Arzt. Der Hergang des Unfalls ist aufschlußreich, um die Art der zu erwartenden Schäden genauer abzuschätzen. Wie bei jeder Knochenfraktur wird die Diagnose vor allem mit Hilfe der Röntgenuntersuchung gestellt.

Konservative Therapie der Sprunggelenksfraktur

Die konservative Therapie der Fraktur besteht in der Ruhigstellung für 6 Wochen im Gips um Unterschenkel und Fuß. Nur bei nicht verschobenen (dislozierten) Sprunggelenksfrakturen ohne Syndesmosenbeteiligung vom Typ Weber-A ist diese Behandlung durch Ruhigstellung möglich.

Bei komplexen oder verschobenen Frakturen ist eine konservative Behandlung nur dann vertretbar, wenn eine Kontraindikation gegen die operative Versorgung des Sprunggelenks besteht. Das kann z.B. bei schweren Durchblutungsstörungen der Fall sein.

Die Heilung der Fraktur wird durch Röntgenbilder überwacht. Dabei wird in erster Linie die Stellung des Sprunggelenks überprüft. Erst bei nachgewiesener Heilung darf der Geh-Gips entfernt werden. Nach der Gipsabnahme ist zusätzlich stets eine Nachbehandlung notwendig, um Muskulatur und Koordination des betroffenen Beines wiederherzustellen. Das bedeutet, dass schon soviel Bewegung erlaubt wird, die möglich, aber noch so viel Ruhigstellung erfolgt, wie erforderlich.

Operative Therapie der Sprunggelenksfraktur

Bei verschobenen Frakturen oder bei Fraktur des Sprunggelenks unter Beteiligung der Syndesmose ist eine operative Therapie immer vorteilhaft: Nur so können die exakten anatomischen Verhältnisse des natürlichen Sprunggelenks wieder möglichst genau hergestellt werden. Hier sind vor allem drei Aspekte ausschlaggebend für ein gutes Ergebnis:

  1. Reposition: Die anatomische und stufenfreie Wiederherstellung der Gelenkstellung und der normalen Sprunggelenksachse.
  2. Retention: Übungsstabile Fixation der Bruchstücke zueinander, bspw. mit Schrauben und Platten.
  3. Funktionelle Nachbehandlung, d.h. frühe Bewegung unter krankengymnastischer Anleitung des verletzten Gelenks, um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen.
Die Therapie von Weber-B und Weber-C-Frakturen erfolgt stets durch operative Stabilisierung durch Platten und Schrauben.

Nachbehandlung nach der Operation
  • Physiotherapeutische Behandlung (Mobilisation).
  • Klinische Kontrollen.
  • Röntgenkontrollen der Heilung.
  • Sport erst wieder nach 3-6 Monaten.
  • Implantatentfernung ist ab 12 Monaten nach OP möglich.

Die Einführung der winkelstabilen Platten stellt einen erheblichen Fortschritt im Bereich der Osteosynthese (Fixierung der Bruchstücke zueinander) dar. Bei winkelstabilen Platten verblockt der Schraubenkopf stabil in der Platte, was z.b. die stabile Überbrückung von Trümmerzonen gestattet. Je nach Bruchform können diese Platten auch weichteilschonend unter der Haut durchgeschoben werden, ohne dass ein großer Hautschnitt und eine direkte großflächige Freilegung des Knochens erfolgen muss.

Insbesondere bei Pilonfrakturen, die oft mit einem erheblichen Schaden der Weichteile einhergehen, bieten sich diese Verfahren an.

Komplikationen bei der Operation der Sprunggelenksfraktur
  • Nekrosen der Haut.
  • Infektionen des Gelenks v.a. bei offenen Brüchen: Eitrige Arthritis
  • Störung der Knochenheilung durch zu frühe Belastung.
  • Fehlverheilung und später Arthrose bei einer nicht exakten Repostionen des Gelenks.
  • Pseudarthrose (Falschgelenkbildung), wenn noch zu viel Beweglichkeit zwischen den Fragmenten des Knochenbruchs besteht.
  • Störung der Knochenheilung, z.B. bei Patienten mit Osteoporose (geringe Knochendichte).

Die dabei verwendeten Implantate bleiben langfristig im Körper, und können bei Bedarf nach erfolgter Ausheilung - frühestens aber nach 12 Monaten - entfernt werden.

Die Rehabilitation nach operativer Versorgung ist nicht anders, als bei konservativer Versorgung: Stoffwechsel, Mobilität und Koordinaton - auch auf unebenem Untergrund - müssen in dem verletzten Sprunggelenk durch intensives Training und Physiotherapie wieder hergestellt werden: Man spricht hier von der funktionellen Nachbehandlung. Der Vorteil der operativen Therapie besteht darin, dass die funktionelle Nachbehandlung wesentlich früher einsetzen kann. Nach einer operativen Stabilisierung darf der Patient wegen der stabilen Fixierung des Bruchs sofort nach der OP wieder mit Übungen beginnen, und muss nicht ca. 6 Wochen warten, wie bei der konservativen Therapie.

Störung der Knochenheilung durch Falschgelenkbildung (Pseudarthrose)

Die Bildung einer instabilen Pseudarthrose (Falschgelenkbildung) an Stelle der erwarteten Knochenheilung wird zumeist durch zuviel Beweglichkeit zwischen Knochenstücken der Fraktur verursacht, so dass die Knochenheilung nicht erfolgreich ablaufen kann. Das kann an der Plattenversorgung liegen, aber auch an der Biologie des Gewebes. Auch Überaktivität des Patienten in der Heilungsphase kann die Ursache sein. Negative Einflüsse auf die Stoffwechselsituation wie Diabetes oder periphere arterielle Verschlusskrankheit oder Rauchen können Pseudarthrose verursachen. Die Durchblutungsstörung kann auch durch einen Weichteilschaden als Unfallfolge oder Operationsfolge mitverursacht werden. Der Knochen ist ein durchblutetes, lebendes Organ. Intakter Stoffwechsel und gute Durchblutung sind essentiell für die Knochenheilung nach Durchführung einer Osteosynthese.

Was sind die Symptome einer unzureichend behandelten Sprunggelenksfraktur?

Probleme nach der Frakturausheilung
  • Chronische Knöchelschmerzen.
  • Eingeschränkter Bewegungsradius.
  • Eingeschränkte Belastbarkeit.
  • Reduzierte Kraftentwicklung.
  • Versteifung des Sprunggelenks.
  • Arthrose des Sprunggelenks
  • Bewegungsstörungen und Gefühlsstörungen durch Nervenschäden.
  • Durchblutungsstörungen nach Gefäßverletzungen
  • Verletzungen der Sehnen und Bänder.
  • Instabilität des Sprunggelenks.
  • Ausbildung einer Pseudarthrose: Verzögerte oder unvollständige Heilung der Fraktur.
  • Morbus Sudeck bzw. "Complex Regional pain Syndrome (CRPS)".

Nicht alle Sprunggelenksfrakturen heilen folgenlos aus. In vielen Fällen kommt es zur posttraumatischen Sprunggelenksarthrose und anderen bleibenden Schäden im betroffenen Knöchel.

Posttraumatische Probleme im betroffenen Sprunggelenk äußert sich in erhöhter Neigung des Knöchels, bei Belastung anzuschwellen. Manchmal hat der Patient ein Reibegefühl im Gelenk. Nach längerem Stehen kann im Knöchel z.B. ein Spannungsgefühl auftreten.

Viele Patienten berichten auch bestimmte Bewegungseinschränkung: Insbesondere die Fußhebung ist beeinträchtigt. Der Patient kann beim Gehen nicht mehr richtig abrollen. Das Sprunggelenk ist wie blockiert.

Im weiteren Verlauf können auch Dauerschmerzen eintreten: Auch einfaches Gehen ist dann nicht mehr schmerzfrei möglich.

Die verminderte Belastbarkeit mit Einschränkung der maximalen Gehstrecke führt zu verminderter Aktivität und Muskelschwäche in dem verletzten Bein. Sechs Monate nach dem Ende der Therapie einer Sprunggelenksfraktur sollte die normale schmerzfreie Belastbarkeit in Alltag und Sport wieder vorhanden sein. Andernfalls ist eine Nachuntersuchung bei einem Sprunggelenksspezialisten dringend angeraten, um Spätfolgen der Sprunggelenksfraktur rechtzeitig zu therapieren.

Behandlungsbedürftige Symptome nach ausgeheilter Sprunggelenksfraktur

  • Erhöhte Neigung des Sprunggelenks anzuschwellen.
  • Bewegungseinschränkungen und Blockaden.
  • Chronische Schmerzen.
  • Belastungsabhängige Schmerzen und Einschränkung der maximalen Gehstrecke.
  • Fehlstellungen von Fuß und Sprunggelenk.
  • Dauerhafte Instabilität, häufiges Umknicken.
  • Beschwerden und Einschränkungen, die länger als 6 Monate dauern.

Schmerzen, Schwäche bis hin zu diffusen Beschwerden im Sprunggelenk sollten Sie ärztlich abklären, um nicht mehr behandelbare Dauerprobleme zu vermeiden.

Fehlstellungen des Fußes und des Sprunggelenks, insbesondere im Seitenvergleich, sind sehr kritisch: Diese Fehlstellungen und können unbehandelt schwere Folgen für die Gesundheit des Sprunggelenks haben. Häufig fällt bei der Untersuchung eine unterschiedliche Abnutzung der Schuhe im Seitenvergleich auf. Auch eine podometrische Untersuchung (Fußabdruckmessung) kann Seitenunterschiede und resultierende atypische Bewegungsabläufe deutlich zeigen.

Ein weiteres Warnsignal ist ein Instabilitätsgefühl im Sprunggelenk: Der Patient fühlt sich im Gelenk weniger belastbar oder kraftlos. Das Gefühl bei Belastung ist im zuvor gebrochenen Sprunggelenk sehr unterschiedlich zur gesunden Gegenseite.

Länger anhaltende Schmerzen, die mehr als 6 Monate nach dem Unfall immer noch vorhanden sind und zur Einschränkung der Lebensqualität führen, sollten Sie dazu bewegen, eine weitergehende ärztliche Untersuchung Ihres Sprunggelenks zu suchen.

Was sind die möglichen Ursachen der posttraumatischen Schmerzen im Sprunggelenk?

Osteochondrale Läsionen (Knochen-Knorpelschäden)

Das Ausmaß des zum Zeitpunkt des Unfalls entstehenden Knorpelschadens (osteochondrale Läsion im Sprunggelenk ) hat einen wesentlichen Einfluss auf das spätere Befinden. Knochen-Knorpelschäden sind Traumata, die sowohl den Knorpel, als auch den darunterliegenden Knochen betreffen. Dabei kann die Durchblutung des Knochens gestört werden. Das kann sogar zum Absterben des Knochens (Osteochondrosis dissecans) und damit zu einer Funktionstörung der eigentlich gleitfähigen und glatten Gelenkfläche im Sprunggelenk führen.

Achsabweichungen und Fehlstellungen

Achsabweichungen im Rückfuß oder im Bein und die teilweise nur schwer erkennbaren Rotationsfehlstellungen des Außenknöchels führen nach einer Fraktur häufig zu einer weiteren Verstärkung der posttraumatischen Problematik im schmerzenden Sprunggelenk.

Die anatomischen Veränderungen beim Unfall und danach spielen eine wesentliche Rolle für das im Einzelfall auftretende Beschwerdebild: Die Behandlungsmöglichkeiten und die Prognose für die Belastbarkeit und Sportfähigkeit in der Zukunft hängen von der genauen anatomischen Untersuchung ab.

Ist eine Fehlstellung vorhanden, sind Fehlbelastungen die Ursache für Dauerschmerzen und Folgeschäden im Gelenk.

Stufen und Deformität in den Gelenkflächen

Die wichtigsten Informationen liefert die direkte Untersuchung der Gelenkflächen: Sind Stufen im Gelenk und im Gelenkknorpel vorhanden, entstehen sicher und innerhalb relativ kurzer Zeit Folgeschäden. Die Erhöhung der Reibung bzw. die Reduktion der Gleitfähigkeit im Gelenk führt zur schnellen Abnutzung der Knorpelflächen.

Bandschäden und Syndesmoseschäden am Sprunggelenk

Bei den oft begleitenden Bandschäden am Innen- oder Außenband sind Mehrbeweglichkeiten (Instabilität) des Sprunggelenks nach vorne und zur Seite häufig.

Diese Bandschäden führen zu einer vermehrten Belastung der Gelenkflächen. Das begünstigt weitere Arthroseschäden im Sprunggelenk.

Auch Syndesmosenschäden haben das Potential, eine schädliche Fehlstellung der Sprunggelenkgabel zu verursachen: Man sieht eine Aufweitung des Gelenks. Diese Weitstelklung der Sprunggelenksgabel beeinflusst das Ergebnis der Frakturbehandlung negativ.

Eine Syndesmosenverletzung führt also zu einer Weitstellung der Sprunggelenksgabel. Diese weite Gabel führt auch zu Fehlbelastungen der Gelenkflächen durch Überbeweglichkeit im Sprunggelenk.

Weichteilschäden, Verkürzungen

Weichteilschäden mit Verkürzung können ebenfalls Folgeschäden nach Verletzung hervorrufen.

Ein starker Spitzfuß, verursacht durch eine Verkürzung oder Schädigung der hinten liegenden Weichteile, führt zu einer Fehlbelastung des Sprunggelenks und häufig zu einer vorne im Gelenk liegenden Sprunggelenksarthrose.

Auch Narben im Weichteilmantel rund um das Sprunggelenk können zum Teil signifikante Spätfolgen nach Sprunggelenksfraktur haben.

Freie Gelenkkörper ("loose bodies") und Knochenfragmente im Gelenkspalt

Auch freie Gelenkkörper (loose bodies) oder Knochenpartikel im Gelenk können den Knorpel auf Dauer schädigen: Trümmer im Gelenkspalt können wie "Sand im Getriebe" wirken. Die Konsequenzen sind eine deutliche Schädigung der Gelenkflächen, bis hin zum Auftreten einer Sprunggelenksarthrose.

Wie schnell kommt es zu einer Arthrose des Sprunggelenks?

Die Geschwindigkeit der Arthroseentwicklung hängt im Wesentlichen vom Verletzungsausmaß, der Stellung des Gelenks und der Gelenkfragmente zueinander ab. Pilonfrakturen entwickeln wesentlich häufiger eine Arthrose, als einfache Brüche des Wadenbeins. Teilweise können die ersten Arthrosezeichen jedoch schon nach wenigen Monaten gesehen werden.

Fehlstellungen und Bewegungsstörungen nach Sprunggelenksfraktur

Eine zunehmende Stellungsänderungen ist häufig als Folge Bandschäden oder Sehnenschäden zu erkennen. Auch die Weichteile und die Haut spielen hier eine Rolle: Verkürzte Sehnen wie die Achillessehen oder auch die Fuß- und Sprunggelenkskapseln ändern die normalen Bewegungsabläufe:

  • Spitzfuß mit Fehlbelastung oder Überlastung der vorderen Sprunggelenksanteile.
  • Bandschaden mit Subluxation des Talus führt zu eine Arthrose im vorderen Sprunggelenk und einer Bewegungseinschränkung beim Abrollen.

Je nach Schwere der Verletzung kann es manchmal für den erstversorgenden Chirurgen nicht mehr möglich sein, die gesamte Gelenkfläche in allen ihren Ebenen anatomisch wiederherzustellen. Manchmal verbleiben Spalten und kleinere Stufen oder Defekte in der Gelenkfläche. Durch Fehlstellungen der Achse entstehen teilweise bei Defektzonen im Knochen: Hier sintert der Knochen im Laufe der Heilung und bricht ein. Instabilitäten der Syndesmose nach einem Unfall nur schwer zu erkennen und führen durch eine Instabilität in der Sprungelenksgabel zu erheblichen Schmerzen

Eigene Bewertung: 
Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.4 (89 Stimmen)
Folgen Sie der Gelenk-Klinik auf Facebook oder Twitter

Wählen Sie ein Gelenk

Für eine medizinische Fragestellung - Coxarthrose, Arthrose, Gonarthrose, Sprungelenksarthrose, Hüftprothese, Hüftgelenks-TEP, Karpaltunnel-Syndrom, Facettengelenksarthrose etc klicken Sie auf ein Gelenk der orthopädischen Abbildung oben: Sie gelangen dann zu allen wichtigen Informationen Schulter, Sehnenverkalkung, Frozen Shoulder, Auskugelungen, Schultergelenks-Arthrose, Omarthrose, Schleimbeutel, Rotatorenmanschette Taube Hände, Karpaltunnelsyndrom, Medianus Neurolyse minimalinvasiv durchführen Huefte, Coxarthrose, Cox-Arthrose, Hueft-TEP, künstliches Hüftgelenk, Hüftprothese, Hüftschmerzen, Hüftnekrose, Ellenbogen-Gelenk Handgelenk: taube Hände und das Karpaltunnelsyndrom, Medianus Neurolyse minimalinvasiv durchführen knie Haglundferse, Fersensporn, Morton Neurom, Metatarsalgie,  Fuss, Zehen, Hallux Valgus, Hallux Rigidus, Schiefe Zehen, Hammerzehe, Krallenzehe, Korrektur Sprunggelenk, Sprunggelenksprothese, Knöchel, Fussgelenk, Sprunggelenk-Arthrose, Sprunggelenk-Prothese, Sprungelenksarthroskopie, Knorpeltransplantation, Chondrozytentransplantation Wirbelsäule, Bandscheibe, Lendenwirbelsäule, Halswirbelsäule, Bandscheibenvorfall, Rückenschmerzen

Orthopädische Spezialisten

Facharzt für Orthopädie

Dr. med. Martin Rinio
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

 
Facharzt für Orthopädie

Dr. med. Thomas Schneider Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

 
Termin telefonisch vereinbaren:
0761-55 77 58 0

Orthopädische Gelenk-Klinik

Informationen zu Untersuchung und stationärem Aufenthalt in der orthopädischen Gelenk Klinik

Orthopädische
Gelenk-Klinik
Zentrum für Arthrosetherapie und Endoprothetik

Spezialisierung:

  • Orthopädie
  • Unfallchirurgie
  • Neurochirurgie
  • Rehabilitative Medizin

Tel: (0761) 55 77 58 0

praxis@gelenk-doktor.de

Virtueller Rundgang

360° Virtueller Rundgang: Ansicht der Ambulanz