Orthopädische Gelenk-Klinik

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Wirbelgleiten durch beschädigte Facettengelenke: Spondylose und Spondylosithesis

Spondylolisthesis WirbelgleitenMRT Aufnahme einer Spondylolisthesis (Wirbelgleiten) der Lendenwirbelsäule (LWS). Deutlich sichtbar ist die Durchbrechung des Wirbelbogens mit Stufenbildung. © gelenk-doktor.de

Wirbelgleiten - Spondylolyse und Spondylolisthese - sind durch Instabilität der Wirbelsäule für etwa 2% aller Fälle von Rückenschmerzen verantwortlich. Unter manchen Umständen können sogar junge Patienten von Wirbelgleiten betroffen sein. Es kann angeboren sein, oder Folge bestimmter Sportarten.

Menschen mit angeborener Neigung zur Spondylolisthese (Wirbelgleiten) haben oft besonders dünne Wirbelkörper.

Spondylolyse ist eine Stressfraktur in einem Wirbelkörper. Meist ist es der am stärksten belastete fünfte Lendenwirbel (L5), gelegentlich ist aber auch der vierte Lendenwirbel (L4) betroffen. Die Spondylolyse kann ausgelöst werden durch einen Bruch der Knochen, die die Facettengelenke miteinander verbinden (pars interarticularis). Es wird sehr oft bei adoleszenten Athleten in bestimmten Sportarten gesehen, zum Beispiel bei Turnern.

Das Wirbelgleiten durch Spondylolys kann aber auch ein angeborener Zustand sein.

Tätigkeiten als Auslöser des Wirbelgleitens
  • Ringen
  • Turnen
  • Sportgymnastik
  • Gewichtheben
  • Schwer Tragen

Oft geschieht das unbemerkt und hat keine nachteiligen Folgen. Wird die Wirbelsäule jedoch stark destabilisert, könne sich die Wirbelkörper gegeneinander verschieben: Das Ergebnis, die verschobenen Wirbelkörper, nennt man Spondylolistesis (griech. Wirbelgleiten)

Doch auch ohne Bruch des Facettengelenks oder als Sportfolge kann eine Spondylosisthese eintreten.

Diese weitere Form des Wirbelgleitens betrifft meist ältere Patienten: wenn die Facettengelenke durch eine Arthrose degeneriert sind. Die degenerative Spondylolisthesis betrifft meist Patienten jenseits des 4. Lebensjahrzehntes. Frauen sind etwa fünfmal häufiger vom Wirbelgleiten betroffen, als Männer.

Symptome der Spondylolisthesis
  • LWS-Schmerzen
  • Ischiasschmerzen
  • Oberschenkelschmerzen
  • Muskelschwäche in den Beinen
  • Muskelkrämpfe in den Beinen
  • Verspannungen der Beine

Folgen der Spondylosisthese sind neben Schmerzen des unteren Rückens (LWS-Schmerzen) wegen der möglicherweise eigeklemmten Nerven auch Krämpfe in den Beinen und in die Beine ausstrahlende Rückenschmerzen.

Unter dem Zustand der Spondylolysthesis können die Bandscheiben wesentlich stärker verschleissen, als bei stabiler Wirbelsäule. Die Wirbelkörper können sich bei Wirbelgleiten durch die Ausbildung von Knochenspornen an den Grenzflächen verstärken (Bildung von Spondylophyten). Diese Knochenreaktion kann als Spinalkanalstenose zu einer Einengung des Rückenmarkkanals führen.

Wie bei vielen anderen Rückenleiden ist auch bei der Spondylolisthese der Zusammenhang zwischen den radiologisch (durch Röntgen) darstellbaren Befunden an der Wirbelsäule und den tatsächlichen Schmerzen nicht genau voraussagbar.

Das heisst: manche Patienten haben zwar eine für den Orthopäden im Röntgenbild deutlich sichtbare Wirbelkörperverschiebung in der Lendenwirbelsäule, aber keine entsprechenden Symptome oder Schmerzen. In diesen Fällen ist ausser Beobachtung und physiotherapeutischer Prävention keine weitere Behandlung des Wirbelgleitens geboten.

Das Wirbelgleiten kann meist konservativ und ohne Medikamente behandelt werden. Nur in den wenigen Fällen, wo die Wirbelkörper dann direkt auf Nervenwurzeln drücken und die Nerven in den Beinen absterben, kann eine operative Stabilisierung der Spondylolysthesis erforderlich sein.

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