Orthopädische Gelenk-Klinik

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Sprunggelenksprothese: warum muss ein Sprunggelenk durch Prothese ersetzt werden?

  1. Übersicht Sprunggelenksprothese
  2. Was ist eine Sprunggelenksprothese?
  3. Warum muss ein Sprunggelenk durch eine Prothese ersetzt werden?
  4. Sprunggelenksprothese oder Versteifung?
  5. Kann die Versteifungsperation später zu einer Sprunggelenksprothese "revidiert" werden?
  6. Planung, Vorbereitung und Operation der Sprunggelenksprothese
  7. Rehabilitation, Sport und Alltag mit dem künstlichen Sprunggelenk
  8. Revision (Ersatz) des künstlichen Sprunggelenks

Einschränkungen durch eine Arthrose im Sprunggelenk

Röntgenuntersuchung des Sprunggelenks Röntgenuntersuchung des Sprunggelenks: In dieser Abbildung erkennen wir zwischen dem Talus (Sprungbein) und dem Schienbein (Tibia) einen intakten Gelenkspalt, der für normale Knorpelverhältnisse spricht. Dieser durch die Knorpelschicht bedingte Abstand der Knochen im Gelenk ist ein direktes Maß für die Gesundheit des Sprunggelenks. Bei Arthrose verschmälert er sich. © Dr. Thomas Schneider

Die Einschränkungen durch eine schmerzhafte Arthrose des Sprunggelenks sind genauso schwerwiegend, wie bei Hüft- oder Kniearthrose. Ohne operative Therapie sind Patienten mit einer schweren Arthrose des oberen Sprunggelenks im Alltag sehr eingeschränkt und in der Regel nicht belastbar und arbeitsfähig. Eine herkömmliche operative Therapie ist die Arthrodese (operative Versteifung) des Sprunggelenks: die belastbare Aufhebung der Gelenkbeweglichkeit durch Knochenfusion. Die beweglichkeitserhaltende Prothese des Sprunggelenks setzt sich jedoch mehr und mehr durch. Inzwischen werden in Deutschland mehr als 1900 Sprunggelenksprothesen pro Jahr operiert. Oftmals sind vorangegangene Verletzungen ursächlich für die Notwendigkeit einer Sprunggelenksprothese.

Die Operation einer Sprunggelenksprothese hat meist eine unfallchirurgische Vorgeschichte.

Erkrankungen des Sprunggelenks

Die Erkrankung des Sprunggelenks ist keine der typischen, meist altersbedingten Verschleißerscheinungen. Oft steckt eine traumatische Ursache – also ein Unfall – hinter der Schädigung des Gelenks. Ein erkranktes Sprunggelenk schmerzt beim Gehen. Unter Belastung werden diese Schmerzen noch schlimmer. Oftmals helfen einem Patienten mit schwerer Arthrose des Sprunggelenks nicht einmal Schmerzmittel. Das ist der Zeitpunkt, zu dem operative Therapien in Betracht gezogen werden müssen. Zusätzlich zum Schmerz versteift sich das Sprunggelenk immer weiter und die Beweglichkeit nimmt ab. Oft ist von außen eine schwere Fehlstellung, häufig mit Schwellung zu sehen. Die maximale Gehstrecke der Patienten mit Erkrankung des Sprunggelenks wird immer geringer. Derartige Symptome tauchen häufig erst Jahre nach dem Unfall auf. Folgende Ursachen führen zu einem Einsatz der Sprunggelenksprothese:

Ursachen einer sekundären Sprunggelenksarthrose

  • Rheumatische Erkrankungen:
    Rheumatische Erkrankungen betreffen Muskel- und Skelettsystem, die mit starken, ziehenden oder stechenden Schmerzen einhergehen. Zu den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises gehören Autoimmunerkrankungen, Stoffwechselstörungen, Arthritis (Gelenkentzündung), aber auch entzündliche Arthrose (Gelenkverschleiß). In jedem Einzelfall ist eine genaue Diagnose erforderlich, um die Art der rheumatischen Erkrankung genau zu bestimmen.
  • Nekrose im Talus (avaskuläre Talusnekrose):
    Bei der Nekrose des Talus stirbt ein Teil des Knochens ab, weil die Durchblutung des Knochengewebes unterbrochen wird. Der Knochen verliert seine Stabilität und kann unter Belastung einbrechen. Dadurch wird die Knorpelschicht im oberen Sprunggelenks zerstört. Häufig ist die Talusnekrose Folge eines Traumas (Unfalls) oder von Überlastung. Damit verwandt ist die Osteochondrosis dissecans (Knochenschädigung unterhalb des Gelenkknorpels) im Sprunggelenk.
  • Osteochondrosis dissecans im Sprunggelenk:
    Bei der Osteochondrosis dissecans wird die Durchblutung eines Knochenstücks an der Oberfläche des Talus unterbrochen. Der Übergang zum noch durchbluteten Gewebe sklerosiert, wird also durch Knochenverstärkung im Randbereich isoliert. Schließlich kann sich der isolierte Knochen aus dem Talus lösen und eine Arthrose im oberen Sprunggelenks auslösen.
  • Bluterkrankheit (Hämophilie):
    Die Bluterkrankheit ist eine Blutgerinnungsstörung. Dadurch erfolgt eine stetige Einblutung in die Gelenke, vor allem in das gewichttragende Sprunggelenk. Diese Einblutung führt zur sog. hämophilen Arthropathie, der blutungsbedingten Arthroseentwicklung im Sprunggelenk.
  • Hämochromatose:
    Die Hämochromatose ist eine Störung des Eisenstoffwechsels. Sie ist nicht mit der Blutgerinnungsstörung "Hämophilie" zu verwechseln. Die Hämochromatose verursacht meist eine beidseitige Arthrose des oberen Sprunggelenkes (OSG). Nachbargelenke wie Knie oder Hüfte sind häufig nicht betroffen. Die OSG-Arthrose bei Hämochromatose geht also meist nicht mit einer Fehlstellung einher. Sie lässt sich nur selten mit einem gelenkerhaltenden Vorgehen behandeln. Versteifung (Arthrodese) oder die Prothese des oberen Sprunggelenks ist das Mittel der Wahl. Wegen der beidseitigen Problematik entscheiden sich mehr Patienten für eine Prothese des OSG.
  • Gicht (Störungen des Harnsäurestoffwechsels):
    Gicht ist eine Stoffwechselstörung, die den Abbau von Harnsäure betrifft. Aus der Einlagerung von Harnsäurekristallen in Gelenke und Gewebe folgt neben stechenden Schmerzen auch die Arthrose. Besonders stark betroffen sind häufig die Sprunggelenke.
  • Infektionen des Sprunggelenks zerstören den Knorpel
    Bakterielle Infektionen greifen die Knorpelschicht im Gelenk an und verursachen direkt Arthrose im Sprunggelenk. Arthrose im Sprunggelenk nach bakteriellen Infektionen sind schwierig zu behandeln, weil die Infektion erst vollständig beseitigt sein muss, bevor ein Implantat (Prothese des Sprunggelenks) eingesetzt werden kann.

Sprunggelenksprothese als Traumafolge

Anatomie des sprunggelenks Das Sprunggelenk wird aus 3 Knochen gebildet. Wadenbein und Schienbein umfassen von oben das Sprungbein. Die Stabilität des Sprunggelenks wird wesentlich mitbestimmt durch die stabile Verbindung zwischen Wadenbein und Schienbein. © Viewmedica

Bis zu zu 80 % der Fälle von Sprunggelenksarthrose treten nach einem Trauma auf. Das zarte Sprunggelenk muss bei Sport und körperlicher Arbeit allen Belastungen standhalten – ein Leben lang. Eine Arthrose des Sprunggelenks entwickelt sich dennoch seltener altersbedingt, sondern meist nach Sportverletzungen und Unfällen. Viele Patienten mit Sprunggelenksarthrose sind relativ jung. Oft sind Patienten schon unter 40 Jahren von der Arthrose des OSG (oberes Sprunggelenk) betroffen. Diese junge, aktive Patientengruppe stellt den Fußspezialisten bei der Versorgung vor besondere Fragen. Aktive Patienten haben wesentlich höhere Anforderungen an die Belastbarkeit einer Prothese.

Alternative Therapien zur Prothese bei Sprunggelenksarthrose

Vor einer operativen Therapie der Arthrose im oberen Sprunggelenk sollten alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten zur Schmerzlinderung und Verbesserung der Beweglichkeit ausgeschöpft sein. Dazu gehören Physiotherapie, medikamentöse Schmerztherapie, Einlagenversorgung und Schuhzurichtung, Muskelkräftigung und Training sowie Gang- und Fußschule. Die Therapie mit Hyaluronsäure-Injektionen kann die Schmerzen lindern und die Belastbarkeit erhöhen.

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  • 11. Oktober 2018
  • 13. Dezember 2018

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